FAktoren des Überlebens: Mege der einzelnen Faktoren

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holgerb
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FAktoren des Überlebens: Mege der einzelnen Faktoren

Beitrag von holgerb » 20.01.2009, 10:52

Eigentlich braucht dieser Faktor keinen eigenen Thread, aber dennoch:

Die Menge der einzelnen Faktoren hat ganz entsacheidenden Einfluß auf das Überleben.

- Zuwenig Energie kann tödlich sein
- zuviel Temperatur kann zu Denaturierung führen
- zuviel Salze (Überdüngung) kann Plasmolyse zur Folge haben

Das nur einige Beispiele...

Abschließend muss man sich nur die alte Chemikerweisheit vor Augen führen:

"Es ist die Doris, die aus meinem Ding einen Stift macht."

("Es ist die Dosis, die aus einem Ding ein Gift macht.)
"The mind is like a parachute. It doesn't work unless it's open."
- Frank Zappa -


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BonsaiFanHitdorf
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Beitrag von BonsaiFanHitdorf » 20.01.2009, 12:01

Ist hier ne aufgabe bei oder nur kurze lektion? :lol:


mit dem gift meinste, dass man den dünger nicht ewig sich zersetzen lassen soll, oder?
lG Marcel ;)

Der zentralste Fehler von Verschwörungstheorien jeder Couleur ist, dass man am Ende der einzigste ist, der sich nicht verschwört.

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sloe
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Beitrag von sloe » 20.01.2009, 12:43

Zuviel Wasser -> Wurzelfäule
zuwenig -> :cry:

zuviel Licht -> Sonnenbrand / Blattverbrennung
zuwenig -> Energiemangel

zuwenig Futter (Nährsalze) -> Chlorophyllbildung leidet -> Energiemangel

und aus aktuellem Anlass:
Temeratur zu niedrig -> Frust durch Frostschäden
Gruss - Wilma

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holgerb
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Beitrag von holgerb » 20.01.2009, 13:05

BonsaiFanHitdorf hat geschrieben:Ist hier ne aufgabe bei oder nur kurze lektion? :lol:


mit dem gift meinste, dass man den dünger nicht ewig sich zersetzen lassen soll, oder?
Siehst Du eine Aufgabe?

Nein, mit dem Gift meine ich, das alles ab einer bestimmten Dosis giftig ist.

Je schneller sich ein Dünger zersetzt, umso schneller kann er schädigende Wirkung haben, weil sich damit die Konzentration der Salze im Substrat rapide erhöhen.
Genauso der Einsatz von zuviel mineralischen Düngern ohne Depotwirkung.
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Marco Manig
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Beitrag von Marco Manig » 20.01.2009, 13:16

Ich denke, man kann mit dem Thema schon einen eigenen Thread füllen. Ich versuchs mal.

In Bezug auf Bonsai ist meiner Meinung nach die "Menge des Gifts" sehr entscheidend. Ein Baum an seinem natürlichen Standort wird nur gedeien, wenn die Rahmenbedingungen stimmen, d.h. dass die Menge von Licht, Wasser, Nährsalzen usw. optimal für eine Keimng sind. Ein Sämling ist wesentlich empfindlicher als ein "ausgewachsener" Baum, so wird ein Sämling eher eingehen als ein Großbaum (vielleicht besser formuliert: schneller eingehen), da der Organismus wesentlich kleiner und damit unflexibler ist. Geht nun ein Sämling an seinem optimalen Standort auf und wächst zu einem stattlichen Exemplar heran, so kann er sich auf leichte Schwankungen in den Rahmenbedingungen anpassen(wohlgemekrt leichte Schwankungen) Ich will sogar behaupten, dass nur ein Bruchteil der vom Baum fallenden Samen aufkeimen bzw. zum Großbaum werden. Baumschulen z.Bsp. haben da wesentlich höhere Erfolgsquoten, da die Auslese des geeigneten Saatgutes bis hin zur verkaufsfähigen Jungpflanze durch Menschenhand und Auge erfolgt.
Beim Bonsai wiederum ist der Keimvorgang wie beim Baum in der Natur. Ein Bonsai wird ja nicht geboren sondern erst gemacht(wissen wir ja alle). Da liegt aber der Hase im Pfeffer und schnalzt. Durch das "Bonsai machen" greifen wir in das Wachstumsprogramm ein und stecken dabei die Rahmenbedingungen viel enger als in der freien Natur. Wir schaffen einen unflexiblen Organismus, der eine mehr der andere weniger. Sei es nun Platzangebot, Wasser, Nährsalze auch Sonnenlicht(Energiezufuhr), es kann alles von uns mehr oder weniger beeinflusst werden, es muss von uns beeinflusst werden, damit der Baum leben und sich entwickeln kann.

Wir haben sozusagen die Höhe der Dosis in der Hand. Um die Dosis bestimmen zu können muss man spezifisches Wissen haben und beobachten können und nicht zu guter Letzt seine Schlüsse ziehen und reagieren.
Gruß, Marco

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Beitrag von Marco Manig » 20.01.2009, 13:32

Bevor die Frage kommt: "Und wie ist das bei Yamadoris?" will ich mal gleich noch weitermachen.

Yamadori sind ja eigentlich schon über Jahrzehnte alte (oder noch ältere) Exemplare, die sich an ihre Umgebung angepasst haben, im Idealfall schon kleinwüchsig, sehr gut feinverzweigt, mit einem eingegrenzten Wurzelsystem, eigentlich schon super eingestellt auf die Bedingungen auf kleinstem Raum. Nun verändern wir aber den Standort, und siehe da der Baum geht, wenn wir Pech haben, ein. Gründe dafür sind vielfältig, Wassermangel, Nährstoffmangel, zuviel Licht, zu warm. Es ist umso komplizierter einen Yamadori am Leben zu erhalten, je veränderter(doofes Wort, aber ihr wisst was ich meine) die Bedingungen sind. Hier die richtige Dosis zu finden, ist sehr schwierig. Um mit Urikawa zu sprechen:"Der Baum wird es dir zeigen."
Gruß, Marco

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Beitrag von MUGO » 20.01.2009, 15:23

salz ist ja sogar für den mensch tödlich.
also ist es ja wie bei jedem organismus. alles muss ausgewogen sein.

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Beitrag von sloe » 20.01.2009, 19:08

"Ausgewogen" bedeutet auch noch, dass sich die benötigten Mengen der Faktoren in gegenseitiger Abhängigkeit verändern.
Beispiel:
Zuviel Wasser kann zu Wurzelfäule führen. Aber wann ist eine Menge "x" denn zuviel? Im Hochsommer bei warmem windigen Wetter kann "x" gerade genug sein, bei nasskaltem Schmuddelwetter kann es zuviel sein und dem Baum schaden.
Eine reduzierte Blattmasse sollte ebenfalls mit einer verringerten Wassermenge versorgt werden. Wo soll denn der Baum auch hin mit der Menge "x"? Weniger Blätter bedeutet ja auch weniger Spaltöffnungen zum Verdunsten und weniger Energieumsatz.
Und der Wassermenge muss dann auch die Düngermenge angepasst werden. Viel Dünger in wenig Wasser ergibt schnell mal eine zu hohe Konzentration. Hatten wir ja gerade erst...
Gruss - Wilma

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Beitrag von Marco Manig » 22.01.2009, 17:15

"Ausgewogen" find ich sehr gut. Ich möchte in dem Zusammenhang nochmal das "Was war? Was ist? und Was sein wird?" bemühen. Ausgewogenheit ist abhängig von der Zeit bzw. vom Zeitpunkt. Was im Frühjahr als ausgewogen gilt, kann im Sommer schon wieder zuviel/zu wenig sein.
Gruß, Marco

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Re: FAktoren des Überlebens: Mege der einzelnen Faktoren

Beitrag von Marco Manig » 20.02.2009, 14:07

So! Nun will ich mal diesen Beitrag wieder aufwärmen und noch was schreiben, über das ich grad in der Bonsaipflege gestolpert bin. Da wir ja bei Menge der einzelnen Faktoren sind, find ich den Beitrag von Thierry an dieser Stelle recht passend. Das Liebigsche/Sprengelsche Minimum-Gesetz ist zwar sehr speziell auf die Nährelemente abgestimmt, aber man kann das auch auf die anderen Faktoren wie Licht, Wasser usw. beziehen. Wenn man dann noch in dem Beitrag zur Minimum-Tonne weiterspringt, wird einem die Sache richtig plausibel (mir gehts jedenfalls so, ich brauch für (fast) alles eine bebilderte Anleitung. :lol: )

Bisher haben wir uns an dieser Stelle nur über ein "zuviel" von einigen Sachen unterhalten, obwohl ein "zu wenig" von einer Sache auch schon kritisch sein kann. Die Schwierigkeit dabei ist doch, dass man zwar sieht, dass es dem Baum *kotz* geht, man aber nicht weiss warum. Es gibt ja nicht nur die zwölf(???) Nährelemente, sondern auch viele andere Faktoren, die nicht stimmen können und wenn nur einer davon zu wenig ist, kann es schon ein Problem geben.
Gruß, Marco

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Re: FAktoren des Überlebens: Mege der einzelnen Faktoren

Beitrag von holgerb » 20.02.2009, 19:25

So ist es...


(16 essentielle....) :wink:
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