Schale reparieren

.... und Peter Krebs antwortet.
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baeumchen
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Re: Schale reparieren

Beitrag von baeumchen »

das hat was ... hört sich nach alchimie an
und wenn das silber mit der zeit oxidiert, wird das bestimmt hochinteressant
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rolfmaier67
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Re: Schale reparieren

Beitrag von rolfmaier67 »

Hallo

Das mit dem Zinn ist sicherlich nicht ganz so einfach. Der Schmelzpunkt liegt bei ca 239 grad. Damit sich der Ton und Zinn verbindet, sollte beide Materialien die gleiche Temperatur haben. Kleben kann man zwei Teile damit auch nicht, Risse kann mann aber sicher mit entsprechenden Aufwand schließen.

Lg


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baeumchen
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Re: Schale reparieren

Beitrag von baeumchen »

eine sog "innige verbindung" im sinne einer verkrallung von metallfluss und keramikoberfläche bekommen wir so nicht hin, das ist wahr
es geht ja auch nur darum, lücken zu schließen, nicht darum, bruchstücke stabil zu verkleben ...
ich kenn die technik aus dem innenausbau, da habe ich schon öfter risse in alten balken und planken mit zinn vergossen und anschließend abgehobelt.
ergibt ein sehr schönes zusammenspiel von holzstruktur und metallglanz ...
ist immer ein echtes abenteuer mit holzkohleglut und schmelzkelle und vergießen des metalls ... bitte IMMER mit hitzefesten klamotten, festen schuhen, handschuhen und schutzbrille
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mydear
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Re: Schale reparieren

Beitrag von mydear »

... und die Zinndämpfe möglichst nicht einatmen :o

Grüße
Rainer
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baeumchen
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Re: Schale reparieren

Beitrag von baeumchen »

yep ... vor allem, wenn "billiges" material verwendet wird das blei enthalten kann ...
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_Ulli_
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Re: Schale reparieren

Beitrag von _Ulli_ »

Hallo,

mir ist eine einfache China-Schale kaputt gegangen. War nicht besonders teuer aber natürlich trotzdem sehr ärgerlich.
Kennt jemand einen simplen "Bastelkleber" dafür? Also nichts exotisches was den Wert der Schale übersteigt, wie hier bisher beschrieben.

Ich dachte z.B. an dickflüssigen Sekundenkleber, 5-Minuten Epoxi, UHU-Endfest, Pattex Kontakt etc.
Jemand Erfahrungen mit so etwas?

Danke
 
Zuletzt geändert von _Ulli_ am 29.01.2020, 20:00, insgesamt 2-mal geändert.
vG
Ulli

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level320
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Re: Schale reparieren

Beitrag von level320 »

hallo
sekundenkleber geht vorzüglich...hält auch frost stand, und das schon seit jahren.
dickflüssigen braucht es gar nicht, hab ich auch nie hergenommen....der ganz normale loctite reicht.
die bruchkanten säubern und entfetten mit aceton...die teile probeweise zusammenfügen um die richtige sequenz zu finden...
und dann kleben..... mittig entlang der bruchkante , möglichst gleichmäßig auftragen...der sequenz nach teil für teil zusammenfügen-
man kann dannach das überschüßige mit aceton abwaschen...möglichst noch im nassen zustand.
falls der verdacht besteht zu wenig kleber wäre drinnen kann man auch von außen und innen mit dünnflüssigen sekundekleber die bruchkanten nachfahren,
das dichtet zusätzlich ab und überschuß läßt sich mit aceton abwaschen.
die reparierte schale ist erst beim genauen blick als solche zu erkennen...sofern die bruchkanten keine ausfransungen/fehlteile haben.
ist meiner erfahrung nach eine wirklich lohnenswerte art zerbrochene schalen zu reparieren.

lg Ladi

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_Ulli_
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Re: Schale reparieren

Beitrag von _Ulli_ »

Super! Vielen Dank für die ausführliche Antwort!
Grüße nach Österreich :-D
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Ulli

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Hippo
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Re: Schale reparieren

Beitrag von Hippo »

Brandrisse in der Keramik verfülle ich mit Blei und brenne es nochmal bei 1000°C.
Im Riss ist danach nur noch geschmolzenes Bleiglas, was die inneren Flächen vollständig verbindet.
Raustropfendes Material kann man sauber mit einem Diamantblättchen im Dremel verarbeiten.

Ein früherer Bonsaifreund, der auch Schalen strickte, verwendete für Risse Amalgam. Er war mit einem Zahnarzt befreundet.
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baeumchen
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Re: Schale reparieren

Beitrag von baeumchen »

Hippo hat geschrieben:
29.01.2020, 22:02
Brandrisse in der Keramik verfülle ich mit Blei und brenne es nochmal bei 1000°C.
Im Riss ist danach nur noch geschmolzenes Bleiglas, was die inneren Flächen vollständig verbindet.
Raustropfendes Material kann man sauber mit einem Diamantblättchen im Dremel verarbeiten.

Ein früherer Bonsaifreund, der auch Schalen strickte, verwendete für Risse Amalgam. Er war mit einem Zahnarzt befreundet.
das hört sich jetzt spannend an,also das sog. "bleiglas" ...hast du da evtl fotos?
und amalgam ... nun ja, was wir im mund rumtragen, sollte den bäumen auch nicht schaden
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Hippo
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Re: Schale reparieren

Beitrag von Hippo »

Fotos habe ich leider keine.
Ich habe auch schon ganze Füsschen mit Blei an die Schalenunterseite "geklebt".

(Was allerdings dazu erwähnenswert ist; wenn man öfter mit Blei im Ofen hantiert, sollte man darin kein Essgeschirr mehr brennen denn der Bleidampf setzt sich im Ofen ab und wird bei späteren Bränden an die Ofenatmosphäre und somit ans Brenngut abgegeben. Es sind wohl nur minimalste Mengen, aber Blei ist für unseren Organismus ein Gift welches sich einlagert und nicht verstoffwechselt wird. Darum gab es früher selten richtig alte Töpfer. Ihre Lebenserwartung war in der Regel zwischen 50 und 60 J. wegen der Bleianreicherung im Körper, ähnlich wie bei Malern und Zinngiessern)
Zuletzt geändert von Hippo am 30.01.2020, 11:32, insgesamt 1-mal geändert.
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cruisermaddin
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Re: Schale reparieren

Beitrag von cruisermaddin »

Brandrisse in der Keramik verfülle ich mit Blei und brenne es nochmal bei 1000°C.
Im Riss ist danach nur noch geschmolzenes Bleiglas, was die inneren Flächen vollständig verbindet.
Raustropfendes Material kann man sauber mit einem Diamantblättchen im Dremel verarbeiten.
Hm, ich bin zufällig Werkstoffingenieur im Bereich Glas und Keramik. Bilder von diesem ´Bleiglas´wie Du es nennst würden mich ebenfalls interessieren.......
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Hippo
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Re: Schale reparieren

Beitrag von Hippo »

Wie gesagt habe ich leider keine Fotos davon. Ich habe meine Schalen alle verschenkt.

Ich habe nur noch einen Suiban, den ich nach dem Schrühbrand an 4 Stellen mit Blei geflickt habe. Danach habe ich darüber glasiert. Die Stellen waren aber noch nicht schön genug und ich nahm Füllstoff um den Rest des Risses zu verfüllen und habe anschliessend mit Acrylfarbe retouchiert. Leider, oder zum Glück sieht man da das Bleiglas nicht mehr.

Aber wenn Du eine über 40 Jährige glasierte, helle Keramik in die Hand nimmst und dann schräg gegen ein Licht hältst, kannst Du u.U. einen leichten Regenbogenschimmer (ähnlich wie ein Oelfilm auf Wasser) in der Oberfläche erkennen. Das ist eine Bleiglasur.
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