Archaische Schalen?

.... und Peter Krebs antwortet.
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Archaische Schalen?

Beitrag von hwolf » 23.03.2016, 09:55

++Disclaimer: Ich bin ein Neuling; ich möchte etwas lernen; ich kenne dieses Google; wenn der Beitrag im falschen Forum ist, bitte verschieben, ich war da unsicher++

Moin,

für mindestens zwei meiner Projekte suche ich nach speziellen Schalen.
Obwohl die Suche noch bis nächstes Frühjahr Zeit hat, möchte ich gern jetzt schon beginnen, mich zu informieren und zu suchen.
Auch denke ich, dass ich mir im Zweifel etwas anfertigen lassen werde, was ja auch etwas Zeit in Anspruch nimmt, oder selbst versuche, etwas zu töpfern (habe schon öfter mal für mein anderes Hobby Repliken gemacht und sie im Erdloch gebrannt).

Die Bäume, um die es geht sind ein seit letztem Jahr im Djungelstil gestalteter Benjaminus, der mit einer Menge Unterbepflanzung daher kommen soll und ein dicker Ginkgo, den ich im Mai bekomme.

Nun habe ich mir überlegt, dass ich diese Bäume gern mithilfe ihrer Schale ausdrucksstark inszenieren möchte.
Der Djungelficus steht dabei unter dem Thema, na, wer hätts geglaubt, Djungel. Das bedeutet für mich Hitze, Tropen, aber vor allem: Alte Kulturen. Maya, Azteken, Zulu. Denke ich an die höchsten Bäume im Djungel, muss ich unweigerlich an Urvölker, Guanoschalen, halbe Kokosnüsse, Aztekensymbole und rauhe, verwitterte Steine denken. Dieses Gefühl der Ursprünglichkeit, (im positiven Sinne) Primitivität und die Mystik der Urreligionen würde ich gern mithilfe der Schale in meine Gestaltung bringen.

Ich suche also nach allem, was direkt in den Ruinen einer alten Djungelpyramide oder im kleinen Dorf der Ureinwohner gefunden werden könnte. Mir ist nicht wichtig, dass die Schale wirklich alt ist oder tatsächlich im Urwald irgendwo in der Tropen gefertigt wurde, die Ausstrahlung muss stimmen. Zierprägungen, rustikale Oberflächen und Einschlüsse, Unregelmäßigkeiten und Flammenfarben sind dabei ebenso Ideengeber.

Mit dem Ginkgo möchte ich noch einen Schritt weiter gehen. Es ist ein schon älterer (weiblicher?) Ginkgo im Flammenstil. Da der Ginkgo ebenso archaisch anmutet und bekanntermaßen der älteste Baum der Welt ist, möchte ich genau dieses Alter und seine ihm inneliegende Ursprünglichkeit in der Gestaltung ausdrücken. Ich habe mir eine Menge Bilder von Ginkgo-Gestaltungen angesehen, in runden oder rechteckigen Schalen, ganz flach, runde Ecken, bunt glasiert, sieht alles toll aus.
Meine Vorstellung ist aber ein Pflanzgefäß, das Assoziationen auf den Ursprung des Lebens, die allerfrüheste Zeit, Höhlensammler und Mammutjäger und ihre Höhlenmalerei aufkommen lässt. Ich bin nicht wirklich festgelegt, ob es sich um eine getöpferte Schale handeln muss, dass aber ein menschliches Zutun an der Gestaltung ersichtlich werden soll, liegt für mich bei allen Formen von Bonsai auf der Hand.

Ich habe schon etwas hier im Forum und im Netz allgemein gesucht und Peters Seite durchforstet. "Nanban"-Schalen (mir ist der Nanban-Meissner-Vergleich bewusst, ich meine hier eher den allgemeinen Stil) sind in etwa die Richtung für den Djungelficus, für den Ginkgo wird es schwieriger. Leider konnte ich keine Kategorien wie "archaisch", "rustikal" udglm finden, die mir eine Suche leichter gemacht hätten.

Also, lieber Peter Krebs und liebe Mitlesende, ich hoffe sehr auf Recherchetipps, Beispiele und vielleicht ein paar Bilder, die mir die Richtung weisen und mir helfen, mich in der unendlichen Welt der Schale fokussieren zu können. Alles, was besonders rustikal, urzeitlich oder grob ist und mit texturierter Oberfläche daherkommt ist dabei interessant.

Vielleicht entsteht aus meiner Frage ja ein für viele interessanter Austausch! *daumen_new*

Lieben Gruß -

Heinrich
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Re: Archaische Schalen?

Beitrag von abardo » 23.03.2016, 10:30

.. da ich Themen-Bonsais mag ...
  • für deinen Dschungel einen alten Wassertrog aus Sandstein. Umgearbeitet (flacher und Löcher, einfach mal die Flex ansetzen), der vielleicht an einen Stein aus einer Pyramide erinnern könnte. Gibts vielfach bei den kleinanzeigen ...
  • für den Gingko ? Einfach. Naturstein, den vielleicht auch Höhlenbewohner als Trinkschale benutzt haben könnten. Gibts in der Bucht, einfach mal nach "Steinschale Flußstein" suchen
Grüße, Frank
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Re: Archaische Schalen?

Beitrag von zopf » 23.03.2016, 10:32

Hallo Heinrich
in der aktuellen Bonsai-Focus wird ein Töpfer vorgestellt,
der archaisch anmutende Schalen macht.
mfG Dieter
cogito ergo pups

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Re: Archaische Schalen?

Beitrag von hwolf » 23.03.2016, 11:53

Moin,

das geht ja schon richtig gut los! *daumen_new*
Vielen Dank für die Vorschläge, Frank! Die Sandsteinschale hätte wegen ihrer oft ja handbehauenen Oberfläche tatsächlich eine passende Ausstrahlung. Diese Längsrillen von der Bearbeitung würden genau ins Thema passen. Nur bin ich unsicher, ob und wenn wo ich soetwas in der passenden Größe finden kann. Meist sind die Dinger Eckig und ziemlich groß. Etwas in Rund oder Oval mit derselben Oberfläche wäre ideal! Ideen?
Die Flussschale ist auch ein toller Tipp! Sowas kann ich mir schon für den Ginkgo vorstellen, es fehlt mir nur ein wenig die "Dramatik", wenn Du verstehst.

Dieter, die aktuelle Bonsaifocus werde ich mir dann mal heute Abend am Bahnhof besorgen, in der Online-Vorschau ist aber nichts zu finden.. *kopfkratz* Oder meinst Du Sara Raynor?

Nun würde ich gern die bereits gemachten Vorschläge als Links oder Bilder hier einfügen, damit a)die Ergebnisse an einer Stelle zusammengestellt sind und b)vielleicht auch andere etwas von der Diskussion haben und auch für die weitere Diskussion Inspiration aufkommt.
Könnte mir ein Forenprofi eben ein paar Worte zu den Regeln rund ums Verlinken, Bilder einfügen etc sagen? Einfach etwas einfügen, vor allem von Gewerbeseiten, wird ja nicht gehen :?

Und hoffentlich kommen hier noch mehr so tolle Ideen auf und es finden sich noch mehr Leute, die Interesse am Thema haben?

Lieben Gruß
Heinrich
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Re: Archaische Schalen?

Beitrag von abardo » 23.03.2016, 13:44

Hi,
hwolf hat geschrieben:Diese Längsrillen von der Bearbeitung würden genau ins Thema passen. Nur bin ich unsicher, ob und wenn wo ich soetwas in der passenden Größe finden kann. Meist sind die Dinger Eckig und ziemlich groß. Etwas in Rund oder Oval mit derselben Oberfläche wäre ideal! Ideen?
Mati kann dir vielleicht helfen, der macht ja tolle Steinschalen, siehe viewtopic.php?f=116&t=30969
hwolf hat geschrieben: Die Flussschale ist auch ein toller Tipp! Sowas kann ich mir schon für den Ginkgo vorstellen, es fehlt mir nur ein wenig die "Dramatik", wenn Du verstehst.
Such mal ein bisschen, die gibt es auch in "ganz dramatisch" ...
Grüße, Frank
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Re: Archaische Schalen?

Beitrag von Sanne » 23.03.2016, 16:08

Hallo Heinrich,

meinst Du so etwas in der Art? Siehe hier: http://www.bonsai-fachforum.de/viewtopi ... =9&t=35520

Gruß, Sanne

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Re: Archaische Schalen?

Beitrag von hwolf » 23.03.2016, 19:43

Moin,

vielen Dank für eure tollen Einfälle und freundlichen Antworten! *daumen_new*

Ah, Frank, nun hab ich die dramatischen gefunden! Aber um die 400€ oder sogar mehr für einen ausgeschliffenen Stein aus Massenfertigung? Da muss ich mal sehen, ob ich das will. Mati würde ich da viel lieber meine Taler in die Hand drücken, ich werde mal Kontakt aufnehmen. Es geht nichts über Handwerk und ehrlich motivierte Leute. Vielen Dank für den Tipp!
Auch ein schöner Hinweis, Sanne! Vielen Dank, an so etwas hatte ich noch nicht gedacht. Ich denke allerdings, dass eine Ruine für meinen Ficus ein zu starker Gegenspieler wäre. Es soll eigentlich um den Baum und seine Unterbepflanzung gehen und dann im Gesamtbild noch dieses Altertümliche, das ursprüngliche, das Urvolk mitschwingen. So, als hätte ein Maya-Häuptling zu viel Untertanen und vertriebe sich daher die Zeit mit Bonsai *z* :mrgreen:
Und eine kleinere Pyramide, die das Thema aufgreifen würde, aber nicht zu vordergründig stünde, kommt dann bestimmt schnell an Kitsch heran, um den es mir hier nicht geht. Ist ja ein Ficus und keine Azalee *ironie*

Eine Idee, die mir aber durch deinen Hinweis kommt, ist vielleicht eine Schale selbst zu machen, indem man Miniatur-Felsblöcke aus Gelbklinker schneidet, die schön handbehauen wirken lässt und dann eine Mauer zusammenklebt, die die Umrandung bildet. Das ganze auf eine Steinplatte mit Löchern und ordentlich bemoosen lassen. Man kann dann ja auch an einer Stelle die Mauer wie eingebrochen modellieren. Damit hätte man vielleicht den Ruinen-Flair ohne eine so mächtige Form, die dem Baum die Show stehlen könnte.... Hm, gibt es vielleicht weitere Gedanken dazu?

Auch würden mich weitere Hinweise, Ideen, Ansätze zu den oben erklärten Themen/Plänen interessieren!
Oder gibt es vielleicht Töpfer, die ich mir besonders ansehen sollte? Walter Venne scheint ein solcher zu sein, denn er macht eine Menge rustikales und Nanban. Bryan Albrights Nanban habe ich mir auch angesehen. Schön, aber nicht dramatisch genug. Ein paar angedeutete Muster oder Zeichen, die keiner kennt, ein Totemgesicht... sowas fehlt mir da. (Klinge ich grad sehr beknackt? *pillepalle* )

Vielleicht sogar weitere Ideen zum Urzeitmotiv für meinen Ginkgo?

Lieben Gruß!
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