Da hat der „Krebs“ einen Riss....

.... und Peter Krebs antwortet.
w.o.do
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Da hat der „Krebs“ einen Riss....

Beitrag von w.o.do »

Und siehe da, nach dem Winter hat der schöne Krebs einen Riss...
War es der böse Winter? Der Wurzelballen war es jedenfalls nicht.
Nun habe ich ja im Forum gelernt, Reparieren ist nicht möglich bzw. sinnvoll.
Was also tun? Aussortieren? Baum in der Schale lassen bis sie ganz bricht?
Jedenfalls schade, ein bisschen bricht da auch das Herz....
So, wollte nur mal meinen Kummer loswerden.
Schönen Frühling allerseits!
Beste Grüße
w.o.do
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HeikeV
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Re: Da hat der „Krebs“ einen Riss....

Beitrag von HeikeV »

Doch, die kann man reparieren. Der Riss kann mit Gold gefüllt werden.

Schau mal hier: http://tsugi.de/

Liebe Grüße
Heike
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VolkerM
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Re: Da hat der „Krebs“ einen Riss....

Beitrag von VolkerM »

Hallo w.o.do, das ist ja sehr schade um diese Schale.
Ich habe hier jedoch gelesen, dass es sehr wohl möglich ist, einen Riss in einer Schale zu reparieren (mit einigen Tipps, Tricks und auch Ansprechpartnern). Ob das dann sinnvoll ist, muss der Besitzer dann nur noch für sich entscheiden, wenn er die Kosten kennt.
Toi toi toi
Volker
Bis denne Volker

Ein fallender Baum macht mehr Lärm
als ein wachsender Wald.

Andreas Ludwig
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Re: Da hat der „Krebs“ einen Riss....

Beitrag von Andreas Ludwig »

Reparieren ist immer eine Frage der Aufrichtigkeit, denn neuwertig wird die Schale nie mehr sein, da müsstest du eine Kopie anfertigen lassen durch Peter. Wenn du etwas rumstöberst, wirst du Bilder wertvoller antiker Schalen finden, denen es erging wie deiner. Dann wurde der Riss ausgekittet (heute nimmt man dazu Epoxykleber) und manchmal auch noch mit einer Blattgoldauflage versehen (nicht mit Gold gefüllt, wie oben erwähnt, das ist Legende). Man zeigte also durchaus stolz, dass diese Schale trotz eines Schadens sorgfältig bewahrt wurde.
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baeumchen
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Re: Da hat der „Krebs“ einen Riss....

Beitrag von baeumchen »

eine hochwertige schale (oder andere geschätzte gegenstände) zu reparieren,
ist in japan eine selbstverständlichkeit.
nur muss man wissen, dass es nicht eine reparatur im sinne von "neuwertig machen" ist,
sondern eher eine wiederherstellung der funktionsfähigkeit.

im sinne eines speziell japanischen ästethik-verständnisses
wird in diesem zug mit kontrastierendem material ergänzt (im o.g. beispiel lack mit goldstaub auflage)
und somit die geschichte eines geschätzten gegenstandes dokumentiert.

es gibt auch hier im forum immer mal wieder beispiele bei denen auf verschiedenste techniken hin gewiesen wird,
ob das nun ein echtes gold-inlay ist, wie ein zahntechniker das macht, oder eine säuberst verarbeitete epoxy füllung,
oder die oben erwähnte traditionelle lack-technik aus japan, bleibt dem schalen besitzer zur entscheidung überlassen.

in dem von dir gezeigten fall würd ich mich angesichts der hochwertigen schale schon zu einer wiederherstellung entschließen,
zumal der riß in der gefäßwand ist und dem foto nach nicht auch noch durch den boden verläuft.

und vielleicht hat ja peter krebs als "erzeuger" eine eigene idee für solche fälle ???
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w.o.do
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Re: Da hat der „Krebs“ einen Riss....

Beitrag von w.o.do »

Hallo zusammen,

vielen Dank für Eure Hinweise!
Um sich für oder gegen eine Reparatur zu entscheiden, bleiben wohl zwei Fragen zu beantworten:
1. Wie hoch sind die Kosten und wie verhält sich der Reparaturaufwand zum "Wert" der Schale - wie auch immer der definiert ist (der emotionale Wert ist natürlich hoch!).
2. Wie belastbar ist die Reparaturstelle auf Dauer? Bleibt die Schale gebrauchsfähig und idealerweise winterfest? Oder denkt der Zahn der Zeit "na prima, da habe ich ja eine wunderbare Angriffsstelle, um weiter zu nagen und zu knabbern!" Hat in diesem Punkt vielleicht jemand Erfahrung?
Und, ja, wäre natürlich toll, wenn Peter Krebs sich zu diesen Fragen und seinen Erfahrungen äußern könnte.
in diesem Sinne noch einmal danke - und ich grüble weiter …
Beste Grüße

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baeumchen
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Re: Da hat der „Krebs“ einen Riss....

Beitrag von baeumchen »

zu 1.
kann ich keine aussage machen, hatte den extrem hochwertigen fall noch nicht, habs bisher selbst in die hand genommen

zu 2. ...
ich gehe mit solchen objekten immer behutsam um, bepflanze sie aber trotzdem
(sind bei mir 2 indoor-schalen, habe einfach schnöden acrylatkleber in den riss sickern lassen - hält )
je nach ausführungsqualität sollte so eine reparatur schon belastbar sein, je nachdem, wie du gewohnt bist zu arbeiten ....
hart absetzen oder bewusst dem frost aussetzen würde ich so ein teil aber nicht mehr
gruß + frohes gelingen
der frank aus stuttgart

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raga
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Re: Da hat der „Krebs“ einen Riss....

Beitrag von raga »

w.o.do hat geschrieben:
26.03.2019, 15:27
1. Wie hoch sind die Kosten und wie verhält sich der Reparaturaufwand zum "Wert" der Schale - wie auch immer der definiert ist (der emotionale Wert ist natürlich hoch!).
2. Wie belastbar ist die Reparaturstelle auf Dauer?
zu 1.: gering wenn du auf Edelmetall verzichtest
zu 2.: das hängt von der Art der Reparatur ab

Für eine unauffällige und langlebige Reparatur schlage ich dir folgende Vorgehensweise vor:

- Schale leeren und von innen und außen gut reinigen
- vollständig trocknen lassen (auch im Riss)
- auf der Innenseite des Risses "UHU Zweikomponetenkleber endfest" auftragen (dieser hat sich bewehrt denn er wird beim erwärmen dünnflüssig)
- den Riss mit einem Heißluftföhn erwärmen bis der Kleber anfängt auf der Außenseite auszutreten
- nach dem Aushärten auf der Außenseite überstehenden Kleber mit einer Scharfen Klinge vorsichtig entfernen

Viel Spaß beim werkeln.

Gruß Ralf
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w.o.do
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Re: Da hat der „Krebs“ einen Riss....

Beitrag von w.o.do »

Hallo Ralf,

das ist doch mal eine Arbeitsanleitung! Die verstehe sogar ich! Danke! Eine schöne Beschäftigung für die nächste Regenzeit, die kommt ja bestimmt.
Das heißt nicht, dass ich den °japanischen° Ansatz von Frank aus Stuttgart nicht auch grundsätzlich interessant finde, bestimmt stilechter, aber vielleicht doch eher für Indoor-Keramik.

Würde mich gleichwohl freuen, wenn Peter Krebs aus seinem großen Erfahrungsschatz gelegentlich noch etwas zum Thema beitragen könnte. (Hat er bestimmt schon irgendwo in den Tiefen des Forums.)

Frohes Schaffen allerseits!

Gruß Werner

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reipet
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Re: Da hat der „Krebs“ einen Riss....

Beitrag von reipet »

Hallo zusammen,

also zum einen ist es keine "Legende", ich habe persönlich schon antike Schalen gesehen die mit GOLD repariert worden sind.
Würde bei deiner abgebildeten Schalen wahrscheinlich nicht in Frage kommen.

Dann muß man Unterscheiden ob die zu reparierende Schale im Innenbereich (Indoor) oder im Aussenbereich(Outdoor) wieder Verwendung findet.

Bei deinem Schaden würde ein Zweikomponetenkleber zwar den Riss eventuell verschließen aber der Glasurschaden würde sichtbar bleiben.
Deshalb sollte der Riss etwas von der Kintsugi-technik profitieren.

Durch diese Technik entstehen atemberaubende Kunstwerke, denen man ansieht, dass sie einmal zerbrochen waren, die nun aber durch die goldgefüllten Risse eine ganz eigene und vor allem einzigartige Schönheit erhalten haben. Hier wird nicht so lange ein Makel kosmetisch behandelt, bis er unsichtbar ist, sondern im Gegenteil wird gerade der vermeintliche Makel hervorgehoben und im wahrsten Sinne des Wortes vergoldet.

Die Vollkommenheit der Unvollkommenheit .

In diesem Sinne
Reinhold

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raga
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Re: Da hat der „Krebs“ einen Riss....

Beitrag von raga »

Mein Ansatz ist eher pragmatischer Natur.
Die Schale erhält ihre Stabilität zurück.
Wenn alles klappt ist der Riss weniger deutlich aber immer noch sichtbar.

Wenns dennoch edel aussehen soll hilft im Anschluss ein sehr feiner Pinsel, goldener Nagellack und eine sehr sehr ruhige Hand ;) .
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reipet
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Re: Da hat der „Krebs“ einen Riss....

Beitrag von reipet »

Tja ,dann......

Andreas Ludwig
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Re: Da hat der „Krebs“ einen Riss....

Beitrag von Andreas Ludwig »

reipet – ich denke, du redest von kintsugi. Da musst du dich vielleicht noch mal informieren drüber.
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w.o.do
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Re: Da hat der „Krebs“ einen Riss....

Beitrag von w.o.do »

vorläufiges Ergebnis und Siegerehrung: offen....
Die Meinungen und Erfahrungen scheinen auseinander zu gehen.
Um so mehr bin ich gespannt, ob Peter Krebs sich gelegentlich dazu äußern wird; schließlich gebieten m. E. der Respekt vor dem Künstler und seinem Werk, wenn möglich auch seine Meinung zu kennen und in Betracht zu ziehen.

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Sigrid
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Re: Da hat der „Krebs“ einen Riss....

Beitrag von Sigrid »

w.o.do hat geschrieben:
27.03.2019, 10:27
Um so mehr bin ich gespannt, ob Peter Krebs sich gelegentlich dazu äußern wird; schließlich gebieten m. E. der Respekt vor dem Künstler und seinem Werk, wenn möglich auch seine Meinung zu kennen und in Betracht zu ziehen.
Naja, die Meinung von Peter Krebs zu Fragen der Schalenreparatur, sei es mit echtem Gold oder anderen Stoffen, mit Blattgoldauflage oder auf ganz andere Weise, ist ja hier im Forum durchaus schon zu finden. Man muss nur ein bisschen zurückblättern oder die Suchfunktion betätigen.

Schau doch zum Beispiel mal diese früheren Threads an, da findest du einige gute Tipps und auch Stellungnahmen von Peter Krebs.
viewtopic.php?f=38&t=27507
viewtopic.php?f=38&t=26370
Auch auf seiner Homepage gibt es Artikel zu dem Thema. Da wird aber gerade umgebaut bzw. neu aufgebaut. Es kann sein, dass da noch nicht alles wieder komplett ist...
think pink

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