Mugo weiß noch nicht was sie werden will

Der richtige Ort Bonsai (Baum in Schale mit gewisser Reife) vorzustellen und zu präsentieren. Der Threadersteller möge bitte im Eröffnungsthread darauf hinweisen wenn allgemeine Kommentare unerwünscht sind. Andernfalls stellt sicher, dass ihr etwaige fachliche Kritik durch die "DREI SIEBE" gesiebt habt!
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Moya
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Mugo weiß noch nicht was sie werden will

Beitrag von Moya » 10.03.2019, 11:00

Moinsen zämme,

seit nunmehr 5 Jahren befindet sich die heute ca. 56 Jahre alte Mugo nun bei mir.
Sie stammt aus einer Sammlungsauflösung und wurde vom Vorbesitzer nach Ausgraben in den Alpen Jahrzehntelang gepflegt.
Die Bilder 0 bis 1 stammen aus seiner Feder.

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Das erste Jahr habe ich ausser der Kiefern-Grundpflege nichts am Baum gemacht, wollte ich mir zunächst klar werden, wo die Reise hingeht.
Das Potential ist unstrittig da, nur wie mit dem 'Ofenrohr' umgehen wusste ich noch nicht.
Dass sie aber zunächst ganz dringend umgetopft werden muss, war hingegen eindeutig - die Mugo stand schon sehr lange in der Schale.
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Als ich den Baum mit einiger Mühe aus der Schale gehebelt habe, schaute ich auf einen total verfilzten und verdichteten Wurzelballen - der Eingriff musste entgegen meinen Wünschen massiv werden, denn eine Wasseraufnahme in die inneren Bereiche war mittlerweile unmöglich.
Also Augen zu und durch .... auch wenn der Bauch weh tat.

Was soll ich sagen, sie Kiefer hat es bestens überstanden, geradezu als würde sie endlich wiedef tief Luft holen können und hat getrieben wie wahnsinnig.
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Ich habe in den folgenden 1.5 Jahren ausser Giessen und Düngen nichts weiter getan, schliesslich hat die Mugo beim Umtopfen fast 2/3 des Filzballens verloren.
Getopft habe ich sie in sehr grobes Substrat - Mischung aus Akadama, Fibotherm, Bims, Lava und Kiryu.

Nach der Ruhezeit erfolgten dann moderate Maßnahmen zum Verfeinern der Feinverzweigung bis ich sie dann 2018 radikal verändert habe, da mir der Baum insgesamt zu breit und unproportioniert ers hien.
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Was allerdings mit dem Ofenrohr zu tun war, wusste ich immer noch nicht genau. Genaugenommen stand ich vor 2 Möglichkeiten .... den oberen Teil abschneiden oder das Rohr in die Gestaltung einbauen und so gut es geht durch Wahl einer geeigneten Ansichtsseite kaschieren.

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Jo .. ein Möglichkeit ... toll ist sie nicht so ... vielleicht kippen und mit dem tellerförmigen 1. Ast eine Halbkaskade ....
Die Idee gefiel mir .... bis .... ich gestern in der Pflegeschule, die ich seit 3 Jahren regelmäßig besuche eine erste vorbereitende Umtopfung vornehmen wollte.

Das obligatorische Davorbild:
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Die fürs Umtopfen eigentlich vorgesehene Schale löste Bedenken aus .... zu groß meinte Rainer, da bekomm ich Probleme mit dem Abtrocknen und hernach zu nassen und kalten 'Füssen' bei ser Kiefer.

Was tun sprach Zeus .... doch wieder in die hässliche runde Schale .... nein, bloss das nicht.

Wir überlegten hin und her ... auf einmal rückte die freigewordene Steinplatte in den Focus, auf der zuvor mein Rotbuchenmehrfachstamm stand ... hmm hier erhöhen, da und dort etwas kippen das ginge ... also ab ans Werk.

Doch halt .... wir brauchen dafür Keto ... viel Keto ... viel mehr als ich dabei hatte.
Sakra..... :evil:

Ähm ja ... wir sind im Alb- Vorland .... unser Boden besteht praktisch aus Bepp ... man könnts doch damit versuchen ...
Gesagt getan, ab in die Natur, nen Eimer Bepp geholt, diesen mit viel Sphagnum und ordentlich Akadama und Wasser vermengt ... fertig der 'Keto' Marke Schwabenländle. Passt. :lol: Vielleicht sollte ich nen Handel mit 'Schwabenbäpp' aufmachen. *lach*

Danach fühlten wir uns wie die Kinder in der Suhle .... :lol:

Das Endergebnis aber ist nur klasse .... es fehlt noch das Beipflänzchen in der Schale, welches den Hochgebirgscharakter unterstreicht und die Moosbegrünung. Aber der Anfang ist gemacht:
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Nachdem ich heute zum Moos sammeln gekommen bin, hier die Mugo mit Moos:
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Viele Grüße,
    Moya

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Re: Mugo weiß noch nicht was sie werden will

Beitrag von Moya » 15.03.2019, 06:14

Moinsen zämme,

schade dass mrin Bäumchen so gar niemanden interessiert .... :(
Andere Meinungen wären schon von grossem Interesse für mich um meinen Baum noch ne Stufe weiter zu bringen. *schulter zuck*
Viele Grüße,
    Moya

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Re: Mugo weiß noch nicht was sie werden will

Beitrag von migo » 15.03.2019, 07:55

Moin Moin,

da ich bestimmt nicht zu denen gehöre, die Spezialisten in Sachen Potentialerkennung und deren Umsetzung sind und eine Gestaltung aus einem Yamadori sowieso immer schwierig ist, kann ich jetzt bestimmt keine hilfreichen Tipps abgeben. Ich kann mich nur an das halten, was mir mein Auge und mein Bauchgefühl sagen.

Zunächst finde ich die neue Ansicht von der Silhouette her gesehen schon sehr ansprechend. Was mich allerdings dabei stört, ist diese "Brücke" zwischen Haupt- u. Nebenstamm. Ich kann auch beim besten Willen nicht erkennen, zu welchem Teil des Baumes dieser Astbereich gehört.

Ach ja, noch was - Du sprichst ein paar mal von einem "Ofenrohr". Da musste ich erst mal überlegen - ist damit der halbrunde Abschnitt des Hauptstamms gemeint?
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Tschüüss, Michael

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Re: Mugo weiß noch nicht was sie werden will

Beitrag von Moya » 15.03.2019, 10:01

Moinsen zämme,

ja das Ofenrohr ist dieser halbrunde Schwung.
Diese Brücke wie Du sie bezeichnest ist ein weiterer Ast.

Ich versuche morgen mal bessere Bider tu machen wenn das Wetter angenehmer ist.
Viele Grüße,
    Moya

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Re: Mugo weiß noch nicht was sie werden will

Beitrag von Bonsai-Fips » 15.03.2019, 11:42

Hallo Moya

Eine kleine Vorwarnung: Ich komme aus der "Laubbaumecke" :lol: , dennoch ein paar spontane Gedanken zu Deinem in die Jahre gekommenen Baum:
- Mir gefielen die Äste ganz leicht sichelförmig besser (schwarz). Jetzt wirken einige Äste vom Bild her etwas bogenförmig. Hätte auch den Vorteil, dass man den Jin rechts aussen viel besser sehen könnte.
- Mir geht es wie Michael zuvor, ich kann den Astverlauf nicht sicher erkennen, deshalb nur grob:
Mir gefiele es besser, wenn Baum und Kaskadenast etwas visuell getrennt wären; der Baum wäre klarer. Habe mal (mit weiss) abgetrennt.
- Eventuell ist der Kaskadenast etwas gar lang und kräftig im Vergleich zum doch feinen Baum. Habe einmal willkürlich eingekürzt (weiss)
- Die Platte finde ich eine tolle Idee. Da habe ich die Assoziation von einem Felsvorsprung im Gebirge - der ist aber karg. Der jetzige Hügel wirkt etwas gar üppig/aufgeblasen. Vielleicht wäre die (orange) eingezeichnete Form passender.

Im Anhang noch eine Fingermalskizze verbunden mit Grüssen, Fips
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Re: Mugo weiß noch nicht was sie werden will

Beitrag von Moya » 15.03.2019, 14:22

Moinsen zämme,

Fips dass der Baum zu üppig ist, da hast Du vollkommen Recht.
Auch dass der Hügel etwas hoch ist.

Aber der Baum sitzt erst seit letzter Woche auf dem Tablett. Er muss sich erst eingewöhnen ... auch der Wurzelballen muss das.

Daher üppiges Grün, denn er braucht die Kraft und grösserer Hügel, damit der Eingriff in die Wurzeln nicht so arg ist.
Nächstes Jahr wird das Ganze flacher und wenn er sich dieses Jahr gut etabliert, wird im Herbst gelichtet.

Und Laubbaumspezerl bin ich auch. Ich habe nur wenig Nadler. :-)
Viele Grüße,
    Moya

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