Koreanische Hainbuche - mit Blütenknospen?

Der richtige Ort Bonsai (Baum in Schale mit gewisser Reife) vorzustellen und zu präsentieren. Der Threadersteller möge bitte im Eröffnungsthread darauf hinweisen wenn allgemeine Kommentare unerwünscht sind. Andernfalls stellt sicher, dass ihr etwaige fachliche Kritik durch die "DREI SIEBE" gesiebt habt!
Antworten
Benutzeravatar
Heike_vG
Beiträge: 22203
Registriert: 04.09.2005, 20:30
Wohnort: Norddeutschland
Kontaktdaten:

Koreanische Hainbuche - mit Blütenknospen?

Beitrag von Heike_vG » 22.01.2009, 13:15

Hallo, Ihr Lieben,

eigentlich wollte ich erst einmal keine neuen Bäume kaufen, aber nun bin ich meinen Vorsätzen doch untreu geworden.
Schon länger hatte ich mir eine koreanische Hainbuche mit schöner Herbstfärbung gewünscht, zumal meine kleine mich in der Hinsicht ja schon zum zweiten Mal enttäuscht hat.

Da die Importbäume ja aller Wahrscheinlichkeit nach in nächster Zeit rarer und teurer werden dürften, habe ich der Versuchung nachgegeben und mir aus Münster-Ascheberg dieses Exemplar schicken lassen, das auf den Shop-Fotos schon eine schöne rote Herbstfärbung bewiesen hat.
Es soll 30 Jahre alt sein, ist 45 cm hoch, gut 10 cm dicker Stamm, 17 cm Nebari-Ausdehnung.
In der Spitze ist eine relativ große Schnittstelle, die aber von vorne kaum zu sehen ist und sicherlich in den nächsten Jahren unauffälliger bzw. z.T. zuwachsen wird. Ohne den Makel dieser Schnittstelle wäre der Baum sicherlich doppelt so teuer und für mich nicht erschwinglich gewesen, daher habe ich meinen Frieden damit.

Heute habe ich schon ein wenig an dem Baum gearbeitet, etwas Wildwuchs beschnitten, abgestorbene Teile und einen hässlichen Ast unten rechts oberhalb des Hauptastes entfernt. Auch der Befestigungsdraht, der über das Nebari lief, war nicht mehr notwendig.
Nun steht der Baum im frostfreien Gewächshaus.
Über eine neue Schale wird auch schon nachgedacht. Eine Anregung hatte ich mir von der Tokoname-Seite schon geholt, etwa in die Richtung könnte es gehen.

Wie gefällt Euch der Baum?
Die dicken, fast herzförmigen Knospen am ersten Ast beschäftigen mich. Sie sehen gar nicht so aus wie die normalen Blattknospen, die eher rund und winzig klein sind. Könnte es sein, dass es Blütenknospen sind? Hainbuchen haben ja so charakteristische hängende, grüne Blütenstände, aber an Bonsai kann ich mich nicht erinnern, schon welche gesehen zu haben.

Liebe Grüße,

Heike
Dateianhänge
DSCF3924k.jpg
DSCF3924k.jpg (67.98 KiB) 10461 mal betrachtet
DSCF3921k.jpg
DSCF3921k.jpg (61.54 KiB) 10470 mal betrachtet
DSCF3912k.jpg
DSCF3912k.jpg (62.81 KiB) 10472 mal betrachtet
DSCF3910k.jpg
DSCF3910k.jpg (63.07 KiB) 10484 mal betrachtet
DSCF3909k.jpg
DSCF3909k.jpg (63.02 KiB) 10488 mal betrachtet
DSCF3918k.jpg
DSCF3918k.jpg (54.48 KiB) 10496 mal betrachtet
DSCF3917k.jpg
DSCF3917k.jpg (64.87 KiB) 10503 mal betrachtet
DSCF3920k.jpg
DSCF3920k.jpg (60.34 KiB) 10497 mal betrachtet
DSCF3908k.jpg
DSCF3908k.jpg (64.68 KiB) 10498 mal betrachtet
Schale_toko_blau_getupft_eckig_k.jpg
Tokoname-Schale von tokoname.or.jp/bonsai/
Schale_toko_blau_getupft_eckig_k.jpg (44.07 KiB) 10453 mal betrachtet
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...

AK Hamburg & Umland

Benutzeravatar
Martin_S
Beiträge: 11342
Registriert: 05.01.2004, 20:26
Wohnort: Linker Niederrhein, da wo et geil is'

Beitrag von Martin_S » 22.01.2009, 13:33

das du da schwach geworden bist kann ich nachvollziehen. So'ne "Korea Buche" ist auch etwas Schönes!
Viel Spaß damit!
M
PS.: die Schale aus dem Shop ist hübsch, aber für die Babys ziehe ich(!) unglasierte, ovale Schalen vor. Oder(!) man pflanzt sie auf eine Steinplatte. Das zumindest habe ich diese Frühjar mit meiner vor.
Beste Grüße
Martin

Je suis Charlie!

Benutzeravatar
Carmen_G.
Beiträge: 1550
Registriert: 10.04.2007, 12:13
Wohnort: bei Regensburg

Beitrag von Carmen_G. » 22.01.2009, 13:38

Hallo Heike,

das mit dem "eigentlich..." kenne ich auch. *schmunzel*
Aber so ab und zu darf man sich schon mal was gönnen. Vor allem wenn man so einen Klasse Baum vor der Nase hat.
Da hast Du mal wieder sehr guten Geschmack bewiesen, die würde mir auch gefallen. *daumen_new*

Nach Deinen ersten Maßnahmen kommt der Baum gleich noch besser zur Geltung. Die Schnittstelle würde mich jetzt auch nicht stören, da kann man daran arbeiten und bald siehst Du davon Nichts mehr.
Planst Du jetzt in diesem Frühjahr im oberen Bereich noch ein paar Äste zu entfernen? Da wirkt es zumindest auf dem Foto so, daß da im Verhältnis zum mittleren Teil noch zu viele und zu kräftige Äste stehen.
Nachdem diese Buchen ja auch apikal - dominant wachsen würde ich da noch ein paar entfernen um den mittleren Ästen eine bessere Chance zu geben.
Natürlich könnte auch sein, daß Du die Äste um die Schnittstelle zur besseren Kallusbildung noch erhalten möchtest, aber paß auf, daß Dir die Stelle dann nicht zu knubbelig wird.

Zu den herzförmigen Knospen kann ich Dir leider nichts sagen.

Auf alle Fälle wünsche ich Dir sehr viel Spaß mit Deiner tollen Neuanschaffung und im Herbst eine traumhafte Färbung.

viele liebe Grüße
Carmen
Liebe Grüße
Carmen

Berndbonsai
Beiträge: 849
Registriert: 05.04.2007, 15:11
Wohnort: zwischen Neckar und Alb

Koreanische Hainbuche - mit Blütenknospen?

Beitrag von Berndbonsai » 22.01.2009, 14:34

Hallo Heike
Mir ist zwar klar, dass ich nicht in der Position bin Dir Tipps zu geben, aber ich hatte mir überlegt ausgehend von einem Foto von der Seite ob es nicht für die Verjüngung besser wäre evtl an der blauen Linie zu schneiden bzw die Schnittstelle wie bei der roten Linie auszuarbeiten. Ich habe mir vorgestellt, dass dann die Verjüngung vor allem auf dem Foto 3921 besser aussieht. Ganz eigentlich würde mich interessieren, warum Du das nicht gemacht hast, denn ich glaube dafür gibts nen Grund den ich nicht sehen.
Gruß Bernd
Dateianhänge
HeikesBuche.jpg
HeikesBuche.jpg (39.57 KiB) 10367 mal betrachtet
"ERWEITERN SIE IHRE INTERESSEN! Es gibt mehr auf dieser Welt als Fußball, Pornoseiten und Bonsaipflege!" Dieter Nuhr in: Der ultimative Ratgeber für Alles

Benutzeravatar
Peter L
Beiträge: 1086
Registriert: 27.09.2006, 14:06
Wohnort: Norddeutschland

Beitrag von Peter L » 22.01.2009, 14:42

Moin, moin Heike

Deine Hainbuche schaut gut aus, Glückwunsch.

Nach einer koreanischen Hainbuche hatte ich mich in der letzten Zeit auch umgesehen und bin auch letzte Woche fündig geworden.
Die großen Schnittstellen sind bei allen Bäumen ein Problem. Die einen sind besser behandelt und bei anderen müssen wir mehr an der Schnittstelle machen. Wie Du schon sagst, am Preis merken wir es, wie der Baum kultiviert wurde.

Für die Schalenwahl hat Walter Pall auch sehr gute Beispiele in seinem Blog, aber ich bin mir auch nicht ganz sicher, welche ich nehmen werde.

LG Peter

Lutz Marx
Beiträge: 838
Registriert: 15.12.2007, 17:39
Wohnort: Altdorf bei Nürnberg

Beitrag von Lutz Marx » 22.01.2009, 15:27

liebe heike,

schönes bäumchen, gefällt mir auch gut. was die schalenwahl anbelangt, würde ich wie martin stark zu einer ovalen form tendieren. glasiert find ich o.k., ich würde aber bei der farbe her noch dezenter bleiben. mal gucken, vielleicht find ich irgendwo ein beispielbild für sowas, was ich im kopf habe. viel freude mit der kleinen hübschen wünsch ich dir,

herzliche grüße, lutz

Benutzeravatar
Heike_vG
Beiträge: 22203
Registriert: 04.09.2005, 20:30
Wohnort: Norddeutschland
Kontaktdaten:

Beitrag von Heike_vG » 22.01.2009, 15:46

Hallo, Ihr Lieben,

vielen Dank für die zahlreichen Antworten!
Schön, dass der Baum vielen schon mal gefällt. :wink:

Carmen, vorläufig lasse ich die Äste im oberen Bereich dran, da etliche davon schön um die Schnittstelle herum wachsen und diese schließen helfen werden.
Wenn man den Baum dreidimensional vor sich hat, wirkt es auch gar nicht so voll wie auf dem zweidimensionalen Foto. :wink:
Auch möchte ich den Baum in dieser Saison erst einmal kennen lernen und mal sehen, wie gut ich die unteren Äste auch so in Gange bekomme.

Bernd, aus meiner Sicht spricht wenig dafür, die Schnittstelle so sehr zu vergrößern. Zum einen würde ich dann praktisch alle Rückseitenäste mit wegschneiden müssen und hätte eine dreimal so große Wunde, die noch viel länger zum Verwachsen bräuchte.
Dann würde der Stamm auch noch platt statt rund, wie er jetzt ist. Die Verjüngung ist auch so schon nicht schlecht und im Laufe der Jahre werden die Linien noch weicher.

Peter, das ist ja schön, dass Du auch eine neue Hainbuche hast! Magst Du die nicht auch mal zeigen?

Lutz, über ovale Schalen habe ich natürlich auch schon nachgedacht, bei einem schlankeren Baum wäre ich sicher auch dafür. Aber ich persönlich habe viele schöne Bilder von frei aufrechten Hainbuchen-Solitären im Kopf, die in bläulich glasierten, modifiziert rechteckigen Schalen großartig zur Geltung kamen. :wink:

Vorhin habe ich eine Mail zum Bonsai-Zentrum Münsterland geschickt, in der ich darum gebeten habe, dass ich die Shop-Fotos hier zeigen darf. Denn gerade die Herbstfärbung ist doch sehenswert. Wenn ich die Erlaubnis bekomme, stelle ich hier noch Bilder ein.

Liebe Grüße,

Heike
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...

AK Hamburg & Umland

Benutzeravatar
achim73
Moderator
Beiträge: 9565
Registriert: 30.07.2006, 00:53
Wohnort: bochum
Kontaktdaten:

Beitrag von achim73 » 22.01.2009, 17:07

hallo heike,
schöner neuzugang... :) ich hab mir auch die tage aus denselben überlegungen einen kleinen deshojo gegönnt.

sowas wie die gezeigte schale fände ich persönlich schön, rein unglasiert wäre mir wahrscheinlich etwas zu brav.

was würdest deu von etwas gewagterem halten, z.b
Bild
Gruss, Achim
"Der kürzeste Weg zum Glück ist der Weg in den Garten"
chinesische Weisheit

Benutzeravatar
Bernd Schreiner
Beiträge: 1272
Registriert: 24.02.2005, 10:19
Wohnort: troisdorf

Beitrag von Bernd Schreiner » 22.01.2009, 17:09

Hallo Heike,
Deine neue Buche gefällt mir auch sehr gut, der wird unter Deiner Pflege mal ein wunderschöner Baum.
Obwohl ich mit koreanischen Hainbuchen keine Erfahrungen habe, möchte ich Carmen recht geben. Wenn man Dein zweitletztes Bild als Ansichtsseite nimmt, sind rechts unter der Schnittstelle einige Triebe zuviel.
Die könnten einen unschönen Wulst bilden (warum sollte es bei korea. Hainbuchen anders sein, als bei einheimischen).
Der neue Kronenast, der nach links weggeht, wird soviel "Zug" entwickeln, dass die Schnittstelle gleichmässiger zuwachst. Der Heilungsprozess dauert vielleicht etwas länger, wird aber wesentlich besser sein.

Liebe Grüsse, Bernd
Sage nicht immer, was Du weißt, aber wisse immer, was Du sagst.
Matthias Claudius

Eva Warthemann
Beiträge: 3378
Registriert: 11.01.2004, 18:10
Wohnort: Kleinstadt in Sachsen/Anhalt
Kontaktdaten:

Beitrag von Eva Warthemann » 22.01.2009, 17:37

Hallo Heike!
Also bei dieser Hainbuche wäre ich auch schwach geworden.
Ich freue mich schon auf Bilder mit Belaubung.
Ja, falls das wirklich Blütenknospensein sollten, dann bitte auch Fotos davon.
Liebe Grüße
Eva Warthemann

Benutzeravatar
Mac Best
Beiträge: 1087
Registriert: 27.06.2008, 15:49
Wohnort: Brandenburg a.d.H.

Beitrag von Mac Best » 22.01.2009, 17:53

Also ich finde die Schale durchaus passend, hab da auch ähnliche Bilder mit eckigen, so glasierten Schalen im Kopf. Toller Baum...
Sich von Konsumgeilheit und Medialer Dauerbeschallung verführen zu lassen, liegt in den eigenen Händen, wer mitmacht, PECH GEHABT !!!

Benutzeravatar
Herbert A
Beiträge: 1857
Registriert: 07.01.2004, 10:00
Wohnort: SalzburgerLand
Kontaktdaten:

Beitrag von Herbert A » 22.01.2009, 20:32

Servus Heike,

in meinem Garten stehen schon seit einiger Zeit ein paar Koreanische Hainbuchen.

Die Knospen an deinem Baum sind Blattknospen. Die Koreanische Hainbuche bildet an den Astspitzen große Knospen aus. Ein Zeichen dass sie sehr apikaldominant ist.

Koreanische Hainbuchen sind aufgrund ihrer starken Apikaldominanz auch etwas faul beim austreiben der dahinter liegenden Knospen. Deshalb immer schön zurückschneiden. Bei meinen Bäumen schneide ich im September bereits die Zweige zurück und damit auch die Spitzenknopsen weg.

Die K. Hainbuche ist sehr pflegeleicht. Ich beobachte allerdings bei meinen Bäumen dass die Blätter im Juli/August nach einer Regenperiode manchmal schwarz werden. Ich nehme an dass sich durch die Feuchtigkeit ein Pilz einnistet. Bevorzugt tritt der Pilz an Bäumen auf die sehr dicht belaubt sind. Es genügt allerdings den Baum dann scharf auszulichten. Pilzmittel habe ich deshalb noch keines gesprüht.

Wenn Du die Rinde des Baumes mit einer Zahnbürste und Wasser ein bissl säuberst, wird die Rinde schön hell. Die grüne Farbe sind Algen.

Ciao und viel Freude mit dem Baum

Herbert A
Schön dass es dieses Forum gibt.

Lutz Marx
Beiträge: 838
Registriert: 15.12.2007, 17:39
Wohnort: Altdorf bei Nürnberg

Beitrag von Lutz Marx » 22.01.2009, 20:50

liebe heike,

folgende schalen könnte ich mir in etwa für deine hainbuche vorstellen, wobei die höhe und die form relativ ist,

gruß, lutz
Dateianhänge
a_Schale004_1.jpg
a_Schale004_1.jpg (13.29 KiB) 10043 mal betrachtet
Schale359.jpg
Schale359.jpg (13.7 KiB) 10049 mal betrachtet
Schale239.jpg
Schale239.jpg (13.65 KiB) 10051 mal betrachtet

marius
Beiträge: 1598
Registriert: 09.10.2006, 23:01

Beitrag von marius » 22.01.2009, 21:20

zitat heike: "eigentlich wollte ich erst einmal keine neuen Bäume kaufen, aber nun bin ich meinen Vorsätzen doch untreu geworden. "

ja, das dürfte hier jeder kennen, dieses gefühl. hatte ich neulich auch mal wieder. ganz fürchterliches gefühl. :wink:

naja, egal.

für mich kein ganz einfacher baum, obwohl er durchaus zu gefallen weiß. schade ist eben nur, daß der baum im mittleren bereich noch nicht die astdichte aufweist, wie im oberen bereich.

und darauf wird wohl dann auch das hauptaugenmerk der gestaltung liegen. (vielleicht oben noch mehr auslichten? :gruebel:)

schalenmäßig würde ich farblich zu der von achim gezeigten schale tendieren. allerdings in einer anderen machart. was eckig, römisches vielleicht. :wink:

gruß marius

Benutzeravatar
BonsaiFanHitdorf
Beiträge: 1287
Registriert: 02.02.2008, 13:19
Wohnort: stadt ohne licht
Kontaktdaten:

Beitrag von BonsaiFanHitdorf » 22.01.2009, 21:23

der ist schön :)
gefällt mir richtig gut, hast du ne richtig gute wahl getroffen heike
die schnittstelle ist auch iO
lG Marcel ;)

Der zentralste Fehler von Verschwörungstheorien jeder Couleur ist, dass man am Ende der einzigste ist, der sich nicht verschwört.

Antworten