Naturalistische Eiche

Der richtige Ort Bonsai (Baum in Schale mit gewisser Reife) vorzustellen und zu präsentieren. Der Threadersteller möge bitte im Eröffnungsthread darauf hinweisen wenn allgemeine Kommentare unerwünscht sind. Andernfalls stellt sicher, dass ihr etwaige fachliche Kritik durch die "DREI SIEBE" gesiebt habt!
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Walter Pall
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Re: Naturalistische Eiche

Beitrag von Walter Pall »

Roy,

die Wunden am Stamm und auf dem Ast werden wohl nicht verbunden. Da ist ein ganz wichtige Saftbahn dazwischen. Aber die Löcher können ordentlich ausgehöhlt werden und das sieht auch gut aus.
Zuletzt geändert von Walter Pall am 25.02.2010, 17:42, insgesamt 1-mal geändert.

RoyF.
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Re: Naturalistische Eiche

Beitrag von RoyF. »

Hätte bestimmt gut ausgesehen, aber da mach ich das halt getrennt. Ist ja mindestens genau so naturlich. Wenn das irgendwann mal ausgehöhlt wird, muss man sich da Sorgen machen, wenn sich Wasser darin sammelt??

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Walter Pall
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Re: Naturalistische Eiche

Beitrag von Walter Pall »

Roy,

meine Aushöhlungen, von denen ich etwa 100 habe, beweisen, dass es völlig egal ist, wenn das tote Holz fault. Das Wasser bewirkt, dass das tote Holz rascher fault. Das kann aus künstlerischer Sicht ein Vorteil sein. Wenn Du das verhindern willst, dann benutze Holzhärter. Die Geschichte mit dem Wasser und Totholz ist ein Bonsaimythos. Wenn Totholz fault, dann wird das lebende Holz NICHT angesteckt. Googlt doch einfach 'Compartmetalization ' und 'Dr. Shigo'.

RoyF.
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Re: Naturalistische Eiche

Beitrag von RoyF. »

Vielen Dank Walter! Wenn da nichts passiert wird ja dann auch eine Pflege mit Biotreecleaner genügen oder einfach nur so lassen ist denk ich auch gut. Ich hab da gleich mal nachgeschaut, was dieser Dr. Alex Shigo gemacht hat. Das ist auf jedenfall hochinteressant. Das sind halt solche Details, die man noch brauch. Auch wenn viele gegen solche Methoden sind. Ich denke mit Hilfe von solchem Wissen hat man gerade in der Bonsaigestaltung entscheidende Vorteile. Jedenfalls sehr hilfreich. Dankeschön!

Mfg roy

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Martin Sch.
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Re: Naturalistische Eiche

Beitrag von Martin Sch. »

Walter Pall hat geschrieben: dann benutze Holzhärter.
Walter, was verstehst du unter Holzhärter genau ?
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Walter Pall
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Re: Naturalistische Eiche

Beitrag von Walter Pall »

Holzhärter,

das ist ein Produkt, das u.a. bei mir zu haben ist. Die toten Holzpartien, die erhalten werden sollen, werden mehrfach mit Holzhärter eingepinselt. Das ist Azeton in dem Plastik, wie z.B. Epoxy gelöst ist. Die Flüssigkeit geht in die toten Holzzellen. Der Azeton verdunstet und das Plastik bleibt in den Zellen. Irgendwann hat man das Holz plastifiziert und es bleibt stabil. Das funktioniert bei Nadel- und Laubbäumen, auch bei zerbröselndem oder verfaulendem Totholz. Die Bäume leiden nicht.
Zuletzt geändert von Walter Pall am 25.02.2010, 17:43, insgesamt 1-mal geändert.

Yami
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Re: Naturalistische Eiche

Beitrag von Yami »

Hallo,
dann bist du eigenlich der Dr. von Hagens des Bonsai - find ich gut! :D Die Plastination von Körpern funktioniert genau so.
Wann wird es die ersten "Baum-Welten" zu sehen geben?
Martin
Frühlingstage am 06./07.04.13 - bringt eure Bäume mit!
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holgerb
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Re: Naturalistische Eiche

Beitrag von holgerb »

Yami hat geschrieben:Hallo,
dann bist du eigenlich der Dr. von Hagens des Bonsai - find ich gut! :D Die Plastination von Körpern funktioniert genau so.
Wann wird es die ersten "Baum-Welten" zu sehen geben?
Martin
Schlag mich,

aber ich habe haargenau das selbe gedacht.......

Eine Baumwelten-Ausstellung wäre äusserst spannend. Wir haben uns die Körperwelten angeschaut und waren sehr beeindruckt und fasziniert vom menschlichen Körper.
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Walter Pall
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Re: Naturalistische Eiche

Beitrag von Walter Pall »

Mit dieser neuen Methode erübrigt sich auch die Diskussion 'dürfen/sollen Laubbäume totes Holz haben?'. Der einzige sinnvolle Grund für die Ablehnung war bisher, dass das tote Holz nur kurze Zeit hält und rasch wegfault. Man kann es nun zu einem beliebigen Zeitpunkt festhalten. Es ist also alleine die Entscheidung des Künstlers.

Yami
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Re: Naturalistische Eiche

Beitrag von Yami »

Holger,
Gunter von Hagens hat in Heidelberg als Anatom gewirkt und die Technik der Plastination in Heidelberg entdeckt. Wir haben hier viel an seinen Exponaten in der Anatomie gelernt.
Natürlich ist er nicht unumstritten, aber so ist das immer mit Menschen, die ihrer Zeit voraus sind.

Baumwelten - Körperwelten. Das hätte doch was :) . Kunst des Lebendingen und Ex-Lebendigen.

Da muss sich Walter nur noch einen Anatomen-Hut zulegen. :P

Warum sollte es an Bäumen auch kein totes Holz geben. In den Bergen stehen Bäume die sind mehrere hundert Jahre alt mit riesigen Wunden und Verletzungen und sind sehr vital. Laubbäume und Nadelbäume.

Viele Grüße Martin
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holgerb
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Re: Naturalistische Eiche

Beitrag von holgerb »

MArtin,

ich mache Dir einen Vorschlag:

Für das Sommerfest 2012 machen wir eine Baumweltenausstellung lebend und tot, quasi sliced to pieces.

Müssen wir halt nochmal das Plastinieren vertiefen....

Die Idee ist gar nicht soooo doof?!
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RoyF.
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Re: Naturalistische Eiche

Beitrag von RoyF. »

Hallo,
ich habe den Baum heute komplet eingedrahtet und die Wunden bearbeitet. Bin mit dem Ergebnis eigentlich ganz zufrieden. Habe gemerkt, dass es schwirig ist, den Baum auf dem Foto so darzustellen, wie er wirklich aussieht. Naja aber man sieht was gemeint ist. Ich hoffe, dass der in ein paar Jahren mal schön wird. mfg roy
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Heike_vG
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Re: Naturalistische Eiche

Beitrag von Heike_vG »

Hallo Roy,

mir gefällt's, gute Arbeit! Ich freue mich schon auf die weitere Entwicklung Deiner schönen Eiche. :wink:

Liebe Grüße,

Heike
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...

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Lutz Marx
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Re: Naturalistische Eiche

Beitrag von Lutz Marx »

... ich revidiere meine erste meinung zu dem baum. unbelaubt sieht das anders aus, die verzweigung ist gut so. ich hatte mir das etwas anders vorgestellt, es war wirklich gut, die äste in ihrer ganzen länge zu erhalten. wirklich ein sehr schöner baum.

grüße, lutz

zwanziger
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Re: Naturalistische Eiche

Beitrag von zwanziger »

Hi Roy deine Eiche gefällt mir,
die schaut aus wie eine, die mitten aufm Feld steht.
Das einzigste was mir einfällt,
die Äste könnten noch wilder (mit mehr Biegungen) ausschauen.
MfG André

Hummel Hummel, Mors Mors

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