Entwicklung einer Feldulme

Der richtige Ort Bonsai (Baum in Schale mit gewisser Reife) vorzustellen und zu präsentieren. Der Threadersteller möge bitte im Eröffnungsthread darauf hinweisen wenn allgemeine Kommentare unerwünscht sind. Andernfalls stellt sicher, dass ihr etwaige fachliche Kritik durch die "DREI SIEBE" gesiebt habt!
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Walter Pall
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Entwicklung einer Feldulme

Beitrag von Walter Pall » 01.04.2005, 17:52

Feldulme, Ulmus campestre oder U. minor.

im Endstadium 75 cm hoch. Gesammelt in Italien 1995

Jetzt darf die Ulme eine ganze Saison einfach wachsen. Dann sehen wir weiter.
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Dscn02361v.jpg
April 2005
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Dscn7591v.jpg
2003, April
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zwei Stunden später
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DSCN4863v.jpg
2002,April
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ein halbe Stunde später
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2001, nach fünf Jahren im Feld
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einen Tag später
Schale Korea
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Dscn02471vr2.jpg
in drei Jahren sollte die Ulme dann so etwa aussehen
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Beitrag von Erwin » 01.04.2005, 20:29

Hallo walter,

weißt Du ,warum Du so bisher wenig Antworten darauf gekriegt hast?. weilwir alle mit offenen Mund dasitzen und staunen.

Im Ernst, wunderschön; sowas hätte ich auch gernmal.

Erwin

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Beitrag von Kränzle S. » 01.04.2005, 20:41

Hallo,
genau Erwin hat wohl Recht..... :o .... eine schöne Umgestaltung von klassisch nach naturalistisch.

Gruß
Stefan

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crimson
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Beitrag von crimson » 01.04.2005, 21:12

Jaaa, mal wieder ein großartiger Baum. Ich mochte die hellere Schale allerdings mehr als die dunkle. Die passte besser zur Rinde, vor allem bei Tageslicht. Super ist auch der Herzausschnitt in der Wurzel. Wie ist der entstanden? War das Absicht oder eher ein Zufallsprodukt?
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Beitrag von donaurieder » 01.04.2005, 23:17

Hallo Walter,
ich heb mal meinen Kopf in den Wind :wink:
Spontan begeistert mich die filigrane Verweigung (kann wirklich nicht jeder) !
Dann seh ich den fetten Body und die dünnen Zweigchen an ihm ...
und denke an deine Bilder von Bäumen aus der Natur 'virtuell eingetopft'.
Da war kein fetter Dreispitz dabei :wink:
Grüße
Hermann.

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Walter Pall
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Beitrag von Walter Pall » 02.04.2005, 08:20

Hermann,

das ist sicher der große Fehler, den dieser Baum hat. Das ist ganz typisch für Bonsai, die aus einem Baumstumpf ohne irgendwelche Äste entstanden sind.
Sowas ist aber ein wenig zu beheben. Man muß über eine sehr langen Zeit, so etwa zehn Jahre mindestens, die unterne Äste eine ganze Saison lang wachsen lassen und die oberen laufend kurz halten. Das verdickt die unteren Äste enorm.
Ein Beispiel, wo das gelungen ist, it der Apfelbaum in einem anderen Faden (thread). Siehe [url] http://walter-pall.de/apfel1.htm [url] Der hatte auch bloß ganz dünne Äste an einem fetten Stamm.
Nachteil: man meint, einen guten, fertigen Bonsai zu haben und steht aber noch vor mindestens zehn Jahren Entwicklung. Während dieser Zeit ist der Baum näämlich nicht vorzeigbar.
Aber machen werde ich es trotzdem.
Zuletzt geändert von Walter Pall am 01.04.2009, 21:42, insgesamt 2-mal geändert.

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Re: Entwicklung einer Feldulme

Beitrag von Walter Pall » 01.04.2009, 21:40

Hat sich gut gemacht, die Ulme. Dann noch die zwei Bilder aus 1997. Kaum zu glauben, auch für mich.
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1997-05-Magazin05-Bild27.jpg
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Re: Entwicklung einer Feldulme

Beitrag von achim73 » 01.04.2009, 23:20

die reife und verzweigung - toll. wirklich beeindruckend.
aber das verhältnis von stamm und astdicke hat sich nicht so wirklich befriedigend entwickelt, oder ?
ich frage mich : wäre es evtl. einfacher gewesen, den ganzen baum von vornherein noch eine nummer grösser anzulegen ? oder ist das quatsch ?
Gruss, Achim
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Re: Entwicklung einer Feldulme

Beitrag von BonsaiFanHitdorf » 02.04.2009, 21:20

*confused2* *confused2*
der absolute hammer *huldigen* *huldigen*
walter, deine 2 feldulmen,die ich hier gesehen habe lassen, mich daran zweifeln pob nun feldulmen oder doch kastanien meine lieblingsbaumarten sind

der baum hat eine eigene religion verdient
lG Marcel ;)

Der zentralste Fehler von Verschwörungstheorien jeder Couleur ist, dass man am Ende der einzigste ist, der sich nicht verschwört.

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Re: Entwicklung einer Feldulme

Beitrag von Walter Pall » 02.04.2009, 21:39

achim73 hat geschrieben:die reife und verzweigung - toll. wirklich beeindruckend.
aber das verhältnis von stamm und astdicke hat sich nicht so wirklich befriedigend entwickelt, oder ?
Also ich finde das sehr befriedigend bis jetzt. Aber möglicherweise hast Du andere Zeitvorstellungen. Es hat so an die zehn Jahre gedauert, bis der Baum gut aussah. Jetzt wird es noch mindestens zehn Jahre dauern, bis er auch wirklich gut ist und nicht nur so aussieht. Jetzt kommt die grosse Herausforderung, die unteren Äste deutlich dicker als die oberen zu machen. Dazu muss man dauernd gegen die apikale Dominaz arbeiten. Daran scheitern die meisten. Gerade deshalb ist es so schwierig mit den abgehackten Bäumen. In zehn Jahren sehen wir uns wieder.
Zuletzt geändert von Walter Pall am 27.12.2009, 17:43, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Entwicklung einer Feldulme

Beitrag von Norbert_S » 02.04.2009, 22:41

Hallo Walter

Die Entwicklung ist wirklich beeindruckend, zeigt aber, wie du richtig anmerkst, den für Viele schwierigen Umgang mit der Zeit.
Die Darstellung der Entwicklung ist für mich Lernenden immer von besonderem Interesse.

2005 hast du die mehrjährige Abspannung aufgegeben und durch Drahtung die Abwärtsbewegung der Äste zum Teil wieder aufgehoben.
Ist es dir bei der Abspannung der Äste nur auf den ersten Schwung unmittelbar am Übergang Stamm zum Ast angekommen oder welches Ziel hast du damit verfolgt?

Gruß nach Attenham
Norbert
Norbert

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Re: Entwicklung einer Feldulme

Beitrag von Walter Pall » 02.04.2009, 22:50

Norbert,

ich wollte eine gefällige Form der Krone erreichen mit Ästen, die auch wie Laubbaumäste wirken. Auserdem hat sich mein Geschmack im Laufe der Entwicklung des Baumes gewandelt. :wink:

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Re: Entwicklung einer Feldulme

Beitrag von achim73 » 02.04.2009, 23:40

ja, das ist mir auch aufgefallen. und auch, dass es in der neuen form wesentlich besser wirkt. :)

was ich nicht ganz verstehe, ist dein zeitplan :
Jetzt kommt die grosse Herausforderung, die unteren Äste deutlich dicker als die oberen zu machen.
ich hätte jetzt angenommen, dass das zuerst kommt und dann die feinverzweigung.
oder wolltest du noch mehr grosse schnittstellen vermeiden ?
Gruss, Achim
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Re: Entwicklung einer Feldulme

Beitrag von Walter Pall » 03.04.2009, 07:40

Achim,

die Verdickung der unteren Äste begann von Anfang an, aber sie ist noch nicht so mächtig. Das ist ein dauernder Prozess. Der Austrieb wird an den unteren Ästen über den Sommer behalten. so sieht der Baum merkwürdig aus, aber die Äste verdicken sich relativ zu den oberen. Wenn man das nicht macht, dann verdicken sich durch die apikale Dominanz eher die oberen. Dann sieht der Baum so aus, wie fas alle Abghackten. Das dauert etwa zwanzig Jahre.

Beispiel Dreispitzahorn.
1. Bild, nette Krone, aber unter Äste sind gleich dick wie die oberen, der Baum wird NIE dicke untere Äste haben, wenn man nichts dafür tut.
2. Bild die untern Äste dürfen frei wachsen - das macht man JEDES Jahr
3. Bild fünfzehn Jahre später
Das geht noch einmal mindestens zehn Jahre.
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Re: Entwicklung einer Feldulme

Beitrag von crimson » 03.04.2009, 09:25

Ein wahnsinnig lehrreicher und anschaulicher Beitrag, Walter. Ich habe noch eine Frage dazu. Trotz dem die unteren Äste die Sommer durchtreiben durften, scheinen sie nicht weniger feinverzweigt wie die oberen. Wie machst Du das?
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