Wacholder-Kaskade

Der richtige Ort Bonsai (Baum in Schale mit gewisser Reife) vorzustellen und zu präsentieren. Der Threadersteller möge bitte im Eröffnungsthread darauf hinweisen wenn allgemeine Kommentare unerwünscht sind. Andernfalls stellt sicher, dass ihr etwaige fachliche Kritik durch die "DREI SIEBE" gesiebt habt!
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ashtar
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Wacholder-Kaskade

Beitrag von ashtar »

Hallo zusammen,

ich habe nun endlich von meinem Bekannten die Wacholder-Kaskade bekommen:
Kaskade1.jpg
Kaskade2.jpg
Leider weiß ich nur wenig darüber - sie ist ca. 90 x 30 cm groß, stammt wohl ursprünglich aus Japan und stand die letzten Jahre in einem Garten. Dort wurde sie eigentlich nur von einem Gärtner gegossen und von dem Vor-Vor-Besitzer einmal gedrahtet. Der Draht wurde abgenommen. Wie man sieht, ist sie schon lange nicht mehr beschnitten worden, steht auch schon seit Jahren in denselben Substrakt, scheint so eine sehr humushaltige Torf-Sand-Lehm-Mischung zu sein. Leider macht die auf mich auch nicht so einen fitten Eindruck, außerdem muss die komplett überarbeitet werden.

Als doch noch ziemlicher Anfänger bin aber mit der Arbeit an einem so wertvollen Baum etwas überfordert und bräuchte da dringend Hilfe... Sie steht jetzt bei mir auf meinem Balkon neben den anderen Bonsais, die ich habe. Ich will da nix falsch machen, also fange ich erst garnicht an, daran rumzumurksen. Umgetopft mußte die wohl auch werden.

Ich werden zwecks Umtopfen und Überarbeitung den Baum mal zum AK Münsterland bringen, bis dahin werde ich außer Gießen nichts machen. Die Temperaturen hier sind bislang max. 0 Grad, ich hoffe mal, das bleibt auch so, deswegen habe ich jetzt noch keine besonderen Winter-Massnahmen getroffen.

Gruß Jörg
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Igor
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Re: Wacholder-Kaskade

Beitrag von Igor »

Servus Jörg,

gratuliere dir erst einmal zu diesem seeeeehr feinen Wacholder *daumen_new* Der ist wirklich vielversprechend!

Meine Empfehlung wäre:
Den Wacholder im Frühjahr erst einmal in ein g´scheites Substrat umzutopfen. Dann wirds auch bald mit der Gesundheit des Baumes besser. Dazu hat WP gerade erst einen sehr interessanten Bericht veröffentlicht! Schau´s dir an!
Alle weiteren Gestaltungsmaßnahmen würde ich für die nächste Zeit unterlassen. Und zwar so lange, bis der Baum wieder so richtig in Schwung gekommen ist.

Sg Igor

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Odoridori
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Re: Wacholder-Kaskade

Beitrag von Odoridori »

Hallo Jörg,

dein Wacholder sieht wirklich nicht so gesund aus ... Du solltest Ihn jetzt doch eher vor dem Frost und den
kalten Winden schützen, also besser frostfrei aber nicht warm stellen und öfters das Laub übersprühen.
Das mir dem AK finde ich eine gute Idee da hilft man Dir sicher ihn fachgerecht im Frühjahr umzutopfen.
Danach solltest Du Ihm mal mindestens 1 Jahr zur Regeneration gönnen, ihn vor allem ordentlich düngen
und immer wieder mal das Laub besprühen. Wenn er in einem Jahr dann wieder besser aussieht, buchst Du
am besten einen Workshop, bei einem guten Gestalter, der lernt dich dann die richtigen Techniken anzuwenden
und hilft dir sicher den Baum wieder aufzuarbeiten. Viel Spass mit deinem Wacholder.

Viele Grüsse
Holger
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Paul Claudel

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ashtar
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Re: Wacholder-Kaskade

Beitrag von ashtar »

Hallo, zusammen,

ja, ich denke auch -Gesundung, fit machen und heil über den Winter bringen ist jetzt erstmal das Gebot der Stunde. dann im Frühjahr umtopfen und danach weiter regenerieren. Ich werde Euch weiter auf dem Laufenden halten :-)

Danke für die Antworten, Gruß Jörg
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zopf
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Re: Wacholder-Kaskade

Beitrag von zopf »

Hallo Jörg
Der Gesundheitszustand des Baumes ist auf den Fotos nicht gut zu erkennen.
EIne Möglichkeit wäre den Baum dieses Jahr hauptsächlich
über das Laub zu düngen um die Wuchskraft zu erhöhen
und erst im nächsten Frühjahr umzutopfen.
mfG Dieter
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ashtar
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Re: Wacholder-Kaskade

Beitrag von ashtar »

Hallo Dieter,

also der Baum macht keinen kranken Eindruck, er sieht nur eher "blass" aus. Ich muss aber gestehen, dass ich nichtmal weiß, um welche Wacholder-Art genau es sich handelt. Ich denke nur, dass der aufgrund fehlender (?) Düngung und weil der seit Jahren im gleichen Substrat hockt ziemlich ausgemergelt ist. Die fehlende Beschneidung des Laubes tat ihr übriges.

Umtopfen möchte ich hauptsächlich deshalb, weil ich das Substrat, in dem er steht nicht kenne und auch nicht einschätzen kann, wie lange der da schon drin ist. Oder ist Umtopfen ein zu großer Stress für den Baum? ich dachte, das er sich bei de richtigen Substrat und einem "Grundschnitt" besser erholen würde... Oder lieber dieses jahr erstmal "wuchern" lassen, damit er sich erholt?

Die Idee mit dem Blattdünger finde ich gut - gibt es eine Empfehlung?

Danke und Gruß Jörg
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zopf
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Re: Wacholder-Kaskade

Beitrag von zopf »

Hallo Jörg
Wenn der Baum aus Japan kommt wird sich im Kernballenbereich
höchstwahrscheinlich eine sehr kompakte Akadama-Beton-Masse befinden.
Irgendwann, irgendwie muss man das Problem angehen,
was widerum eine Menge Stress für den Baum bedeutet.
Wenn der Baum eine Menge Langtriebe bildet ist er kräftig genug
um auch diese grösseren Strapazen zu überstehen.
Wacholder haben den Vorzug das man Sie auch zum grössten Teil
über das Laub mit Wasser und Dünger versorgen kann,
er ist halt ein Überlebenskünstler.
Wenn das Substrat noch halbwegs durchlässig ist
wäre es halt eine Möglichkeit den Baum vor dem Umtopfen zu kräftigen.
mfG Dieter
cogito ergo pups

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ashtar
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Re: Wacholder-Kaskade

Beitrag von ashtar »

Hallo Dieter,

gut möglich, ich bezweifel irgendwie, dass der kernsaniert wurde...

"Wacholder haben den Vorzug das man Sie auch zum grössten Teil
über das Laub mit Wasser und Dünger versorgen kann"

Ja, guck, dass wußte ich nicht, ist ja interessant... Neben dem Gießen werde ihn täglich übersprühen und es im Frühjahr mit der Laubdüngung versuchen.

Vielen Dank und Gruß Jörg
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Re: Wacholder-Kaskade

Beitrag von Odoridori »

Hallo,

ich kann jetzt nicht ganz nachvollziehen warum er den Baum nicht Mitte April
diesen Jahres umtopfen soll? Frisches lockeres Substrat und ein mäßiger Wurzelschnitt
sind sicher die bessere Variante, als den Baum noch ein weiteres Jahr in dem
komplett verbrauchten und verdichteten Substrat zu lassen. Der Baum benötigt neue und
junge Wurzeln um sich zu erholen. Ein weiteres Jahr in dem Substrat schädigt womöglich nur noch mehr das alte Wurzelwerk.

Jörg, falls der Wurzelballen sehr stark verdichtet ist, würde ich den Wurzelballen
vor dem bearbeiten ca. 30 Minuten in einen Eimer mit Wasser stellen und dann ganz vorsichtig
mit Stäbchen auseinander nehmen auf keinem Fall mit einer Wurzelkralle auseinanderreißen..
lass Dir dabei einfach von erfahrenen AK Mitgliedern helfen. Blattdüngung kann man auch am umgetopften Baum 2 – 3 Wochen später vornehmen und sprühen soll man einen umgetopften Baum sowieso öfters.

Viele Grüsse
Holger
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Re: Wacholder-Kaskade

Beitrag von Martin_S »

Sehe ich wie Holger... worauf will man da denn jetzt warten?
Das wird ja nicht besser.
Die gräuliche, tw. etwas blasse Farbe eines Wacholders (kenne ich. Die sehen schon richtig "staubig" aus ;) ) bekommst du mit etwas Blttglanzspray in den Griff. Danach straheln die wieder satt grün. Klingt doof, funzt aber.
M
Beste Grüße
Martin

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zopf
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Re: Wacholder-Kaskade

Beitrag von zopf »

Hallo
Vorausgesetzt meine Vermutung stimmt und der Kernballen ist massiv verdichtet,
würden zur Verbesserung der Wurzelsituation starke Eingriffe nötig sein.
Das richtige Maß zu finden ist schwierig,
hilft der AK-Kollege wird er, da es nicht sein Baum ist, vorsichtig zu Werke gehen.
Dabei wird dann wohl nur der Aussenbereich gelockert
und in der Schale gibt es dann den verdichteten Kernballen
und das zum Auffüllen verwendete lockere Substrat.
Beim Giessen läuft das Wasser an den Seiten durch und der Kernballen bleibt trocken.
Sind einfach nur meine Gedanken
mfG Dieter
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Odoridori
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Re: Wacholder-Kaskade

Beitrag von Odoridori »

Hallo Dieter,

den von dir beschrieben Fehler beim Umtopfen hat man durchaus früher gemacht,
sollte aber heute kein Thema bei erfahrenen Bonsai AK Mitgliedern sein.
Ich denke zuerst muss man den Baum mal aus dem Topf nehmen um überhaupt zu
sehen was mit den Wurzeln los ist. Ist der Ballen verdichtet sollte man so vorgehen wie
ich beschrieben habe.

Jörg der Baum muss umgetopft werden und das Frühjahr ist der beste Zeitpunkt dafür,
jedes weitere warten verschlimmert nur den Zustand. Ernährung nur über Blattdüngung hilft
da nicht wirklich weiter, wenn die Wurzeln komplett am verrotten sind ist der Baum verloren.


Viele Grüsse
Holger
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Re: Wacholder-Kaskade

Beitrag von ashtar »

Hallo Holger,

umtopfen werde ich ihn auf jeden Fall, erstmal muss ich mir die Wurzeln und das Substrat ja anschauen, um den Baum richtig beurteilen und pflegen zu können. Der Baum muss sicherlich "aufgepäppelt" werden, ist aber m. M n. nicht krank oder so, ein Umtopfen und ein vorsichtiger Wurzelschnitt (wenn nötig) sollte er wohl verpacken. Aber wie gesagt, ohne AK werde ich da eh die Finger von lassen und werde das ganze also von erfahreneren Bonsaianern beurteilen lassen.

Danke und Gruß Jörg
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Re: Wacholder-Kaskade

Beitrag von ashtar »

*updated*

Hallo zusammen,
da es mir nicht möglich war, zum AK zu gelangen, habe ich nun am WE den Wacholder mit tatkräftiger Unterstützung einer Freundin selbst umgetopft.
Nachdem ich das ganze Moos entfernt hatte, hat sich ein kleiner, aber sehr schöner Nebari gezeigt, auch konnte ich nun einen guten Blick auf den Shari / Jin am Stamm werfen - da hat sich erstmal gezeigt was für ein Potential dieser Baum hat! Wirklich ein wunderschöner Bonsai - zumindest war er das mal.
GEDC1417.JPG
GEDC1417.JPG (111.93 KiB) 2217 mal betrachtet
GEDC1423.JPG
GEDC1423.JPG (126.88 KiB) 2217 mal betrachtet
Nachdem ich den Baum aus dem Topf gehoben habe, hat sich gezeigt, dass der Ballen unten aus einer dünnen Schicht völlig zerbröselten Akadamas bestand. Leider haben sich dann meine schlimmsten Befürchtungen bewahrheitet - der Grossteil des Ballens bestand aus einer betonharten Masse, die nicht mal richtig anzukratzen war und aus einer Mischung aus (vermutlich) Lehm und Torf besteht. Da war keinerlei körnige Substanz mehr, nur noch ein fester zusammengebackener Block. Mir ist absolut schleierhaft, wie der Baum überhaupt noch leben kann - naja, er sieht ja eh nicht sehr fit aus, aber das der überhaupt noch lebt, ist ein Wunder. Der muss wirklich seit vielen jahren nicht mehr umgetopft worden sein.
Schnell war klar, dass ich so nicht weiterkomme - um da überhaupt irgendwas machen zu können, habe ich den Ballen mehrere Stunden lang eingeweicht. Das Ergebnis war gleich null - ich hatte nun einen nassen Betonklotz.

Ich stand also vor der Wahl zwischen Pest und Cholera - entweder den Klotz so, wie er war, wieder in frisches Substrat zu packen - was natürlich keine Lösung ist, der Ballen hätte weiter keine Feuchtigleit aufnehmen können und der Baum wäre vor sich hin gekümmert, bis er mir dann eingegangen wäre. Oder mit Schmackes mit einer Wurzelkralle den Ballen zu bearbeiten und dabei alle Wurzeln zu zerstören, was angesichts des geschwächten Zustand des Baumes auch keine Lösung war. Also entschied ich mich für eine Zwischenlösung - ich kratzte vorsichtig mit einem Holzstäbchen keilförmige Bereiche in dem Ballen frei, von außen bis zum Stamm, soweit es eben ging. Es stellte sich heraus, dass mir kaum dicke Wurzeln entgegen kamen - der Baum muss früher mal tiptop gepflegt gewesen sein. Ich kratzte und kratzte und kratzte und hatte schließlich vier keilförmige Bereiche in dem Ballen freigelegt, außerdem entfernte ich soviel Erde aussenrum, wie es eben nur ging, ohne die Wurzeln völlig zu zerstören. Die ganze Aktion hat 5 Stunden gedauert...
Zum Schluss habe ich nur etwas die längeren Wurzeln gekappt.
Als ich schließlich fertig war, habe ich das ganze in frisches Substrat gesetzt und dieses so gut wie möglich in die freigelegten Zwischenräume eingearbeitet. Nach einem ganzen tag Arbeit war ich dann fertig...
GEDC1440.JPG
GEDC1440.JPG (125.36 KiB) 2217 mal betrachtet
Nun werde ich den Baum erstmal schattieren und regelmäßig übersprühen und den sich erholen lassen - bzw. Stoßgebete zum Bonsaigott schicken, dass der die ganze Prozedur gut übersteht... Mehr werde ich dioese Jahr nicht machen, weder beschneiden noch Draht.

Hoffen wir das Beste...
Gruß Jörg

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Re: Wacholder-Kaskade

Beitrag von Heike_vG »

Hallo Jörg,

ich denke, Dein Weg ist der richtige. Ich drücke Dir die Daumen, dass Dein Wacholder entsprechend positiv reagiert!
Aber lass ihn nicht zu lange im Schatten.

Liebe Grüße,

Heike
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...

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