Koreanische Hainbuche

Der richtige Ort Bonsai (Baum in Schale mit gewisser Reife) vorzustellen und zu präsentieren. Der Threadersteller möge bitte im Eröffnungsthread darauf hinweisen wenn allgemeine Kommentare unerwünscht sind. Andernfalls stellt sicher, dass ihr etwaige fachliche Kritik durch die "DREI SIEBE" gesiebt habt!
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Herbert A
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Koreanische Hainbuche

Beitrag von Herbert A » 27.03.2012, 22:58

Servus an alle

2005 habe ich relativ günstig drei Koreanische Hainbuchen bekommen. Diese wäre zweifellos eine Anwärterin für den Preis des häßlichsten Baumes gewesen. Riesige nicht verheilte Schnittwunden. An einigen Stellen entsprangen ganze Astquirle und von Krone keine Spur.
001 12.02.05.jpg
12.02.2005
Hier die Schnittwunden. Sehr dekorativ :-)
004 12.02.05.jpg
12.02.2005
Hier die harmoisch ansetzende Krone :-)
005 12.02.05.jpg
12.02.2005 Krone
Zuletzt geändert von Herbert A am 27.03.2012, 23:27, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Koreanische Hainbuche

Beitrag von Herbert A » 27.03.2012, 23:02

Es stellt sich somit nur mehr eine Frage. Warum zum Teufel kauft man so einen "Baum".

Naja, er hat ein sehr schönes Nebari. Das kann man bekanntlich nur mehr schwer in absehbarer Zeit verbessern. Alles was grün ist, bekommt man so in 5-10 Jahren halbwegs in die Form wie man es möchte.
Und ausserdem hat es mich unheimlich gereizt mich an so einem häßlichen Stumpen zu versuchen. Darum habe ich mir auch gleich drei Stück davon gekauft. Einer wird schon was werden dachte ich mir.

Nebari
007 Nebari 12.02.05.jpg
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Re: Koreanische Hainbuche

Beitrag von Herbert A » 27.03.2012, 23:07

Es war mir klar dass es keine normale Gestaltung mit Harmonie und Eleganz wird. Ich werde den Stamm öffnen müssen um die häßlichen Schnittstellen loszuwerden.
Damit begann ich dann gleich ein paar Tage später.
010 27.02.05.jpg
27.02.2005 Stamm öffnen
Allzu grob wollte ich das ganze nicht angehen um den Baum nicht zu überfordern. Ausserdem war es relativ schwer zu sehen wo die Saftbahnen verlaufen.
Hier mal das erste Ergebnis.
015 27.02.05.jpg
27.02.2005 Stamm
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Re: Koreanische Hainbuche

Beitrag von Herbert A » 27.03.2012, 23:13

Jetzt durfte er erst einmal austreiben damit ich sehen kann ob der Safttransport noch funktioniert.

Wie fast erwartet hatte der Baum Probleme die bisherige "Krone" zu versorgen. Er hat zwar die bisherigen Spitzenäste fallen gelassen, jedoch erschienen ganz in der Nähe neue Triebe.
034 21.06.05.jpg
21.06.2005
Im Sommer des gleichen Jahres war es an der Zeit die überflüssigen Äste abzuschneiden. Die durften nur bis jetzt dranbleiben damit der Baum sich von dem ersten Eingriff wieder erholen kann.

Im September, 7 Monate nach dem Kauf sah der Baum dann so aus.
041 19.09.05.jpg
19.09.2005
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Re: Koreanische Hainbuche

Beitrag von Herbert A » 27.03.2012, 23:21

Im drauffolgenden Jahr durfte der Baum erstmal wieder kräftig durchtreiben um für die nächsten Schritte fit zu sein.

Herbst 2006
049 6.10.06.jpg
6.10.2006
Die nächsten zwei Jahre sollte der Baum seinen eigentlichen Wandel erfahren. Weitere Fräsarbeiten am Stamm und vor allem einen besseren Übergang zur Krone. Der war nämlich immer noch zu breit und plump. Hätte ich das sofort gemacht hätten wahrscheinlich die schwachen Saftbahnen die Krone nicht mehr versorgen können.
076 10.04.09.jpg
10.04.2009
091 12.07.09.jpg
12.7.2009
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Re: Koreanische Hainbuche

Beitrag von Herbert A » 27.03.2012, 23:26

Ich weiß dass der Baum polarisiert. Dem einen gefällt er, während andere den Kopf schütteln.
Mein Ansatz war wie schon gesagt mich an so einem Material zu versuchen. Und ausserdem, harmonische und elegante Bäume habe ich schon genug auf meinen Regalen.

Die nächsten zwei Jahre werde ich versuchen die Lücke zwischen der Krone und dem ersten Ast links durch leichte hängende Äste zu schliessen.

Koreanische Hainbuche, 40 cm, Schale Josef Mairhofer
0108 14.05.11.jpg
14.05.2011
Bin schon neugierig auf Eure Meinungen.

ciao
Herbert Aigner
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Re: Koreanische Hainbuche

Beitrag von Köhler Rudolf » 28.03.2012, 07:29

Hallo,

mir gefällt die Entwicklung des Baumes sehr gut.
Das hast du sehr gut hinbekommen.
Ich mag solche Bäume.

Ich würde eventuell versuchen die Krone etwas mehr nach links auszurichten. Anhand der Bilder ist es aber nicht ersichtlich, ob dies möglich ist.

Die Schale von J. Mayrhofer *daumen_new*

Viele Grüße

Rudi K.
Grüße
Rudi K.

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fritze
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Re: Koreanische Hainbuche

Beitrag von fritze » 28.03.2012, 08:33

manchmal sieht man in einer totholzarbeit dinge, die da gar nicht sind. :-D
mit bh.jpg
mit bh.jpg (63.08 KiB) 4247 mal betrachtet
aber ernsthaft fällt mir dieser bobbel auf. soll der so sein?
bobbel.jpg
bobbel.jpg (63.25 KiB) 4247 mal betrachtet
ansonsten, wie immer bei dir, eine stimmige, über die jahre konsequent verfolgte gestaltung.
liebe grüße
christian

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Re: Koreanische Hainbuche

Beitrag von Heike_vG » 28.03.2012, 12:20

Eine spannende Dokumentation, Herbert, vielen Dank dafür!
Der bisherige Weg der Hainbuche war schon sehr interessant, aber die nächsten Jahre werden dann die Reife, Schönheit und vollständige Krone bringen.
Die Mairhofer-Schale ist in der Tat wunderschön.

Liebe Grüße,

Heike
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...

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Re: Koreanische Hainbuche

Beitrag von Carmen_G. » 28.03.2012, 12:59

Hallo Herbert,

ein äußerst lohnendes Projekt!
Da gibts eindeutig *daumen_new* *daumen_new* *daumen_new* dafür!

Der Baum hat Geschichte und große Aussagekraft!

Wie siehts denn mit den anderen Beiden aus, zeigst Du sie uns auch?

liebe Grüße
Carmen
Liebe Grüße
Carmen

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Re: Koreanische Hainbuche

Beitrag von Entenmann » 28.03.2012, 13:11

Ich hätte eine Anfängerfrage an der Stelle.
Wie werden solche großen und unebenen Wunden desinfiziert? Du schmierst ja offensichtlich nicht den ganzen Baum mit Wundpaste ein.
Und ein Konservierungs-Bleichmittel ist ja scheinbar nicht eingesetzt worden, oder?

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Re: Koreanische Hainbuche

Beitrag von Herbert A » 28.03.2012, 13:46

@ Carmen - ja, kann ich wenn ihr möchtet.

@ Entenmann - da gibt es verschiedene Auffassungen.
Ich verwende kaum Wundpaste. Wenn man die Arbeiten im Frühjahr macht wenn der Baum wieder aktiv ist, macht er die Wunde sehr schnell selber wieder zu und schotet sie damit ab.

Wundpaste verwende ich höchstens wenn ich im Herbst noch größere Schnitte mache. Bei frostfreier Überwinterung sind auch die Schadpilze aktiv und somit könnten diese vor allem bei höherer Luftfeuchtigkeit durch eine Wunde in den Baum eindringen. Da ich im Herbst aber keine großen Arbeiten an Laubbäumen mache verwende ich kaum Wundpaste.
Dabei braucht man das Holz selber nicht zu schützen, höchstens den Wundrand wo das Kambium aktiv ist.

ciao
Herbert A
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Re: Koreanische Hainbuche

Beitrag von Carmen_G. » 28.03.2012, 20:47

Na klar Herbert,

da denke ich, spreche ich nicht nur für mich! also biiittteeeeee zeigen! :-D

liebe Grüße
Carmen
Liebe Grüße
Carmen

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Re: Koreanische Hainbuche

Beitrag von Robert S. » 28.03.2012, 23:47

Shaki hat geschrieben: da denke ich, spreche ich nicht nur für mich! also biiittteeeeee zeigen! :-D
Yesssssss *daumen_new*

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Re: Koreanische Hainbuche

Beitrag von Herbert A » 25.01.2015, 17:40

Nach mehr als 2 Jahren ist es Zeit wieder mal ein update zu zeigen.

So schaut der Baum im Frühjahr 2013 aus.
0142 30.03.13.jpg
März 2013
Es ist Zeit wieder mal an den Wurzel zu arbeiten. Diese Schale ist eindeutig zu wuchtig für den Baum. Jetzt ist es Zeit den Wurzelballen so zu beschneiden dass er in eine ganz flache Schale passt.
0143 30.03.13.jpg
umtopfen März 2013
Ich finde diese Schale passe wesentlich besser.
0145 30.03.13.jpg
neue Schale
Die Feinverzweigung aufzubauen ist ja bei der Koreanischen Hainbuche kein Problem. 2x im Jahr auf eine Verzweigung absetzten und das wird schon mit der Zeit.
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Herbst 2014.
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Für einen alten Baum schaut der Bursche viel zu vital aus. Die Krone ist schon zu üppig und der Baum geht zu sehr in die Breite. Aber das lässt sich ja mit ein paar Schnitten und ein bissl Draht korrigieren.
0184 16.01.15.jpg
Astgabel entfernen
0186 16.01.15.jpg
Noch ein paar Drähte anlegen und der Baum ist wieder kompakter.

Koreanische Hainbuche, Höhe 45 cm, Schale Horst Heinzlreiter
0188 16.01.15.jpg
Servus
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