Koreanische Hainbuche

Der richtige Ort Bonsai (Baum in Schale mit gewisser Reife) vorzustellen und zu präsentieren. Der Threadersteller möge bitte im Eröffnungsthread darauf hinweisen wenn allgemeine Kommentare unerwünscht sind. Andernfalls stellt sicher, dass ihr etwaige fachliche Kritik durch die "DREI SIEBE" gesiebt habt!
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Herbert A
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Re: Koreanische Hainbuche

Beitrag von Herbert A » 25.01.2015, 17:41

Nach mehr als 2 Jahren ist es Zeit wieder mal ein update zu zeigen.

So schaut der Baum im Frühjahr 2013 aus.
Frühjahr 2013
Frühjahr 2013
Es ist Zeit wieder mal an den Wurzel zu arbeiten. Diese Schale ist eindeutig zu wuchtig für den Baum. Jetzt ist es Zeit den Wurzelballen so zu beschneiden dass er in eine ganz flache Schale passt.
umtopfen
umtopfen
Ich finde diese Schale passt wesentlich besser.
neue Schale
neue Schale
Die Feinverzweigung aufzubauen ist ja bei der Koreanischen Hainbuche kein Problem. 2x im Jahr auf eine Verzweigung absetzten und das wird schon mit der Zeit.
0173 22.12.13.jpg
Herbst 2014.
Oktober 2014
Oktober 2014
Für einen alten Baum schaut der Bursche viel zu vital aus. Die Krone ist schon zu üppig und der Baum geht zu sehr in die Breite. Aber das lässt sich ja mit ein paar Schnitten und ein bissl Draht korrigieren.
Astgabel entfernen
Astgabel entfernen
0186 16.01.15.jpg
Noch ein paar Drähte anlegen und der Baum ist wieder kompakter.

Koreanische Hainbuche, Höhe 45 cm, Schale Horst Heinzlreiter
Jänner 2015
Jänner 2015
Servus
Herbert Aigner
Zuletzt geändert von Herbert A am 25.01.2015, 19:19, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Koreanische Hainbuche

Beitrag von bonsaiheiner » 25.01.2015, 18:51

Hallo Herbert,
Herbert A hat geschrieben: ...
Für einen alten Baum schaut der Bursche viel zu vital aus. Die Krone ist schon zu üppig und der Baum geht zu sehr in die Breite. Aber das lässt sich ja mit ein paar Schnitten und ein bissl Draht korrigieren...
Richtig!
Wenn der hängende Hauptast in der Spitze links so bleiben soll, kollidiert er mit der Richtung des Astes in Stammmitte links. Deren Richtungen stehen in einem störenden, unharmonischen Winkel zueinander.
Was liegt da näher als Deine oben getroffene Äusserung konsequent umzusetzen und den Ast links in Stammmitte in Dein Totholzprogramm aufzunehmen? Dass Du mit Totholz umgehen kannst, hast Du ja mehr als einmal bewiesen.
Dann hättest Du einen wirklich alten Burschen, der die Widrigkeiten der Natur wie kein Zweiter widerspiegelt.
Herzliche Grüsse nach Österreich,
Heiner
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Re: Koreanische Hainbuche

Beitrag von holgermueller » 25.01.2015, 19:41

Ein extrem interessanter und schöner Baum. Toll, was du aus dem Stumpen gemacht hast. Gruß Holger

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Herbert A
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Re: Koreanische Hainbuche

Beitrag von Herbert A » 25.01.2015, 20:45

Danke Holger

@Heiner
das wäre eine sehr gute Option. ABER wenn ich den Ast entferne wird mir auf Sicht der gesamte linke Stammbereich absterben, da dort dann kein Ast mehr ist der den Saftfluss aufrecht erhalten würde.
Ich denke das Todholz wäre dann zu dominierend.
Da würde mir ja jeder Japaner beim betrachten des Baumes einen Herzinfarkt bekommen :-)

Servus
Herbert
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Re: Koreanische Hainbuche

Beitrag von werrib » 26.01.2015, 09:08

Hallo Herbert
Herbert A hat geschrieben:
Da würde mir ja jeder Japaner beim betrachten des Baumes einen Herzinfarkt bekommen :-)

Das Japaner bei so einem Baum gleich einen Herzinfarkt bekommen denke ich nicht. Nur weil Japaner kein Totholz an Laubbäumen wollen heißt es ja nicht, dass das automatisch schlecht ist. Ich finde den Stamm originell. Mir ist nur das Konzept des Kronenaufbaus nicht klar ersichtlich. Alle Äste wachsen nach unten und der unterste Ast wächst nach oben? Welche Idee steckt da dahinten?

Gruß, Werner

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Re: Koreanische Hainbuche

Beitrag von bonsaiheiner » 26.01.2015, 11:17

Hallo Herbert,
der Baum ist ja jetzt schon koniferenartig, John Y. Naka würde es pine-tree-style nennen, gestaltet, etwas was die Japaner bei Laubbäumen gar nicht schätzen. Von daher kannst Du die Befindlichkeiten unserer Freunde aus Nippon mal unberücksichtigt lassen und ausgestellt werden in Japan soll er ja wohl auch nicht.
Hainbuchenholz ist hart und würde bei Massnahmen zur zusätzlichen Konservierung dem Verrottungsprozess viele Jahre trotzen, aber im Prinzip sind Deine Einwände natürlich begründet.
Nur, so wie er sich aus diesem Blickwinkel jetzt darstellt, ist es nach meinem Empfinden auch keine gute Lösung. Vielleicht kann der Stamm-Ast links am Ansatz nach unten gebracht werden.
Gruss,
Heiner
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Re: Koreanische Hainbuche

Beitrag von Herbert A » 26.01.2015, 14:04

Servus Heiner,

aus Gründen der Harmonie und der Ästhetik und nach den Regeln der Bonsaigestaltung stimme ich dir voll zu.
Ich sollte den ersten linken Ast absenken, entfernen oder was auch immer. Absenken wäre technisch auch kaum ein Problem.

Da ist nur - irgendetwas hindert mich daran es zu tun.
Ich habe den Baum neu gestaltet und habe ihm eine neue Form aufgezwungen. Ich habe ihn gestaltet wie ich mir einen alten Baum vorstelle - mit Ausnahme dieses einen Astes. Dieser Ast durfte immer schon wachsen und hat kaum Eingriffe erfahren.

Es ist für mich irgendwie ein stilles Zugeständnis an den Baum. Auch wenn es optisch ein Fehler ist.

Und es ist komisch. Ich gehe in den Garten, komme an dem Baum vorbei und denke mir genau das was Du geschrieben hast. Dann lächle ich und denke mir "Ok - behalt ihn"

Ich werde nochmal mit dem Baum beratschlagen :-)

liebe Grüße
Herbert
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Re: Koreanische Hainbuche

Beitrag von Anja M. » 26.01.2015, 16:26

Herbert A hat geschrieben: Da ist nur - irgendetwas hindert mich daran es zu tun.
Vielleicht weil der Ast eigentlich ein Nebenstamm ist .........
73 Anja

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Re: Koreanische Hainbuche

Beitrag von sylvan_spirit » 26.01.2015, 20:04

Hallo Herbert,

die Schale ist sehr schön und harmonisch mit dem Baum. Nur eine Idee zur der Form... Wenn das Virtual hier nicht reinpasst, sag kurz bescheid.

Gruß Waldgeist
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Re: Koreanische Hainbuche

Beitrag von Herbert A » 26.01.2015, 20:32

Ja, Anja, auch das ist eine Überlegung von mir.

Waldgeist, jedes Virtual passt hier rein. Ist ja ein Forum um zu diskutieren. Sonst würde ich meine Bäume nicht einstellen.
Übrigens hast du in das Virtual ein paar sehr gute Ansätze eingezeichnet. Besonders gefallen mir die tief hängenden Äste.
Danke. Da hab ich was zu überlegen :-)

lg
Herbert
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Re: Koreanische Hainbuche

Beitrag von xistsixt » 27.01.2015, 18:52

Warum zum Teufel kauft man so einen "Baum".

na genau darum... wunderschönes stück, eine lehrreiche Geschichte, viel zu lernen und zu staunen...


toll gemacht, ein Baum mit eigenem Willen, so soll das sein...

das virtual vom waldgeist ;) entschärft das spitze dreieck der ersten beiden äste links. diese idee dem 2. ast einen solchen knick zu verpassen ging mir auch gleich durch den kopf.

danke fürs zeigen!

lg vali
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The shadow is what we think of it; the tree is the real thing."

- Abraham Lincoln

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Re: Koreanische Hainbuche

Beitrag von Norbert_S » 27.01.2015, 19:29

Und ich spiele die ganze Zeit mit der gegenteiligen Wuchsrichtung des 2. linken Astes.
Der dreieckigen Negativraum stört mich zumindest in der Zweidimensionalität.

Ich kann deine widersprüchlichen Gedanken zu diesem Baum sehr gut nachempfinden, Herbert.

Wer mit solchen Bäumen arbeitet muss dem Baum auch folgen können.

Deine Schlussfolgerung, dass ein alter Baum nicht auch mächtig ausladend sein kann, teile ich nur bedingt. Ein alter schwacher ja, ein starker Rekonvaleszent nicht.

Je älter ein Baum wird, desto größer und/oder vielfältiger werden häufig seine unharmonisch wirkenden Anteile.
Abhängig von den persönlichen Vorlieben schwächen die Gestalter diese mehr oder weniger.
Das ist nicht gut oder schlecht sondern nur Ausdruck persönlicher Entscheidungen, deren Ursprünge teilweise tief in uns verborgen sind.

Dieser Baum zeigt mir eine eindeutig starke Seite, die linke.
Der 2. linke Ast ist so stark, dass er es sich nicht gefallen lassen würde, die zweite Geige zu spielen. Der wäre nach kräftig nach oben gewachsen und hätte der Spitze starke Konkurrenz geboten.
Das Ergebnis wäre ein alter starker Baum mit fast rechteckiger Krone, so wie sie Jürg so toll entwicklen kann. Der Baum will doch gar nicht gebrechlich wirken. Das bißchen Totholz ist ihn doch egal.
Das für mich zu einem alten Baum auch nach unten durchhängende Astpartien gehören habe ich ja schon immer geschieben.
Norbert

Was starke Wurzeln hat, muss den Sturm nicht fürchten!

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Re: Koreanische Hainbuche

Beitrag von Herbert A » 21.09.2016, 23:32

Servus an alle

mal ein Herbstbild.
21-09-16
21-09-16
lg
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Re: Koreanische Hainbuche

Beitrag von achim73 » 22.09.2016, 10:47

wunderschön...
Gruss, Achim
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Re: Koreanische Hainbuche

Beitrag von Heike_vG » 22.09.2016, 14:27

Der Baum sieht wirklich gut aus, Herbert. *daumen_new* Aber ein richtiges Herbstbild mit buntem Laub wird hoffentlich demnächst noch folgen, ja? 8)
Was mir nebenbei auffällt: die Schale ist eh schon sehr flach zu dem dicken Stamm und dann scheint recht wenig Substrat drin zu sein. Was hat es denn damit auf sich?

Liebe Grüße,
Heike
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