"Etwas eigener" Palmatum

Der richtige Ort Bonsai (Baum in Schale mit gewisser Reife) vorzustellen und zu präsentieren. Der Threadersteller möge bitte im Eröffnungsthread darauf hinweisen wenn allgemeine Kommentare unerwünscht sind. Andernfalls stellt sicher, dass ihr etwaige fachliche Kritik durch die "DREI SIEBE" gesiebt habt!
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"Etwas eigener" Palmatum

Beitrag von Bonsai-Fips » 16.10.2013, 14:45

Hallo zusammen

Möchte Euch meinen "Etwas eigenen" Palmatum zeigen, den ich seit Frühjahr 2012 habe. Höhe ca. 60 cm. Herbst 2012 zeigte er dann schönste Herbstfarben.
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K800_19.10.2012 002.JPG

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Re: "Etwas eigener" Palmatum

Beitrag von chris-git@rre » 16.10.2013, 14:50

Hallo Bonsai-Fips,
wieso "Etwas eigenen" Palmatum ?
Ist doch ein schöner Baum!
Zeit wann pflegst Du ihn?
lg chris-git@rre

*Bilder sagen mehr als 1000 Worte*

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Re: "Etwas eigener" Palmatum

Beitrag von Bonsai-Fips » 16.10.2013, 14:51

Gefallen hat mir die Stammbewegung mit den passenden Aesten, welche die Bewegung noch mehr betonen (gelbe Linien). Auf der rechten Seite bilden ziemlich gerade Aeste das "Gegengewicht" dieser asymmetrischen Krone.

Problematisch waren die viel zu dicken Aeste (rot eingekreist), vor allem im Spitzenbereich.
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K800_K800_5.11.2012 018.JPG

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Re: "Etwas eigener" Palmatum

Beitrag von Bonsai-Fips » 16.10.2013, 14:55

Dieses Frühjahr habe ich die Problemstellen "ausgeholzt" :lol: , auch musste der Wurzelballen "kernsaniert" werden. Bild Austrieb 2013.
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K800_033.JPG

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Re: "Etwas eigener" Palmatum

Beitrag von Bonsai-Fips » 16.10.2013, 14:58

Dieses Jahr konnte er sich dann erholen (von mir); die Spitze soll dann wieder runder werden. Bild Sommer 2013.

Kommentare: Gerne!

Gruss, Fips
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K800_012.JPG

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Re: "Etwas eigener" Palmatum

Beitrag von Bonsai-Fips » 16.10.2013, 15:05

Hallo Chris

Tschuldigung, dass ich Dich einfach zugeschrieben habe :oops:
"Etwas eigen" wählte ich, weil die Aeste nicht so "harmonisch" rund um den Baum verteilt sind, auch ist das Nebari etwas einseitig, aber zur Stammbewegung passend, wie ich finde.

Und ja, mir gefällt dieser Baum sehr, ich liebe diesen Individualisten!

Gruss, Fips

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Re: "Etwas eigener" Palmatum

Beitrag von Georg » 16.10.2013, 16:41

Soweit man das bei 2-dimensionalen Fotos beurteilen kann, dürfte Deine Frühjahrsmaßnahme genau richtig gewesen sein. *daumen_new*
Gefällt mir gut.
Ich mag verdammen, was Du sagst, aber ich werde mein Leben geben, daß Du es sagen darfst(Voltaire)

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Re: "Etwas eigener" Palmatum

Beitrag von schmieda » 16.10.2013, 16:44

Hallo

Ich finde der Baum hat eine absolut natürliche Ausstrahlung. Mir gefällt er sehr gut. :-D
Einzig die unteren Äste müssten zulegen.
Gruß
Frank :)

++++ Gießen: Hessischer Botaniker findet heraus, wie Pflanzen länger leben ++++

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Re: "Etwas eigener" Palmatum

Beitrag von Bonsai-Fips » 16.10.2013, 16:51

Hallo Georg

Danke für Deinen Kommentar! Jetzt sind die dicksten Aeste nicht mehr zuoberst :lol: .

Hallo Schmieda

Danke auch Dir für Deine Ausserungen! Ja, ich arbeite an den unteren Aesten. Waren ursprünglich ziemlich länger; dieses Frühjahr gabs zum Glück etwas Rückknospung, jetzt lass ich möglichst viel Grün dran.

Gruss, Fips

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Re: "Etwas eigener" Palmatum

Beitrag von Heike_vG » 16.10.2013, 18:17

Mir gefällt der Ahorn auch, Fips! Die Bearbeitung ist ihm auf jeden Fall zu Gute gekommen.
Jetzt wirkt noch etwas "eigen", dass die Äste so unterschiedliche Winkel nach oben und unten haben. Aber was soll's, dadurch guckt man länger hin! *daumen_new*

Liebe Grüße,

Heike
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Re: "Etwas eigener" Palmatum

Beitrag von Bonsai-Fips » 16.10.2013, 18:42

Hallo Heike

Danke für Deine Worte!
Die Eigenheit mit den unterschiedlichen Winkeln machen den Baum ja eigen/individuell. Zum Glück entspringen sie dem Stamm im selben Winkel, wie die Aeste weisen.
Sonst müsste ich noch den Titel ändern :lol:

Gruss, Fips

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Re: "Etwas eigener" Palmatum

Beitrag von bonsaiheiner » 17.10.2013, 13:44

Hallo Fips,

der Ausholzungseingriff war ebenso mutig wie richtig. *daumen_new*
Viele Ahorne verlieren an Attraktivität, weil genau hier viel zu spät korrigiert wird. Mit Blatt- und Zweigschnitt ist dem allein nicht beizukommen. Das gibt nur stakeliges, unharmonisches Wachstum. Da muss schon beherzt ins Holz eingegriffen werden.

Dass untere Äste nach unten wachsen, mittlere sich in die Mitte orientieren und obere Äste einen Drang nach oben haben, ist natürlich und nicht nur bei Ahornen, sondern auch besonders bei Linden zu beobachten.
Dieses Konzept wird durch einen Rückseitenast links (nach oben) und einen schwächeren mittleren Ast links (nach unten) wohltuend und auflockernd durchbrochen. Diese Widersprüche und Ungereimtheiten im Konzept geben die Würze und verhindern Eintönigkeit und Berechenbarkeit wie bei einem Weihnachtsbaum.

Mir gefällt er.

Beste Grüsse,
Heiner
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Re: "Etwas eigener" Palmatum

Beitrag von Bonsai-Fips » 17.10.2013, 15:00

Hallo Heiner

Herzlichen Dank für Deine Worte!
Ja, der Ausholzungseingriff brauchte Mut, umso mehr, als der Baum keine offenen Schnittstellen mehr hatte. Es gab noch eine andere Option, den rechten, vorderen, dicken Spitzenast als neue Spitze zu behalten, die Verjüngung wäre gut gewesen, aber die Bewegung passte nicht.

Deine Beobachtung und Beschreibung der Aststellungen trifft genau ins Schwarze! Oder wie Heike treffend geschrieben hat: Man guckt länger hin. Für mich ist so jeder Ast unverkennbar und verhilft dem Baum zu viel Individualität und ist nicht "eintönig und berechenbar wie ein Weihnachtsbaum" :lol: , wie Du es so schön formuliert hast.

Persönlich gefällt mir auch sehr gut, dass die ersten Aeste genau im goldenen Schnitt sind (dieses Thema wird hier ja selten angesprochen), das verleiht dem Baum doch wieder viel Harmonie und Ausgeglichenheit, trotz der etwas unberechenbaren Aeste.

Bei dieser Gelegenheit einmal ein "Dankeschön" an Dich für all Deine wertvollen und lehrreichen Beiträge *daumen_new* !

Gruss, Fips

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Re: "Etwas eigener" Palmatum

Beitrag von Bonsai-Fips » 26.10.2014, 21:08

Update. Der Baum wurde letztes Jahr umgetopft, dieses Jahr trieb er sehr kräftig und gesund aus. Um die unteren Aeste zu verdicken, entlaubte ich ihn oben komplett. Die unteren Aeste verdickten sich etwas, oben trieb er an allen möglichen und vor allem unmöglichen Stellen aus - wirklich für die Gestaltung konnte ich nur geschätzte 5 % gebrauchen. Auch schien der Baum von der Teilentlaubung einen gewissen Schock zu erleiden :oops: , das neue Laub war auch etwas krüppelig..
Mein Fazit: Werde ich nicht mehr machen. Ich werde ihn zukünftig nur wieder oben früher auf ein Nodium zurückschneiden und unten länger wachsen lassen.
Trotzdem zeigt er schöne, versöhnliche Herbstfarbe :-D . Die Krone soll künftig wieder runder werden.

Gruss, Fips
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Re: "Etwas eigener" Palmatum

Beitrag von Heike_vG » 27.10.2014, 09:50

Der Baum ist eindeutig auf einem sehr guten Weg, Fips!
Meiner Erfahrung nach vertragen vitale Fächerahorne einen Blattschnitt tadellos, vielleicht kannst Du es bei Bedarf doch noch einmal probieren.
Eventuell mit dem Standort nach dem Entlauben mal experimentieren. Bei sehr starker Sonneneinstrahlung vielleicht lieber etwas schattiger aufstellen, bis das neue Laub etwas gereift ist.

Liebe Grüße,

Heike
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