Hainbuche - das häßliche Entlein

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Barbara
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Re: Hainbuche - das häßliche Entlein

Beitrag von Barbara » 25.02.2019, 17:56

Hallo Rainer,

Du, als alter Bastler, konntest ja gar nicht anders..... :lol:
Es wäre aber auch schade gewesen, diese nette Spitze einfach nur zu kappen. Ist ja fast schon ein fertiger Shohin....und was ist schon ein Jahr? :wink:
Die Hainbuche gefällt mir sehr gut, das wird was. *daumen_new*

Liebe Grüße,
Barbara
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mydear
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Re: Hainbuche - das häßliche Entlein

Beitrag von mydear » 25.02.2019, 22:38

Heute an der Mutterpflanze die langen Äste etwas eingekürzt

Grüße
Rainer
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Marco_H
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Re: Hainbuche - das häßliche Entlein

Beitrag von Marco_H » 26.02.2019, 07:44

Hallo Rainer,

die Idee, einen Shohin abzumoosen, finde ich klasse. Auf diesen bin ich jetzt schon gespannt!

PS: Ich habe bisher auch fast alle Abmoosungen im Februar gebonnen. Kein Problem.
Gruß aus dem Westerwald

Marco

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Barbara
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Re: Hainbuche - das häßliche Entlein

Beitrag von Barbara » 26.02.2019, 18:29

Hallo Rainer,

als alter Bastler konntest Du ja praktisch gar nicht anders.... :lol:
Es wäre aber auch schade gewesen um den süßen Shohin- der ist ja nahezu schon fertig gestaltet.
Die Hainbuche gefällt mir, die wird gut. Weiter so......

Liebe Grüße,
Barbara
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Re: Hainbuche - das häßliche Entlein

Beitrag von bock » 26.02.2019, 19:16

Ich bin auch sehr gespannt, wie es mit deinen Hainbuchen weiter geht, Rainer!
Als beliebte Heckenpflanze bekannt, sollte sie doch in Topfkultur auch einiges ertragen können...
Das hoffe ich zumindest für mein rohes Exemplar!
liebe Grüße Andreas
Ein Leben ohne Bonsai ist möglich - aber völlig sinnlos! :faellen:

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mydear
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Re: Hainbuche - das häßliche Entlein

Beitrag von mydear » 26.02.2019, 20:58

Barbara hat geschrieben:
26.02.2019, 18:29
als alter Bastler konntest Du ja praktisch gar nicht anders.... :lol:
Hallo Barbara,

verflixt.... du hast mich durchschaut :wink: *dance*

Grüße
Rainer

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Sebastian O
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Re: Hainbuche - das häßliche Entlein

Beitrag von Sebastian O » 01.03.2019, 21:36

Marco_H hat geschrieben:
26.02.2019, 07:44

PS: Ich habe bisher auch fast alle Abmoosungen im Februar gebonnen. Kein Problem.
Ich wäre da ehrlich gesagt vorsichtig. Nur weil es funktioniert, heißt das nicht, dass das empfehlenswert ist. Ich würde Eingriffe, die den Baum viel Energie kosten, nicht unbedingt in einer Phase durchführen, in der keine Energie gewonnen wird.
LG
Sebastian

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mydear
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Re: Hainbuche - das häßliche Entlein

Beitrag von mydear » 03.04.2019, 00:23

Die Hainbuche hat bereits gut ausgetrieben. Unten sind wieder Gallmilben aufgetaucht und haben ihre Kringelspiele getrieben.
Alle befallenen Blätter wurden herausgeschnitten.

Die Blätter an der Abmoosung sind etwas kleiner, wachsen sonst ganz normal. Alles im Plan.

Grüße
Rainer
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Oberseite
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Unterseite der Blätter
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Re: Hainbuche - das häßliche Entlein

Beitrag von mydear » 08.09.2019, 20:53

*updated*
Von außen war keine einzige Wurzel an der Abmooskugel zu erkennen. Meine Urlaubsvertretung kam an den brutal heißen Tagen nicht mehr mit dem Gießen hinterher, etwa die Hälfte abfallende Blätter am Gipfel die Folge. Doch die äußersten Blätter hatten sattgrüne Farbe. Ein Hinweis auf gute Nährstoffversorgung. Gleichzeitig der Verdacht, dass der Ringspalt überbrückt worden sein könnte.

Am 07. September habe ich nachgesehen: keine einzige Wurzel. Stattdessen Wucherungen auf beiden Seiten des Ringspaltes. An der Oberseite sieht es so aus als wäre die Stelle mit Kallus zugewachsen.

Also nächstes Jahr den Spalt nachschneiden /vergrößern und nochmals auf Wurzelbildung hoffen. Dann werde ich zusätzlich einen 2,5mm-Drahtring am Spalt verdrillen. So leicht gebe ich nicht auf.

Grüße
Rainer

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07. Sept 2019: kein Farbunterschied zwischen Abmoosung und den Blättern unterhalb.
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der Ring scheint zugewachsen zu sein. Nur Kallus aber keine Wurzel !
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keine einzige Wurzel zu erkennen
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Kallus von beiden Seiten zu erkennen
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Herbert A
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Re: Hainbuche - das häßliche Entlein

Beitrag von Herbert A » 08.09.2019, 21:09

Servus Rainer,

bei Hainbuchen habe ich keine Erfahrung. Aber bei alten Rotbuchen dauert es auch zwei Jahre bis sich genügend Wurzeln bilden. Im ersten Jahr bildet sich wie bei deinem Baum fast nur Kallus. Da entferne ich im Frühjahr am oberen Rand bis auf einen kleinen Rand den gebildeten Kallus.

Ich wünsche dir viel Glück bei der Abmoosung. Das gibt einen sehr schönen Shohin und der Stammbaum wird auch gewinnen.

lg
Herbert
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Re: Hainbuche - das häßliche Entlein

Beitrag von mydear » 08.09.2019, 22:30

Danke Herbert für diese Hinweise. Gut zu wissen, dass Buchen etwas mehr Geduld brauchen. Es ist mein erster Abmoosversuch an einer Hainbuche.
In deinem Journal (Bonsai Art?) war mal ein Bericht über Spanier, die in einer Saison eine Buche mit gut 10cm abgemoost haben. Ich erinnere mich, dass dort auch ein Drahtring angelegt wurde. Ok, in Spanien wächst halt alles etwas schneller, ist die Saison gut 2 Monate länger.

Der Vergleich zeigt, dass der Kallus ziemlich gewuchert hat.

Grüße
Rainer
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Vergleich Februar und September
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Re: Hainbuche - das häßliche Entlein

Beitrag von ManuelaR » 09.09.2019, 11:37

Hallo Rainer

Viel Glück beim 2. Versuch, das wird ein toller Shohin *daumen_new*
Ich versuche nächstets Jahr auch eine Hainbuche abzumoosen, jetzt weiss ich ja was mich erwartet.

Viele Grüsse Manuela

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Re: Hainbuche - das häßliche Entlein

Beitrag von nemsi » 09.09.2019, 18:37

Hallo Rainer,
ich hätte nicht gedacht, dass eine Hainbuche sich etwas ziert beim Abmoosen. Finde Shohin und Stammbaum zwei spannende Projekte *daumen_new* . Ich arbeite ja auch viel mit unscheinbarem Material und versuche was draus zu machen, da sind solche Erfahrungen von Dir viel wert.

Liebe Grüße
Robert
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Re: Hainbuche - das häßliche Entlein

Beitrag von Herbert A » 09.09.2019, 19:37

Servus Rainer,

zur Methode der Abmoosung mit Drahtring:
Diese Methode wird immer wieder einmal propagiert. Ich habe es auch schon versucht. Mein Fazit ist aber dass ein stark Kallusbildender Baum jeden Draht problemlos überwallt und es absolut keinen Unterschied zur Abmoosung ohne Draht gibt. Hierzu ist auch im letzten Bonsai Focus ein Bericht der die beiden Methoden vergleicht. Auch dieser Bericht kam zu keinem Vorteil einer Abmoosung mit Draht.

Ganz wichtig erscheint mir auch noch folgende Tatsache.
Unsere Bäume haben einen jährlichen Wachstumszuwachs von 0,1 bis 0,3 mm. Im Vergleich hat ein älterer im Feld wachsender Baum Zuwachsraten bis zu 10 mm.
Das heißt bei unseren Bäumen sind auf 1 mm sind 3 bis 10 Jahresringe. Zwischen diesen Jahresringen gehen die Leitungsbahnen zur Versorgung des Baumes mit Wasser rauf. Wenn ich jetzt beim setzen des Abmoosringes nicht nur das Kambium entferne sondern "vorsichtshalber" auch noch Splintholz entferne oder den Baum durch das verdrillen des Drahtes einenge, kann ich mir vorstellen dass dabei einige Leitungsbahnen die Versorgung einstellen und es damit zu einem spärlicherem Wuchs und einer verminderten Wurzelbildung kommt.

Ich verzichte daher seit Jahren auf eine Drahtwicklung beim abmoosen.

lg
Herbert A
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Re: Hainbuche - das häßliche Entlein

Beitrag von migo » 09.09.2019, 19:58

Hallo,
habe schon ein paar mal Hainbuchen problemlos nach wenigen Monaten abgemoost. Das es evtl. zwei oder mehr Jahre braucht, kenne ich auch nur von Rotbuchen.
Auf dem Foto mit der frischen Abmoosestelle erscheint es mir so, als wäre zur Spitze hin das Kambium nicht vollständig entfernt worden. Das kann gut zur Kallusbildung beigetragen haben.
Tschüüss, Michael

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