Wacholder nach 15 Jahren

Der richtige Ort Bonsai (Baum in Schale mit gewisser Reife) vorzustellen und zu präsentieren. Der Threadersteller möge bitte im Eröffnungsthread darauf hinweisen wenn allgemeine Kommentare unerwünscht sind. Andernfalls stellt sicher, dass ihr etwaige fachliche Kritik durch die "DREI SIEBE" gesiebt habt!
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hwolf
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Re: Wacholder nach 15 Jahren

Beitrag von hwolf » 06.09.2019, 10:54

Moin,
ich denke, die Abwesenheit 'einiger positiver Kommentare' hat nichts mit der hier gezeigten Pflanze zu tun, lieber Dieter.
Das ist "auch so schon" ein richtig toller Wacholder und auch wenn natürlich immer Luft nach oben ist und Du sicher auch einen hohen, berechtigten Anspruch an Deine Gestlatungen hast, sind alle hier von Dir gezeigten Wacholder Schnittchen ;) Aber das weißt Du ja auch. Aber das reicht Dir ja nicht. Auch das ist bei Deiner Geschichte und Können berechtigt.
Das Gefühl für die Balance im Todholz, Bewegung und natürlich die Gesundheit zeigen, dass man hier nicht mit Begeisterungsbekundungen, sondern konstruktiver Kritik punktet, weil Du eben genau dazu aufrufst.
Find ich gut, macht mir Spaß, auch wenn ich zu all den Dreiecken nichts sagen will und auf diesem Weiter-Entwicklungs-Niveau kaum was sagen kann.

Daher vielen Dank und rückversichernd bekundetes Leseinteresse -
Heinrich
Soft skills for hard woods.

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abardo
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Re: Wacholder nach 15 Jahren

Beitrag von abardo » 06.09.2019, 11:34

Hi,

ich auch denke nicht, dass du zu dem Baum weitere Anerkennung brauchst, jeder sieht, wie weit und gut der ist.

Und gerade deshalb macht es (mir zumindest) Spass, daran noch ein bisschen virtuell rumzufummeln, an Feinheiten zu arbeiten. Oft geht es ja um eine Grundgestaltung, da weiss man nie, wie das wirklich in 5 Jahren mal werden kann. Das hier ist Finetuning und schult das Auge ungemein. Manchmal verschiebt man nur einen Zweig und ich würde mich freuen, wenn es hier mehr solcher fortgeschrittenen Bäume gäbe ...
Grüße, Frank
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Re: Wacholder nach 15 Jahren

Beitrag von bock » 06.09.2019, 12:10

Moin Dieter!

Mir gefällt vor allem, dass es in dieser Rubrik endlich mal wieder um "und -besprechungen" geht.
Präsentationen sind ja schön, aber wenn (wie Frank es formulierte) das Finetuning fortgeschrittener Bäume als interaktive Gruppenarbeit erfolgt (und auch ich als Nichtmitglied der Masterclass teilnehmen könnte) ist doch der Lerneffekt für alle nicht so fortgeschrittenen Nutzer ein wesentlich größerer.
Vielen Dank dafür!

Ich hätte vermutlich auch zur Reduktion der Krone tendiert, es leuchtet aber ein, dass der Zuwachs unten mehr Sinn macht. Auch wenn "die Suche nach dem kleinstmöglichen Baum" in meinen ungeschulten Augen im Hinblick auf stimmige Proportionen zwischen Stamm und Laub noch ziemlich fest zu sitzen scheint - zumindest beim Betrachten der Bilder hier im Forum.
Ich hoffe auf eine langfristige fotografische Dokumentation der weiteren Schritte!
liebe Grüße Andreas
Ein Leben ohne Bonsai ist möglich - aber völlig sinnlos! :faellen:

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Re: Wacholder nach 15 Jahren

Beitrag von zopf » 07.09.2019, 08:17

Hallo
Wenn ich bei beiden Bildern nur nach Stammlinie und Schwerpunkt gehe,
kann man erkennen das Elmars Bild den stabileren Baum zeigt,
da der Schwerpunkt näher an der Stammlinie liegt.
zopf-shin-c1.jpg
zopf-shin-c1.jpg (159.38 KiB) 509 mal betrachtet
Das geht in die richtige Richtung,
bleiben als Probleme die Schwere der rechten Kronenseite
die Freiräume im unteren Bereich der rechten Krone.
mfG Dieter
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Re: Wacholder nach 15 Jahren

Beitrag von abardo » 07.09.2019, 09:14

Hi,
zopf hat geschrieben:
07.09.2019, 08:17
den stabileren Baum zeigt,
da der Schwerpunkt näher an der Stammlinie liegt.
Wenn das dein Hauptkriterium ist, ist mein Entwurf auch ganz nahe dran.
Und hat dann zusätzlich den Vorteil, dass der Schwerpunkt noch AUF dem Stamm liegt.

file.png
Schwerpunkt virtual
file.png (882.62 KiB) 493 mal betrachtet
Grüße, Frank
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Re: Wacholder nach 15 Jahren

Beitrag von abardo » 07.09.2019, 09:20

Dazu kommt aber noch das Lot.

file.png
file.png (869.56 KiB) 490 mal betrachtet

Geht bei meinem Virtual mehrfach durch den Stamm, liegt dann unten fast mittig auf dem Stammfuss, nur leicht versetzt von der Mitte der Schale und befindet sich in der Nähe des Schwerpunktes.

file-2.jpg
file-2.jpg (161.04 KiB) 490 mal betrachtet

Bei den anderen berührt es nie den Stamm, endet ziemlich versetzt rechts ausserhalb, wo sich kein Nebari befindet, ist von der Mitte der Schale stark nach rechts verschoben und befindet sich weit weg vom Schwerpunkt.
Grüße, Frank
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Re: Wacholder nach 15 Jahren

Beitrag von abardo » 07.09.2019, 09:38

Ausserdem empfinde ich mehr Laub als zu viel für den dann zu dünn wirkenden Stamm und die Schale ist dann auch deutlich zu schmal.
Grüße, Frank
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Re: Wacholder nach 15 Jahren

Beitrag von zopf » 07.09.2019, 13:38

Hallo Frank
Das sind schon gute Argumente, die für eine Kürzung sprechen würden.
Das geht jetzt in den Bereich
Pro und Kontra
und deren persönliche Gewichtung.
mfG Dieter
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Re: Wacholder nach 15 Jahren

Beitrag von abardo » 07.09.2019, 20:20

Korrekt, die Alternativen durchdenken und dann nach Geschmack weiter gestalten.

Die jetzige Schale sieht ja sehr klassisch aus, da sollte der Baum schon ausgewogen sein.

Aber mir ging auch durch den Kopf, ob der Baum nicht auch so bleiben könnte, wie er ist. Dann hat er halt einen deutlichen Rechtsdrall und sieht etwas wilder aus. Wenn du dem einen schönen weit nach rechts ragenden Slab machst und ihn auch nach rechts kippst, kann das auch wieder sehr gut passen.
Grüße, Frank
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Re: Wacholder nach 15 Jahren

Beitrag von espanna » 07.09.2019, 22:34

Ich habe mir den Baum (was ich in der Qualität sicherlich in den nächsten zich Jahren nicht haben werde) angeschaut und gerätselt wie es wohl wäre....
Jetzt haben wir tolle Virtuals und Dreiecke UND ich verstehe warum es für mich auf dem Bild nicht ganz gepasst hat. Dafür schon mal ein großes Dankeschön!
Das könnte aber live ganz anders wirken, oder auch um paar Grad gedreht oder....
Bin gespannt was noch kommt.
Gruß!

László

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Re: Wacholder nach 15 Jahren

Beitrag von Bonsai-Fips » 08.09.2019, 18:33

Hallo Dieter,
ein regnerischer Sonntag... da habe ich mir erlaubt, aus dem Bauch heraus an Deinem Wachholder herum zu schnippeln (nur weggenommen). Falls Dich das Bild stört, gib Bescheid..
Schönes Restwochenende und Grüsse, Fips
Dateianhänge
zopf-shin-1[1].jpg
zopf-shin-1[1].jpg (145.73 KiB) 286 mal betrachtet

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Re: Wacholder nach 15 Jahren

Beitrag von zopf » 09.09.2019, 12:26

Hallo
Vielen Dank für Eure Mühen.
@Frank - Durch den untersten rechten Ast bedingt,
hat der Baum, für mich, eine klare Bewegungsrichtung nach rechts.
Dein Virtual zeigt einen Baum mit einem statischen Gleichgewicht,
das spricht, meiner Art nach, für einen mehr oder weniger geraden Stamm.
Bei Bäumen mit Bewegung bevorzuge ich mehr ein dynamisches Gleichgewicht.
Eine Kürzung ziehe ich vielleicht in Betracht, aber das kann ich erst nächstes Jahr beurteilen,
wenn das Bäumchen wieder auf dem Arbeitstisch steht.
Da fein, detailliert mehr meine Richtung ist, passt dies nicht zum eher rustikalen, groben Charakter eines Slabs.
Außerdem habe ich alle Slab- und Waldschalenrohlinge entsorgt.
@Fips - gefällt mir sehr gut, ist genau die Richtung die ich die Jahre eingeschlagen habe.
Den Weg werde ich wohl gehen, wobei die Baumhöhe noch fraglich ist.

Wenn ich ein Bäumchen einstelle, ist damit für mich automatisch verbunden,
das dazu auch Alles geschrieben werden kann.
mfG Dieter
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