Bonsai in der Kunstgalerie

Wann und wo ist was los? Bekanntmachungen und Termine für Bonsai-Ereignisse aller Art.
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Walter Pall
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Bonsai in der Kunstgalerie

Beitrag von Walter Pall » 04.09.2006, 04:42

Geht mal zu

http://www.galerie-terminus.de/

Lädt leider nur sehr langsam. Unter PROGRAMM und dann AKTUELLES PROGRAMM steht einiges über Boaz Vaadia. Ganz zum Schluss eine kleine Überraschung.
Wem das Laden der Galerie zu lange dauert, hier ein Auszug aus der Künstlerliste:
Baselitz Georg, Chamberlain John, Felipe de Antonio, Jones Allen, Kiefer Anselm, Lichtenstein Roy, Polke Sigmar, Ramos Mel, Rauschenberg Robert, Richter Gerhard, Rosenquist James, Saint Phalle Niki, Stella Frank, Vaadia Boaz, Warhol Andy.

Den Warhol Andy in der Reihenfolge finde ich schön.

Michael T.
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Beitrag von Michael T. » 04.09.2006, 07:53

Das wird bestimmt ´ne spannende Ausstellung.
Mach bloß gute Bilder :wink:
Viele Grüße aus dem Sauerland,
Michael

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Walter Pall
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Beitrag von Walter Pall » 05.09.2006, 09:35

Hier erste Impressionen. Die kunstverständiggen Gäste fanden die Kombination toll. Ich auch. :)
Dateianhänge
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edo B
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Beitrag von edo B » 05.09.2006, 11:19

Eine gelunge Kombination zwischen Kunst und (Bonsai)-Kultur.

Literator

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Walter Pall
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Beitrag von Walter Pall » 05.09.2006, 11:36

Literator hat geschrieben:Eine gelunge Kombination zwischen Kunst und (Bonsai)-Kultur.

literator,

danke für die schönen Worte. Allerdings spiegeln sie die Sebstzweifel der Bonsaiwelt wider. Das war keine Kombination zwischen Kunst und ewas anderem, nämlich Bonsai. Das ware ein Kombination von Kunst mit Kunst. So war es vom Galeristen gedacht.

Die Bonsai wurden da ausgestellt als Kunstwerke, als Kunstwerke, die in einer angesehenen Kunstgalerie ihren Platz haben, gleichrangig mit Skulpturen und Gemälden. Das hat auch mehr oder weniger einstimmig das in Sachen Kunst höchst zuständige Publikum so gesehen. Da war kein Zweifel daran, dass Bonai hohe Kunst sein kann und ist. Da war so ein wenig die Frage, inwieweit die Bonsai durch ihren gewaltigen Ausdruck den anderen Kunstwerken ev. ein wenige die Schau stehlen. Nicht meine Worte, sondern die eines Kunstkenners. Die Leute hatten zum grössten Teil noch nie 'wirkliche' Bonsai gesehen und waren höchst angetan, ja teilweise überwältigt.

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Beitrag von flu » 05.09.2006, 11:47

Spannend finde ich die Gegenüberstellung von verfremdeten Menschenskulpturen (wobei man hier wohl streiten kann, ob es sich um Skulpturen oder um Plastiken handelt) und naturalistischen Baumgestaltungen.

Der Schöpfer von naturidentischen Kunstwelten, wie er dabei in der Abstraktion seiner selbst zurück tritt.
BildBildBild

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Beitrag von mohan » 05.09.2006, 13:23

Von diesem Event bin ich auch ganz angetan :!:

Bonsai in diesem Rahmen gefaellt mir ausgesprochen gut! Nicht nur, dass die gezeigten Exponate hervoragend zu einander passen und sich quasi ein Stueck ergaenzen, nein, auch die Tatsache , dass nur ganz wenige Baeume ( dieser Qualitaet) gezeigt werden ist dieser Kunst sehr zutraeglich! Dem (sensiblen) Betrachter ist es so erst moeglich, das Gezeigte ueberhaupt geistig und gefuehlsmaessig zu erfassen.

Auf einer "normalen" Bonsaiausstellung fuehle ich mich nie so richtig wohl ( Achtung: Ich spreche hier nur von mir) und bin nicht gewillt und auch nicht in der Lage jedem Baum die Aufmerksamkeit zu Teil werden zu lassen, die er beansprucht und ihm wohl auch gebuehrt. Im Gegenteil, verschliesse ich mich vor dieser geballten Praesenz. Da kann ich gar nichts fuer, das passiert automatisch.
Schade eigentlich, fuer den Baum und den Gestalter.
Das gilt fuer alle groesseren Ansammlungen von Baeumen und auch von Menschen. Ich denke nicht, dass ich alleine mit diesem Phaenomen bin, so ergeht es sicher Vielen!

Die gezeigte Ausstellung ist deshalb in meinen Augen ideal, der Baum fuegt sich in etwas Komplexeres/ Uebergeordnetes ein wo er hin gehoert und wird nicht mehr in eine freakige Ecke isoliert, in Reih und Glied auf voellig unpassenden Tischen mit Tischtuechern *doh* (ich hab mich sogar schon dabei ertappt, wie ich mich nach Haekeldeckchen umgesehen hab :P ) aufgereiht. Da ist der Baum nur einer von vielen.
Die Wertschaetzungen der Baeume ist auf diesen (eigens fuer sie arrangierten Ausstellungen !)so gering, dass nicht einmal darauf Acht gegeben wird, welche Tisch-Hoehe ein jeder individuell ausgestellte Baum benoetigt. Das ist doch sowas von wichtig, kann der baum doch sonst nicht richtig auf den Betrachter wirken! Aber das nur am Rand bemerkt....

Hier muessen diese ausdrucksstarken Persoenlichkeiten eben nicht massiv mit gleichartigen in Konkurrenz treten.

Also nochmal: Wirklich TOP :!: *daumen_new*


Walter, plauderst u vielleicht noch ein bisschen aus dem Naehkastchen und stellst uns mal ganz grob dar, wie es zu dieser Fusion gekommen ist?
Danke!
Zuletzt geändert von mohan am 05.09.2006, 13:41, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag von Norbert_S » 05.09.2006, 13:31

Moin,

eine schöne Ausstellung mit großer Spannung.

Walter, die von Dir getätigte Aussage über die überraschende Wirkung von Bonsai auf "Unbedarfte" habe ich 2001 in München anläßlich "unserer"
Weltausstellung mit großer Freude häufiger gemacht.

Die im Eingangsbereich neben der Rezeption gezeigten zwei hervorragenden Bonsai haben mehr als einmal zu dieser Reaktion geführt.
Kaum einer konnte sich der Faszination der Bäume entziehen, fast alle sind vor den Bäumen stehen geblieben und haben teilweise überschwänglich ihre Gefühle geäußert.
Diese Reaktionen beobachten zu können hat mich fast genauso gefreut wie der Genuss an der gesamten Veranstaltung.

Gruß
Norbert

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Beitrag von mohan » 05.09.2006, 13:53

Noch etwas:

Auf diesem Bild kann ich Spanndraehte erkennen:
Bild

Sind bei deinen Exponaten auch Baeume die noch gedrahtet sind?
Das wuerde ich in diesem Kontext ganz entsetzlich finden :!: :shock:



Und noch ein Nachtrag:
Mir geht es nicht darum Haare in der Suppe zu finden, ich bin nur neugierig.
Walter Pall hat geschrieben: Die Bonsai wurden da ausgestellt als Kunstwerke, als Kunstwerke, die in einer angesehenen Kunstgalerie ihren Platz haben, gleichrangig mit Skulpturen und Gemälden. Das hat auch mehr oder weniger einstimmig das in Sachen Kunst höchst zuständige Publikum so gesehen.
Durch das "mehr oder weniger" nehme ich an, dass es auch vereinzelte Gegenstimmen gab. Was waren das fuer welche und was haben die gemeint?
Danke fuer deine Aufgeschlossenheit!

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Beitrag von Wolfgang » 05.09.2006, 14:16

Walter Pall hat geschrieben:..... Da war so ein wenig die Frage, inwieweit die Bonsai durch ihren gewaltigen Ausdruck den anderen Kunstwerken ev. ein wenige die Schau stehlen. Nicht meine Worte, sondern die eines Kunstkenners. Die Leute hatten zum grössten Teil noch nie 'wirkliche' Bonsai gesehen und waren höchst angetan, ja teilweise überwältigt.
Walter, du weißt, dass ich mit meinen Gedanken die Qualität deiner beeindruckenden Bäume nicht abqualifiziere und ich möchte dir auch keinesfalls die Freude (sofern du überhaupt Freude daran hattest... :wink: ) an diesem gelungenen Event in der Galerie nehmen ......, aber hast du darüber schon nachgedacht:
Wie würde es Besuchern einer Bonsai-Ausstellung gehen, die zwischen den Exponaten einige Skulpturen bzw. Plastiken vorfinden würden :?:

PS: Die Präsentation der Kunstwerke in dieser Galerie gefällt mir übrigens ausgesprochen gut, aber als "abgebrühter Bonsainer" hätte ich vermutlich meine Augen eher in Richtung der Skulpturen gelenkt ......

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Beitrag von Walter Pall » 05.09.2006, 15:03

mohan hat geschrieben:Noch etwas:

Auf diesem Bild kann ich Spanndraehte erkennen:

Sind bei deinen Exponaten auch Baeume die noch gedrahtet sind?
Das wuerde ich in diesem Kontext ganz entsetzlich finden :!: :shock:
mohan,

natürlich sind da Spanndrähte. Auf den meisten Exponaten sind da irgedwo Drähte. Das ist völlig normal, auch in diesem Kontext. Wer anderes erwartet ist weltfremd. Ich mache seit über 25 Jahren Bonsai. Trotzdem: fast alle meiner Spitzenbäume MÜSSEN mit etwas oder auch mehr Draht unterstützt werden, sonst sehen sie auf Ausstellungen nix gleich. Wem das nicht passt, der muss noch etwa zehn bis zwanzig Jahre warten. Dann bin ich aber 72 oder 82 Jahre alt. Soll ich bis dahin nicht ausstellen?
Kein Mensch hat auch nur ein Wort über den Draht verloren.


mohan hat geschrieben: Durch das "mehr oder weniger" nehme ich an, dass es auch vereinzelte Gegenstimmen gab. Was waren das fuer welche und was haben die gemeint?
Danke fuer deine Aufgeschlossenheit!
mohan,

nicht ein einziger Mensch hat irgendwas Negatives gesagt. Ich habe das bloss so geschrieben, damit es bescheiden klingt. In Wirklichkeit bin ich völlig unbescheiden und mächtig stolz. Leute, die für Millionen Kunstwerke gekauft haben, haben sich überschwänglichst bei mir bedankt, dass sie sowas sehen durften.

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Beitrag von Walter Pall » 05.09.2006, 15:15

Wolfgang,

da ist schon was dran. Aber das ist doch auch schön so. Wie sonst könnte man die richtigen Leute mit Bonsai konfrontieren. Die wären vorher kaum auf die Idee gekommen, eine Bonsai("kitsch")ausstellung zu besuchen. Jetzt tun sie es vielleicht. Jetzt sind sie bekehrt.
Das Ziel ist inzwischen klar, der Weg dahin wird immer deutlicher
Heute Abend geht's weiter mit grosem Publikume und Journalisten, Kunstkritikern usw.
Ich bin schon richtig gespannt. Bericht folgt.

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Beitrag von mohan » 05.09.2006, 15:19

Walter Pall hat geschrieben: Auf den meisten Exponaten sind da irgedwo Drähte. Das ist völlig normal, auch in diesem Kontext. Wer anderes erwartet ist weltfremd. Ich mache seit über 25 Jahren Bonsai. Trotzdem: fast alle meiner Spitzenbäume MÜSSEN mit etwas oder auch mehr Draht unterstützt werden, sonst sehen sie auf Ausstellungen nix gleich.
Hm, ich gebe zu, dass du mich mal wieder voellig desillusionierst!
Doch ist das sicher nicht weltfremd von mir, hoechstens bonsaiszenen fremd.
Du schilderst Deine Vorstellungen von Spitzenbaeumen.
Gestehst du mir zu dass ich meine eigenen habe? Danke. :)

Um die Illusion bei einem (unbedarften) Betrachter perfekt zu machen, duerfen meiner Ansicht nach keine Draehte sein, wenn sie nicht selbst zum Kunstwerk dazugehoeren. Ich wiederhole mich, wenn ich sage, dass es bei Betrachtern dadurch zu ungewollten Nebeneffekten in der Empfindung kommt und daran aendert sich auch nichts nur weil es in der bonsaiszene stillschweigend als "dazugehoerend" akzeptiert wird.
Das ist meine Ueberzeugung und ich werde versuchen, mich danach zu richten auch wenn es noch in weiter Ferne liegt.

Persoenlich koennte ich Spanndraehte auch eher tolerieren (wir reden von Ausstellungen) als komplett eingedrahtete Astpartien.
Aber ok, ich hoere auf...

nicht ein einziger Mensch hat irgendwas Negatives gesagt. Ich habe das bloss so geschrieben, damit es bescheiden klingt. In Wirklichkeit bin ich völlig unbescheiden und mächtig stolz.
Das ist doch wirklich super!
Du hast allen Grund stolz zu sein!
Zuletzt geändert von mohan am 05.09.2006, 18:30, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag von flu » 05.09.2006, 15:45

Man könnte die Spanndrähte ja auch als Wäscheleine kaschieren und Barbie-Klamotten drüber hängen. ;)
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Beitrag von Wolfgang » 05.09.2006, 20:33

Walter Pall hat geschrieben:Wolfgang,

da ist schon was dran. Aber das ist doch auch schön so. Wie sonst könnte man die richtigen Leute mit Bonsai konfrontieren. Die wären vorher kaum auf die Idee gekommen, eine Bonsai("kitsch")ausstellung zu besuchen. Jetzt tun sie es vielleicht. Jetzt sind sie bekehrt.
Das Ziel ist inzwischen klar, der Weg dahin wird immer deutlicher
Heute Abend geht's weiter mit grosem Publikume und Journalisten, Kunstkritikern usw.
Ich bin schon richtig gespannt. Bericht folgt.
He Walter, du bist sogar richtig stolz darauf!

Freut mich. :D

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