Die Pflege japanischer Schwarzkiefern nach Murakawa

Schneiden, Spannen, Drahten, Alterungstechniken etc.
Antworten
Benutzeravatar
Robert S.
Beiträge: 9783
Registriert: 28.03.2005, 07:09
Wohnort: München
Kontaktdaten:

Die Pflege japanischer Schwarzkiefern nach Murakawa

Beitrag von Robert S. » 13.12.2010, 22:09

Text aus PDF-Vorlage, freundlicherweise von Thierry zur Verfügung gestellt

Die traditionelle japanische Methode nach Murakawa

Übersicht der Arbeiten an der japanischen Schwarzkiefer (Pinus Thunbergii) über den Jahreszyklus

Dieser jährliche Zyklus der Nadelarbeiten an der Pinus Thunbergii wurde an unser Klima angepasst, sollte nur auf einen Baum im Endstadium angewandt werden (wenigstens was die Dimension des Stammes, und die Haupt- und Sekundäräste, angeht), und wenn man sich um die Verzweigung kümmern will.

I. Die traditionelle japanische Methode nach Murakawa:

JANUAR / FEBRUAR:
  1. Auswahl der Nadeln
    Man muss mit einer Schere die Nadeln der starken Zweige schneiden (indem man die Basis intakt lässt (2 bis 4 mm)) und nur 3 bis 5 Nadelpaare (entsprechend der Baumkraft) behalten, die sternenförmig am Ende des Zweigs angeordnet sind. An den weniger kräftigen Bereichen macht man die gleiche Arbeit, aber behält dieses Mal 5 bis 7 Nadelpaare.
  2. Auswahl der Knospen
  3. Strukturgestaltung der Zweige
  4. Drahten der Zweige
  5. Düngung

März / April :

Umtopfen wenn nötig


April / Mai :
  1. Pinzieren der Kerzen [1]:
    • Mit einer Schere [2] zuerst die Kerzen an den schwachen Zweigen schneiden, dann die stärksten 10 bis 12 Tage später.
    • Vollständiges Entfernen der Kerzen (an einem gesunden Baum), um die Verzweigung zu fördern
  2. Düngung :
    • Dünger in Form von Kügelchen, die jeden Monat gewechselt werden bis November. Zusätzlich ab und zu Flüssigdünger.

Juli :
  1. Zweiter Austrieb:
    • Entstehen/Aufkommen der Kerzen, die auf den Schnitt im April / Mai zurückzuführen sind
    • Es sind Kerzen, die später kleine Nadeln geben werden. Während dieser Periode macht man auch ein „Ausgleichsschnitt“zwischen den starken und den schwachen Bereichen. Dieser besteht einerseits im Entfernen einiger zu kräftigen Zweige mit der Schere, andererseits im Schneiden der Nadeln an den kräftigen Zweigen, indem man immer 3 bis 5 Nadelpaare behält.
    • Das hat zum Ziel, die Kraft der starken Teile zu vermindern, um die schwächeren Zweige davon profitieren zu lassen.
OKTOBER / NOVEMBER / DEZEMBER:

  1. Reinigung der toten Nadeln
  2. Düngung :
  • Fertilisation mit einem speziellen flüssigen Dünger für Herbst einmal pro Woche, und Düngemittelzugabe mit einem organischen Standard-Dünger wie beispielsweise Biogold in großen Mengen

[1] Achtung : im Falle der Schwarzkiefer aus Japan sollte man die ganze Kerze schneiden, also bis an den Rand der Nadeln des Vorjahres. Für die Pentaphylla bricht man nur ein Teil der Kerzen mit der Hand. Man darf nicht die japanische Schwarzkiefer (thunbergii) mit der weißen japanische Kiefer (pentaphylla) verwechseln, da sie zwei verschiedene physiologische Zyklen haben, und die Methoden, wie man die Kerzen schneidet, ganz andere sind.

[2] Das eignet sich nur für kräftige Kiefern: Pinus Thunbergii (Japan), Pinus Nigra (Österreich), Pinus Alepensis (Alep). Und natürlich nur bei sehr gesunden Bäumen. Die anderen Arten: Pinus parviflora, P. sylvestris, P. uncinata und die anderen Sorten sind schwächer und werden wie die Pinus parviflora bearbeitet.


II. Jüngste Methode aus Japan

Diese Methode unterscheidet sich von der Ersten (traditionellen) nur in den Daten/Zeiten :
  1. Die Reinigung der toten Nadeln erfolgt immer im September / Oktober. Man kann ebenfalls ein Ministrukturschnitt der Laubpolster vornehmen, um die Struktur der Polster zu verbessern.
  2. Jedoch das Schneiden der Nadeln macht man genau wenn die Kerzen sich öffnen, d.h. gegen Mai / Juni, indem man 7 Nadelpaare überall behält.
Die Erklärung :
  • Mit der ersten Methode, bei der während des jährlichen Schnitts die Nadeln geschnitten werden, geht der Kraftüberschuss auf die übrig gebliebenen Nadeln.
  • Mit der zweiten Methode, bei der die Nadeln geschnitten werden bevor sich die Kerzen öffnen, wird der Kraftüberschuss direkt durch die Knospen gelenkt.

Antworten