Chinesischer Wacholder schwächelt

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alecks1811
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Chinesischer Wacholder schwächelt

Beitrag von alecks1811 » 16.06.2017, 19:16

Hallo liebe Forum Besucher,

ich bin neu hier und stelle mich daher kurz vor: Ich heiße Alexander, bin 38 Jahre alt, wohne in München und seit einigen Jahren hat auch mich das Bonsai Fieber kräftig gepackt. Wenn ich mich mit den Bäumchen beschäftige, kann ich einfach wunderbar abschalten.

Zur Zeit macht mir mein Chinesischer Wacholder jedoch etwas Sorgen. Ich habe den Baum letztes Jahr erworben und bisher keine Erfahrungen mit Chinesischen Wacholdern. Der Baum ist ca. 35 Jahre alt. Anbei findet ihr zwei Fotos vom letzten Jahr August (Bild 1 +2). Da damals das Substrat schon sehr verdichtet war und die Schale total verwurzelt, habe ich dieses Jahr Anfang April (nachdem es keine Frosttemperaturen mehr gab) den Baum in neues Substrat gepflanzt (50 % Akadama, 40 % Kyriu, 10 % Humus) und die Wurzeln ca. um 1/3 gekürzt. Die nächsten 5 Wochen habe ich den Baum dann an ein schattiges Plätzchen gestellt und nicht gedüngt. Seither dünge ich alle 2 Wochen mit Flüssigdünger (N/P/K = 8/8/6) und habe zusätzlich Biogold organischen Dünger auf dem Substrat liegen (ca. 30 Kügelchen). Ich gieße so ca. alle zwei Tage mit Leitungswasser (ca. 20 Grad dH) immer dann, wenn das Substrat oben leicht angetrocknet ist. Zusätzlich besprühe ich den Baum auch mehrmals täglich mit Leitungswasser. Sonne bekommt der Baum (im Idealfall bei Sonnenschein :-D) jetzt im Juni von ca. 14 Uhr bis Sonnenuntergang ab. Der Baum ist relativ gut vor Wind und zu viel Regen geschützt (Lodgia).

Nun ist es so, dass der Baum seit ca. 3-4 Wochen sehr viel älteres Laub verliert. Es werden eigentlich täglich viele ältere Nadeln (nicht zwingend im Kroneninnern) gelblich und beim drüberstreifen über die Äste verliert der Baum diese Nadeln dann. Zwischenzeitlich ist das Grün des Baumes schon ziemlich ausgedünnt (s. aktuell Bild 3 + 4 + 5). Neuaustrieb ist bisher auch fast gar nicht zu sehen. Schädlinge schließe ich aus. Habe den Baum genau angeschaut und nichts entdeckt (es sei denn, es befinden sich etwas im Substrat?).

Ist es normal, dass ein Chinesischer Wacholder so viel älteres Laub abwirft? Oder hängt es ev. mit dem Wurzelschnitt und neuen Substrat zusammen, dass er schwächelt? Ich hoffe wirklich, dass er nicht eingeht. Ich hänge sehr an diesem Wacholder. Falls euch an meiner Pflege irgendetwas auffällt, was dem Baum ev. nicht so gut tut, bin ich für eure Ratschläge jederzeit offen.

Viele Grüße

Alexander
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sstoeckert
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Re: Chinesischer Wacholder schwächelt

Beitrag von sstoeckert » 19.06.2017, 18:18

Hi Alexander,

Willkommen im Forum.
Eine Ferndiagnose ist immer dchwierig zumal ich auf den Bildern nicht viel erkenne.
Für die beschriebenen Probleme gibt es viele Ursachen, angefangen von Staunässe, Trockenheit, bis hin zu zu viel Dünger....
Ich würde dir raten erstmal den Dünger wegzulassen bzw. Abzusammeln und behutsam weiterzugiessen.
Viele Grüße

Stefan

*wink*

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camaju
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Re: Chinesischer Wacholder schwächelt

Beitrag von camaju » 19.06.2017, 18:54

Hallo Alexander,

Infos und Tipps zum Bilder einstellen findest du hier

viewtopic.php?f=58&t=24457

viewtopic.php?f=6&t=30577
Gruß Jürgen *wink*

Wer nicht mit Pflanzen und Tieren kann, kann auch nicht mit Menschen.

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Fabiansan
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Re: Chinesischer Wacholder schwächelt

Beitrag von Fabiansan » 19.06.2017, 21:44

Hallo Alexander,

Ich würde auch den Dünger weglassen.... und ihm auf der rechten Seite ordentlich grün wegnehmen.
Lieben Gruß
Fabian

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Marco_H
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Re: Chinesischer Wacholder schwächelt

Beitrag von Marco_H » 19.06.2017, 23:15

Wenn du den Eindruck hast, dass dein Wacholder schwächelt, dann schneidest du ihm JETZT gar nichts weg!!! Seine Kraft kommt aus der GRÜNMASSE!!!

Ich kann wie Jürgen angedeutet keinen Schaden eindeutig erkennen, daher bitte bessere Bilder einstellen.
Gruß aus dem Westerwald

Marco

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Fabiansan
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Re: Chinesischer Wacholder schwächelt

Beitrag von Fabiansan » 20.06.2017, 13:36

Also wenn ich 1/3 Wurzeln zurück nehme, dafür aber kein Grün - Dann hatte ich mitunter mal genau diesen Effekt. Durch das Anpassen der Verhältnismäßigkeit zwischen Laub und Wurzelmasse wurde er wieder vital.
Lieben Gruß
Fabian

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Manfred Jochum
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Re: Chinesischer Wacholder schwächelt

Beitrag von Manfred Jochum » 20.06.2017, 14:36

hallo zusammen,

Dünger weglassen würde ich nicht machen ggf. den Flüssigdünger..... organischer Dünger ist ok. , das braucht der Baum.
Grün wegschneiden ist in der Tat auch kontraproduktiv, würde ich also auch nicht machen.
Wenn er Wurzelprobleme hat, sterben sowieso ein paar Äste oder Triebe ab.... der Baum zeigt dir aber welche.
Zu sagen die Rechte Seite muss weg...... weil sie optisch zu stark ist.... wär für mich keine Option.

Ich tippe auf Spinnmilben oder Schildläuse ...... sind beide sehr schwer zu erkennen.
( weißes Blatt Papier unter die Polster und dann mal kräftig mit den Fingern durch die Grünbereiche, wenn dann so eine Art paprikapulver ähnliche Pünktchen zu sehen sind ( unter der Lupe ) die sich auch noch bewegen.... dann sind es Spinnmilben..... da kann man was dagegen tun.

Könnte aber auch zu naß stehen der Wacholder, das mögen sie auch nicht.
Hol ihn mal vorsichtig aus der Schale heraus.....
Hat er frische weiße Wurzelspitzen , oder hat sich seit dem Wurzelschnitt nichts mehr gebildet...... dann liegt hier dein Problem. Entweder die Erde oder der Zustand der Wurzeln beim Umtopfen waren nicht in Ordnung.

Ist leider wirklich so, dass Ferndiagnosen ohne reale Hintergrundinformationen gewaltig in die Hose gehen können.
Mit realen Hintergrundinformationen meine ich , wie verhält sich der Baum tatsächlich.
Wie ist die Drainage ?
Wie trocknet die Erde ab ?
Wie hell /dunkel ist dein Standort wirklich ?
Wie warm wird deine Schale am Standort ?
Wie stark war dein Wurzelschnitt wirklich, und wie war der Zustand der Wurzeln nach dem Umtopfen ?

Wenn du dir unsicher bist, geh am besten zu einem Fachmann, der dir ggf. helfen kann.

Gruß Majo
der wirklich wichtigste Teil einer Arbeit, ist damit anzufangen.

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alecks1811
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Re: Chinesischer Wacholder schwächelt

Beitrag von alecks1811 » 20.06.2017, 21:29

Hier die Bilder nochmal größer zum anklicken

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Ich hoffe, man sieht nun besser, dass der Wacholder seit letztem Jahr August (Bild 1+2) viele Nadeln verloren hat (Bild 3+4+5). Ein Bild mit gelben Nadeln stelle ich dann die Tage noch rein. Da hab ich grad keins parat :-D

Ich wede nun vorerst mal nicht mehr so viel gießen und den Flüssigdünger weglassen. Aus der Schale kann ich den Baum so ohne weiteres leider nicht herausnehmen, da er aufgrund des schiefen Stammes in der Schale von unten durch die Fixierlöcher mit Draht befestigt wurde. Aber wenn der Baum weiterhin gelbe Nadeln bekommt und ein Neuaustrieb auf sich warten lässt, werde ich wohl keine andere Option haben, als ihn auch aus der Schale zu nehmen :?

Viele Grüße

Alexander

sstoeckert
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Re: Chinesischer Wacholder schwächelt

Beitrag von sstoeckert » 21.06.2017, 08:18

Hi!

Auf der detailsufnahme vom laub meine ich schildläuse zu erkennen (die weissen punkte).... mal sehen wie die profis das sehen.
Trotzdem würde ich an deiner stelle schon mal mit einem mittelchen drübergehen, da der wacholder schon deutliche zeichen zeigt... bitte nicht vergessen das substrat abzudecken
Viele Grüße

Stefan

*wink*

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alecks1811
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Re: Chinesischer Wacholder schwächelt

Beitrag von alecks1811 » 21.06.2017, 20:07

Hier noch weitere Bilder von den Nadeln....

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Den Test mit weißen Blatt unter die Nadelpolster legen und drüberfahren habe ich gemacht. Konnte keine kleinen Punkte oder kleine Tierchen erkennen. Nur ein paar Nadeln, die abfielen. Gegen Spinnmilben hätte ich ein Mittelchen daheim (Bio Schädlingsfrei Neem von Bayer). Aber ich bin mir nicht sicher, ob ich es anwenden soll. Das schwächt den Baum vermutlich weiter, oder? Normal müsste man Spinnmilben doch auch mit dem bloßen Auge erkennen können?

Ich denke ich warte jetzt noch etwas ab, lasse das Substrat vorm nächsten Gießen immer antrocknen und hoffe, der Abwurf der Nadeln ist die Reaktion auf die Wurzelkürzung und das dadurch entstandene Ungleichgewicht. Weitere Beiträge/Diagnosen Eurerseits sind natürlich herzlich willkommen. Vielen Dank schon mal hierfür.

Viele Grüße

Alexander

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Re: Chinesischer Wacholder schwächelt

Beitrag von tokonoma » 21.06.2017, 22:18

Hallo Alexander,

Wo bist Du in München? Nord, Süd, Ost, West?
Man könnte sich mal treffen. Was Wacholder betrifft ist Artur in Neuburg an der Donau die erste Anlaufstelle.
Er hat bei meinem kerngesunden und vitalen Wacholder Schildläuse gefunden.
Artur hat auch hier im Forum den Namen Artur. Sprich ihn mal an mit schönen Grüßen von Rainer.

Ciao

Rainer
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alecks1811
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Re: Chinesischer Wacholder schwächelt

Beitrag von alecks1811 » 22.06.2017, 15:45

Hallo Rainer,

danke für den Tipp. Ich wohne im Südosten der Stadt. Bist du denn auch aus München?

Gruß

Alexander

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tokonoma
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Re: Chinesischer Wacholder schwächelt

Beitrag von tokonoma » 22.06.2017, 22:41

alecks1811 hat geschrieben:
22.06.2017, 15:45
Bist du denn auch aus München?
Hallo Alexander,
nicht ganz, aber 40 Km nördlich an der A9.

Ciao

Rainer
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Artur
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Re: Chinesischer Wacholder schwächelt

Beitrag von Artur » 23.06.2017, 13:44

Hallo Alexander,
habe Dir eine PN geschickt.
Die wird mir aber nicht angezeigt.
Ich hoffe die ist angekommen.
Viele Grüsse
Artur
Zuletzt geändert von Artur am 24.06.2017, 18:05, insgesamt 1-mal geändert.

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alecks1811
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Re: Chinesischer Wacholder schwächelt

Beitrag von alecks1811 » 24.06.2017, 12:50

Hallo Artur,

ja Nachricht ist angekommen. Danke für deine PN.

Hier noch ein Bild von einem heute durchgeführten Boden PH-Wert-Test. Das Ergebnis ist saurer Boden (5,0). Könnte das eine Ursache für den Abfall der Nadeln sein? Wacholder bevorzugen meines Wissens schwach saure/neutrale Böden.

Bild

Viele Grüße

Alexander

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