Ficus retusa von bonulli

Für ungeklärte(!) Fragen zum Bonsai-Einstieg und den Anfangsjahren. SUCHEN, LESEN, DENKEN und nur POSTEN,
wenn Du selbst KEINE ANTWORT GEFUNDEN hast
Antworten
bonulli
Beiträge: 48
Registriert: 07.01.2016, 12:10
Wohnort: Dresden
Brazil

Ficus retusa von bonulli

Beitrag von bonulli » 11.08.2017, 23:53

Liebes Forum,

vor kurzem habe ich mir im Gartencenter einen Ficus retusa gekauft. Im Folgenden möchte ich euch das Bäumchen vorstellen. Da ich Anfänger bin (beschäftige mich seit ca. 2 Jahren intensiv mit der Materie) möchte ich vor allem gerne meine Gedanken zum weiteren Vorgehen mit euch teilen und freue mich über konstruktive Rückmeldungen, Anregungen und Meinungen. Mir geht es in diesem Thread in erster Linie darum, zu lernen. Denn wenn man Entwicklungsgeschichten so wie diese (viewtopic.php?f=4&t=4201&hilit=Ficus) liest scheint immer alles folgerichtig und sonnenklar. Steht man aber vor seinem eigenen ‚Gemüse‘ sieht das schon ganz anders aus :wink:
FicusForum1.jpg
Ficus 08-2017
Recht unspezifisch gesprochen war mir der Anblick des Baumes spontan sympathisch, konkret mache ich das fest am kräftigen, knorrigen Stamm mit einem recht breiten Stammfuß sowie einer interessanten Bewegung. Außerdem mag ich die „baldachinähnliche“ Krone, die, wie ich finde, gut zu einem tropischen Baum passt.
Natürlich hat der Baum auch seine Schwächen, die einen Profi sicher davon abgehalten hätten, ihn zu kaufen. Dies ist zum einen die Verteilung der Äste sowie an den Ästen befindliche unschöne Verdickungen und zum anderen eine große, bislang kaum überwallte Schnittstelle an der Rückseite.
Wie beurteilt ihr den Baum? Seht ihr noch andere Problemstellen (oder Pluspunkte)?
FicusForum2.jpg
Nach Auslichtungsschnitt ist der Stammverlauf (aber auch die Schwachpunkte) besser zu sehen
Wie soll es nun weiter gehen mit diesem Baum? Als erstes muss er umgetopft werden, die matschige Pampe in der er momentan steht ist ein Graus. Außerdem hat er irgendeinen pflanzlichen „Untermieter“ (Portulak?), der munter aus dem Wurzelballen sprießt. Und da mein Akadamavorrat aufgebraucht ist und das Bonsaizentrum gerade ein eher gemütliches Versandtempo drauf hat, habe ich Zeit mir Gedanken zu machen und Rat von erfahrenen Bonsaianern einzuholen :-D .

Zu allererst, weil direkt relevant beim Umtopfen, stellt sich mir die Frage nach dem Schicksal der bereits zu einem Stämmchen gewordenen Luftwurzel. Einerseits mag ich die, weil sie ficustypisch ist. Andererseits wird sie wohl die einzige bleiben, denn Luftwurzeln nachzuziehen wird mir wohl eher nicht gelingen, nach allem was ich im Forum dazu gelesen habe. Ich finde, sie passt mit ihrem schnurgeraden Verlauf nicht so recht zu dem bewegten Hauptstamm und erinnert ein bisschen an einen Krückstock. Was meint ihr? Wie würdet ihr verfahren? Luftwurzel-Stämmchen belassen oder entfernen?
FicusForum3.jpg
Luftwurzel-Stämmchen-Krückstock?
Die große Schnittstelle hinten am Hauptstamm habe ich bereits etwas bearbeitet, da das tote Holz mir sehr weich und bröselig erschien und ich Angst hatte, dass sich der Baum einen Pilz einhandelt wenn er im Regen auf dem Balkon steht. Hierbei habe ich das tote Holz geglättet, den Kallusrand angeritzt und mit Wundknete abgedeckt. Auf dem Bild ist das tote Holz noch unbedeckt, hier werde ich zum Schutz vor Feuchtigkeit auch noch Wundknete aufbringen. Wäre eine Behandlung mit Holzhärter angesagt? Überwallt der Baum derart behandeltes Totholz noch? Habt ihr andere Anmerkungen zur Schnittstelle bzw. zu deren Versorgung?
FicusForum4.jpg
Schnittstelle (Kallus noch nicht vollständig geritzt)
FicusForum5.jpg
Schnittstelle nach Versorgung mit Wundknete

bonulli
Beiträge: 48
Registriert: 07.01.2016, 12:10
Wohnort: Dresden
Brazil

Weiter: Ficus retusa von bonulli

Beitrag von bonulli » 12.08.2017, 00:05

Was die Verteilung der Äste angeht ist sicher kein sofortiges Handeln nötig (oder gibt es gegenteilige Meinungen? Etwa um weitere Verdickungen im oberen Stammbereich zu verhindern? Andererseits soll aber auch die Schnittstelle zu wallen, hm. :?: ). Größere Eingriffe würde ich, bei ausreichender Vitalität des Baumes, frühestens im nächsten Jahr vornehmen wollen. Trotzdem würde ich gerne schon im Vorfeld in Ruhe und ohne Handlungsdruck Möglichkeiten mit ihrem Für und Wider erörtern und andere (eure) Meinungen sammeln.

Konkret sehe ich zwei Dinge als problematisch.
Erstens entspringen oben zwei der drei starken kronenbildenden Äste direkt gegensätzlich aus dem Stamm und werden so wahrscheinlich zu einer Verdickung führen. Also sollte über kurz oder lang einer von beiden fallen:
Variante a) Es fällt der rechte. Dafür spricht, dass
- der linke an der ‚richtigeren‘ Stelle sitzt, nämlich an der Außenseite der Stammbiegung und
- der rechte durch einen etwas tiefer bereits vorhandenen Trieb ersetzt werden könnte, wodurch das große Loch in der Krone perspektivisch wieder geschlossen werden kann.
Dagegen spricht, dass der linke der dickste Ast ist und hoch oben in der Krone sitzt. Das heißt, ob jemals ein tiefer sitzender Ast dicker werden kann als dieser ist unwahrscheinlich.
Variante b) Es fällt der linke. Dafür spricht eigentlich nur, dass dieser sehr dick ist und so weit oben in der Krone einer wünschenswerten Verjüngung entgegen steht. Dagegen spricht, dass quasi die linke Seite der Krone entfernt werden würde, ohne dass Ersatztriebe in Aussicht wären.
Wie ist eure Meinung, was würdet ihr in dieser Situation tun?

Zweitens fehlt an der rechten Stammbiegung ein Ast. Das kleine Zweiglein, welches an dieser Stelle auf den Bildern zu sehen ist, entspringt auf der Rückseite des Baumes. Diese Situation ist offenbar ähnlich wie die bei Heike‘s Ficus (viewtopic.php?f=4&t=4201&hilit=Ficus) und lässt mich an ihre Ablaktionsstrategie denken. Allerdings traue ich mir eine solche Operation (noch?) nicht zu und lasse die Finger davon. Vielleicht habe ich Glück und der Ficus liest Gedanken und lässt was geeignetes sprießen?
FicusForum6.jpg
Oben die beiden gegenständigen Äste, rechts die leere Stelle
Und letztens muss früher oder später die Spitze auf einen dünneren Trieb abgesetzt werden. Dort gibt es mehrere Triebe, die dafür in Frage kämen. Ich stelle mir das etwa so vor:
FicusForum7.jpg
möglicher Verjüngungschnitt in der Spitze
Soweit erstmal meine Gedanken zu diesem Baum. Nun hoffe ich, dass sich jemand die Mühe macht, diesen Beitrag liest, mir ein paar Tipps gibt und dem Ficus die schlimmsten Fehlentscheidungen erspart :-D

Viele Grüße,
Ulrike

Michael 86
Beiträge: 465
Registriert: 08.10.2016, 09:00
Japan

Re: Ficus retusa von bonulli

Beitrag von Michael 86 » 12.08.2017, 07:00

Hallo Ulrike

Bei diesem Baum würde ICH so vorgehen

Spitze durchwachsen lassen. Fördert die Wundheilung und der Baum wird symetrischer. Aktuell sieht sind die Proportionen nicht passend. Der eigezeichnete Schnitt wäre machbar.

Ficus treibt immer wieder gerne aus. Vielleicht entscheidest du dich für einen kleinen Neuaustrieb und baust die Äste neu auf. Im Gesamtbild müssen sie halt schon zusammen passen. Irgendwie stört mich der untere rechte dicke Ast. Er wächst so stur nach hinten. Am Ende entspringen viele kleine Zweige und Blätter streng nach oben. Kann aber real ganz anders aussehen. Ich würde den stark einkürzen und verzweigen lassen, dass er breiter wird und auch mehr nach vorne kommt.

Gleiches mit dem linken dicken oben.

Die Luftwurzel passt überhaupt nicht dazu, sehe ich auch so. Vor allem eine so einsame.
Da würde ich spontan einen kleinen Baum draus machen. Entweder mit Draht Bewegung rein bringen oder beim unteren Drittel kappen und durch weitere Verzweigung einen weiterführenden Leittrieb selektieren.

Umtopfen in der Aktuellen Zeit ist beim Ficus nicht unbedingt optimal aber möglich. Wenn die Erde problematisch ist vielleicht auch der bessere Weg. Wurzeln versuchen möglichst viel erhalten.


Soweit mal meine Gedanken zu dem Baum. Nicht unbedingt verpflichtend und nicht unbedingt der einzige Weg
Grüße Michael :)

Sanne
Beiträge: 3490
Registriert: 01.02.2009, 19:09
Wohnort: Norddeutschland
Hong Kong

Re: Ficus retusa von bonulli

Beitrag von Sanne » 12.08.2017, 21:07

bonulli hat geschrieben:...Als erstes muss er umgetopft werden, die matschige Pampe in der er momentan steht ist ein Graus.
Zu allererst, weil direkt relevant beim Umtopfen, stellt sich mir die Frage nach dem Schicksal der bereits zu einem Stämmchen gewordenen Luftwurzel...Luftwurzel-Stämmchen belassen oder entfernen?...
Hallo Ulrike,

habe einen sehr ähnlichen Ficus. viewtopic.php?f=9&t=44328&hilit=Ficus+Luftwurzeln
Ich würde ihn jetzt umtopfen, wenn er in einer Pampe steht. Der Umtopfzeitpunkt ist beim Ficus eigentlich egal. Meinen habe ich im Dez. 2016 umgetopft. Empfehlen kann ich die Hausmischung von Enger: Akadama + Bims.

Die eine Luftwurzel würde ich entfernen. Ansonsten finde ich, dass der Stamm schon eine schöne Bewegung hat.

Gruß, Sanne

bonulli
Beiträge: 48
Registriert: 07.01.2016, 12:10
Wohnort: Dresden
Brazil

Re: Ficus retusa von bonulli

Beitrag von bonulli » 12.08.2017, 23:47

Hallo Michael, Hallo Sanne,

vielen Dank dass ihr euch die Mühe gemacht habt, meinen doch etwas länger gewordenen Beitrag zu lesen und dass ihr eure Gedanken zu meinem Baum mit mir teilt! :-D

@Michael:
Michael 86 hat geschrieben:
12.08.2017, 07:00
Spitze durchwachsen lassen. Fördert die Wundheilung und der Baum wird symetrischer. Aktuell sieht sind die Proportionen nicht passend. Der eigezeichnete Schnitt wäre machbar.
Würdest du gleich den Schnitt wie im Foto machen oder die Spitze erst noch bis nächstes Jahr durchtreiben lassen? Was meinst du genau mit symmetrischer? Denkst du, die Spitze sollte insgesamt mächtiger werden?
Michael 86 hat geschrieben:
12.08.2017, 07:00
Ficus treibt immer wieder gerne aus. Vielleicht entscheidest du dich für einen kleinen Neuaustrieb und baust die Äste neu auf. Im Gesamtbild müssen sie halt schon zusammen passen. Irgendwie stört mich der untere rechte dicke Ast. Er wächst so stur nach hinten. Am Ende entspringen viele kleine Zweige und Blätter streng nach oben. Kann aber real ganz anders aussehen. Ich würde den stark einkürzen und verzweigen lassen, dass er breiter wird und auch mehr nach vorne kommt. Gleiches mit dem linken dicken oben.
Das sieht leider real genauso aus, wie du es beschrieben hast. So sehen leider die meisten Äste des Baumes aus und da muss ganz sicher stark eingegriffen werden. Im Prinzip würdest du also den dicken rechten oberen Ast stark einkürzen, den gegenständigen linken entfernen und aus dem etwas tiefer schon vorhandenen kleinen Trieb neu aufbauen. Den dicken Ast der Rückseite ebenfalls stark einkürzen. Ja, das kristallisiert sich wohl als der sinnvollste Weg heraus. Das Gute ist, dass es viele feinere Triebe gibt, auf die man die dicken Äste absetzen kann. Ich plane die Aktion für nächstes Frühjahr und muss vorher sicher ein kleines Mut-Schnäpschen zu mir nehmen :lol: Vielleicht hilft es aber auch, sich die uneleganten Äste noch ein paar Monate anzusehen, dann kommt der Mut vielleicht von ganz allein :wink:

@Sanne:
Sanne hat geschrieben:
12.08.2017, 21:07
Empfehlen kann ich die Hausmischung von Enger: Akadama + Bims.
Akadama + Bims war auch mein Plan, eventuell ergänzt durch etwas Kokosfaser. Ich hatte vor kurzem in Heike's Ficus-Thread (viewtopic.php?f=4&t=4201&start=60) nachgefragt, welches Substrat sie nutzt und das war genau dies (zusätzlich noch ein kleiner Anteil Blumenerde). Weißt du (ungefähr) wie bei der Enger-Mischung die Verhältnisse sind? In der Produktbeschreibung im Onlineshop gibt's diesbezüglich keine näheren Infos.

Dein Ficus gefällt mir sehr gut, mit seinen vielen Luftwurzeln sieht er sehr authentisch aus. Im Mai hast du einen sehr kräftigen Rückschnitt vorgenommen, wie sieht er denn jetzt aus? Hat er die Prozedur gut weggesteckt?
Sanne hat geschrieben:
12.08.2017, 21:07
Ansonsten finde ich, dass der Stamm schon eine schöne Bewegung hat.
Vielen Dank! :-D

Momentan steht es also 3:0 gegen die Luftwurzel-Krücke meines Ficus. Sieht so aus, als müsse der 'alte Mann' bald wieder ohne klar kommen :lol:
Oder gibt es noch andere Stimmen in der Community? Das Bonsaizentrum war beim Versand doch nicht so gemütlich, das Akadama (und eine neue Schale) ist heute angekommen und ich scharre bereits mit den Hufen...

Michael 86
Beiträge: 465
Registriert: 08.10.2016, 09:00
Japan

Re: Ficus retusa von bonulli

Beitrag von Michael 86 » 13.08.2017, 07:50

Hallo Ulrike

Kannst ja von den Wurzeln auch mal Fotos einstellen. Evtl kann man da schon erkennen, wo/ob beim nächsten Mal an den Wurzeln gearbeitet werden muss/kann/sollte.

Zum Schnitt - Es scheint, als würde der Spitzentrieb verdicken. Du hast am Ansatz einen schmaleren Umfang als oben. Deswegen wäre das schon nicht so schlecht.
Man muss sich mal Gedanken machen über die entstandene Schnittwunde an einem so kleinen Rest, der übrig bleibt. Ich bin da leider noch nicht lange dabei.
Aber du musst dir halt überlegen, wie Das Stammende weiter verlaufen soll, dass es zu dem Baum passt. Und vor allem, wie viel größer er werden soll
Proportionen - Man erkennt recht schnell, wie der Baum entstanden ist. Dickerer Stamm mit viel Schwung, stark eingekürzt und an der Schnittwunde entspringt jetzt ein aufstrebender Trieb. Der ist aber im Vergleich zum Stamm noch sehr dünn. Er passt noch nicht harmonisch zum Baum.

Zu den Ästen - Der linke obere ist leider, nach entfernen der Luftwurzel, nicht mehr wirklich viel. Und auf der linken Seite hast du sonst nur noch den darunterliegenden dünnen. Da bleiben dir eigentlich nur 2 Möglichkeiten. Entweder aus dem dicken übrigen Stummel was aufbauen oder den Dünnen später kürzen und daraus nen Ast aufbauen. Beide würde ich jetzt nicht dran lassen.

Auf der rechten Seite sieht es schon anders aus. Der untere Dicke kann dir nach hinten Tiefe aufbauen. Da würde ich versuchen ihn durch Rückschnitt aufzufächern, dass er halt in die Breite geht. Den untersten Kleinen würde ich mal fördern und vorerst wachsen lassen. Er entspringt genau in der Biegung und kann dir nach vorne etwas mehr Grün bringen. Vielleicht rechtzeitig eingreifen und die Richtung lenken, dass er mit den übrigen Ästen (für was du dich dann letztendlich entscheidest) nicht in die gleiche Richtung geht. Wenn du den Dicken rechts behalten willst, würde ich mir Gedanken darüber machen, ihn im Dickenwachstum erst einmal zu bremsen. Da musst du aber die Erfahrenen dann mal fragen.

Was noch interessant werden könnte wäre ein Ast, der links bisschen was bringt. Wenn da mal was wächst im hinteren Bereich, kannst du vielleicht da noch was hin bringen.

Aber egal was du machen möchtest, es bleibt deine Entscheidung und abgeschnitten ist alles sehr schnell. Es bringt sehr viel, wenn du im Forum mal rum schaust, wie entwickelte Bäume so ausschauen und was dir gefällt und was überhaupt nicht geht. Aber jetzt kommt der Winter und da hast du viel Zeit, dir den Baum anzuschauen und zu grübeln. Ein Arbeitskreis in der Nähe ist immer gut und die können dir da sicher auch weiter helfen. Die sehen den Baum dann auch live. Das ist manchmal sehr schwierig auf den Bildschirm zu bringen. Wenn man den Baum mal richtig gesehen hat, ist das nicht schwierig. Aber manchmal ist es schwer nachzuvollziehen, wie der Baum räumlich aussieht, wenn man ihn noch nie gesehen hat.

Und meine Meinung zu der Luftwurzel - die passt nicht zu dem Baum. Aber da du links sehr wenig Grün hast, würde ich daraus einen kleinen Jungbaum entwickeln, der es durch den entstandenen Raum geschafft hat sich im Schatten des großen zu behaupten. Weg ist der dann später auch schnell

Also erst mal Phantasieren, vielleicht eine Vorstellung aufzeichnen oder weitere Varianten überlegen, bisschen Geduld, bisschen träumen. Abgeschnitten ist das alles in ein paar Minuten. Und du scheinst ja auch schon so deine Vorstellungen zu haben.

PS: sehe jetzt erst, dass der kleine links eigentlich vorne entspringt. Das ändert natürlich die Sachlage
Grüße Michael :)

Sanne
Beiträge: 3490
Registriert: 01.02.2009, 19:09
Wohnort: Norddeutschland
Hong Kong

Re: Ficus retusa von bonulli

Beitrag von Sanne » 13.08.2017, 20:32

bonulli hat geschrieben:...Weißt du (ungefähr) wie bei der Enger-Mischung die Verhältnisse sind? In der Produktbeschreibung im Onlineshop gibt's diesbezüglich keine näheren Infos...
Hallo Ulrike,
das weiß ich nicht genau, aber das ist auch gar nicht so wichtig. Die Solitär-Hausmischung (Akadama + Bimskies) finde ich jedenfalls sehr geeignet für viele Baumarten und auch für den Ficus.
bonulli hat geschrieben:...Dein Ficus gefällt mir sehr gut, mit seinen vielen Luftwurzeln sieht er sehr authentisch aus. Im Mai hast du einen sehr kräftigen Rückschnitt vorgenommen, wie sieht er denn jetzt aus? Hat er die Prozedur gut weggesteckt?...
Danke. Mir gefällt der Ficus inzwischen nicht mehr so besonders. Der ist einfach "schräg". Aber für 25 € und im Winter einen Indoor-Baum im Arbeitszimmer reicht es gerade. Den totalen Blattschnitt hat er übrigens sehr gut verkraftet. Ich mach mal einen Update.

Gruß, Sanne

Michael 86
Beiträge: 465
Registriert: 08.10.2016, 09:00
Japan

Re: Ficus retusa von bonulli

Beitrag von Michael 86 » 13.08.2017, 22:13

Sanne hat geschrieben:
13.08.2017, 20:32
Mir gefällt der Ficus inzwischen nicht mehr so besonders. Der ist einfach "schräg". Aber für 25 € und im Winter einen Indoor-Baum im Arbeitszimmer reicht es gerade
Mir sagen diese Drachen/Schlangenformen auch nicht wirklich zu. Aber ich kann es verstehen, wenn man über den Winter auch etwas Bonsai machen möchte. Aus diesem Grund habe ich mir Jungpflanzen bestellt. Da kann man auch was draus machen
Grüße Michael :)

bonulli
Beiträge: 48
Registriert: 07.01.2016, 12:10
Wohnort: Dresden
Brazil

Re: Ficus retusa von bonulli

Beitrag von bonulli » 14.08.2017, 01:25

Jungpflanzen zu kaufen hatte ich vor diesem hier auch erwogen. Da ich aber schon den halben Balkon mit so kleinem Kroppzeug voll habe habe ich mich gefreut als ich diesen Kollegen mit etwas Stamm zum netten Preis entdeckte.

@Michael: jetzt ist mir klarer, was du mit der Spitze meintest. Ja, man sieht noch sehr deutlich den unnatürlichen Dickenunterschied zwischen Spitze und Stamm, das wird sich mit der Zeit hoffentlich noch ändern. Ich denke, ich werde die Spitze erstmal durchtreiben lassen um eine Verdickung zu erzielen. Den Rückschnitt, der dann mit einer größeren Schnittstelle einher gehen wird kann man ja vielleicht etappenweise machen um eine Rücktrocknung und Gefährdung der neuen Spitze zu verhindern.

Das Zweiglein, welches so aussieht als ob es rechts außen an der Stammbiegung entspringen würde wächst leider aus der Rückseite des Stammes. Ich werde diesbezüglich also zunächst auf die legendären Neuaustriebsfähigkeiten des Ficus hoffen müssen...

Bin gerade fertig mit umtopfen, das war eine ganz schöne Aktion. Vor allem der 'Untermieter' hat überrascht. Der hatte nämlich genauso viel Wurzelmasse wie der Baum selbst, ein Symbiont war das sicher nicht... Seinen Krückstock hat der Gute nun auch abgeben müssen. Mal sehen ob er die nächsten Tage beleidigt ist :-| Bilder stelle ich in den nächsten Tagen mal ein.

bonulli
Beiträge: 48
Registriert: 07.01.2016, 12:10
Wohnort: Dresden
Brazil

das erste Umtopfen

Beitrag von bonulli » 19.08.2017, 00:29

Hier nun der Bericht vom Umtopfen einschließlich der Bilder:

Es war ziemlich schwierig den Wurzelballen aufzulösen, nicht zuletzt durch den Mitbewohner, der beinah mehr und vor allem kräftigere Wurzeln hatte als der Ficus selbst. Ich vermute, dass es sich um eine per Wurzelsteckling vermehrte und beim letzten Umtopfen in der Erde mit in die Schale geratene Pflanze handelte. Nicht zuletzt deshalb war ich bei der Auflösung des Wurzelballens besonders gründlich, denn ich wollte vermeiden, von dieser Pflanze einen Wurzelrest zu übersehen.
Der Wurzelballen des Ficus hingegen war eher ernüchternd: verhältnismäßig wenige Wurzeln mit wenig Verzweigung und Feinwurzeln und einigen in die Länge geschossenen Wurzeln. Ich habe mich darauf beschränkt, die langgeschossenen Wurzeln zu kürzen. Insgesamt finde ich die Ausgangslage am Wurzelfuß nicht soo schlecht, ich hoffe, dass der Ficus im neuen Substrat (Akadama, Bims und etwas Kokosfaser) gute Bedingungen findet um neue Wurzeln zu bilden.
IMG_3658.JPG
Wurzeln nach der Bearbeitung
Dazu habe ich den Baum etwas tiefer als bisher gesetzt und die Stammbasis gut mit Substrat bedeckt. Da mit dem Luftwurzelstämmchen ein verhältnismäßig großer Teil der vorhandenen Wurzelmasse wegfiel habe ich mich entschieden, den linken Ast an der Ausgangsstelle der Luftwurzel zu kappen, auch wenn der Ficus nun links etwas amputiert erscheint. Früher oder später hätte der Ast der aufgrund der Verdickung ohnehin eingekürzt werden müssen. An den anderen Ästen und der Spitze habe ich (außer bei dem Auslichtungsschnitt kurz nach dem Kauf) keine weitere Grünmasse entfernt, so dass die wenigen Wurzeln nun ordentlich mit der Versorgung zu tun haben dürften. Bisher scheinen sie das ganz gut zu schaffen. Ich erhoffe mir von dem vielen verbliebenen Grün einen guten Wurzelzuwachs. Äste und Spitze schneide ich frühestens im kommenden Frühjahr wenn der Baum denn dann topfit ist. Bis dahin bleibt ein etwas "provisorischer" Gesamteindruck erhalten :)
FicusForum8.jpg
Ficus nach dem Umtopfen.
Insgesamt ist es gut, dass der Baum nun neues, luftiges Substrat hat. Seine Erscheinung finde ich ohne die Luftwurzel irgendwie auch ein bisschen langweiliger. Spaß hat es gemacht, eine neue Schale für den Baum auszusuchen. Findet ihr sie passend?

Michael 86
Beiträge: 465
Registriert: 08.10.2016, 09:00
Japan

Re: Ficus retusa von bonulli

Beitrag von Michael 86 » 19.08.2017, 07:55

Hallo Ulrike

Das Erscheinungsbild gefällt mir auf Anhieb besser. Man gewöhnt sich mit der Zeit an einen gewissen Anblick, wenn man etwas oft genug sieht. Hast den Baum auch etwas gedreht. War es so gewollt?
Die Schale gefällt mir.
Grüße Michael :)

bonulli
Beiträge: 48
Registriert: 07.01.2016, 12:10
Wohnort: Dresden
Brazil

Re: Ficus retusa von bonulli

Beitrag von bonulli » 19.08.2017, 09:59

Hallo Michael,
vielen Dank, freut mich, dass das Aussehen nun besser gefällt und auch die Schale Zustimmung findet. :-D
Auf dem ersten Bild war halt noch viel mehr Grün, nur eben leider unbrauchbares (alles was ich abgeschnitten habe waren von außen nach innen gewachsene Zweige). Und nun da das fehlt sind auch die oben diskutierten Unzulänglichkeiten des Baumes offen gelegt. Aber: immer Schritt für Schritt.
Und ja, du hast recht, ich habe den Baum ein klein wenig gedreht. Das war unbeabsichtigt und ist mir auch erst durch Vergleich der Fotos aufgefallen. Beim nächsten Umtopfen werde ich das wieder korrigieren.

Grüße,
Ulrike

Antworten

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 3 Gäste