Wie wächst eine Birke eigentlich?

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Georg Kiesewetter
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Wie wächst eine Birke eigentlich?

Beitrag von Georg Kiesewetter » 11.08.2017, 10:57

Ich habe zwei hübsche Birken in meiner Sammlung. Bei deren Weitergestaltung ist mir eine Frage in den Sinn gekommen, die mir nicht mehr aus dem Sinn geht: Wie wächst eine Birke eigentlich?
Birken Bonsai werden oft mit trauerweidenartig abwärts gebogenen Ästen präsentiert. Das entspricht aber in keiner Weise dem natürlichen Vorbild. Wenn ich in die Natur schaue, stelle ich fest, dass Birken genau so wachsen wie Linde, Ahorn oder sonst ein gewöhnlicher Baum. Der Stamm wächst aufrecht, alle primären und sekundären Äste streben schräg nach oben und ebenso gerade gewachsen wie bei anderen heimischen Arten.
Mir scheint, dass nur der diesjährige Austrieb herabhängt. Jedenfalls "hängen" bei allen naturbelassenen Birken nur sehr dünne, junge Zweige nach unten, während alle dickeren Äste und Zweige gerade wachsen und schräg aufwärts zeigen.

Wenn diese Beobachtung richtig ist, dann gibt es eigentlich nur zwei Möglichkeiten, wie aus herabhängendem Neuaustrieb aufwärtsstrebende ältere Baumteile werden könnten: Entweder
A) der Neuaustrieb vertrocknet zum größten Teil und wird im Laufe von Herbst und Winter vom Wind weggebrochen oder unter Schneelast etc sonstwie beseitigt. Es bleiben nur endständige, besonders saftige Teile des diesjährigen Austriebes zurück. Die solcherart stetig aufsteigenden Äste treiben jedes Jahr neue, herabhängende Zweige aus und setzen ansonsten ihr gerade nach oben gerichtetes Wachstum fort.

B) Das Dickenwachstum des Neuaustriebes sorgt dafür, dass sich die Zweige "strecken" und "aufrichten", so, dass sie, über die Jahre, der schräg aufwärts gerichteten Wachstumsbewegung der älteren Äste mehr und mehr folgen.

Die Möglichkeit A klingt irgendwie "umständlich" und, wäre sie richtig, müsste sich Jahr um Jahr mehr abgefallenes Reisig unter Birken finden.
Möglichkeit B erscheint intuitiv "überzeugender" - aber stimmt sie auch?
Hat hier jemand in Schule oder Studium gelernt, wie Birken wachsen?

Die Antwort scheint mir entscheidend dafür, wie man Birken gestalten sollte: Entweder Äste herabkrümmend drahten oder nur Jahr um Jahr die jüngsten Zweige nach unten ziehen?

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hwolf
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Re: Wie wächst eine Birke eigentlich?

Beitrag von hwolf » 11.08.2017, 12:51

Moin,

also zunächst wäre zu beachten, dass es ja verschiedene Birkenarten gibt, die auch unterschiedlich wachsen. Ich habe bei meinen Exemplaren die Beobachtung gemacht, dass Sandbirken stark dazu neigen, lange frische Triebe hängen zu lassen. Moorbirken tun das eher nicht, sondern treiben buschiger und "laubbaumtypisch".
Die langen, hängenden Triebe meiner in Entwicklung befindlichen Sandbirken sind im Frühjahr meist abgestorben. Bisher habe ich das der allgemeinen Fiesheit von Birken zugeschrieben und zweifelte an meiner Überwinterung, die aber identisch zu dem Vorgehen vieler erfolgreicher Gestalter ist.
Eine weitere Beobachtung: In meinem Garten befindet sich eine riesige Birke. Unter ihr, sehr zum Leid meines mit Saugfunktion ausgestatteten Rasenmähers, finden sich ab Herbst bis zum Frühsommer so viele tote Birkenzweigchen, dass ich pro Woche locker ein Vogelhäuschendach damit decken könnte. Dass Birken einfach alles an Energie in viel zu schwache sehr lange Triebe stecken, um möglichst schnell ein Energieplus durch Laubmasse zu erzeugen, dafür aber in Kauf nehmen, dass die Triebe zum Saisonende bis auf die ersten paar Internodien verloren gehen, halte ich für sehr wahrscheinlich.

LG
Heinrich
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Georg Kiesewetter
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Re: Wie wächst eine Birke eigentlich?

Beitrag von Georg Kiesewetter » 11.08.2017, 13:05

hwolf hat geschrieben:
11.08.2017, 12:51
... Dass Birken einfach alles an Energie in viel zu schwache sehr lange Triebe stecken, um möglichst schnell ein Energieplus durch Laubmasse zu erzeugen, dafür aber in Kauf nehmen, dass die Triebe zum Saisonende bis auf die ersten paar Internodien verloren gehen, halte ich für sehr wahrscheinlich. ...
Danke für diese Beobachtung. Ich sehe Birken nur im öffentlichen Grün und da wird Herabgefallenes ja dauernd entsorgt.

Servus
Georg

Michael 86
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Re: Wie wächst eine Birke eigentlich?

Beitrag von Michael 86 » 11.08.2017, 13:58

Ich kann bestätigen, dass sich etliches an Zweigen auf dem Boden landen. Durch das neue Hobby sehe ich mir auch oft genauer an, wie und warum wohl manche Bäume so wachsen, wie sie eben da stehen. Deswegen interessiert mich das Thema auch sehr.
Das hat mich auch von einigen Gestaltungsformen abstand nehmen lassen. Z.B. der durchgehende Stamm mit Waagerechten Ästen und einer einzigen zentralen Spitze.
Ich habe mal gelesen, dass Birken an den frischen Zweigen solche Pusteln/Stellen haben die rau sind. Durch die herabhängenden frischen Zweige, schaffe sie es durch Wind und die dadurch entstehende Bewegung andere frische Zweige fremder Bäume und möglicherweise auch ihre eigenen, zu kappen/abzusägen und in der Entwicklung zu bremsen. Das ist für die Birke als Pionierbaum wohl sehr wichtig um sich zu behaupten.

Was hältst du von Möglichkeit C)
Manche Bäume (Birke ist ja nicht die Einzige mit hängenden Zweigen) stecken viel Energie in Wachstum und Blätter. Allerdings härtet das Holz einfach nicht so stark bzw so schnell aus und es bleibt von dem entstandenen Zweig nur wenig übrig über die Saison. Ich habe z.B. selten (um nicht zu sagen nie) eine Birke gesehen, die zb breitkronig wächst, wie es zb Ahorn oder Walnuss. Die Birken scheinen eher ihre (ich nenne es mal so) "Bausteine zu Aushärtung" in die Spitze zu konzentrieren.
Vielleicht wäre das eine weitere Möglichkeit

PS: Mir erscheinen die neuen Zweige auch immer sehr dünn im Vergleich zu anderen Bäumen. Es ist also prinzipiell eher Gewicht als tragende Masse vorhanden
Grüße Michael :)

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Georg Kiesewetter
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Re: Wie wächst eine Birke eigentlich?

Beitrag von Georg Kiesewetter » 11.08.2017, 14:05

Michael 86 hat geschrieben:
11.08.2017, 13:58
...Die Birken scheinen eher ihre (ich nenne es mal so) "Bausteine zu Aushärtung" in die Spitze zu konzentrieren. Vielleicht wäre das eine weitere Möglichkeit...
Das ähnelt sehr dem bisher Gesagten. Das "dünne, neue Zeug" bricht ab und wird in der neuen Saison ersetzt.
Erklärt naturlich noch nicht so ganz das geradlinige Wachstum der dickeren Äste. Die müssen ja auch mal dünn gewesen sein...

Servus
Georg

Michael 86
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Re: Wie wächst eine Birke eigentlich?

Beitrag von Michael 86 » 11.08.2017, 14:16

Bleibt zu klären, wo der neue Zweig bricht. Erst wächst er gerade und hängt kurz danach herab im Bogen herab. Er bricht wohl nicht an dem Ursprungspunkt sondern eher im Bogen, der dann schon begonnen hat auszuhärten. Somit wächst der Ast im laufe der Jahre durchaus gerade, zwar nicht mit vollem vorhandenen Potential aber er entwickelt sich langsam.?
Grüße Michael :)

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bock
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Re: Wie wächst eine Birke eigentlich?

Beitrag von bock » 11.08.2017, 14:41

Moin!

Jein...
Auxine regeln auch bei Birken das Triebwachstum. Leittriebe an Stamm und Ästen wachsen nicht hängend - wie an anderen Bäumen auch. Nur die Seitenzweige haben bei der Birke weniger sekundäres Dickenwachstum und hängen deshalb. Werden diese Seitentriebe zu lang und schwer, vermindert sich die Wasserversorgung und sie trocknen ein. Der nächste Herbststurm reißt dann die ältesten Hängetriebe vom Baum.
liebe Grüße Andreas
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Georg Kiesewetter
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Re: Wie wächst eine Birke eigentlich?

Beitrag von Georg Kiesewetter » 12.08.2017, 09:40

bock hat geschrieben:
11.08.2017, 14:41
... Auxine regeln auch bei Birken das Triebwachstum. Leittriebe an Stamm und Ästen wachsen nicht hängend - wie an anderen Bäumen auch. Nur die Seitenzweige haben bei der Birke weniger sekundäres Dickenwachstum und hängen deshalb. Werden diese Seitentriebe zu lang und schwer, vermindert sich die Wasserversorgung und sie trocknen ein. ...
Sehr schön. Vielen Dank.
Kann man diese Erkenntnis jetzt in Gestaltungshinweise "übersetzen"?
Man müsste, denke ich, die Leittriebe wie bei jedem anderen Baum im Längenwachstum begrenzen und Verzweigung aufbauen und nur (junge) Seitentriebe nach unten erziehen.
Sehe ich das richtig?

Servus
Georg

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bock
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Re: Wie wächst eine Birke eigentlich?

Beitrag von bock » 12.08.2017, 09:59

Hallo Georg,

wenn du den Leittrieb kürzt, entfernst du die Auxin produzierende Spitzenknospe. Die Seitentriebe übernehmen die Funktion des Leittriebs und wachsen emporstrebend.
Bei Birken im Trauerweidenhabitus bleibt dir nichts anderes übrig, als jeweils die jüngsten Triebspitzen hängend zu drahten. Dabei riskierst du natürlich, dass diese Triebe das Längenwachstum einstellen und irgendwann eintrocknen.
Ich drahte meine Birken kaum, verzichte weitgehend auf hängende Triebe und mir persönlich gefällt es auch so.
Bei Betula pendula sind im Freistand meist Triebe von 30 bis 50 cm Länge hängend, und das bei Bäumen von rund zehn Metern Höhe. Proportional verkleinert auf eine Bonsai-Birke von einem Meter Höhe wären das umgerechnet drei bis fünf Zentimeter - ergo zwei bis drei Internodien. Ohne Draht würde das nicht in Position bleiben und mit Draht sieht der Trieb dann grotesk dick aus.
Gelegentlich wachsen an meinen Birken Triebe in hängender oder zumindest deutlich abwärtsgeneigter Form, die lasse ich dann für die Saison in Ruhe. Kürze ich einen solchen Trieb ein, wächst aus der apikalen Knospe ein aufwärtsstrebender Trieb. Also werden diese Hängetriebe im folgenden Frühjahr entfernt...
Ergänzend möchte ich anmerken, dass ich zwar schon seit den Achtziger Jahren Birken (-sämlinge) pflege, aber noch keine zur Ausstellungsreife entwickelt habe... :-(
liebe Grüße Andreas
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Georg Kiesewetter
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Re: Wie wächst eine Birke eigentlich?

Beitrag von Georg Kiesewetter » 12.08.2017, 10:36

bock hat geschrieben:
12.08.2017, 09:59
... Bei Birken im Trauerweidenhabitus bleibt dir nichts anderes übrig, als jeweils die jüngsten Triebspitzen hängend zu drahten. ....

So mach ich das auch. Die Äste niedrigerer Ordnung lass ich künftig nach oben wachsen.

bock hat geschrieben:
12.08.2017, 09:59
... Gelegentlich wachsen an meinen Birken Triebe in hängender oder zumindest deutlich abwärtsgeneigter Form, die lasse ich dann für die Saison in Ruhe. Kürze ich einen solchen Trieb ein, wächst aus der apikalen Knospe ein aufwärtsstrebender Trieb. Also werden diese Hängetriebe im folgenden Frühjahr entfernt... ...
Letzteres hab' ich nicht ganz begriffen.
Meinst du, dass du den neuen apikalen Austrieb beseitigst oder den abwährtsführenden?

Jedenfalls vielen Dank für die Erhellung :)

Servus
Georg

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Re: Wie wächst eine Birke eigentlich?

Beitrag von bock » 12.08.2017, 11:44

keine Ursache Georg 8)

ich entferne den kompletten abwärts wachsenden Trieb - wenn der Verzweigung bekommt wird es unansehnlich. Schau dir Sandbirken an - die Hängetriebe sind meist unverzweigt, gabeln sich bestenfalls nahe des Ursprungs.

Ich schaue gleich mal nach Beispielen. Wenn ich in meinem Fundus fündig werde (oh Goethe... ) editiere ich diesen Beitrag.

Edit: meine Birke "moyogi -Birkensämlinge #3":
20091025_b.jpg
2009, rechts ein hängender Trieb
20110710e.jpg
2011, rechts verzweigter Hängetrieb
20110710j.jpg
2011, Hängetrieb entfernt
20120407.jpg
2012, Habitus
OK, in diesem Fall habe ich einen Rest des Triebes stehen lassen, nützt meiner Meinung nach aber wenig.
liebe Grüße Andreas
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Re: Wie wächst eine Birke eigentlich?

Beitrag von MarionS » 13.08.2017, 11:22

Ich sehe mir gerade mal so die Birke in unserem Hof an. Sie ist etwa 40 Jahre alt, etwa 70cm Durchmesser am Stamm, vielleicht 14m hoch, zweistämmig, Solitär. Sie hat das Glück, auf einer unterirdischen Wasserader zu sitzen und eine ganze Reihe Symbiosepilze im umliegenden Erdreich. Sie wächst wie beschrieben mit den Ästen schräg aufwärts und nur die äußeren Triebe hängen herunter.

Die Birke ist eine Pionierpflanze, und sie wird so etwa 70 Jahre alt. In der Zeit muss sie das abspulen, wozu sich Eiche, Buche oder Linde hunderte Jahre Zeit nehmen. Ihre Geschwindigkeit ist ihr Vorsprung.
Also wächst sie wie blöd voran.

Ein Baum wächst sein Leben lang, und sein natürliches Ende kommt, wenn er sich einfach selbst zu schwer wird. Dann kann das Holz z.B. die Belastung eines Sturms nicht mehr halten, besonders, wenn es durch eindringende Parasiten zusätzlich geschwächt wurde.
Einer der Gründe, wieso die Birke nur 70 wird, ist ihr weiches Holz. Was anderes als schräg nach oben wachsende Äste kann sie sich gar nicht leisten. DIe weit ausladenden Substämme einer Eiche kann sie gar nicht halten.
Gruß,
MarionS

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Re: Wie wächst eine Birke eigentlich?

Beitrag von Andreas Ludwig » 13.08.2017, 11:27

Ich hab da mal eine kleine, aber kritische Frage:

Wenn man davon ausgeht, das in der Bonsaiwelt Birken von 30 bis 100 cm gezogen werden – spielt da die natürliche Entstehung der Krone überhaupt eine Rolle? Ist es nicht eher so, das wir etwas «abbilden» und dies in einer Weise, die ganz und gar nichts mit grossen Birken zu tun hat? Zumindest meiner bescheidenen Erfahrung nach haben Bonsai-Birken mit grossen Birken nur sehr entfernt etwas zu tun.
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Re: Wie wächst eine Birke eigentlich?

Beitrag von MarionS » 13.08.2017, 13:38

Wie bei jedem Kunstwerk stellt sich hier auch die Frage, was der Künstler abbilden will.
Im Kleinformat ist sicher auch Birkenholz stabil genug, um eine Eiche oder einen beliebigen anderen Baum darzustellen.

Andererseits: die Form entsteht in der Natur nicht unerheblich gerade durch die Schwerkraft. Die dickeren Äste müssen ihr trotzen und dürfen sich nicht zu stark neigen - kann man ja noch nachbauen. Aber die herabhängenden Zweige werden schwierig, weil hier Gewicht, Schwerkraft und Materialstärke nicht mehr zsuammenpassen. Man müsste ständig nachkorrigieren. Und was ich so vo Birken gelesen habe, sind sie wohl etwas zickig und lassen mal eben ganze Astpartien absterben - hier im Thread wurde ja auch erklärt, warum.

Ausgerechnet die Natur der Birke hindert und also mehr oder weniger daran, einen Birkenbonsai korrekt darzustellen.
Gruß,
MarionS

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Re: Wie wächst eine Birke eigentlich?

Beitrag von Georg Kiesewetter » 14.08.2017, 08:21

Andreas Ludwig hat geschrieben:
13.08.2017, 11:27
... Wenn man davon ausgeht, das in der Bonsaiwelt Birken von 30 bis 100 cm gezogen werden – spielt da die natürliche Entstehung der Krone überhaupt eine Rolle? ...
Nun, ich jedenfalls sehe im Gestalten von Bonsai keine "Einbahnstraße". Ich mag mit Bäumen nicht egozentriert vor mich hin gestalten, als hätte ich Papier und Stift in der Hand und könnte zeichnen, was immer mir einfällt. Mein Gegenstand ist ein Baum und ich versuche ihn natürlich so zu beeinflussen, dass der Baum zeigt, was in IHM steckt 8) .
Literaten-Eichen oder Apfel-Kaskaden finde ich eher unschön. Panaschierten Stämmen und gepfropften Besenkronen stehe ich distanziert gegenüber. Es ist einfach nicht meine Art. Ich will gärtnern und nicht "konstruieren". Deshalb möchte ich die Teile der Bonsai Birke hängen sehen, die dafür auch beim großen Vorbild vorgesehen sind. Schätze, man kann manches "Birkenproblem" vermeiden, in dem man nicht gegen, sondern mit dem Baum arbeitet

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