Japanische Azalee bonsai tauglich? (Rohware)

Für ungeklärte(!) Fragen zum Bonsai-Einstieg und den Anfangsjahren. SUCHEN, LESEN, DENKEN und nur POSTEN,
wenn Du selbst KEINE ANTWORT GEFUNDEN hast
Antworten
Johannes Felix
Beiträge: 11
Registriert: 03.04.2018, 19:21

Japanische Azalee bonsai tauglich? (Rohware)

Beitrag von Johannes Felix » 16.04.2018, 20:56

Hallo liebe Bonsaifreunde,

um als Anfänger möglichst viele Erfahrungen zu sammeln, habe ich mir vorgenommen einen Bonsai aus Gartencenter Material selbst zu gestalten. Gesagt, getan, war ich heute mittag in einer lokalen Baumschule um mir die verfügbaren Bäume anzusehen. Leider hatten die vorhandenen Tannen / Fichten etc. alle sehr unschöne Verdickungen an den Hauptgabelungen, was sie als Bonsai Rohware ausgeschlossen habe.

Eher zufällig bin ich auf eine japanische Azalee gestolpert, die anders als alle sonst angebotenen, einen wirklich sehr ausgeprägt Stamm und eine tolle Stammlinie aufweist. Habe zwar viele Videos und Beiträge zum Thema Bonsai aus Rohmaterial herstellen gelesen und geschaut, allerdings kann ich noch nicht einschätzen (totaler Anfänger) ob die von mir ausgesuchte Azalee auch tatsächlich als Bonsai taugen könnte.

Meine Befürchtung ist, dass der starke Stamm als sehr ausgeprägte Hauptwurzel im Erdreich fortgesetzt wird?

Anbei zwei Bilder zum besseren Verständis.
IMG_24412.jpg
IMG_24412.jpg (48.11 KiB) 285 mal betrachtet
IMG_24422.jpg
IMG_24422.jpg (53.62 KiB) 285 mal betrachtet

level320
Beiträge: 658
Registriert: 27.03.2009, 20:31
Wohnort: Tirol / Austria

Re: Japanische Azalee bonsai tauglich? (Rohware)

Beitrag von level320 » 16.04.2018, 21:25

such dir anderes material

lg Ladi

Johannes Felix
Beiträge: 11
Registriert: 03.04.2018, 19:21

Re: Japanische Azalee bonsai tauglich? (Rohware)

Beitrag von Johannes Felix » 16.04.2018, 21:43

Das ist eindeutig ;) Darf ich vllt. noch kurz fragen was die Pflanze ausschliesst? (Möchte lernen gutes Rohmaterial zu erkennen)
Gibt es einen spezifischen Grund oder siehst du einfach nur kein Potential in der Pflanze.

lG Johannes

Benutzeravatar
Georg
Beiträge: 3107
Registriert: 11.01.2004, 14:40
Wohnort: Rhein-Neckar-Kreis

Re: Japanische Azalee bonsai tauglich? (Rohware)

Beitrag von Georg » 17.04.2018, 09:51

So wie die Pflanze aussieht, müsstest Du wahrscheinlich alles neu aufbauen. Prinzipiell geht das bei Azaleen schon, aber Du hast dann große Schnittstellen und das Risiko, das Du selbst angesprochen hast. Außerdem tue ich mich schwer, hier von der Ausgangspflanze einen zukünftigen Bonsai abzuleiten.
Gruß
Rüdiger
P.S.: such doch mal bei den Sponsoren des Forums "rechte Leiste" nach Rohpflanzen zu den gleichen Kosten ( oder höher ) wie diese Pflanze.
Damit fährst Du wesentlich besser.
Ich mag verdammen, was Du sagst, aber ich werde mein Leben geben, daß Du es sagen darfst(Voltaire)

Johannes Felix
Beiträge: 11
Registriert: 03.04.2018, 19:21

Re: Japanische Azalee bonsai tauglich? (Rohware)

Beitrag von Johannes Felix » 17.04.2018, 11:10

Hallo Georg,

ja mit den vielen Schnittstellen hast du vermutlich recht. Die Azalee würde vermutlich ein sehr unkonventionelles Aussehen haben und von den meisten erfahrenen Leuten, garnicht als Bonsai bezeichnet werden ;)

Die Pflanze kostet 25€, wofür ich bei den einschlägigen Bonsai Händlern wohl keine vergleichbare Rohware finden kann.
Ich werde mich noch weiter umsehen ob ich, besseres Material finden kann.

Ich hab bereits eine Jungpflanze die ich neu gestalten möchte und bereits gedrahtet habe und nun wollte ich noch Rohware mit einem bereits stärker gewachsenen Stamm gestalten.

Michael 86
Beiträge: 859
Registriert: 08.10.2016, 09:00

Re: Japanische Azalee bonsai tauglich? (Rohware)

Beitrag von Michael 86 » 17.04.2018, 11:59

Hallo Johannes Felix

Da kannst du durchaus recht haben. Allerdings lässt sich nicht alles unter einen Hut bringen. Optik, Durchmesser, Arbeit, Zeit und Risiko sind Faktoren, bei der je nach Situation, immer mindestens einer dieser Faktoren extrem stark gewichtet ist. Es sei denn, man hat richtig Glück gehabt.
Bei deiner Pflanze sehe ich aber wirklich auch keine Grundlage für irgendwas. Ein Halbkreis der langsam hoch gerichtet wächst und eine Vielzahl von trieben. Das wird an einem Zukünftigen Baum entweder eine riesen Schnittstelle oder man erhält den erst besten Trieb und hat einen Halbkreis, der dann in die höhe wächst. Ganz zu schweigen, was unter der Oberfläche liegt. Du solltest dir viel Gedanken vor dem Kauf machen. Schau dir im Netzt und hier und überall wo du kannst Bonsai an, die dir gefallen. Siehst du irgendwann nur ansatzweise den unteren bis mittleren Teil eines solchen Bonsai (Stamm, Astansätze, sich aufteilende Nebenstämme), kannst du vielleicht (Wurzeln bzw. ob der Stamm nach unten weiterverläuft) etwas daraus machen.

Mein Fazit für diese Pflanze, ein reines Umtopfexperiment oder zurück damit und verhandeln, ob man sich vielleicht etwas anderes aussuchen darf und die Pflanze wieder zurück genommen wird. Alternativ in den Garten damit. Tut mir leid.

PS: Das eigene Kaufverlangen zügeln und sich nicht aus eine spezielle Pflanzenart fixieren. Man neigt dann dazu das zu kaufen, was einem aus der durch sich selbst beschränkten Auswahl am besten gefällt. Da muss es dann auch nicht das Beste sein, was man hätte finden können, hätte man sich nicht eingeschränkt/fixiert.
Grüße Michael :)

Johannes Felix
Beiträge: 11
Registriert: 03.04.2018, 19:21

Re: Japanische Azalee bonsai tauglich? (Rohware)

Beitrag von Johannes Felix » 17.04.2018, 12:47

Hallo Michael,

keine Sorge ist noch nichts gekauft ;) Bin offen für jede Pflanzenart, die Azalee habe ich ja eher zufällig gesehen, war ursprünglich auf der Suche nach Nadelbäumen die allerdings alle Verdickungen an den Verzweigungen hatten und deshalb nicht in Frage kommen.

Versuche mir viele Gedanken vor dem Kauf zu machen und bin deshalb sehr dankbar für die hilfreiche Beratung durch euch.
Habe selber auch noch keine richtige Form in der Pflanze gesehen und habe gedacht vllt. fehlt mir nur die Vorstellungskraft ;)

Werde am Wochenende nochmal nach Rohware gucken und wahrscheinlich noch nach Heidelberg & Neckarsgmünd fahren, wo es zwei gute Bonsaihändler gibt.

Mein Ziel war es 5 Bäume zu besitzen um möglichst viel zu lernen und ausprobieren zu können.

1. Mein Granatapfel der leider einige grobe Stumpen besitzt und nächste Jahr einer größeren Umgestaltungsmaßnahme unterzogen wird.
2. Meine Seekiefer die bereits eine sehr schönen Wuchs aufweist (dieses Jahr gedrahtet & für die nächsten Jahre Ast Dickenwachstum geplant)
3. Eine kleine aus dem Wald ausgegrabene Tanne (wird wohl die nächsten Jahre mit wachsen und erholen beschäftigt sein)
4. geplant einen Laubbaum ausgraben (die nächsten Jahre mit erholen beschäftigt)
5. geplant: Rohware aus dem Gartencenter: vergleichbares Material (Stammdicke) fängt bei Bonsai Shops meist bei 150€ an.

Bin auch offen für jeden anderen Vorschlag was noch gute Einstiegsmöglichkeiten als Rohware sind.
Bin auf youtube immer wieder auf Wacholder und Tannen gestoßen. Meine allerdings, in einen Anfänger Foreneintrag gelesen zu haben, Finger weg von Wacholder ;) PS. Ich bin ein großer Fan von Shohin: Vllt. gibt es ja da Gartencenter Material gibt, dass besonders dafür geeignet ist? (einen dickeren Stamm stark Einkürzen und neu aufbauen?)
Zuletzt geändert von Johannes Felix am 17.04.2018, 12:55, insgesamt 1-mal geändert.

Michael 86
Beiträge: 859
Registriert: 08.10.2016, 09:00

Re: Japanische Azalee bonsai tauglich? (Rohware)

Beitrag von Michael 86 » 17.04.2018, 12:52

Warum keine Wacholder? Außer, dass die wenn sie schön sind entsprechend kosten, sehe ich keinen Grund dazu. Dieser würde mich interessieren. Ich bin Anfänger und habe gleich 5 davon und 3 verschiedene Gattungen.
Grüße Michael :)

Johannes Felix
Beiträge: 11
Registriert: 03.04.2018, 19:21

Re: Japanische Azalee bonsai tauglich? (Rohware)

Beitrag von Johannes Felix » 17.04.2018, 12:58

"Wacholder: Juniperus communis: Finger weg! Die Gartenformen wachsen fast alle aufrecht. Außerdem bezeichnet Walter Pall den ?gemeinen Wacholder als ?hundsgemeinen?. Ist also etwas mäkelig."

Vllt habe ich das auch falsch verstanden und das bezieht sich nur auf diese spezielle Gattung des Wacholder?

viewtopic.php?f=51&t=43490

Michael 86
Beiträge: 859
Registriert: 08.10.2016, 09:00

Re: Japanische Azalee bonsai tauglich? (Rohware)

Beitrag von Michael 86 » 17.04.2018, 13:25

Ja. Andere Gattungen wie Chinensis und was es alles so gibt werden öfter benutzt. Was den Communis betrifft kann ich dir keine genauere Auskunft geben. Aber auch der wird für Bonsai verwendet, wenn ich mich nicht irre.
Grüße Michael :)

Benutzeravatar
camaju
Moderator
Beiträge: 10501
Registriert: 11.03.2005, 01:53
Wohnort: Ludwigshafen

Re: Japanische Azalee bonsai tauglich? (Rohware)

Beitrag von camaju » 17.04.2018, 13:49

Johannes Felix hat geschrieben:
17.04.2018, 12:58
Vllt habe ich das auch falsch verstanden und das bezieht sich nur auf diese spezielle Gattung des Wacholder?
Das würde ich jetzt sagen, les dir Bitte den Beitrag, speziell zu den Wacholdern, ganz genau durch. Ich wollte grad schreiben, guck mal in div. Baumärkten z.B. Hornbach. Die haben immer für relativ kleines Geld (um 20.-) div. Wacholder (z.B. den Juniperus chinensis 'blaauw' und Eiben im Anbebot.
Gruß Jürgen *wink*

Wer nicht mit Pflanzen und Tieren kann, kann auch nicht mit Menschen.

Benutzeravatar
bock
Freundeskreis
Beiträge: 2037
Registriert: 25.02.2009, 14:20
Wohnort: EU, D, S-H (z.Z. Langenhorn)

Re: Japanische Azalee bonsai tauglich? (Rohware)

Beitrag von bock » 17.04.2018, 13:54

Johannes Felix hat geschrieben:
17.04.2018, 12:47
...
4. geplant einen Laubbaum ausgraben (die nächsten Jahre mit erholen beschäftigt)
5. geplant: Rohware aus dem Gartencenter: vergleichbares Material (Stammdicke) fängt bei Bonsai Shops meist bei 150€ an.

....
Moin!

Nimm doch den Laubbaum aus der Baumschule mit - für wurzelnackte Heckenpflanzen (Hainbuche, Feldahorn, Ulme,...) ist es jetzt schon etwas zu spät, aber für ein paar Euro mehr gibt es getopfte Containerware und mit etwas Glück erwischst du ein Exemplar mit einem brauchbaren Wurzelansatz und etwas Bewegung im unteren Stammabschnitt. Lärche ist auch ganz dankbar, aber mag keine zu warmen Füße, Zieräpfel sind auch robust,...
liebe Grüße Andreas
Ein Leben ohne Bonsai ist möglich - aber völlig sinnlos! :faellen:

Benutzeravatar
Thorsten1504
Beiträge: 1523
Registriert: 12.02.2014, 21:20
Wohnort: Münster /NRW

Re: Japanische Azalee bonsai tauglich? (Rohware)

Beitrag von Thorsten1504 » 17.04.2018, 17:32

bock hat geschrieben:
17.04.2018, 13:54
Nimm doch den Laubbaum aus der Baumschule mit - für wurzelnackte Heckenpflanzen (Hainbuche, Feldahorn, Ulme,...) ist es jetzt schon etwas zu spät, aber für ein paar Euro mehr gibt es getopfte Containerware und mit etwas Glück erwischst du ein Exemplar mit einem brauchbaren Wurzelansatz und etwas Bewegung im unteren Stammabschnitt.
Ja ne Hainbuche als Heckenpflanze geht immer und ist günstig.
Bei Zieräpfeln und Zierkirschen auf Veredelungsstellen achten.
Feldulmen, Linden usw. gibts auch günstig in der Forstbaumschule.
Fächerahorne bekommst Du auch im Gartencenter als Containerware. Gelegentlich ist dort auch was brauchbares dabei.

Antworten