Verwirrung im Thema Blattgröße!

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Martin_S
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Re: Verwirrung im Thema Blattgröße!

Beitrag von Martin_S » 08.10.2019, 17:59

abardo hat geschrieben:
03.10.2019, 09:59
......Ein Blattschnitt ist also verlorene Zeit.
Ist er das?
Dann mache ich jetzt wohl seit deutlich mehr als 30 Jahren alles falsch...... und dennoch funktioniert es wunderbar. *dance*

die Verzweigungsdichte nimmt natürlich zu, denn aus dem, ehemaligen Blatt wird nach dem Schnitt ein Trieb, der wiederum mehr Blätter hat als das eine, dass ich vorher mal abgeschnitten habe.
Wer keinen(!) Blattschnitt macht, verliert die Zeit. Nicht umgekehrt.

Für die Rotbuchen-Fans:
an der Rotbuche sollte man keinen Blattschnitt machen, da es hier tatsächlich zu wenigen übergroßen Blättern kommen kann(!! nicht muß!!). Daher lässt man das bei der Rotbuche. Die Hainbuche wiederum findet den Blattschnitt gut und verzweigt sich dann auch stärker und SCHNELLER.


Ergo:
Blattschnitt machen = gut
Blattschnitt nicht machen = Zeitverlust

Das alles gilt natürlich immer(!) nur für einen gesunden Baum, wat aber klar is'. Warum sollte man bei einem kränkelden Baum auch die Blätter abschneiden?

Und zum Schluß: warum klappt der Blattschnitt nur bei Walter?
(kann aber sein, dass ich das nur falsch verstanden habe ;) )
Beste Grüße
Martin

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Der eine war ein Geschenk, der andere eine Lektion.

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abardo
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Re: Verwirrung im Thema Blattgröße!

Beitrag von abardo » 08.10.2019, 20:05

Martin_S hat geschrieben:
08.10.2019, 17:59
abardo hat geschrieben:
03.10.2019, 09:59
......Ein Blattschnitt ist also verlorene Zeit.
Ist er das?
Dann mache ich jetzt wohl seit deutlich mehr als 30 Jahren alles falsch...... und dennoch funktioniert es wunderbar. *dance*
Klar, klappt das, nur ...

Ich gehe davon aus, dass du wie üblich einen Schnitt zum Johannistrieb, einen Blattschnitt und vielleicht einen aufräumenden Schnitt im Herbst machst, richtig ?

Frage: wieviele neue Verzweigungen bekommst du z.B. bei einem Baum mit gegenständigen Blättern pro Jahr dazu, wenn du auch einen Blattschnitt machst ?
Martin_S hat geschrieben:
08.10.2019, 17:59
Und zum Schluß: warum klappt der Blattschnitt nur bei Walter?
Nicht "nur" bei Walter. Aber gleiche Frage. Wie viele Verzweigungen pro Jahr bekommt er bei seinen Bäumen dazu ?

Abgewandelte Frage für z.B. Mugos, bei denen jemand so arbeitet, dass er die neuen Kerzen ausreifen lässt und diese dann pinziert ? Wie oft bekommt derjenige neue Knospen an seinen Mugos pro Jahr ? Hm ?
Grüße, Frank
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Moya
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Re: Verwirrung im Thema Blattgröße!

Beitrag von Moya » 09.10.2019, 06:58

Moinsen zämme,

aaaalso ... ist doch eigentlich ganz simpel ..... wenn man die Menge X an Essen auf viele Mäuler verteilen muss, bekommt der Einzelne wenig.
Ergo .... viel Blatt = kleines Blatt, da der Baum seine Nährstoffe an viele hungrige Mäuler verteilen muss.
Ist er dabei in der richtigen Schale von der Grösse her passt alles.

Wenn man einen Baum entwickelt, ist die Blattgrösse erst mal total egal und die Schale in der Regel etwas grosszügiger.
Aber auch hier gilt .... viel Blatt 'züchten'.

Ich beschneide grundsätzlich erst nach Johannis. Das hat mehrere Gründe .... was bis dahin wachsen darf, bringt viel Zucker und stärkt den Baum. In aller Regel toofe ich im Frühjahr auch nicht granatenradikal um. Das klaut dem Baum nämlich ohne Ende Kraft wenn man zu viel im Wurzelwerk rumrührt.
Sowas mache ich nur dosiert alle x Jahre und bereite den Baum darauf entsprechend vor. Der wird dann in der folgenden Vegetationsperiode auch nicht bzw. nur sehr sehr wenig geschnitten.

Schneide ich nach Johannis zurück, schiebt der Baum, da er ja viel Nahrung gebunkert hat willig und mit Macht neu aus ... und voila, neue und in der Regel feinere Verzweigung mit kürzeren Nodien entsteht.
Ist es ein gutes Wachstumsjahr (warm und feucht), kann ich das ein 2. und ggf. sogar ein 3. Mal wiederholen - Laubbäume, bei Koniferen schauts etwas anders aus.

Im Spätherbst, wenn der Baum dann alle Nährstoffe in der Wurzel gebunkert hat und in die Winterruhe geht, gibt es nochmal einen kleinen Jahresendschnitt.
Viele Grüße,
    Moya

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