Brauchen Pflanzen auch Dunkelheit ?

Für ungeklärte(!) Fragen zum Bonsai-Einstieg und den Anfangsjahren. SUCHEN, LESEN, DENKEN und nur POSTEN,
wenn Du selbst KEINE ANTWORT GEFUNDEN hast
Jean-Luc
Beiträge: 592
Registriert: 06.09.2006, 15:40

Brauchen Pflanzen auch Dunkelheit ?

Beitrag von Jean-Luc »

Hallo,


braucht eine Pflanze den Tag / Nacht - Rhythmus bezogen auf Helligkeit / Dunkelheit ?
Anders gefragt: Würde eine Pflanze auf die Dauer schaden nehmen, wenn es 24 h täglich hell ist ?

Mfg, Jean-Luc


Benutzeravatar
MarionS
Freundeskreis
Beiträge: 1971
Registriert: 17.06.2007, 11:32
Wohnort: Krefeld

Beitrag von MarionS »

Ich denke, es wirft ihren Zeitplan durcheinander. Auch an Hand der Tageslänge wird doch die Jahreszeit erkannt?
Gruß,
MarionS

Liebhaber des Raumübergreifenden Großgrüns

Benutzeravatar
Yunus
Beiträge: 294
Registriert: 21.03.2007, 20:59
Wohnort: Hessen/ Frankfurt

Beitrag von Yunus »

Ich sag einfach mal Ja.

Denn auch beim Menschen werden dadurch, dass es Tag und Nacht wird, verschiedene Hormone freigesetzt, die den Schlaf fördern sollen, oder dem Körper signalisieren das es jetzt langsam aber sicher Zeit zum Schlafen ist.


Naja und du musst bedenken, das ja Pflanzen in der dunkelen Phase des Tages ihre Produktion in der Foto- Photosynthese ändern.

Und stell dir mal vor du bist so eine Pflanze und es ist immer hell. Das heißt du arbeitest ja ununterbrochen. Sprich Produzierst unendlich viel Glukose. ( Oder war das was anderes was die da herstellen ???)
Aufjedenfall würde dich bzw die Pflanze , die dauer arbeit doch auch "kaputt" machen.



Natürlich kann es sein das es der Pflanze nichts ausmacht. Aber das findest du erst heraus wenn du einen "Immer-Tag-Planeten" bastelst. und die Pflanze eben permanent Licht aussetzt


Aber mal ne andere Frage. Wieso fragst du sowas? Wie kommst du also drauf. Bis an den Polen gibt es doch keine Orte wo es immer nur Hell ist, oder immer nur Dunkel. Überall herrscht doch fast das Selbe Spiel. Es wird Tag dann wird Nacht ( ne kurze Nacht vielleicht aber eben Nacht)
Adieu

*undwech*

Jean-Luc
Beiträge: 592
Registriert: 06.09.2006, 15:40

Beitrag von Jean-Luc »

Yunus hat geschrieben: Aber mal ne andere Frage. Wieso fragst du sowas?
Ich habe eine künstliche Beleuchtung für meine Indoors.

Diese ist ca. 16 Stunden am Tag in Betrieb. Trotzdem reicht die Helligkeit nicht aus, um die Pflanzen optimal zu versorgen. Darum dachte ich, wie es
wäre, wenn ich rund um die Uhr beleuchten würde.
Nun die Frage, ist dies von Vorteil oder Nachteil ?

Mir ist aufgefallen, dass Pflanzen in der Nähe von Straßenlaternen besonders wuchsfreudig sind. Vielleicht bilde ich mir das nur ein . . . . ?

YBo
Beiträge: 74
Registriert: 23.12.2006, 09:30
Wohnort: Köln

Beitrag von YBo »

Hi, da war doch so was mit der Dunkelreaktion - ein Teil der Photosynthese. Ob es dafür dunkel sein muß, oder die einfach so heißt, weil dafür kein Licht benötigt wird - keine Ahnung.

Es gibt natürlich auch Pflanzen, die viel Dunkelheit brauchen, um überhaupt zu blühen. Siehe Weihnachtsstern und co.

http://de.wikipedia.org/wiki/Photosynthese
Viele Grüße, Yvonne

Zim
Beiträge: 510
Registriert: 16.08.2006, 18:31

Beitrag von Zim »

Ich weiss das Nutzpflanzen in Treibhäusern des Nachts mit blaulicht beleuchtet werden, damit wird die biomasse (=ertrag) erhöht. Ob sich das auf die Gesundheit der pflanzen auswirkt oder ob man das dann so mir nichts dir nichts auch auf andere (komplexere) Pflanzen anwenden kann, weis ich jetzt auch nicht.
Die Dunkelreaktion ist an die Lichtreaktion gekoppelt, geht also nicht ohne, d.h sie heisst nur so weil sie kein Licht benötigt, dunkel muss es dafür nicht sein.
Atmen tut die Pflanze auch wenn die Sonne scheint, da dürfte es kein problem geben.
Ich hätte spontan gesagt das es der Pflanze nichts ausmacht, aber ich bin kein biologe, ich hab nur chemisches Halbwissen,
Mfg
Simon

Benutzeravatar
zopf
Mentor
Beiträge: 6513
Registriert: 19.05.2005, 14:18
Wohnort: Bergisches Land

Beitrag von zopf »

Hallo Jean-Luc
Das Problem bei Dir ist nicht die Dauer,
sondern die Intensität der Beleuchtung.
Pflanzenlampen, Leuchtstofflampen und was sonst
noch benutzt wird ist bei etwas höheren Pflanzen (über 20cm)
eine Notbeleuchtung. Es hilft beim Überleben, mehr nicht.
Gut gepflegte Pflanzen die am Fenster stehen
und zusätzlich Licht von oben bekommen,
überstehen die Winterperiode oft schadlos,
aber gesundes Wachstum ist auf diesem Wege nicht möglich.
mfG Dieter

Jean-Luc
Beiträge: 592
Registriert: 06.09.2006, 15:40

Beitrag von Jean-Luc »

Danke für die Antworten ! :D


@ Dieter : Kann man die mangelnde Lichtintensität durch längere Bestrahlungsdauer ausgleichen ?

Also z.b. anstatt 2000 Lux für 10 Stunden, 1000 Lux für 20 Stunden ?


Mfg Jean-Luc

Benutzeravatar
zopf
Mentor
Beiträge: 6513
Registriert: 19.05.2005, 14:18
Wohnort: Bergisches Land

Beitrag von zopf »

Hallo Jean-Luc
Leider geht es nicht Intensität durch Lichtdauer auszugleichen.
mfG Dieter

Benutzeravatar
schmieda
Administrator
Beiträge: 7592
Registriert: 11.09.2005, 02:53
Wohnort: Leipzig

Beitrag von schmieda »

...hmm, also Wasserpflanzen (im Aquarium) gehen bei Dauerbeleuchtung ein. ;)
(Das hat ein bekannter von mir getestet, in seiner unerfahrenen Anfangszeit...)
Gruß
Frank :)

++++ Gießen: Hessischer Botaniker findet heraus, wie Pflanzen länger leben ++++

jonesbonsai
Beiträge: 184
Registriert: 22.02.2006, 11:11
Wohnort: Osthessen

Mitternachtssonne

Beitrag von jonesbonsai »

Hallo,

dann bleibt die Frage, ob die Pflanzen hoch im Norden von Europa durch die Mitternachtssonne schaden nehmen?

Das sollten mal einige in die Überlegung ihrer Antworten miteinbeziehen.

Gruß

Karsten

Andreas Ludwig
Freundeskreis
Beiträge: 5454
Registriert: 29.03.2005, 16:50
Wohnort: Schweiz

Beitrag von Andreas Ludwig »

Ah ja. Am Polarkreis wachsen ja vor allem die Mittelmeerbäume besonders schön...

jonesbonsai
Beiträge: 184
Registriert: 22.02.2006, 11:11
Wohnort: Osthessen

Beitrag von jonesbonsai »

Andreas Ludwig hat geschrieben:Ah ja. Am Polarkreis wachsen ja vor allem die Mittelmeerbäume besonders schön...
Sorry,

für einen Mentor halte ich so eine Antwort einfach nur unangebracht!!!

Die Frage die sich wirklich stellt, ist wachsen am Polarkreis kaum größere Pflanzen auf Grund der klimatischen Kältebedingungen oder weil es noch keine geschafft hat, sich auf den Wechselden Rhythmus mit vollkommen Tages-und Nachtzeiten zurecht zu kommen?

Ich lege mich hier mal für mich fest und sag es liegt an den klimatischen Bedingungen. Das kann man wohl noch in diesem Jahrhundert, aber wohl spätestens im nächsten Jahrhundert überprüfen.

Karsten

Andreas Ludwig
Freundeskreis
Beiträge: 5454
Registriert: 29.03.2005, 16:50
Wohnort: Schweiz

Beitrag von Andreas Ludwig »

Was soll daran unangebracht sein? Ich wollte dich ironisch daraf hinweisen, dass du einen kapitalen Denkfehler machst, wenn du die Klimazone Polarkreis so mit einer anderen vergleichen willst. Das geht nicht, da sind zuviele, sich bedingende Faktoren.

Benutzeravatar
MarionS
Freundeskreis
Beiträge: 1971
Registriert: 17.06.2007, 11:32
Wohnort: Krefeld

Beitrag von MarionS »

jonesbonsai hat geschrieben: Die Frage die sich wirklich stellt, ist wachsen am Polarkreis kaum größere Pflanzen auf Grund der klimatischen Kältebedingungen oder weil es noch keine geschafft hat, sich auf den Wechselden Rhythmus mit vollkommen Tages-und Nachtzeiten zurecht zu kommen?
Da es Pflanzen nun doch ein paar Jährchen länger gibt als selbst unsere rattenartigen Urahnen, ist davon auszugehen, daß es zu jeder Region der Erde immer irgendwas gibt, was sich dort durchaus erfolgreich ans Leben krallt, selbst noch am mittelatlantischen Rücken.
Aber es gibt eben trotzdem bestimmte Faktoren, die "Leben" nur schwer möglich machen, sonst wären die Gobi und die Arktis ja der gleiche atemraubende Rummelplatz der Artenvielfalt wie der tropische Regenwald.

Ich denke mal, die Pflanzen am Polarkreis haben weniger Probleme mit dem langsamen Tag/Nacht-Wechsel als mit den spärlicheren Nährstoffen.
Gruß,
MarionS

Liebhaber des Raumübergreifenden Großgrüns

Antworten