Frage: Kann man Borke tunen?

Für ungeklärte(!) Fragen zum Bonsai-Einstieg und den Anfangsjahren. SUCHEN, LESEN, DENKEN und nur POSTEN,
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Robert S.
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Frage: Kann man Borke tunen?

Beitrag von Robert S. »

Hallo zusammen,

was mir heute durch den Kopf ging ist die Frage, wie bzw. ob man den Alter-
ungsprozess der Borke beschleunigen kann. Kürzlich hab ich hier irgendwo
gelesen, dass man den Alterungsprozess der Borke beeinflussen kann, indem
man Spagnummoos am Stamm anlegt und feucht hält.
Mal unterstellt diese Maßnahme funktioniert. Liegt das daran, dass das Gewebe
duch das regelmäßige Aufquellen und Wiederantrocknen aufbricht und dadurch
die "alte" Borke entsteht. Lieg ich richtig, falsch oder ist die Fragestellung
daneben?

Servus,
Robert


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Honey
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Beitrag von Honey »

ich weiß soviel wie, borke hat was mit den wettereinflüssen zu tun. wenn der baum regen und sonne ausgesetzt ist, bekommt er schneller ne borke, als wenn er nur irgendwo aufm balkon vertätschelt wird. ist ja so ne art selbstschutz.
das mit dem nassen moos kann ich mir nur so erklären, dass das holz einfach aufquellt und dann bei schnell eintretender trockenheit einreißt (spröde wird). hört sich aber nich so wirklich gesund für den baum an...
Du musst den Asphalt deiner Annehmlichkeiten verlassen
und dich in die Wildnis deiner Intuition begeben...
Was es dort für dich zu entdecken gibt,
ist etwas Wunderbares - nämlich dich selbst.

Zim
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Beitrag von Zim »

interessantes thema, wollt ich eingentlich auch mal fragen (hab das mit dem moos auch mit interesse verfolgt...)
es gibt ja auch schon ansätze mit nadelstichen, schlitzen oder draht, aber ich denke nicht dass das dann wirklich gut aussieht...
Ich denke mal hier ist learning by doing angebracht,
also ich für meinen teil probier das nächstes frühjahr mal an meiner kleinen Olive (siehe besenstiel thema)...
weniger potenzial kanns dadurch auch nicht kriegen... :lol:
Mfg
Simon

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Heike_vG
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Beitrag von Heike_vG »

Zim hat geschrieben:es gibt ja auch schon ansätze mit nadelstichen, schlitzen oder draht, aber ich denke nicht dass das dann wirklich gut aussieht...
Mit Nadelstichen funktioniert es z.B. bei Nadelbäumen ziemlich gut, da konnte ich Verdickung und Borkenbildung tadellos fördern und man sieht hinterher keine Spuren mehr. Was soll dann daran nicht gut aussehen?
Zim hat geschrieben:Ich denke mal hier ist learning by doing angebracht
Vielleicht ist das die einzige Möglichkeit, wenn man nicht von anderen lernen mag.

Heike
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...

AK Hamburg & Umland

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SiggiKuhn
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Beitrag von SiggiKuhn »

Hallo,

ich hatte vor einiger Zeit die Frage hier (Künstliche Alterung der Rinde - Geht das?) schon mal gestellt.

Müsste es nicht ausreichen dafür zu sorgen, dass die Rinde nicht mehr elastisch ist. Dann sollte weiteres Dickenwachstum doch automatisch eine Rissbildung bewirken.
Viele Grüße
Siggi

marius
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Beitrag von marius »

hi


in einigen büchern wird doch zur verdickung des stammes zum beispiel mit einem draht gearbeitet, der unten am stamm kurz unterhalb der erde befestigt wird.

im lauf der zeit, und unter sorgfältiger beobachtung, kann man damit eine schnellere verdickung des unteren stammes erreichen.

liegt es nicht nahe, daß man mit dieser methode vielleicht auch der alterung der rinde ein wenig vorschub öeistet?

ich mein, dickerer stamm gleich rissige, alte borke.

kam zwar noch nie in die verlegenheit dies auszuprobieren, aber vielleicht funktionierts ja. in der theorie sah das zumindest ganz gut. :)

naja, wer weiß. bin kein baum.

gruß marius

Zim
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Beitrag von Zim »

sag mal heike, hast du irgendwas gegen mich?
Ich hab dir doch nichts getan....
mir ist das absolut unverständlich....
Mfg
Simon

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zopf
Mentor
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Beitrag von zopf »

Hallo Robert
Vielleicht wäre es hilfreich,
beim Spaziergang durch den Wald,
die Rinde an der Nord- und Südseite
zu vergleichen.
... mal wieder ein zu kurzes Wochenende
Dieter

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Martin_S
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Beitrag von Martin_S »

Heike_vG hat geschrieben:...Mit Nadelstichen funktioniert es z.B. bei Nadelbäumen ziemlich gut, da konnte ich Verdickung und Borkenbildung tadellos fördern und man sieht hinterher keine Spuren mehr. Was soll dann daran nicht gut aussehen?
...
... und ich sage das das bei mir nicht funktioniert und kann das sogar beweisen :wink:

Die folgende Lärchengruppe "maltretierte" ich vor vielen Jahre zwecks Stammverdickung mit einer dicken Nadel. Gelesen bei keinem geringerem als Kimura, schaut selbst was daraus wurde. Die Löcher sind immer noch sichtbar, die Borke bildete sich im laufe der Jahre von selber... viel dicker sind die auf der Platte eh nicht zu bekommen daher schien mir das sinnvoll dies zu machen.

ACHTUNG! Diese Lärchegruppe war der erste "Bosani" den ich je im Internet gezeigt habe! Ich sollte mal die alten Bilder raussuchen :lol:

Gruß
Martin S (und mein(!) Rat! Nix schlitzen, nix stechen allenfalls das einwickeln in Moos soll die Borke altern lassen, jedoch zieht das nicht zwangsläufig eine nenneswerte Verdickung nach sich. Probiert habe ich das bislang jedoch nicht.)
Dateianhänge
"..naddelstiche"? *lach-schlapp*
"..naddelstiche"? *lach-schlapp*
Lärchengruppenaddelstiche.jpg (39.75 KiB) 1368 mal betrachtet
Die ganze Gruppe. Der Hauptbaum hat so an die 90cm)
Die ganze Gruppe. Der Hauptbaum hat so an die 90cm)
Lärchengruppe2008.jpg (50.4 KiB) 1368 mal betrachtet
Beste Grüße
Martin

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achim73
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Beitrag von achim73 »

vielleicht ist das von art zu art stark verschieden ? z.b. kiefern ja, lärchen nein, usw.
z.b. arbeitet man ja anscheinend auch bei arakawas mit draht, der narben hinterlassen SOLL, weil durch die borkige grundstruktur der rinde da ein gutes ergebnis bei herauskommt; bei anderen arten mit glatter, dünner rinde würde man dagegen den baum für alle zeiten ruinieren.
Gruss, Achim
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Gary
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Beitrag von Gary »

achim73 hat geschrieben:vielleicht ist das von art zu art stark verschieden ? z.b. kiefern ja, lärchen nein, usw.
Das unterschiedliche Pflanzenarten auch unterschiedlich reagieren, da ist sicherlich was dran.
Aber gerade an einer Lärche habe ich persönlich schon Erfolge durch die Nadelstichmethode gesehen.

@Martin_S
Ich bezweifle ernsthaft das Du bei Kimura darüber etwas gelesen haben willst.
a) Der beschäftigt sich mit sowas nicht.
b) In Japan kennt man praktisch keine Lärchen als Bonsai.
c) Alles was er schreibt ist in Japanisch. 8)
achim73 hat geschrieben:z.b. arbeitet man ja anscheinend auch bei arakawas mit draht, der narben hinterlassen SOLL, weil durch die borkige grundstruktur der rinde da ein gutes ergebnis bei herauskommt; bei anderen arten mit glatter, dünner rinde würde man dagegen den baum für alle zeiten ruinieren.
Habe neulich auch die Arakawas im anderen Thread gesehen. Doch sorry Achim, die Bilder bestätigten mich nur noch mehr in meiner Meinung, dass man auch Arakawas mit solchen Methoden nur ruiniert.
Grüße aus dem sonnigen Baden
Gary

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achim73
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Beitrag von achim73 »

so wie es auf dem bild aussah, sicherlich. aber wie ich das verstanden habe, ist das jha auch langfristig gedacht. bloss- mit der zeit kriegen die ja sowieso eine borkige rinde. also wie immer- am besten einfach geduld haben... :)
Gruss, Achim
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Martin_S
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Beitrag von Martin_S »

Gary hat geschrieben:...

@Gary
Antworten in blau! :lol:
@Martin_S
Ich bezweifle ernsthaft das Du bei Kimura darüber etwas gelesen haben willst.

a) Der beschäftigt sich mit sowas nicht.
The Bonsai art of Kimura, Seite 151, vorletzter Satz. "...Kimura schneidet mit einem scharfen Messer 15 Schnitte mit ca. 1,5 cm Länge..."
b) In Japan kennt man praktisch keine Lärchen als Bonsai.
Ich sagte nicht das er es an Lärchen durchführte, ausserdem gibt es in Japan schon Lärchen (japanische Lärchen zB.) und auch von denen sieht man Bilder in verschiedenen Büchern. Soll ich dir schnell zwei, drei Quellen nennen?

c) Alles was er schreibt ist in Japanisch. 8)
The bonsai art of Kimura ist ins Englische übersetzt......
Sag mal! Kennst du das etwa nicht????? Ist diese Standart-Werk der Bonsai Literatur, dass wichtigste Werk nach Naka an ausgerechnet dir vorbei gegangen????? Nee! Das glaube ich jetzt nicht!
Beste Grüße
Martin

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Robert S.
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Beitrag von Robert S. »

Hi zusammen,
danke für eure Antworten. Mir ging es primät nicht um eine Methode der
bschleunigten Stammverdickung sondern vielmehr darum ob/wie man schneller
(wenn überhaupt) zu einer Borke kommt die älter aussieht als sie ist.
Was Honey geschrieben hat ist auch meine Erklärung. Ob's dem Baum gut
tut oder ihn nicht schert kann ich nicht beurteilen.

Servus,
Robert

München 20.01.08 20:39 10°. Winter? Irgendwas stimmt da nicht.

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schmieda
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Beitrag von schmieda »

Hallo

Kann man da nicht was mit Jinmittel machen?
(Ich bild mir ein, ich hab da mal was bei WP gelesen, kann mich aber auch täuschen (Zusammenhang).)
Gruß
Frank :)

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