Joa dann is ja gut ^^.
Zum Namen kann ich nur sagen siehe oben ^^.
Da hab ich mich kurz vorgestellt.
Gekaufte Samen und Substrat!
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Andreas Ludwig
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Das Buch von Horst Stahl ist einer der Klassiker und sicherlich sehr gut, auf jeden Fall um Runden besser als manches «Hobbybuch».
Meine persönliche Meinung ist, dass Stahl oft etwas «endgültig» formuliert. Viele Sachen, die er als «zwingend» beschreibt oder von denen er meint, sie würden «unweigerlich» eintreffen, haben meine Bäumchen gar nicht gekümmert. Vieles geht auch anders als beschrieben, Bäume sind oft viel cooler als die ältere Generation der Bonsaigestalter...
Im Gestaltungsbereich sollte man sich vor Augen halten, dass er ganz und gar auf der Linie der klassisch-japanischen Gestaltung liegt, was auch nicht so zwingend ist. Ich vermisse bei ihm (wie bei anderen Autoren) zum Beispiel eine ausführlichere Würdigung der (teilweise viel älteren) Schulen in China und Korea oder einen Rundblick auf die existierenden Tendenzen weltweit. Auch hier geht vieles auch anders, aber vielleicht hatte Stahl davon zu dieser Zeit einfach zu wenig Kenntnis oder er wollte sich ganz auf «Bonsai» beschränken, was ja als Begriff eigentlich nur die japanische Schule umfasst (ich mache z.B. keine «Bonsai»).
Aber das sind keine grossen Probleme, andere Meinungen kriegt man ja heute via Internet zu Dutzenden geliefert. Liest man das Buch mit diesen Vorbehalten, lernt man sehr viel, erhält einen guten Eindruck der nötigen Sorgfalt und kriegt einige schöne Illustrationen serviert (wobei es eher ein Textbuch als ein Bildband ist).
Meine persönliche Meinung ist, dass Stahl oft etwas «endgültig» formuliert. Viele Sachen, die er als «zwingend» beschreibt oder von denen er meint, sie würden «unweigerlich» eintreffen, haben meine Bäumchen gar nicht gekümmert. Vieles geht auch anders als beschrieben, Bäume sind oft viel cooler als die ältere Generation der Bonsaigestalter...
Im Gestaltungsbereich sollte man sich vor Augen halten, dass er ganz und gar auf der Linie der klassisch-japanischen Gestaltung liegt, was auch nicht so zwingend ist. Ich vermisse bei ihm (wie bei anderen Autoren) zum Beispiel eine ausführlichere Würdigung der (teilweise viel älteren) Schulen in China und Korea oder einen Rundblick auf die existierenden Tendenzen weltweit. Auch hier geht vieles auch anders, aber vielleicht hatte Stahl davon zu dieser Zeit einfach zu wenig Kenntnis oder er wollte sich ganz auf «Bonsai» beschränken, was ja als Begriff eigentlich nur die japanische Schule umfasst (ich mache z.B. keine «Bonsai»).
Aber das sind keine grossen Probleme, andere Meinungen kriegt man ja heute via Internet zu Dutzenden geliefert. Liest man das Buch mit diesen Vorbehalten, lernt man sehr viel, erhält einen guten Eindruck der nötigen Sorgfalt und kriegt einige schöne Illustrationen serviert (wobei es eher ein Textbuch als ein Bildband ist).
It is not enough to be busy. So are the ants. The question is: What are we busy about?
(Thoreau)
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Icevanhell
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Andreas Ludwig
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Sag ihm nicht Geduld, denn das ist ein Wort, das ich immer etwas hässlich finde. Es steckt das Dulden drin und das klingt mir zu sehr nach Entbehrung. Das soll es nicht sein.
Was du lernen musst, ist vielmehr, dich den Bäumen anzupassen, denn sie werden sich nie nach dir richten. Das können sie nicht. Dazu bist du ja der, der etwas will, also musst du der sein, der das Verständnis mitbringt.
Nennen wir es darum «das Gefühl für den Moment», statt Geduld. Der Moment umzutopfen, der Moment zu giessen, der Moment zu säen. Es ist spannend herauszufinden, wann diese Momente sind, es ist eine Herausforderung. Nicht jeder kann einen Baum in einem Topf haben, viele werden vernachlässigt, noch mehr werden übermuttert und totgepflegt.
Sieht man es so, hat man nicht mehr das Gefühl, auf etwas verzichten zu müssen. Stattdessen darf man sich freuen: Man erkennt, dass jetzt nicht der Moment ist, etwas zu tun. So wird das «Nicht-tun» zu einer echten Leistung, zu der man sich gratulieren kann - und man muss nicht mehr dulden.

Was du lernen musst, ist vielmehr, dich den Bäumen anzupassen, denn sie werden sich nie nach dir richten. Das können sie nicht. Dazu bist du ja der, der etwas will, also musst du der sein, der das Verständnis mitbringt.
Nennen wir es darum «das Gefühl für den Moment», statt Geduld. Der Moment umzutopfen, der Moment zu giessen, der Moment zu säen. Es ist spannend herauszufinden, wann diese Momente sind, es ist eine Herausforderung. Nicht jeder kann einen Baum in einem Topf haben, viele werden vernachlässigt, noch mehr werden übermuttert und totgepflegt.
Sieht man es so, hat man nicht mehr das Gefühl, auf etwas verzichten zu müssen. Stattdessen darf man sich freuen: Man erkennt, dass jetzt nicht der Moment ist, etwas zu tun. So wird das «Nicht-tun» zu einer echten Leistung, zu der man sich gratulieren kann - und man muss nicht mehr dulden.
It is not enough to be busy. So are the ants. The question is: What are we busy about?
(Thoreau)
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