Ficus-Blattgröße beeinflussen

Für ungeklärte(!) Fragen zum Bonsai-Einstieg und den Anfangsjahren. SUCHEN, LESEN, DENKEN und nur POSTEN,
wenn Du selbst KEINE ANTWORT GEFUNDEN hast
Benutzeravatar
flu
Beiträge: 4630
Registriert: 13.07.2004, 21:43
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: Ficus jetzt noch umtopfen?

Beitrag von flu »

Na Klasse, noch ein Hauptfaktor :D

Achim, was du ansprichst sind Mangelerscheinungen. Dein Abmoosling z.B.hatte vermutlich nicht genug Wurzelwerk für eine gesunde Blattentwicklung.
Wenn Bonsais nur aufgrund dessen, dass sie in kleinen Töpfen wachsen auch kleine Blätter bekommen, dann sehe ich persönlich die Zeit gekommen für einen kräftigen Verjüngungsschnitt im Wurzelraum. Dann ist nämlich der Topf höchstwahrscheinlich völlig durchwurzelt mit all den daraus resultierenden negativen Konsequenzen.
BildBildBild
Benutzeravatar
achim73
Moderator
Beiträge: 10415
Registriert: 30.07.2006, 00:53
Wohnort: bochum
Kontaktdaten:

Re: Ficus jetzt noch umtopfen?

Beitrag von achim73 »

mangelerscheinungen...ja, so könnte man es wohl auch nennen, wenngleich die pflanzen ansonsten gesund wirken. dasselbe ist mir übrigens hier an der uni auch an einem "normal grossen" silberahorn aufgefallen, der in einem betongefassten grossbeet steht (so eine art überdimensionale bonsaischale :) ). die blätter sind deutlich kleiner als bei seinen kollegen im freiland. auch die gesamtgrösse ist geringer.
sorry übrigens für den threadmissbrauch, ist aber ein interessantes thema. vielleicht kanns ja einer der admins abtrennen.
Gruss, Achim
"Der kürzeste Weg zum Glück ist der Weg in den Garten"
chinesische Weisheit
Andreas Ludwig
Freundeskreis
Beiträge: 5641
Registriert: 29.03.2005, 16:50
Wohnort: Schweiz

Re: Ficus jetzt noch umtopfen?

Beitrag von Andreas Ludwig »

flu hat geschrieben:Achim, was du ansprichst sind Mangelerscheinungen. […] Wenn Bonsais nur aufgrund dessen, dass sie in kleinen Töpfen wachsen auch kleine Blätter bekommen, dann sehe ich persönlich die Zeit gekommen für einen kräftigen Verjüngungsschnitt im Wurzelraum.
Jetzt verwirrst du mich allmählich so sehr, dass ich mich frage, wie du Bonsai eigentlich verstehst. Darum mal ein paar Thesen (aus anderen Themen ersehe ich, dass die «denkfreundliche» (philo-sophische) Art dir ja liegt).

1. Bonsai hat als Gestaltungsdiziplin mit Natur nur am Rand zu tun.
Klar sind wir an botanische Gesetzmässigkeiten gebunden. Aber primär ist die Gärtnerei unser Handwerk, nicht unser Ziel. Gestaltung ist nicht lieb und nicht politisch korrekt, ein Romanautor kümmert sich nicht darum, ob seine Helden gerettet werden können; wenn es der Gesamtform dient, lässt er sie krepieren. Gestaltung ist, um es mit Neo Rauch zu sagen, eine herrschaftliche Angelegenheit. Wer Bonsai betreibt, um sich der Natur zu nähern, irrt. Betreibt er diese Sache um der Bäume willen, sollte er sie auspflanzen und sein Auto verschrotten.

2. Es gibt keine richtige Blattgrösse, nur eine mögliche.
Ich habe den Eindruck, du verwechselst Maximum und Optimum. Eine Blattgrösse ist in jedem Fall zwingend optimal, wenn man darunter die Anpassung an die Gegebenheiten versteht. Allerdings ist das für den Gestalter oft nicht optimal, weshalb er die Gegebenheiten ändert. Da kleine Blätter nunmal gestalterisch wünschenswert sind, sind sie Ziel, auch wenn die Pflanze dazu unter Bedingungen gehalten werden, die nicht dem Optimum etwas eines tropischen Regenwaldes entsprechen. Herrschaftliche Angelegenheit eben.

3. Bonsai ist nicht gleich Bonsai.
Dein Tipp, umzutopfen, mag angemessen sein, wenn man viel Wachstum wünscht. Ganz anders sieht es aber aus, hat man die (gestalterisch-herrschaftlich) festgelegte Grösse der Krone mal erreicht. Dann wünscht man (nicht der Baum!) sich kleinere Blätter. Was man z.B. durch nicht allzuhäufiges Umtopfen und beengte Platzverhältnisse im Wurzelraum erreicht.
It is not enough to be busy. So are the ants. The question is: What are we busy about?
(Thoreau)
Antworten