Jadebaum (Portulacaria afra)

Für ungeklärte(!) Fragen zum Bonsai-Einstieg und den Anfangsjahren. SUCHEN, LESEN, DENKEN und nur POSTEN,
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mitchel
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Jadebaum (Portulacaria afra)

Beitrag von mitchel »

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Hallo Bonsai-Experten. Der letzte Beitrag ist über ein Jahr her, dennoch wage ich hier anzuknüpfen.
Ich bin in dieser Thematik ein absoluter Frischling (kaum Erfahrung, außer mit chin. Ulme und Pfefferbäumchen), daher wenn die Frage etwas plump sein sollten, nicht sofort steinigen ;-)
Als ich die Bilder von Karl-Heinz gesehen habe, war ich hin und weg - Hut ab! Ich habe zwar keinen Jadebaum, aber einen Crassula ovata, oder auch als Pfennigbaum bekannt (zumindest glaube ich, dass es einer ist) - wenn ich mich nicht täusche, gleicht die Pflanze dem Jadebaum schon sehr stark, daher meine Fragen: lässt sie sich ebenfalls zu so einem schönen Bäumchen, wie das von Karl-Heinz gestalten, denn das wäre traumhaft. Hier die Bilder des "Rohmaterials":
Lässt sich da noch was brauchbares draus gestalten, oder ist sie schon so verwachsen, dass Hopfen und Malz endgültig hinüber sind?

Für Eure Antworten, Tipps und sachbezogene Ratschläge wäre ich überaus dankbar.
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Holger
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Re: Jadebaum (Portulacaria afra)

Beitrag von Holger »

... du kannst auch aus dem Dickblatt etwas bonsaimäßiges machen, ist halt nur etwas mächtiger.

Hier mal mein Dickblatt von der Arbeit, müsste zwar mal etwas ausgelichtet werden, aber ist halt auf der Arbeit, da habe ich halt nicht so die Möglichkeiten, beschränkt sich halt dort aufs Gießen :oops: ...
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Gruß
Holger
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Re: Jadebaum (Portulacaria afra)

Beitrag von Eva Warthemann »

Hallo Mitchel!
Ich habe hier zwei Beispiele, wie man eine Crassula gestalten kann. Wichtig ist es, sie zu Verzweigungen in Stammnähe zu bringen. Das kann man nur durch gezieltes Schneiden erreichen.
Meine Zwei sind ca.15 Jahre alt.
Liebe Grüße Eva Warthemann
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mitchel
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Re: Jadebaum (Portulacaria afra)

Beitrag von mitchel »

Danke Euch beiden - die Bäumchen sehen sehr gut aus.
@Eva: eigentlich wollte ich den Stamm etwas in die Höhe ziehen lassen, damit es eine typische Baumform erhält. Auf dem Bild sieht man es nicht deutlich genug, aber die Pflanze hat einen dicken (ca 6cm Durchmesser) Hauptstamm und 3 kleinere Nebenstämme. Ich würde gerne nur den Hauptstamm behalten (kann man die anderen verletzungsfrei davon trennen?), die anderen als stecklinge ebenfalls wachsen lassen und den "dicken" umpflanzen, ausrichten und erstmal komplett stutzen.
Jetzt noch mehr fragen ;-) womit geht man an solch massives Astwerk ran? Fuchsschwanz? Küchenmesser? Kann ich es zu dieser Jahreszeit machen, oder verkraftet die Pflanze dies nicht (umtöpfen+beschneiden)? Wie würdet ihr mir den Schnitt empfehlen?
Meine Schnittvorstellung ist unten im Bild dargestellt.

Vielen Dank schon mal für alle Tipps und Ratschläge im Voraus.

Gruß,

Mitch
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camaju +
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Re: Jadebaum (Portulacaria afra)

Beitrag von camaju + »

Viel. hilft dir das hier ein bisschen weiter

http://www.bonsai-fachforum.de/viewtopic.php?t=20152
Gruß Jürgen *wink*

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Holger
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Re: Jadebaum (Portulacaria afra)

Beitrag von Holger »

... der verkraftet - fast - alles. Ds Umtopfen findet meistens sowieso ohne großen Wurzelschnitt statt, da das Dickblatt im Regelfall nicht gerade viele Wurzeln entwickelt. Ich arbeite mit meinem normalen Bonsaiwerkzeug bei den größeren Ästen, kleinere Neutriebe bekommt man sogar mit den Fingernägeln gekappt. Von daher, wenn du nichts Passendes hat, eine 08/15-Astschere aus dem Gartenarbeitsbereich würde es hier auch tun, im Gegensatz zu anderen Bonsai.

Aufgrund des Bildes ist der Schnitt schlecht zu beurteilen, aber grundsätzlich gilt, dass kräftiges Zurückschneiden kein Problem ist (eher das Gegenteil). Wenn du schneidest solltest du darauf achten, dass der Ast bis zur nächsten Blattachsel (Einschnürung) im Regelfall abtrocknet.

Ansonsten viel Spaß und viel Erfolg.

Gruß
Holger
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mitchel
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Re: Jadebaum (Portulacaria afra)

Beitrag von mitchel »

Vielen Dank für die Infos. Den Beitrag, den du verlinkt hast camaju, habe ich gelesen, leider wurde dort nicht so explizit auf die Kleinigkeiten, die ich anschliessend als Frage hier formuliert habe, eingegangen.
@ Holger: vielen vielen Dank - das nimmt mir die letzten Zweifel so werde ich mich am Wochenende ans Werk wagen.
Eine (hoffentlich ;-) abschliessende Frage noch: die Äste, die ich abtrennen werd sind teilweise 3-5cm dick - muss man nach dem Schnitt die "Wunden" irgendwie versorgen, oder trocknet die Pflanze die Schnittstellen ohne großen Flüssigkeitsverlus selbständig ein?

Erneut ein Dankeschön imm Voraus.
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Holger
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Re: Jadebaum (Portulacaria afra)

Beitrag von Holger »

... auf keinen Fall die Wunde versorgen, den Fehler habe ich meiner Anfängerzeit ein einziges Mal gemacht (ich meine dabei ausdrücklich das Dickblatt!!), da habe ich bei einem großen Schnitt Wundknete aufgetragen, hat mir die damalige Pflanze mit Schimmel unter dem Wundverschluss und Absterben "gedankt". Beim Dickblatt und beim Jadebaum keinen Wundverschluss - beim Rest streiten sich die Gelehrten...

Gruß
Holger

P.S. da tritt keine Flüssigkeit aus, es trocknet einfach ab...
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Waya
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Re: Jadebaum (Portulacaria afra)

Beitrag von Waya »

Um das zurücktrocknen zu unterstützen, kannst du die Triebe auch nur wenige Milimeter über den Nodium (Blattachsel, wie auch immer man es nennen mag) kappen. Die Crassula stoppt dann die Wasserzufuhl zu den beschädigten Zwischenstück, welches dann trocknet und von allein abfällt. Danach bilden sich da je 2 neue Triebe. 8)
Gruß, Claudia
mitchel
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Re: Jadebaum (Portulacaria afra)

Beitrag von mitchel »

Vielen Dank erneut - das wäre mit Sicherheit auch der Fehler, den ich im Begriff war zu begehen - habe mir die Wundknette bereits angeschafft.
Na dann, hoffe ich, das die OP ohne Komplikationen ablaufen wird.

Vielen Dank nochmals an alle!
mitchel
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Re: Jadebaum (Portulacaria afra)

Beitrag von mitchel »

So, hier noch Mal der Sachstand.

Habe die Pflanze umgetöpft, musste mich dabei von einen Nebenstamm trennen, die anderen waren nicht angewachsen. Habe das Bäumchen beschnitten und, ICH HOFFE DIE PFLANZE VERZEIHT ES MIR, den Wurzelstängel um etwa 4cm gekürzt, da der Stängel (bzw. mit Wurzeln bewachsenes Stammsegment unter der Erdoberfläche) viel zu lang war - hoffentlich war es kein grober Fehler.
Als Substrat habe ich eine Mischung aus Bonsaierde, Bims und Seramis genommen. Habe auch einige Ableger in das pure Seramis-Substrat gesetzt.

Jetzt noch mehr Fragen:
-soll ich direkt gießen, oder etwas warten, damit die Wurzelwunde ausheilt? Das Substrat selbst ist schon recht trocken.
-ist die gewählte Substratmischung so in Ordnung, vertragen die Ableger reines Seramis oder ist es groblässig falsch?
-Sonstiges, was ihr mir noch als Anregung, Vor- Ratschläge geben könnt.

Danke im Voraus
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