Winterlinde - wie geht es weiter?
Winterlinde - wie geht es weiter?
Liebes Forum,
vor ca 1 Monat habe ich diese Winterlinde von einem lieben Bonsaifreund geschenkt bekommen.
Sie ist ca 50cm hoch und hat einen Stammdurchmesser von ca 4cm
Anfang Juni wurde ein Blattschnitt vorgenommen. Mittlerweile ist der Baum wieder voll im Laub.
Nächstes Frühjahr steht erstmal umtopfen auf dem Programm, da das Substrat einen schon leicht verdichteten Eindruck macht.
Dabei stellt sich mir natürlich die Frage welche Ansichtseite die idealste ist. Mein Favorit ist Foto1, da hat der Stamm die schönste Bewegung. Die derzeitige Ansichsseite (Foto2) kommt nicht in Frage, da sich die Spitze nach hinten neigt und hier auch die große Schnittstelle nach vorne zeigen würde.
Eine Baustelle sehe ich im Nebari (wie es darum bestellt ist wird das Umtopfen zeigen) und im Tachiagari. Da müsste auf jeden Fall noch im Laufe der Jahre eine Verdickung her. Zu diesem Zweck dachte ich mir die Wurzeltriebe und alles im unteren Bereich erstmal kräftig wachsen zu lassen. Auch ein größere Schale würde ich ihm im Frühjahr verpassen.
Wie gehe ich am besten beim Aufbau der Aststruktur vor?
Wäre schön, wenn ihr ein paar Vorschläge, Ratschläge, Anregungen, etc. für mich hättet.
Herzliche Grüße, Max
vor ca 1 Monat habe ich diese Winterlinde von einem lieben Bonsaifreund geschenkt bekommen.
Sie ist ca 50cm hoch und hat einen Stammdurchmesser von ca 4cm
Anfang Juni wurde ein Blattschnitt vorgenommen. Mittlerweile ist der Baum wieder voll im Laub.
Nächstes Frühjahr steht erstmal umtopfen auf dem Programm, da das Substrat einen schon leicht verdichteten Eindruck macht.
Dabei stellt sich mir natürlich die Frage welche Ansichtseite die idealste ist. Mein Favorit ist Foto1, da hat der Stamm die schönste Bewegung. Die derzeitige Ansichsseite (Foto2) kommt nicht in Frage, da sich die Spitze nach hinten neigt und hier auch die große Schnittstelle nach vorne zeigen würde.
Eine Baustelle sehe ich im Nebari (wie es darum bestellt ist wird das Umtopfen zeigen) und im Tachiagari. Da müsste auf jeden Fall noch im Laufe der Jahre eine Verdickung her. Zu diesem Zweck dachte ich mir die Wurzeltriebe und alles im unteren Bereich erstmal kräftig wachsen zu lassen. Auch ein größere Schale würde ich ihm im Frühjahr verpassen.
Wie gehe ich am besten beim Aufbau der Aststruktur vor?
Wäre schön, wenn ihr ein paar Vorschläge, Ratschläge, Anregungen, etc. für mich hättet.
Herzliche Grüße, Max
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chris-git@rre
Re: Winterlinde - wie geht es weiter?
Hallo Max,
Bild 2 gefällt mir am besten!
Wenn Du daraus einen kleinen Baum machen möchtest hätte ich diese Idee:
oder
Wenn Du einen großen Baum haben möchtest ist das was Du vor hast OK!
So was wie Blattschnitt bringt Dir im Moment aber nichts!
Du möchtest ja das sie unten zulegt!?
Dann kannst Du sie auch jetzt in eine große Schale umsetzten!
Bild 2 gefällt mir am besten!
Wenn Du daraus einen kleinen Baum machen möchtest hätte ich diese Idee:
oder
Wenn Du einen großen Baum haben möchtest ist das was Du vor hast OK!
So was wie Blattschnitt bringt Dir im Moment aber nichts!
Du möchtest ja das sie unten zulegt!?
Dann kannst Du sie auch jetzt in eine große Schale umsetzten!
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- Wohnort: Münsterland
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Re: Winterlinde - wie geht es weiter?
Chris hat dir gute Tipps gegeben.
Mir gefällt Bild 2 auch am Besten.
Mir gefällt Bild 2 auch am Besten.
Re: Winterlinde - wie geht es weiter?
Hallo Max,
auch ich würde Foto 1 als Vorderansicht bevorzugen.
Kleiner machen (wie vorgeschlagen) käme für mich nicht in Frage.
In eine größere Schale (mind. doppelt so groß, wie die jetzige) setzten ist auf jeden Fall ok. Sich als erstes um das Nebari zu kümmern ist der richtige Weg. Wenn dabei dicke Wurzeln gekürzt und dünne Wurzeln lang bleiben, wird das für den Wurzelansatz sicherlich förderlich sein. Bei einem guten Wurzelwachstum verdickt sich der Stammfuß bei Linden recht schnell.
Ein Blattschnitt dient eigentlich dazu, mehr Feinverzweigung aufzubauen - ist also die nächsten Jahre noch nicht nötig. Die unteren Äste müssen erst mal kräftig an Umfang zunehmen, d.h. sie müssen möglichst lang durchtreiben. Wie das aussieht ist völlig unwichtig, es kommt auf das an, was in einigen Jahren zu sehen sein soll.
Die oberen Etagen müssen dagegen ständig stark ausgedünnt werden, denn hier sollen die Äste ja letztlich dünner und zierlicher aussehen.
Drahtungen bitte ständig kontrollieren, je nach dem welchen Wachstumsschub die Linde macht, können Drähte fast über Nacht einwachsen. An den Narben hast du dann noch Jahre deinen Spaß.
Die Aststellung im unteren Bereich ist ja klar, waagerecht bis leicht abwärts geneigt. Je näher du allerdings der Spitze kommst, desto mehr sollten die Äste wieder leicht ansteigen. Die letzten Äste im Spitzenbereich sogar bis 45° aufwärts - das entspricht dem natürlichen Habitus der Linde.
Wenn alles gut läuft, hast du schon in gut fünf Jahren ein ansehnliches Bäumchen da stehen.
auch ich würde Foto 1 als Vorderansicht bevorzugen.
Kleiner machen (wie vorgeschlagen) käme für mich nicht in Frage.
In eine größere Schale (mind. doppelt so groß, wie die jetzige) setzten ist auf jeden Fall ok. Sich als erstes um das Nebari zu kümmern ist der richtige Weg. Wenn dabei dicke Wurzeln gekürzt und dünne Wurzeln lang bleiben, wird das für den Wurzelansatz sicherlich förderlich sein. Bei einem guten Wurzelwachstum verdickt sich der Stammfuß bei Linden recht schnell.
Ein Blattschnitt dient eigentlich dazu, mehr Feinverzweigung aufzubauen - ist also die nächsten Jahre noch nicht nötig. Die unteren Äste müssen erst mal kräftig an Umfang zunehmen, d.h. sie müssen möglichst lang durchtreiben. Wie das aussieht ist völlig unwichtig, es kommt auf das an, was in einigen Jahren zu sehen sein soll.
Die oberen Etagen müssen dagegen ständig stark ausgedünnt werden, denn hier sollen die Äste ja letztlich dünner und zierlicher aussehen.
Drahtungen bitte ständig kontrollieren, je nach dem welchen Wachstumsschub die Linde macht, können Drähte fast über Nacht einwachsen. An den Narben hast du dann noch Jahre deinen Spaß.
Die Aststellung im unteren Bereich ist ja klar, waagerecht bis leicht abwärts geneigt. Je näher du allerdings der Spitze kommst, desto mehr sollten die Äste wieder leicht ansteigen. Die letzten Äste im Spitzenbereich sogar bis 45° aufwärts - das entspricht dem natürlichen Habitus der Linde.
Wenn alles gut läuft, hast du schon in gut fünf Jahren ein ansehnliches Bäumchen da stehen.
Tschüüss, Michael
Schützt unsere Wälder, eßt mehr Biber!
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Re: Winterlinde - wie geht es weiter?
Hallo zusammen
vielen Dank für eure Nachrichten.
Werde den von migo beschriebenen Weg versuchen zu gehen.
Migo, hier an dieser Stelle vielen Dank für deine ausführliche Nachricht!
Dieses Jahr das Wachstum im oberen Bereich kontrollieren, unten durchtreiben lassen...
Im Frühjahr werde ich sie dann in eine größere Schale setzen und die Wurzeln bearbeiten
Dann sehen wir weiter...
Viele Grüße, Max
vielen Dank für eure Nachrichten.
Das sehe ich ganz genauso!migo hat geschrieben:Hallo Max,
auch ich würde Foto 1 als Vorderansicht bevorzugen.
Kleiner machen (wie vorgeschlagen) käme für mich nicht in Frage.
Werde den von migo beschriebenen Weg versuchen zu gehen.
Migo, hier an dieser Stelle vielen Dank für deine ausführliche Nachricht!
Dieses Jahr das Wachstum im oberen Bereich kontrollieren, unten durchtreiben lassen...
Im Frühjahr werde ich sie dann in eine größere Schale setzen und die Wurzeln bearbeiten
Dann sehen wir weiter...
Viele Grüße, Max
Re: Winterlinde - wie geht es weiter?
Würde es Sinn machen die Linde im Frühjahr in einen TPK zu pflanzen, oder besser in eine Trainingsschale?
Was meint Ihr?
Grüße, Max
Was meint Ihr?
Grüße, Max
Re: Winterlinde - wie geht es weiter?
Wenn du noch kräftig Zuwachs brauchst, ist ein TPK und grobes Susbtrat besser.
Gruß Jürgen 
Wer nicht mit Pflanzen und Tieren kann, kann auch nicht mit Menschen.
Ich moderiere in blau, der Rest ist nur meine Meinung
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Re: Winterlinde - wie geht es weiter?
TPK oder Trainingsschale? ...kommt drauf an, was an Wurzelwerk da ist.
Meine Erfahrungen haben gezeigt, dass der TPK gut ist, wenn das Wurzelwerk eher mäßig und der Wurzelansatz noch nicht optimal ist. Im TPK wachsen meist reichlich neue Wurzeln - die Wurzeln bleiben kurz und verzweigen stark.
Für Bäume, die schon einen annehmbaren Wurzelansatz haben scheint mit die Trainingsschale besser, da können die Wurzeln "Meter machen" - also in die Runde entlang der Schalenwand wachsen. Das fördert die Verdickung der Wurzeln.
Meine Erfahrungen haben gezeigt, dass der TPK gut ist, wenn das Wurzelwerk eher mäßig und der Wurzelansatz noch nicht optimal ist. Im TPK wachsen meist reichlich neue Wurzeln - die Wurzeln bleiben kurz und verzweigen stark.
Für Bäume, die schon einen annehmbaren Wurzelansatz haben scheint mit die Trainingsschale besser, da können die Wurzeln "Meter machen" - also in die Runde entlang der Schalenwand wachsen. Das fördert die Verdickung der Wurzeln.
Tschüüss, Michael
Schützt unsere Wälder, eßt mehr Biber!
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Re: Winterlinde - wie geht es weiter?
Dann vermute ich, dass es eher auf TPK hinauslaufen wird...migo hat geschrieben:TPK oder Trainingsschale?
Meine Erfahrungen haben gezeigt, dass der TPK gut ist, wenn das Wurzelwerk eher mäßig und der Wurzelansatz noch nicht optimal ist.
Viele Grüße, Max
Re: Winterlinde - wie geht es weiter?
Meine Überlegung ist, den Ast an der rot eingezeichneten Stelle beim Umtopfen zu schneiden. Er besitzt nahezu die gleiche Dicke wie der Stammfortlauf oberhalb der großen Schnittstelle.migo hat geschrieben: Die oberen Etagen müssen dagegen ständig stark ausgedünnt werden, denn hier sollen die Äste ja letztlich dünner und zierlicher aussehen.
Um die Wundheilung des großen Schnittes zu optimieren lasse ich einen Spitzentrieb durchtreiben der im Herbst wieder stark zurückgeschnitten wird. Alle anderen Triebe im oberen Bereich sollen kräftig zurückgeschnitten werden, während untenrum frei Wachsen gelassen wird.
Beim Umtopfen dachte ich mir den Stamm etwas nach rechts aufzurichten, um den Stammverlauf etwas ins Gleichgewicht zu rücken, was ich auf dem Bild versucht habe zu veranschaulichen.
Was meint Ihr?
Grüße, Max
- Bonsai-Abbing
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Re: Winterlinde - wie geht es weiter?
Diese Dinge, die du in näherer Zeit vorhast, klingen für mich alle vernünftig. So würde ich ebenso vorgehen.
Re: Winterlinde - wie geht es weiter?
Hallo Max,Max L hat geschrieben: Meine Überlegung ist, den Ast an der rot eingezeichneten Stelle beim Umtopfen zu schneiden. Er besitzt nahezu die gleiche Dicke wie der Stammfortlauf oberhalb der großen Schnittstelle.
ich sehe das auch so wie Frank.
Allerdings würde ich den Ast, den du rot markiert hast sogar ganz wegnehmen und nur mit den jungen Trieben, die an (fast) gleicher Stelle entspringen weiter arbeiten.
Tschüüss, Michael
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Re: Winterlinde - wie geht es weiter?
In den letzten Tagen habe ich mir überlegt die Linde erstmal für einige Zeit ins Freiland zu pflanzen. Dabei den Wurzelballen ordentlich zu bearbeiten und möglicherweise ein Brett unter den Wurzeln zu positionieren. Ansonsten mit der Heckenschere schneiden, oben deutlich mehr als unten. Was haltet Ihr von dem Plan?
Dann gibt es ja noch diesen Trieb der direkt am Wurzelansatz entspringt. Würdet Ihr den erstmal dranlassen zur Verdickung im unteren Bereich bzw evtl Option in Richtung Doppelstamm? Oder im Frühjahr ab damit?
Ich wünsche allen ein frohes Weihnachtsfest!
Viele Grüße, Max
Dann gibt es ja noch diesen Trieb der direkt am Wurzelansatz entspringt. Würdet Ihr den erstmal dranlassen zur Verdickung im unteren Bereich bzw evtl Option in Richtung Doppelstamm? Oder im Frühjahr ab damit?
Ich wünsche allen ein frohes Weihnachtsfest!
Viele Grüße, Max
Re: Winterlinde - wie geht es weiter?
Liebes Forum,
nachdem ich die Linde zum Winterende bei einem Workshop dabei hatte, wurde dort die Eintscheidung gefällt den Stamm oberhalb der zwei dickeren Äste auf halber Höhe des Baumes zu kappen. Gesagt, getan. Im März dann in einen großen TPK in gesiebtes Akadama 4mm getopft. Soweit so gut...
Und jetzt kommt der Haken: Beim Umtopfen habe ich zusätzlich Hornspäne ins Substrat gemischt. Dummer Fehler. Nachdem die Linde Anfang Mai immer noch nicht ausgetrieben hatte ahnte ich Böses! Ich hab also den Baum aus dem Topf geholt und feststellen müssen, dass die Hornspäne das Substrat total verklumpt haben, was den Wurzeln überhaupt nicht gefiel. Ich musste also einige verfaulte Wurzeln entfernen und hab den Ballen komplett ausgewaschen. Anschließend habe ich die Pflanze in ein Akadama/Bims Gemisch gesetzt.
Der aktuelle Zustand ist folgender: Die Knospen sind leicht geöffnet, man kann schon ein wenig das Grün der Blätter erkennen. Die Pflanze steht voll im Saft. Es hat sich aber bisher kein einziges Blatt geöffnet.
Habt Ihr einen Tipp für mich, wie ich die Linde retten kann?
Mit besten Grüßen,
Max
nachdem ich die Linde zum Winterende bei einem Workshop dabei hatte, wurde dort die Eintscheidung gefällt den Stamm oberhalb der zwei dickeren Äste auf halber Höhe des Baumes zu kappen. Gesagt, getan. Im März dann in einen großen TPK in gesiebtes Akadama 4mm getopft. Soweit so gut...
Und jetzt kommt der Haken: Beim Umtopfen habe ich zusätzlich Hornspäne ins Substrat gemischt. Dummer Fehler. Nachdem die Linde Anfang Mai immer noch nicht ausgetrieben hatte ahnte ich Böses! Ich hab also den Baum aus dem Topf geholt und feststellen müssen, dass die Hornspäne das Substrat total verklumpt haben, was den Wurzeln überhaupt nicht gefiel. Ich musste also einige verfaulte Wurzeln entfernen und hab den Ballen komplett ausgewaschen. Anschließend habe ich die Pflanze in ein Akadama/Bims Gemisch gesetzt.
Der aktuelle Zustand ist folgender: Die Knospen sind leicht geöffnet, man kann schon ein wenig das Grün der Blätter erkennen. Die Pflanze steht voll im Saft. Es hat sich aber bisher kein einziges Blatt geöffnet.
Habt Ihr einen Tipp für mich, wie ich die Linde retten kann?
Mit besten Grüßen,
Max
Re: Winterlinde - wie geht es weiter?
Gruß Jürgen 
Wer nicht mit Pflanzen und Tieren kann, kann auch nicht mit Menschen.
Ich moderiere in blau, der Rest ist nur meine Meinung
Wer nicht mit Pflanzen und Tieren kann, kann auch nicht mit Menschen.
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