Winterpflege des Feuerdorns ?

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abardo
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Winterpflege des Feuerdorns ?

Beitrag von abardo »

Hi,

seit dem Frühjahr hab ich auch einen Feuerdorn. Wurde übers Jahr immer wieder beschnibbelt, sieht kerngesund aus und macht viel Freude. Der steht nun als mein einziger Laubbaum komplett grün und bei möglichst viel Licht im Kalthaus und sieht irgendwie so aus, als ob ich mit dem zum Winter noch was machen sollte.

Leider finde ich in der Literatur und im Netz widersprüchliches. Manche reduzieren die Blätter jetzt zum Winter hin, um eine Art Winterruhe zu produzieren. Und begründen dass damit, dass dann auch die Wasseraufnahme bzw. der gesammte Stoffwechsel sinkt. Das leuchtet mir aber nicht wirklich ein, weil der Baum ja durch den Rückschnitt zum Austrieb angeregt wird und seine Reserven verbrauchen würde. Richtig gedacht ?

Manche nehmen den Feuerdorn erst im Frühjahr vor dem Austrieb bzw. beim Umtopfen oder der Wurzelpflege zurück. Klingt irgendwie für mich logischer. Dann muss ich den aber bestimmt deutlich mehr giessen, als alle anderen, und auch durchgehend düngen (ohne Stickstoff) oder ?

Bitte helft mir da mal auf die Sprünge.
Wer hat da welche Erfahrungen ?
Grüße, Frank
___________
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Kyrilla
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Re: Winterpflege des Feuerdorns ?

Beitrag von Kyrilla »

Mit meinem mache ich nicht viel....
An den Blättern mache ich nichts.
Unter -5 °C geht er hell in den Keller.
Blätter fallen im Frühjahr von allein.
Und natürlich nicht austrocknen lassen.
Bei mir steht er auf dem Balkon(mit Unterbrechungen).
Bonsai ist die Kunst,die Perle einer Muschel sichtbar zu machen ohne die Muschel zu zerstören.
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hwolf
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Re: Winterpflege des Feuerdorns ?

Beitrag von hwolf »

Moin,

finde ich auch ein interessantes Thema. Ich hoffe es stört Dich nicht, lieber Abardo, wenn ich hier auch meine Frage anschließe.. :oops:
Ich habe seit Herbst zwei kleine Shohin-Feuerdorne. Zu diesem Baum/Strauch/Gewächs scheint auch mir die Informationslage ziemlich verwirrend.
In manchen Quellen ist von völliger Winterhärte die Rede, andere bezeichnen das Dörnchen als richtige Mimose, die nicht unter 10°C überwintert werden sollte.
Auch was das Laub angeht stellen sich mir einige Fragen. Eigentlich soll der Feuerdorn ja immergrün sein. Dass er aber zu Frühjahr einen kompletten Laubwechsel macht, habe ich auch schon gelesen.
Bei meinen Exemplaren werden aber bereits jetzt die richtig großen Blätter (alles ab 5 cm Länge, etwa 1/10 der gesamten Belaubung) gelb. Manche großen Blätter sind schon abgefallen.

Meine beiden habe ich mitsamt Schale recht tief ins Beet gepflanzt, relativ windgeschützt, und dann bis etwa der Hälfte des Stammes mit Rindenmulch umschüttet. Es gucken nur noch die Kronen und Blätter aus dem Mulch. Kann man das so machen oder muss ich da nochmal korrigieren? Wenn ja, muss ich nämlich schleunigst ein weiteres Foliengewächshaus ordern und aufstellen :lol:

Lieben Gruß -

Heinrich
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achim73
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Re: Winterpflege des Feuerdorns ?

Beitrag von achim73 »

das kommt auf den winter an. wenns so wird wie die letzten beiden jahre - kein problem.
wenns wieder wie 2010/11 über wochen -15° gibt, hilft auch kein foliengewächshaus.
Gruss, Achim
"Der kürzeste Weg zum Glück ist der Weg in den Garten"
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Heike_vG
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Re: Winterpflege des Feuerdorns ?

Beitrag von Heike_vG »

Hallo, Ihr Lieben,

meine Feuerdorne (bzw. den von meiner Tochter) habe ich immer ganz normal im Kalthaus überwintert und die vorhandenen Blätter in Ruhe gelassen.
Auch wenn Blätter des Feuerdorns über den Winter am Baum bleiben, so ist er dennoch weitestgehend in der Winterruhe (wie andere immergrüne Bäume auch) und sollte nicht gedüngt werden.
Starkem Frost habe ich Feuerdorne nicht ausgesetzt, insofern kann ich zur Frosthärte nichts genaueres sagen. Feuerdorne als Büsche in den Gärten vertragen ja offensichtlich jedes Winterwetter, aber wie es in kleinen Schalen ungeschützt aussieht, da habe ich gewisse Zweifel. Es gibt ja noch weit mehr Bäume, die in der Natur frostfest sind, in der Schale aber beim Durchfrieren Probleme kriegen.

LG, Heike
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hwolf
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Re: Winterpflege des Feuerdorns ?

Beitrag von hwolf »

Hi,

boah Leute ihr habt ja keine Ahnung was für einen Bammel ich vorm Winter schiebe..... :cry:
Ist mein erster Winter mir Outdoor-Bonsai, ich habe kein richtiges Gewächshaus und leider auch keinen kalten Keller. Die Garage ist sehr dunkel und nicht isoliert.
Bislang hoffe ich, dass ich mit eingegrabenen und mit Mulch umschütteten Rohpflanzen und einem Foliengewächshaus an der Hauswand, das ich nach unten noch mit Styropor isoliert habe, durch komme.
Naja sorry, musste mir kurz mal Luft machen und meine Sorgen teilen..

*back*

LG
Heinrich
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Re: Winterpflege des Feuerdorns ?

Beitrag von Heike_vG »

Das wird schon klappen, locker bleiben, Heinrich. Wichtig ist vor allem, dass die Bäume nicht austrocknen, das passiert nämlich sehr leicht im Winter.
Lange Zeit (bis ca. Januar) brauchen die Bäume kaum Wasser, man wird nachlässiger mit den Kontrollen, ab Januar werden die Wurzeln langsam wieder aktiver, man hat 2 - 3 Wochen nicht geguckt und schon ist es passiert, total ausgetrocknet.
Ansonsten einfach gelassen und aufmerksam bleiben, beobachten und Erfahrungen sammeln.
Ich gehe mal davon aus, dass Du nicht gleich mit superteuren Bäumen angefangen hast und die Jung- und Rohpflanzen noch nicht so empfindlich sind.

LG, Heike
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abardo
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Re: Winterpflege des Feuerdorns ?

Beitrag von abardo »

Hi,

danke euch schonmal für die Tipps.

Dann mach ich mal so wie vermutet und hier bestätigt (hab gerade noch 3 direkt nach oben wachsende Tertiärästchen ausm Herbst abgeknipst, aber das wars dann auch). Bleibt also bei Licht im KH bei so 3 Grad und geringer Feuchte.

Laut Pflegekalender hör ich jetzt auch mit dem Düngen komplett auf (hatte letzte Woche nochmal kaliumbetont leicht gedüngt, waren ja auch noch zweistellige Plusgrade im KH).

@Heinrich: kein Panik. So viele überwintern alles windgeschützt draussen oder eingebuddelt. Einziger Nachteil beim Einbuddeln (im Vergleich z.B. zum Kalthaus oder kaltem Keller) ist halt, dass man nur schlecht die Feuchtigkeit kontrollieren kann (sowohl optisch als auch von der Regenmenge). Ich hab das auch die ersten Jahre gemacht. Solange du keine Südländer hast, passt das aber schon. Ausser du wohnst irgendwo in 1500 Meter Höhe in den Alpenausläufern mit 3 Monaten Dauerfrost ...
Allerdings hab ich nie Rindenmulch zum Einbuddeln genommen (das wohl irgendwelche Stoffe ausschwemmt, die nicht optimal für die Bäumchen sind, weiss aber nicht mehr genau, das wurde hier mal besprochen, müsste ich erst suchen). Ich hab immer Torf genommen.
Und: ne Garage wär doch völlig ok für die laublosen Bäumchen. Windgeschützt und du kannst die Feuchtigkeit gut kontrollieren. Da einfach Styroporkisten hinstellen und mit Torf auffüllen, wenn es in der Garage dauerhaft unter Null Grad werden sollten.
Grüße, Frank
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hwolf
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Re: Winterpflege des Feuerdorns ?

Beitrag von hwolf »

Liebe Heike, lieber Frank,

vielen Dank für eure beruhigenden Worte! Genau richtig, Heike, ich habe mir einiges an Baumschulware in den typischen Containern zum Üben besorgt und einige günstige Gartencenter-"Bonsai" (Da gibt es riesen Unterschiede. Meine kommen alle von einer osteuropäischen Bonsai-Baumschule namens "kire", die ihr Sortiment über Floraland verteibt. Die machen das um einiges besser als es bei den klassischen China-Dingern in den blauen Schalen ist) und einige selbstgesammelte Jungpflanzen aus dem Garten. Wenn im Frühjahr alles gut geht fahre ich dann nach Enger und stocke etwas auf :-D
Und klar, hier im niedersächsischen Flachland wird es wohl kaum arktische Zustände geben.
Danke nochmal, im Frühjahr schildere ich dann meine Eindrücke und zeige mal ein bisschen was von dem, was hier mittlerweile herumsteht. Danke auch für den Tipp, das Kontrollieren der Feuchtigkeit im Januar wieder stärker aufzunehmen. Da hätte ich nicht so früh mit gerechnet. Ihr seid toll! *daumen_new*

LG
Heinrich
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