der "V" Schnitt

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espanna
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der "V" Schnitt

Beitrag von espanna »

Hallo liebes Forum,

ich hoffe dass der Beitrag hier richtig ist.

Ich habe eine Eiche die ich vorletztes Jahr mit einen "V" Schnitt gekappt habe. An den beiden Enden des V-s sind Zweige die ich durchtreiben lasse.
Ich hatte die Hoffnung dass die Schnittstelle so schneller zuwächst...
Es hat angefangen sich innen Kallus zu bilden, aber auch Verdickungen an den Seiten die mMn. dazu führen werden (was sich schon jetzt zeigt) dass auf der Höhe eine Verdickung sein wird.

Sollte ich einen von 2 entfernen?
Was habt ihr für Erfahrungen gemacht?
Ist es immer besser einen Zweig an eine Wunde zu haben?
(in den Büchern von Herrn Naka wird es auch so beschrieben, allerdings ohne Verdickung - den "Michelin-Beitrag" :( von Heiner kenne ich :wink: )
Gruß
László

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achim73
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Re: der "V" Schnitt

Beitrag von achim73 »

bild wär hilfreich.
Gruss, Achim
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espanna
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Re: der "V" Schnitt

Beitrag von espanna »

Hast natürlich recht Achim!
Kann ich Morgen o. übermorgen machen, ich dachte dass das auch so "im Kopf" geht :?
Gruß
László

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espanna
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Re: der "V" Schnitt

Beitrag von espanna »

Hier die versprochenen Bilder, ich hoffe man kann was erkennen!?
Falls ihr meint ich sollte einen entfernen würde ich den linken behalten, weil er den Schwung vom Stamm weiterführt...
(den gesamten Baum zu fotografieren lohnt sich noch nicht)
Dateianhänge
IMG_6498 (Copy).JPG
IMG_6497 (Copy).JPG
Gruß
László

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bonsaiheiner
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Re: der "V" Schnitt

Beitrag von bonsaiheiner »

Hallo László!
espanna hat geschrieben:...
Falls ihr meint ich sollte einen entfernen würde ich den linken behalten, weil er den Schwung vom Stamm weiterführt...
...
...aber bitte nicht in dem geometrischen Bogen weitermachen, wie es auf dem letzten Foto zu erkennen ist.
Das Beste wird sein, wenn Du uns den Baum im Winter noch mal blattlos zeigst, ob lohnenswert oder nicht. Jetzt kann man bei dem Fotomaterial wenig raten.
V-Schnitte im Sinne einer radikalen Stammkappung machen Sinn bei geplanter Entwicklung einer Besenform, die aber wiederum bei einer Eiche, sagen wir mal, "ungewöhnlich" wäre. Die Eiche hat ja auch bereits ganz anders reagiert. Befürchtungen mit Stammverdickung an der Schnittstelle sind daher unbegründet.
Beste Grüsse,
Heiner
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achim73
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Re: der "V" Schnitt

Beitrag von achim73 »

leichte verdickungen an den astansätzen sind normal und unvermeidlich.
es ist einfach eine frage der zeit. wenn du gleichzeitig gestaltest (rückschnitt) , bildet sich natürlich weniger kallus als bei freiem wachstum. letzten endes kommt es ja auf den plan an, den du für den baum hast. brauchst du an der stelle einen dicken hauptast oder nicht ?
entfernst du ihn, wird die schnittstelle ja nochmal größer.
Gruss, Achim
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Re: der "V" Schnitt

Beitrag von espanna »

Hallo Heiner, hallo Achim,
"
...aber bitte nicht in dem geometrischen Bogen weitermachen, wie es auf dem letzten Foto zu erkennen ist."

Den Bogen würde ich wenn annähernd die gewünschte Dicke erreicht ist zurückschneiden und wieder weiter... Deswegen denke ich dass der Bogen (noch ?) nicht schlimm ist.
Einen Plan im ganzen habe ich nicht, ich dachte step by step oben und unten arbeiten und eine Eiche daraus formen...
Falls ich den rechten Ast entferne, wie sollte die Schnittführung sein? Konkav? Tropfenförmig? Wächst so eine Wunde zu?
Gruß
László

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Georg
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Re: der "V" Schnitt

Beitrag von Georg »

Hallo László,
nimm Dir doch mal ein Blatt Papier und mal Deine Eiche drauf, wie sie aktuell ist und versuche sie zeichnerisch weiter zu entwickeln. So bekommst Du eine Möglichkeit, zu erkennen, wohin Du willst.
Denn das solltest Du bei Deinen Schnittmaßnahmen schon wissen, sonst schneidest Du falsch in Bezug auf das zukünftig gewünschte Erscheinungsbild.
Ansonsten gilt, was Heiner geschrieben hat: "Das Beste wird sein, wenn Du uns den Baum im Winter noch mal blattlos zeigst, ob lohnenswert oder nicht. Jetzt kann man bei dem Fotomaterial wenig raten."
Gruß
Rüdger
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Re: der "V" Schnitt

Beitrag von espanna »

Ich bin glücklich dass ihr mir hilft, dann werde ich im Herbst / Winter ein paar Fotos machen!

Danke euch!
Gruß
László

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Re: der "V" Schnitt

Beitrag von migo »

Hallo,

klar ist, jetzt nichts machen und dann erst mal Winterbilder einstellen...

Grundsätzlich: Eichen heilen Schnittstellen nur seeeeeehr schwer zu ... meist nie richtig...

An meiner Eiche habe ich den Hauptstamm vor 4/5 Jahren gekappt und aus einem Seitenast eine neue Krone aufgebaut - konnte (bislang) machen was ich wollte, die Schnittstelle ist bis heute immer noch nicht überwallt.

Wahrscheinlich kann hier noch manch anderer Forumteilnehmer ein Lied davon singen.
Tschüüss, Michael

Schützt unsere Wälder, eßt mehr Biber!
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Re: der "V" Schnitt

Beitrag von espanna »

Hi Michael,

so in die richtung ging auch meine Frage (die ich wahrscheinlich unverständlich formuliert habe), denn wenn wir sagen dass die Stelle nicht heilt dann währe vlt. eine "gewölbt geformte" schnittstelle besser?
Oder wenn eine Wunde durch einen Ast in 6 Jahren zu ist, ist dann die gleiche Wunde mit 2 Ästen (bei gleich starken Trieben) in 3 Jahren zu?
Wie kann ich (wenn überhaubt) Verdickungen steuern?
Das sind sachen die mich, Anfänger, zZ. beschäftigen.( Die Pflege scheint langsam zu funktionieren :) )
Gruß
László

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Re: der "V" Schnitt

Beitrag von Heike_vG »

Hallo László,
nur sehr viel Wachstum wird solche Wunden überwachsen lassen, im Feld oder großen Pott mit meterlangen Opfertrieben. Diese Rechnerei mit Jahren ist müßig, weil so viele Faktoren (Haltung und Düngung des Baums, Schale, großer Pott, Freiland, Wetterverläufe etc.) dabei mitspielen, wie sich ein Baum verdickt und Wunden überwallt.
Verdickung entsteht durch das Wachstum von viel Grünmasse und ist je nach Baumart verschieden gut zu steuern. Beim Dreispitz z.B. sehr gut und einfach, bei Eichen schwieriger.
Viel ausprobieren und beobachten bringt die Erfahrungen und Erkenntnisse. Da führt nichts drumherum, trotz guter Tipps von anderen.
Liebe Grüße,
Heike
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...

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Re: der "V" Schnitt

Beitrag von espanna »

Danke Heike,

ich werde im Winter Fotos reinstellen und bisdahin alles genau beobachten.
Gruß
László

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Re: der "V" Schnitt

Beitrag von espanna »

Hallo ihr Lieben,

die Eiche ist ein Übungsbaum von mir um zu sehen was geht und wie der Baum reagiert.
Was ich bis jetzt in Bezug auf den Kallus bzw. "V-schnitt" sagen kann ist:
-Nach 2 Wachstumsperioden indem die Eiche frei wachsen durfte hat sie die Wunde nicht mal annähernd zu gemacht. Daraus folgere ich, wenn große Schnitte zu tun sind ist es wohl Ratsam diese (bei Eichen) so zu gestalten dass man die Schnittstelle nicht sieht, bzw. im Stammverlauf gewölbt formt und nicht konkav schneidet.(oder als Höhepunkt gestaltet-> was ich definitiv nicht kann :) )
-Wenn die Eiche ungehindert nach oben (Apikaldominanz) wachsen darf, werden die unteren Äste schwächer, sogar fast vom Baum "Abgeschrieben".
-Der Gedanke von mir dass 2 Triebe eine Wunde schneller zumachen (mag vielleicht für einige logisch klingen) ist in dem Fall falsch. Der Baum reagiert und ich sollte daraufhin meine Gegenaktionen abstimmen.
-Ein Plan ist super, Theorie ist auch klasse aber nichts geht über Beobachtung und Erfahrung.(wie hier schon sooooo oft geschrieben *daumen_new* )
Dateianhänge
IMG_6800 (Copy).JPG
IMG_6803 (Copy).JPG
IMG_6807 (Copy).JPG
Zuletzt geändert von espanna am 30.04.2018, 14:43, insgesamt 1-mal geändert.
Gruß
László

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Re: der "V" Schnitt

Beitrag von abardo »

Ich spiele ja auch seit einigen Jahren explizit mit Eichen rum.

Meine Eichen verschliessen Wunden einfach generell viel langsamer als andere Bäume. Ob die Wunde oben oder unten ist, im V-Schnitt oder schräg, mit wieder angeschnittenem Kallus oder nicht, ist relativ egal. Eichen sind da langsam und lassen sich wohl auch nur kaum beim Verschluss beeinflussen. Insofern wäre der V-Schnitt bei Eichen nur gestalterisch sinnvoll oder eben nicht.

Eine Eiche im Top nicht regelmässig zu kappen, führt nur zu verdickten Astansätzen und zum Verkümmern der unteren Äste. So wie du das auch erleben durftest. Daher schneide ich Eichen im Top im Frühjahr und zum Johanniss oder Anfang August nochmal. Der letzte Austrieb ist dann der, den ich behalte kann. Im Winter werden nochmal zurückgetrocknete Aststümpfe ausgeputzt. Ein Durchtreiben lassen bringt der Schnittstelle bei Eichen nicht wirklich etwas, untere Äste kann man so aber schon stabilisieren.

Und jetzt noch schnell ein *daumen_new* fürs "selber ausprobieren" !
Grüße, Frank
___________
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