Gestaltung einer Besenform nach Joshio Naka

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Frank 3
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Gestaltung einer Besenform nach Joshio Naka

Beitrag von Frank 3 » 10.11.2017, 13:53

Hallo Zusammen, ich möchte mal wissen ob Ihr bereits Erfahrungen mit der Gestaltung der Besenform nach Joshia Naka gesammelt habt bzw. mir Hilfestellung geben könnt ?

Ich möchte eine Hainbuche nach dieser Technik gestalten, laut der Literatur "Bonsai Technik 1" soll der Stamm gerade abgesägt und dann außerhalb der Mitte V-förmig eingesägt werden. Der angeschnittene Bereich wird mehrmals mit Band oder Bast umwickelt, dadurch wird eine Knotenbildung vermieden.

In der Vergangenheit hatte ich bereits schon etwas über diese Technik gelesen, habe dazu aber noch ein paar Fragen.

1. eignet sich Bast oder Band besser, wenn Band welches ist geeignet , evt. Baumwoll-Paketband ?
2. eignet sich auch eine Rohrschelle ??? erst mit Bast umwickeln um die empfindliche Rinde zu schützen, oder eignet sich ein
passendes Plastikrohr als Schutz (hatte ich in der Vergangenheit schon mal gelesen)
3. Baumwachs auf Schnittstellen auftragen oder nicht ? wollte das Wachs eigentlich weglassen, befürchte nur das sich zu viel Wasser
in dem Ausschnitt sammelt
4. wie tief sollte der Stamm eingesägt werden ? ( ist von der Stammdicke abhängig , aber aus der Zeichnung von Joshia lässt sich das
nur schwer herleiten


Danke Gruß
Frank

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Lindenbergi
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Re: Gestaltung einer Besenform nach Joshio Naka

Beitrag von Lindenbergi » 11.11.2017, 12:41

In den Tiefen dieses Forums müsste da was zu finden sein. Ich glaube mich zu erinnern, das bonsaiheiner das mal mit einer Zelkowa versucht hat.
Gruss Robert
Wenn zwei Menschen immer die gleiche Meinung haben, ist einer von ihnen überflüssig.
W. Churchill

Frank 3
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Re: Gestaltung einer Besenform nach Joshio Naka

Beitrag von Frank 3 » 11.11.2017, 13:15

Danke Robert, werde mal stöbern.

Gruss
Frank

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Heike_vG
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Re: Gestaltung einer Besenform nach Joshio Naka

Beitrag von Heike_vG » 11.11.2017, 13:16

Hier ist der Link zu Heiners Thread:
viewtopic.php?f=9&t=26074

Der sollte viele Fragen beantworten!

LG, Heike
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...

AK Hamburg & Umland

Frank 3
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Re: Gestaltung einer Besenform nach Joshio Naka

Beitrag von Frank 3 » 11.11.2017, 15:32

Danke Heike, der Bericht von Heiner ist interessant. Ich werde auf jeden Fall auf eine Rohrschelle und als Schutz der Rinde auf ein stabiles Abflussrohr das auf die Stammgröße angepasst wird zurückgreifen. Hoffe die Hainbuche schlägt aus und gedeiht so wie erwünscht und erhofft. Werde die ganze Aktion bildlich dokumentieren und im Frühjahr ersten Bericht ins Forum stellen.

Gruß
Frank

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Re: Gestaltung einer Besenform nach Joshio Naka

Beitrag von Andreas Ludwig » 11.11.2017, 16:54

Doppelpost, sorry. Die basteln da gerade an den Kabeln rum...
Zuletzt geändert von Andreas Ludwig am 11.11.2017, 16:55, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Gestaltung einer Besenform nach Joshio Naka

Beitrag von Andreas Ludwig » 11.11.2017, 16:55

Kleine Korrektur: Er hiess John Yoshio Naka. Worauf er Wert legte.

Zu deinen Fragen: Baumwollband würde ich nicht nehmen. Es verrottet schnell, wird brüchig und verliert den «Zug», den du brauchst. Die Rohrschelle wird an den Kanten einschneiden, wenn der Kallus wächst. Unterlegst du mit Plastikrohr, wird die Hainbuche auch an dessen Kante eine sichtbare Stelle bilden. Versuch es eher mit Gummischlauch. Baumwachs sollte man, wo es geht, vermeiden. Weil man es nie mehr wegkriegt. Die Schnitttiefe richtet sich nach den vorhandenen Gegebenheiten. Anders kann man das nicht sagen. Ich empfehle dir, einige Beispiele zusammenzusuchen – das Internet gibt ja viel her – und dann nach Gefühl vorzugehen. Geht nicht anders. Am Ende ist man immer alleine mit dem Baum.
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Frank 3
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Re: Gestaltung einer Besenform nach Joshio Naka

Beitrag von Frank 3 » 12.11.2017, 14:36

Hallo Andreas, die Kantenbildung des Plastikrohres ist einleuchtend (hatte ich bisher nicht bedacht). Durch die Schelle/Rohr-Kombi besteht meines Erachtens die Möglichkeit einfach und sauber in der Wachstumspause die Klemme zu entfernen.Im Frühjahr könnte diese dann wieder "montiert" und das Rohr kann bei Bedarf angepasst werden.
Ein weiterer Vorteil eines etwas dickeren Plastik-Rohres wäre, dass die sich der Druck der Schelle auf die volle Breite des ganzen Rohres verteilt. Wahrscheinlich wird es vorteilhaft sein, die Rohrenden etwas umzulegen, um den besagten Kantendruck zu vermeiden.

Die Frage ist nur, wenn ich z.B. einen Fahrradschlauch als Unterlage unter das Rohr lege, wird das der Baumrinde wahrscheinlich nicht zugutekommen ???
Mit Fahrradschläuchen habe ich bisher schlechte Erfahrungen gesammelt, gerade bei Hainbuchen. Im Internet gibt es zu dieser Technik nicht wirklich viele brauchbare Quellen und Berichte von erfahrenen Bonsai-Anhängern sind nach wie vor goldwert !
Werde wohl eigene Erfahrungen sammeln müssen.


Gruß
Frank

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Der Maddin
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Re: Gestaltung einer Besenform nach Joshio Naka

Beitrag von Der Maddin » 12.11.2017, 18:34

Hallo,
hier einmal das Ergebnis meines Versuchs mit Rohrschelle und Teichfolie.

LG Martin
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Andreas Ludwig
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Re: Gestaltung einer Besenform nach Joshio Naka

Beitrag von Andreas Ludwig » 12.11.2017, 23:42

Na ja – ich hab solche Stellen jeweils mit Plastik-Schnur (die, die man für Altpapier verwendet) satt eingewickelt. Irgend so ein Poly-Dings. Polyurethan, Polyethylen, Polywasweissich – die billige, pseudo-bastfarbene Schnur aus dem Kaufhaus halt. Die für einen Euro das Klüngel. Grund: Das arbeitet nicht, da Plastik. Es fault nicht, da Plastik. Es hält lange genug (ein bis zwei Jahre), da Plastik. Aber ich bin ein Grobian, wie man weiss...

Technisch betrachtet, ergeben sich so keine kritischen Kanten, die Kraft ist verteilt auf das ganze Garn, das dehnt sich ein Mü hier und und einen Mikrometer da. So ganz richtig satt kriegt n das nie als Mensch, was auch gut ist: Sieht man nach der Abnahme genau hin, erkennt man zwar Wickelspuren, aber die sind nach ein zwei Jahren ausgewachsen. Plastikschnur. Banal, aber ganz praktikabel.
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Re: Gestaltung einer Besenform nach Joshio Naka

Beitrag von mydear » 13.11.2017, 09:35

Der Maddin hat geschrieben:
12.11.2017, 18:34
hier einmal das Ergebnis meines Versuchs mit Rohrschelle und Teichfolie.
Hallo Martin,

zum Foto wäre interessant, wenn du das Ergebnis aus deiner Sicht kommentieren würdest.
Wie zufrieden bist du mit dem Ergebnis? Sind die Fotos aktuell?

@Frank

ich habe auch ein Besenprojekt begonnen, dort auf die obere Bandage verzichtet und auch keinen V-Schnitt angewendet.
Dieser einzelne Versuch kann kein zuverlässig nachvollziehbares "Kochrezept" liefern. Trotzdem liefert es Hinweise wie das Ergebnis aussehen wird. Bislang bin ich verhalten optimistisch.

viewtopic.php?f=9&t=45904&p=511223&hili ... me#p511223


Grüße
Rainer

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Re: Gestaltung einer Besenform nach Joshio Naka

Beitrag von Der Maddin » 13.11.2017, 18:01

Hallo Rainer,
die Fotos sind vom 12.11. und naja,
sieht schon ein wenig gequescht aus und unten hat sich eine Wulst gebildet.
Mal sehen was die nächste Saison bringt, werde sie ohne neuen Ring wachsen lassen.

Wenn die Abmoosung reif zum trennen ist, werde ich die Doku starten!

Gruß Martin

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Re: Gestaltung einer Besenform nach Joshio Naka

Beitrag von Frank 3 » 13.11.2017, 18:05

Hallo Rainer, ich finde Dein Bericht bzw. Bilder interessant. Zu dieser Jahreszeit versuche ich so viel Berichte und Infos wie möglich über diese Technik zusammenzutragen. Jeder hat seine eigene Herangehensweise und genau das macht dieses Hobby auch so interessant.
Bin gespannt wie sich Dein Baum weiter entwickelt.

Gruß Frank

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Re: Gestaltung einer Besenform nach Joshio Naka

Beitrag von mydear » 13.11.2017, 18:31

Der Maddin hat geschrieben:
13.11.2017, 18:01
sieht schon ein wenig gequescht aus und unten hat sich eine Wulst gebildet.
Mal sehen was die nächste Saison bringt, werde sie ohne neuen Ring wachsen lassen.

Wenn die Abmoosung reif zum trennen ist, werde ich die Doku starten!
Hallo Martin,

ok ohne Ring würde ich dann die Äste zum Rasierpinsel zusammenbinden oder hochdrahten. Sonst wuchert der Kallus stärker nach außen.
Ich sehe gar nichts von einer Abmoosung, kommt vermutlich in 2018 *daumen_new*

Grüße
Rainer

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Re: Gestaltung einer Besenform nach Joshio Naka

Beitrag von mydear » 13.11.2017, 18:57

Frank 3 hat geschrieben:
13.11.2017, 18:05
Hallo Rainer, ich finde Dein Bericht bzw. Bilder interessant. Zu dieser Jahreszeit versuche ich so viel Berichte und Infos wie möglich über diese Technik zusammenzutragen. Jeder hat seine eigene Herangehensweise und genau das macht dieses Hobby auch so interessant.
Bin gespannt wie sich Dein Baum weiter entwickelt.
Hallo Frank,

ich bin auch neugierig wie es weitergeht. Ich mag diese "Quick-and-dirty"-Versuche an denen ich schnelle Resultate sehe. In 2018 werden ich die nächsten Besen an 5 vergleichbaren Zelkova-Stecklingen /Abmoosungen starten *dance*

Hier sind noch weitere Besen-Gestaltungen für dich:

viewtopic.php?f=9&t=20815&p=211998&hili ... tt#p211998
viewtopic.php?f=9&t=44654&p=494651&hili ... 2A#p494651
viewtopic.php?f=35&t=40527&hilit=projekt+zelkova

Viel Spaß
Rainer

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