Wie gießt ihr eure Bonsais bei der Fahrradschlauch-Methode?

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bonsai_anfänger
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Wie gießt ihr eure Bonsais bei der Fahrradschlauch-Methode?

Beitrag von bonsai_anfänger » 25.03.2019, 21:57

Habe heute zwei Bäumchen mit der Fahrradschlauchgummi-Methode präpariert. Also um das Nebari zu fördern habe ich das Material auf der Erde großflächig aufgebracht. Können die, die das auch schonmal gemacht haben sagen, ob das so richtig gemacht wurde, oder ob Verbesserungsbedarf besteht?

Wie gießt/besprüht ihr denn so die Erde, damit die Wurzeln nicht vertrocknen?
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Beste Grüße
Georg *daumen_new*


Deniz
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Re: Wie gießt ihr eure Bonsais bei der Fahrradschlauch-Methode?

Beitrag von Deniz » 26.03.2019, 06:57

Hmmm würd mich auch mal interessieren.
Ich hab jetzt auch einige junge Bäume in TPKs, macht das da denn schon Sinn da Gummis aufzulegen?

Michael 86
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Re: Wie gießt ihr eure Bonsais bei der Fahrradschlauch-Methode?

Beitrag von Michael 86 » 26.03.2019, 08:26

Hallo

Der Fahrradschlauch sorgt für Dunkelheit und Feuchtigkeit, vielleicht auch wärme. In einer flachen Schale ist das schwer zu erreichen. Ich ziehe es vor, einfach höhere Schalen zu benutzen, und die Bäume tiefer zu versenken im Substrat. Da ist das Gießen schon kein Problem mehr. Wenn es sich also um Bäume handelt, welche grundlegend verbessert werden sollen oder sich in der Entwicklung befinden, würde ich da mit Fahrradschlauch nicht anfangen.
Erst wenn es um einen weit entwickelten Baum handelt, deswegen die Optik und das gedrosselte Wachstum wichtig sind sowie beengter Wurzelraum würde ich zum Fahrradschlauch greifen. Moos kann man ja auch so noch auflegen, wenn man befürchtet, dass man mit Gießen nicht nach kommt.
So ist jedenfalls meine Erkenntnis die ich für mich gewonnen habe. Tiefer setzen, dafür in TPKs. So werden auch gleich die langen Wurzeln eliminiert, welche sich nur unnötig in der Schale gedreht hätten. Ausnahmen sind natürlich so große Bäume, die anders schwer zu handhaben wären wie zb der hier. Da wäre dann schon eine Mörtelkübel notwendig.

viewtopic.php?f=9&t=47040#p522436.

Da habe ich steine zur Beschwerung drauf gelegt und die werden je nach Wetter täglich oder im mehrtägigen Rhythmus abgehoben und unter der Folie gegossen.
Grüße Michael :)

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Peter L
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Re: Wie gießt ihr eure Bonsais bei der Fahrradschlauch-Methode?

Beitrag von Peter L » 26.03.2019, 09:10

Hallo Georg,

eine Möglichkeit wäre den Baum in Wasser zu tauchen, damit bist Du sicher, das auch unter dem Fahrradschlauch Feuchtigkeit angekommen ist.
Das würde ich dann aber nur ab und zu machen um es unter dem Fahrradschlauch nicht zu Nass zu halten.

LG Peter

bonsai_anfänger
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Re: Wie gießt ihr eure Bonsais bei der Fahrradschlauch-Methode?

Beitrag von bonsai_anfänger » 26.03.2019, 14:05

Hm... wie du sagst, kann man den Baum ja nicht so oft tauchen. Gegossen werden muss er ja aber täglich. Wäre es dann sinnvoll, den Schlauch zum Gießen abzumachen und anschließend wieder aufzubringen, oder würde das den Effekt, den man mit dieser Methode anstrebt, gänzlich neutralisieren? Bin gerade total ratlos :? :? :?
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Beste Grüße
Georg *daumen_new*

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hwolf
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Re: Wie gießt ihr eure Bonsais bei der Fahrradschlauch-Methode?

Beitrag von hwolf » 26.03.2019, 15:15

Moin,

die Abdeckung ist beim Gießen eigentlich nicht weiter von Belang. Das zeigt sich schnell in der Praxis. Nur nicht einen zu großen Kopf machen. Wichtig ist, das richtige Substrat zu verwenden, wenn die Abdeckung funktionieren und pflegbar sein soll. Viel mineralischer Anteil, gute Drainage. Der Schlauch verhindert die Verdunstung nach oben und erwärmt die darunterliegende Feuchtigkeit. Daher hast Du in der oberen Substratschicht zwei Zonen - eine feuchtwarme und eine trockene. Das bringt den Baum dazu, Wurzeln da schalgen zu lassen, wo es immer feucht-warm ist. Wenn Dein Substrat überall feucht bleibt, weil sowieso ein großer organischer Anteil drin ist, der die Feuchtigkeit hält, wird die Methode nichts bringen.
Beim Gießen muss dann einfach nur, wenn gegossen wird, so richtig gegossen werden. Feine Brause und viel Wasser, lange draufhalten, bis sich das Wasser trotz der Abzugslöcher und dem offenen Substrat von unten staut. So drückt sich das Wasser auch unter den Schlauch. Den Rest macht die Kapillarwirkung des Minerals und durch Wärme aufsteigende Feuchtigkeit, die eben da, wo abgedeckt ist, nicht weg kann. Auf Nummer sicher geht man im Hochsommer, wenn man alle 2 Wochen mal taucht, damit sich nicht doch noch irgendwo Trockennester bilden. Ansonsten eher auf der trockenen Seite halten, weil sonst eben der Schlauch keine Wirkung hat.

Lieben Gruß
Heinrich
Soft skills for hard woods.

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