Bonsai Anfängerin. Wer kann mir helfen? Viele Bonsai's und keine Ahnung

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achim73
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Re: Bonsai Anfängerin. Wer kann mir helfen? Viele Bonsai's und keine Ahnung

Beitrag von achim73 » 29.04.2019, 14:06

lärchen sind übrigens mit die winterhärtesten bäume, die es gibt. die braucht also garantiert keinen platz im kalthaus. dort solltest du lediglich die bougie, olive und ulme überwintern. es sei denn, es handelt sich um eine sog. Goldlärche (pseudolarix). stell doch noch mal ein bild im sommer ein.
das "moos" auf dem substrat der lärche ist übrigens Lebermoos, was eine eigene unterart der moose bildet und in der schale immer auf verdichtetes, dauerfeuchtes substrat hinweist. noch kommt der baum damit ja offenkundig zurecht, aber nächstes frühjahr zur richtigen zeit (moya hat absolut recht, was die lärche und ihre wurzeln angeht) solltest du sie von einem fachmann umtopfen lassen.
Gruss, Achim
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Gartenzwerg67
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Re: Bonsai Anfängerin. Wer kann mir helfen? Viele Bonsai's und keine Ahnung

Beitrag von Gartenzwerg67 » 29.04.2019, 17:17

:? Hallo mal wieder. Ich war heute im D......er und habe mineralischen Bonsaidünger gekauft. Was anderes gab es dort nicht. Auf A.....n zu bestellen geht länger und ein Bonsaifachhandel bei uns im Ländlichen, leider Fehlanzeige. Ich habe den Dünger mit Wasser gemischt, genau nach Anleitung und auf meine Fichte gesprüht (nach Tip von "bock") und auch alles Bonsai's damit gegossen. Das Dumme, ich habe ja noch die Bio-Gold Pallets erst kürzlich draufgemacht. Sind meine Bonsai's nun überdüngt?? Wahrscheinlich habe ich jetzt alles verkehrt gemacht (Heul!)
Dann hätte ich auch noch für mich eine sehr dringende Frage.... Meine Bonsai's stehen alle um den Teich herum, wie man sehen kann. Wir haben Goldfische, Molche und Wasserschlangen darin. Logischerweise, durch die Drainagen in den Töpfen, läuft das überschüssige Wasser mit dem Dünger heraus und somit womöglich in den Teich. Blöderweise habe ich erst danach noch einmal richtig das Kleingedruckte auf dem Dünger gelesen. (Es soll nicht in irgendwelche Gewässer kommen, man soll Kinder und Tiere davor schützen) Kennt sich jemand damit so richtig aus? Ich möchte auf keinen Fall Tiere schädigen!! Klar könnte ich sie vom Teichrand wegstellen. Da sehen sie halt am schönsten aus. Und wie ihr mitbekommen habt, habe ich auch zwei Fellpopos. Und ich halte auch nichts von irgenwelchen Giften in meinem Garten. Ich stehe auf Bienen, Schmetterlinge und alles was kreucht und fleucht und möchte nicht mit irgenwelchem Giftzeugs alles zerstören. Ich habe mich heute Mittag versucht schlau zu lesen. Ehrlich gesagt ist mir das Düngerthema eine Nummer zu hoch. Gibt es hier jemand, der mir sagen kann, was unbedenklich ist und wenn ja, was?
In dem Moment, wo ich das angewendet habe, habe ich soweit nicht gedacht.... Das kam mir erst danach ein. Der organische Biodünger braucht länger, dafür ist er unbedenklich, wenn ich das richtig verstanden habe. Gibt es noch eine Alternative? Einen Dünger, der schneller wirkt und trotzdem biologisch abbaubar ist? Wahrscheinlich blamiere ich mich jetzt total.... Ich frage halt trotzdem. Im nächsten Leben werde ich Landschaftsgärtnerin. In diesem Leben haut es nicht mehr hin.

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Re: Bonsai Anfängerin. Wer kann mir helfen? Viele Bonsai's und keine Ahnung

Beitrag von Gartenzwerg67 » 29.04.2019, 17:27

Hallo achim73,
herzlichen Dank für deine Hilfe. Ich habe gerade noch einmal in der alten Anzeige nachgeschaut. Es soll eine 40 Jährige japanische Lärche sein. Ich hatte im Kalthaus was immer auf 5 Grad temperiert war. Klar stelle ich dir gerne ein Bild im Sommer ein. Ich habe schon nach Bonsai Roth gegoogelt, nach dem Tipp von "moya". Ist 45 min weg von mir. Ich muss mal schauen, wie ich das hinkriege. Jetzt lach nicht.... Aber im De....er bei uns gibt es ein Bonsai-Brain, den könnte ich auch mal fragen. Der hat selber welche und richtig Ahnung. Heute habe ich ihn auch gesehen. Er war aber gerade voll im Stress. Nochmal lieben Dank für die Hilfe. Noch geht es allen gut :-)Ich gebe alles:-)

Andreas Ludwig
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Re: Bonsai Anfängerin. Wer kann mir helfen? Viele Bonsai's und keine Ahnung

Beitrag von Andreas Ludwig » 29.04.2019, 17:57

Lieber Gartenzwerg

ich habe nun hie und da in diesen Thread reingeschaut und er hat sich entwickelt, wie das eben so ist, für mich sehr paradox: Da ist – over all – die Rede von Ruhe und Entspannung, im Detail aber entsteht dann stets Stress in diesen Beratungsthemen. Stress bei «Kundigen», die mal reinschauen und das ihre dazugeben und darauffolgend Stress bei dir, weil du denkst, alles falsch zu machen. Eigentlich ist das drollig und ganz entgegen der Idee. Man beschäftigt sich eigentlich mit Bäumchen, weil sie so scheisselangsam sind, nicht online und überhaupt ziemlich cool. Das mal vorweg. Entspann dich bitte.

Im Grunde würde ich dich als Kometen beschreiben, der gerade durch das Sonnensystem «Bonsai» kurvt. So tangierst du innert kürzester Zeit die abgefucktesten Themen wie etwa Substrat, Überwinterung, Dünger. Es wird – da warne ich dich – konsequenterweise richtige Sternschnuppenschauer von guten, gutgemeinten und anderen Ratschlägen hageln. Jede und jeder, der je eine solche Ulme oder der etwas auch nur vergleichbares hatte, wird dich beraten wollen. Entspannn dich.

Denn ganz zuvorderst gilt mal: Bäume sind scheisselangsam. Bis du sie totgekriegt hast, vergeht einiges mehr an Zeit als etwa bei einem Meerschweinchen. Ob zum Beispiel deine Ulme (die ich durchaus attraktiv finde so) jetzt verwildert ist mangels Pflege oder ob die Autorin des entsprechenden Beitrags einfach eine, sagen wir mal: orthodoxe Auffassung von Bonsai hat, ist völlig offen. Dem Baum an sich geht es gut und wegschneiden kann man immer. Da ist jetzt gerade nichts zu tun, denn dein Fokus liegt auf Haltung und Erhaltung.

Darum einige ganz elementare Grundregeln: Ich habe schon eine Menge Pflanzen gesehen, die vertrocknet sind, zuwenig Licht hatten oder ersäuft wurden. Eine, die verhungert ist, ist mir bisher eigentlich nicht begegnet. Also mach dir keinen Kopf wegen des Düngers. Vorerst zumindest nicht, zu diesem Thema gibt es hier mehr als genug Lesestoff. Lies das, ganz entspannt, es ist ein richtig abgefucktes Thema, eigentlich ein Kriegsschauplatz. Was dir helfen soll – wir kochen auch nur mit Wasser hier, den einzig richtigen Weg hat noch keiner gefunden.

Was die Arten angeht, hast du ja einige Grundinformationen. Informiere dich weiter, wo diese Pflanzen eigentlich zuhause sind, lehn dich zurück und stell dir das mal so vor. Dann spürst du, was sie brauchen. Ist eine Pflanze in Südostasien zuhause, brauchte sie sehr viel Sonne. Kommt sie aus Nordjapan, ist Feuchtigkeit sicher eine gute Idee. Jede Art ist anders. Es gibt keine allgemeine Regel.

Was die Lärche angeht (zumindest, eigentlich die andern auch): Umtopfen ist Stress für die Pflanze. Im Zweifelsfall lässt man das. Lärchen sind dazu recht empfindlich auf Trockenheit, weshalb genau diese Jahreszeit nicht besonders toll ist, da haben wir nämlich diese trockenen Westwinde in der Rheinebene. Die können dann durchaus Schaden durch Austrocknung anrichten. Für die Fichte empfehle ich viel Sonne und konstante, aber nicht zu hohe Feuchtigkeit. Im Im Schatten macht sie «Cheerleader-Pompons», was nicht gerade hilft aus gestalterischer Sicht.

Und ja – zuviel Dünger im Teich ist nicht gut, weil es das Algenwachstum fördert. Dem kann man dann mit Schnecken begegnen oder aber – wie du richtig geahnt hast – von Anfang an vermeiden, dass ein «hypertrophes Gewässer» entsteht. Vor allem aber: Entspann dich. Du hast soviel Zeit. Die Bäume geben dir die. Ist so.
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Re: Bonsai Anfängerin. Wer kann mir helfen? Viele Bonsai's und keine Ahnung

Beitrag von Gartenzwerg67 » 29.04.2019, 18:47

Lieber Andreas,
deine Antwort hat mich voll entschleunigt :-) Danke! Ich sehe das auch so. Ich fühle mich einerseits überfordert, andererseits gelingt mir eigentlich so alles was ich anpacke. Ich habs so gewollt, jetzt habe ich die Bonsai's und ich bringe sie durch. Schönheit, wie sagt man so schön, liegt im Auge des Betrachters. Ich brauche keine perfekten Bäume. Wenn ich absolut mit meinem Latein am Ende bin suche ich mir Hilfe...... evtl. bei dir? Mir gefällt deine Direktheit. Ich weiß auch, daß man im Internet generell auf alles eine Antwort bekommt, ob richtig oder nicht. Jeder macht natürlich andere Erfahrungen mit seinen Bäumchen und versucht aus seiner Erfahrung zu helfen. Das weiss ich auch. Aber irgedwo muss man halt anfangen. Dass ich meine Fragen nicht in einem Forum für alternative Katzenmedizin einstelle, ist klar. Aber ich höre schon raus. Die Bonsai's müssen weg vom Teich. Es gibt auch welche, die die organischen Düngerkugeln favorisieren. Es dauert zwar länger, aber man kann die Pflanzen nicht überdüngen. Was denkst du? Der Teich wurde vor 5 Jahren saniert. Da sah ich erstmal, was da drinnen so alles rumschwimmt. Ich bin sowieso so ein Tierfreak und auch Pflanzenfan. Kommst du aus meiner Nähe? Es klang so..... "bei uns in der Rheinebene....." Ich möchte auf solche Bilder nicht verzichten :-) Keine Angst. Der Goldie schwamm noch 3 Jahre rum. Ich habe ihn gerettet. Und auch die Schlange. Er war zu groß. Sie hätten beiden dran glauben müssen. Danke!!! Du hast mir geholfen!

LG Anja
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Andreas Ludwig
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Re: Bonsai Anfängerin. Wer kann mir helfen? Viele Bonsai's und keine Ahnung

Beitrag von Andreas Ludwig » 29.04.2019, 21:16

Nun, Liestal bei Basel ist etwa 60 Kilometer von Freiburg i. B entfernt. Vor allem hat es ein vergleichbares Klima, etwa im Gegensatz zu Berlin, Sylt oder Bad Tölz. Das ist aber nicht ganz so wichtig. Wichtig ist die Sache mit der Entschleunigung. Man wendet sich Bonsai (es gibt dazu keinen Plural, das kennt man im Japanischen nicht) zu, um Ruhe zu finden. Wird daraus Stress, war es die falsche Wahl.

Was den Teich betrifft, wird er einfach grüner und trüber, wenn zuviel Nährstoffe reinkommen. Die Ringelnatter wird sich weiter den Goldfisch krallen (und allenfalls daran ersticken), der Goldfisch als Karpfenart wird weiter gründeln, aber das Ganze kann auch kippen, matschig werden, stinken und endlich ganz umkippen, absterben, Methangas bilden und das übrige Leben (da müssten eigentlich auch Molche sein) vernichten. Teiche sind ein kompliziertes Ding, es ist nicht einfach, sie in einem Gleichgewicht zu halten. Ganz sicher hilft Dünger nicht, denn den haben wir heute – Industrie und Landwirtschaft sei dank – schon in der Luft.

Wie immer. Als Erstes wirst du herausfinden müssen, wie du deine Bäumchen halten kannst. Nur halten, nicht entwickeln. Das kann ein, zwei Jahre in Anspruch nehmen. Viele Hinweise hast du, etwa den richtigen, dass Lärchen nicht erfrieren, Ulmen eher schon. Die Katze (die ich sehr goutiere, Katzenhalter sind gewöhnlich auch gute Bonsaipfleger) kann auch woanders ruhen. Darauf folgt das Giessen, so banal das klingt. Bäumchen in Schalen wollen in Bezug auf Feuchtigkeit genauestens umsorgt sein. Es gab Zeiten, wo ich meinen Laden mitten am Tag dicht machte, um meine Bäumchen zu giessen. Aus dem sicheren Gefühl heraus, dass der trockene Wind und die Sonne kritisch wurden.

Dann (und erst dann eigentlich) kommt das Gestalten. Die «verwilderte» Ulme kannst du nach und nach, bedächtig, Zweig für Zweig, in Form bringen. Aber erst musst du sie halten können. Sieh dir dazu in den «Basics» hier allerhand Artikel an über allerhand Stichworte wie etwa «Ulme/Pflege/Giessen» und so weiter. Lies dich ein. Eigne dir ein Gefühl für die Sache an. Suche auch heraus, wo du eigentlich lebst, meteorologisch gesehen, welche Temperaturmaxima und -Minima ihr habt bei euch, wie der Niederschlag so ist, die Temperatur. Bäumchen halten bedeutet, die Umgebung zu verstehen, in der diese sturen Kerle leben.

Und last but not least: Via PN kannst du mich jederzeit erreichen.
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Re: Bonsai Anfängerin. Wer kann mir helfen? Viele Bonsai's und keine Ahnung

Beitrag von Moya » 29.04.2019, 21:19

Moinsen zämme,

Andreas hat seine ganz eigene Sicht auf die Dinge, andere Leute eine Andere.
Wenn man Bonsai nicht formt und konsequent entwickelt, braucht man auch keine halten - meine Ansicht.
Sicher gibt es verschiedene Herangehensweisen ... Walter z.B. verfolgt konsequent den naturalistischen Stil umd seine Baumels sehen richtig gut aus, Andere halten sich strengstens an das klassische japanische Vorbild und wieder Andere sind irgendwo dazwischen.
Aber Allen ist eines gemein, sie wollen ihre Bonsai weiterentwickeln und setzen dafür Zeit, Zeit und nochmals Zeit und auch nicht unerheblich Geld ein. Zeit um mit den Bäumen zu arbeiten, Zeit um zu lernen (Kurse besuchen, Arbeitskreis besuchen, Ausstellungen besuchen) und Geld für Erden, Dünger, das richtige Werkzeug, Literatur und Schalen.

Ja Bonsai brauchen Zeit - im Schnitt sagt man ca. 7 Jahre bis zur AK Niveau Ausstellungsreife - bei Bonsaimeistern sind die nach 7 Jahren auch durchaus weiter.
Aber um sie totzupflegen braucht es genau 1 Vegetationsperiode wenn es dumm läuft. Lärchrn zur Unzeit umgetopft .. 2 max. 3 Monate, dann sind sie Humus.
Und ja man KANN einen Bonsai sehr wohl überdüngen - das Endergebnis ist im schlimmsten Fall sein Tod.
Insofern nicht zu viel düngen - gilt insbesondere für mineralischen Dünger.

Lange Rede kurzer Sinn, Bonsai lernt man nicht im Internet, sondern durch persönlichen Austausch face to face mit erfahrenen Bonsaianern und vor Allem den Lehrern bei Kursen.
Zudem macht das gemeinsame Werkeln an den Bonsai auch noch einen Riesenspass.

Ohne Dir zu nahe zu treten - bei Dir fehlt es am Wissen grad komplett und Du wirst von Deinen Bonsai derzeit vor heftige Herausforderungen gestellt - Umtopfen, Düngen, Giessen und Pflege.
Wenn Du da nicht persönlichen Kontakt zu Bonsaianern suchst, die Dir vor Ort fachkundig helfen können und von denen Du lernst, sehe ich schwarz für Deine Bonsai. Sorry, aber meine Meinung.

Bonsai ist ein wunderschönes Hobby, aber man macht das entweder ganz oder gar nicht, weil man nicht mit totem Material sondern mit Lebewesen arbeitet.
Viele Grüße,
    Moya

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Re: Bonsai Anfängerin. Wer kann mir helfen? Viele Bonsai's und keine Ahnung

Beitrag von mydear » 29.04.2019, 21:41

Gartenzwerg67 hat geschrieben:
29.04.2019, 17:17
Ich war heute im D......er und habe mineralischen Bonsaidünger gekauft. Ich habe den Dünger mit Wasser gemischt, genau nach Anleitung und auf meine Fichte gesprüht (nach Tip von "bock") und auch alles Bonsai's damit gegossen. Das Dumme, ich habe ja noch die Bio-Gold Pallets erst kürzlich draufgemacht. Sind meine Bonsai's nun überdüngt?? Wahrscheinlich habe ich jetzt alles verkehrt gemacht (Heul!)

Dann hätte ich auch noch für mich eine sehr dringende Frage.... Meine Bonsai's stehen alle um den Teich herum, wie man sehen kann. Wir haben Goldfische, Molche und Wasserschlangen darin. Logischerweise, durch die Drainagen in den Töpfen, läuft das überschüssige Wasser mit dem Dünger heraus und somit womöglich in den Teich. Blöderweise habe ich erst danach noch einmal richtig das Kleingedruckte auf dem Dünger gelesen. (Es soll nicht in irgendwelche Gewässer kommen, man soll Kinder und Tiere davor schützen) Kennt sich jemand damit so richtig aus? Ich möchte auf keinen Fall Tiere schädigen!! Klar könnte ich sie vom Teichrand wegstellen. Da sehen sie halt am schönsten aus.
Ad 1) keine Sorge, mineralischer und organischer Dünger zusammen kannst du relativ unbedenklich anwenden.
Ad 2) es gibt kaum Hersteller-Empfehlungen zum Spritzen von mineralischem Dünger über die Blätter/Nadeln. Eine wohltuende Ausnahme bildet Wuxal. Das soll einen Emulgator/Haftvermittler enthalten, so dass der wässrige Dünger beim Spritzen nicht vollständig an der organischen Blattoberfläche abperlt. Ich weiß nicht wie gut andere Dünger das ebenso können.
Ad 3) um zu verhindern, dass Dünger in den Teich läuft kannst du einfach den Bonsai in ein großes Plastikgefäß/Wanne stellen und dort düngen. Dann bleibt der Dünger in der Wanne. Du kannst auch mit Düngerlösung auffüllen und dann die Bonsais darin tauchen. So geht nichts verloren und es spart Geld und Dünger. Am besten oben quer einen Gitterrost auflegen, auf dem dann die Bonsais abtropfen können. Ist halt deutlich zeitaufwändiger, dafür musst du kein schlechtes Gewissen haben.

Grüße
Rainer

Andreas Ludwig
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Re: Bonsai Anfängerin. Wer kann mir helfen? Viele Bonsai's und keine Ahnung

Beitrag von Andreas Ludwig » 29.04.2019, 21:48

Moya hat geschrieben:
29.04.2019, 21:19
Ja Bonsai brauchen Zeit - im Schnitt sagt man ca. 7 Jahre bis zur AK Niveau Ausstellungsreife - bei Bonsaimeistern sind die nach 7 Jahren auch durchaus weiter.
Die Frage ist bloss, ob das das Ziel ist. Manche haben ihre Bonsai auch bloss so. Nur so für sich. Oft sind das sogar die Besten.
Moya hat geschrieben:
29.04.2019, 21:19
Ohne Dir zu nahe zu treten - bei Dir fehlt es am Wissen grad komplett und Du wirst von Deinen Bonsai derzeit vor heftige Herausforderungen gestellt - Umtopfen, Düngen, Giessen und Pflege.
Wenn Du da nicht persönlichen Kontakt zu Bonsaianern suchst, die Dir vor Ort fachkundig helfen können und von denen Du lernst, sehe ich schwarz für Deine Bonsai. Sorry, aber meine Meinung.
Da hat sie allerdings recht. Bonsai ist kein digitales Ding. Gar nicht.
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Re: Bonsai Anfängerin. Wer kann mir helfen? Viele Bonsai's und keine Ahnung

Beitrag von Erwin » 30.04.2019, 09:23

Gartenzwerg67 hat geschrieben:
29.04.2019, 10:14
Mydear hat geschrieben ich sollte das Moos entfernen. Hab eben versucht mit den Fingern zu zupfen. Geht natürlich nicht. Wie bekomme ich das herunter? Mit einem kleinen Rechen? Beschädige ich dann etwas?
LG Anja
Für sowas benutze ich eine Gabel. Geht ziemlich gut. Für den widerlichen kleinen Klee, dessen Wurzeln so tief runter gehen, habe ich von einer Gabel sogar die äußeren 2 (von 4) Zinken abgesägt. Damit kommt man tief in das Substrat und beschädigt kaum die Wurzeln.

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Re: Bonsai Anfängerin. Wer kann mir helfen? Viele Bonsai's und keine Ahnung

Beitrag von Gartenzwerg67 » 30.04.2019, 14:18

Wieder Mal vielen lieben Dank für Eure Tipps und Trick und auch Kritik. Ich kann verstehen, wenn ein absoluter Bonsailiebhaber von mir denkt: " Mein Gott die armen Bonsai. Die hat ja null Ahnung. Pflanzen sind Lebewesen und die lässt sie verrecken, bzw. kümmert sich nicht richtig". Kann ich voll verstehen. Mir geht es mit meinen Katzen so. Das sind meine Babies. Da reißt mir auch regelmäßig die Hutschnur, wenn ich in irgenwelchen Foren nachlese. Mit Katzen kenne ich mir z.B. super aus. Das ist aber ein anderes Thema. Ich gehöre aber nicht zu den Schwachmaten, die ihre Tiere über den Mensch stellen. Mein Baby mit höchster Prio ist nun 23 Jahre alt und männlich :-) Ich bin kein Mensch der alles auf die leichte Schulter nimmt. Ich überwintere meine Begonien, Azaleen und sonstiges. Klappt alles hervoragend. Naürlich frage ich hier im Forum nach, weil ich eben genau weiss, daß ich Hilfe brauche. Jetzt haltet euch fest! Ich habe sie gefunden! 15 Min. von mir weg. Mittlerweile betreibt er einen Bonsai-Online-Handel, da er gesundheitlicht Probleme hat. Hat bei uns in der Gegend einen Namen. Freitag nachmittag darf ich ihm meine Bonsai vorstellen. Er sagte, es wäre überhaupt kein Problem. Er würde sie auch mit mir umtopfen, falls angebracht..... Das wird er mir am Freitag alles sagen.
Erst mal Danke an Alle! Ich melde mich wieder, falls es was Neues zu berichten gibt. Und sorry an alle, bei denen bei mir die Hutschnur kracht..... Aber jeder fängt mal an. Und wie es mit dem Anfängerglück aussieht wissen wir ja auch alle :-) Ich bin sehr zuversichtlich, weil gewissenhaft! Bis die Tage!

LG
Anja

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Re: Bonsai Anfängerin. Wer kann mir helfen? Viele Bonsai's und keine Ahnung

Beitrag von Stefan72 » 30.04.2019, 15:56

Anja - ich glaube, dass wird schon! Bonsai und Katzen sind sich in manchem ähnlich. Beide haben einen gewissen Eigensinn. Was nicht geht, geht eben nicht. Wenn man das beherzigt, dann kann man gut miteinander klar kommen. Dazu bedarf es in beiden Fällen einer gewissen Geduld und die Bereitschaft zur teilnehmenden Beobachtung. Insofern ist der Hinweis von Andreas zur Entschleunigung genau das richtige. Nicht jeder will mit seiner Katze Preise gewinnen, manchmal ist es einfach gemeinsam verbrachte Zeit, die es ausmacht.

... und dass der Napf zur rechten Zeit gefüllt ist...: also Gießen nicht vergessen, eine schlafende Katze nicht erschrecken... usw. :lol:
Freundliche Grüße, Stefan

Manchmal genügt es nicht Konfetti zu werfen, manchmal muss es auch der Locher sein....

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Re: Bonsai Anfängerin. Wer kann mir helfen? Viele Bonsai's und keine Ahnung

Beitrag von Moya » 30.04.2019, 17:35

Moinsen zämme,

also ich kann von mir sagen, dass mir nicht die Hutschnur kracht .... dann würd ich aber mal so janz anders schreiben :lol:
Ich versuche nur 1. ein Bewusstsein zu wecken für das Lebewesen Bonsai, 2. zu vermitteln, dass dad sich intensiv kümmern richtig Freude macht, 3. dass das gemeinsame Werkeln mit Gleichgesinnten noch mehr Spass macht und 4. man sich einen Ast freut, wenn der Bonsai 'mitarbeitet' und dank der eigenen Pflege immer schöner wird.

Apropos Katzen, hier bei mir schleichen 6 Schnurritos durch den Bonsaigarten *undwech*
Viele Grüße,
    Moya

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Re: Bonsai Anfängerin. Wer kann mir helfen? Viele Bonsai's und keine Ahnung

Beitrag von Gartenzwerg67 » 30.04.2019, 21:13

Ihr seid echt allle so nett. Danke! Ich spüre schon.... Das Thema Katzen steckt in einigen Bonsaianern, wie ich festgestellt habe :-) Für mich ein Top-Thema, allerdings im falschen Forum :-)) Ich bin ja wegen meiner Bonsai hier. Da ich hier nicht dumm auffallen will, mache ich es kurz und schmerzlos. Katzen sind Individualisten, die sich nicht in ein Schema pressen lassen. Die haben ihren eigenen Kopf. Deshalb liebe ich sie auch so. Denen macht man nicht vor. Man kann noch so schön daher reden. Sie spüren ob es echt ist oder nicht. Ich schätze mal im ersten Leben war ich auch Katze :-)))) Jetzt im Ernst. Ich berichte euch über Neuigekeiten. Freitag schnapp ich mir paar Bonsai und fahre zum Fachmann. :-) Ich denke , es hat auch was mit Erziehung und Disziplin zu tun. Für mich sind Pflanzen auch Lebewesen. Meine Azalee z.B. blüht sich einen ab. Ich habe sie 2018 im Discounter gekauft. Der typische Wegwerfartikel. Ich behaupte mal, daß sich die meisten 2019 eine neue gekauft haben , weil billig. Ich nicht!! Die sieht im Moment aus wie aus 2018 neu gekauft. Das Kalthaus war für die Azalee optimal. Was meine Bonsai angeht werde ich euch berichten was der Fachmann mir am Freitag erzählt. Ich wünsche euch einen schönen Feiertag. Bis dann. LG Anja

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Re: Bonsai Anfängerin. Wer kann mir helfen? Viele Bonsai's und keine Ahnung

Beitrag von Gartenzwerg67 » 02.05.2019, 10:08

Update, ich bin Rainer's Tip nachgekommen und habe die Lärche vom Klee befreit. Nun liegt das ganze Wurzelwerk frei. Ist ein Haufen Erde mitgegangen. Kriege nun erst recht Panik. Soll ich wieder Erde aufschütten. Habe an einem Ast, kleine braune Spitzen entdeckt. Nicht an allen! Soll ich sie so lieber im Schatten lassen? Die Erde ist extrem matschig, eine richtige Pampe. Mein Bauch sagt mir, daß das auch richtig war es zu entfernen. Und nun?
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