Überwinterung

Für ungeklärte(!) Fragen zum Bonsai-Einstieg und den Anfangsjahren. SUCHEN, LESEN, DENKEN und nur POSTEN,
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MaxMerkel
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Überwinterung

Beitrag von MaxMerkel »

Hallo liebe Leser,

Ich werde dieses Jahr das erstmal meine Pflanzen im Freien überwintern. Ich habe eine recht große Bonsaibank Gebaut und für den Winter habe ich zwei Aufsätze im dort die Pflanzgefässe zu schützen.

Mit welchem Material kann ich am Besten die Aufsätze füllen?

Mulch soll angeblich den Substraten Stickstoff entziehen???

Welche Bonsais sollten lieber in mein schattiertes Gewächshaus?


Danke für die Antworten.

MaxMerkel


Hippo
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Re: Überwinterung

Beitrag von Hippo »

edit...
Zuletzt geändert von Hippo am 24.10.2019, 08:10, insgesamt 1-mal geändert.
Der Stein war zuerst da.

Michael 86
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Re: Überwinterung

Beitrag von Michael 86 »

Hallo Max

Das ist ja hier dein erster Beitrag. Ich weiß ja nicht, wie lange du schon hier mitliest. Diese Überwinterungsgeschichte ist eigentlich schon oft diskutiert worden. Oben bei "Schnellzugriff" findest du die Suchfunktion. Schau mal, was du da so findest. Das schreib ich nicht, weil ich zu Faul bin, sondern weil du da einen Umfang an antworten findest, die kaum alle so in diesem Thread zusammen kommen werden. Die ersten Bäumchen hab ich auch in Rindenmulch eingeschlagen. Aber mittlerweile stell ich die einfach in den Kelleraufgang im Freien auf die Stufen. Dort bekommen sie wärme von unten und den Wänden. Empfindliche runter, harte nach oben.
Grüße Michael :)

MaxMerkel
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Re: Überwinterung

Beitrag von MaxMerkel »

Herzlichen Dank.

Ich bin ein seit ein paar Monaten mitlesender Neuling aus dem Rhein-Main-Gebiet. Mir steht eine Terrasse zur Verfügung. Das Gewächshaus für unsere mediterranen Töpfe könnte ich bei Bedarf mitlitten.

Was ich vor allem nicht gefunden habe ist das Füllmaterial. Ich hatte überlegt Perlit zu nehmen, aber das fliegt weg bei Wind.

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achim73
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Re: Überwinterung

Beitrag von achim73 »

erstmal müsste man ja mal wissen, um welche pflanzen es sich überhaupt handelt... :roll:
und nur einen hinweis: von allen überwinterungsmöglichkeiten ist die auf einem regal die schlechteste.
Gruss, Achim
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ChristianB
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Re: Überwinterung

Beitrag von ChristianB »

In der Tat gibt es schon ziemlich viel Beiträge zur Überwinterung. Kurz zusammengefasst wird’s in dem Moment gefährlich in dem der komplette Wurzelballen durchgefroren ist. Das finden auch viele heimische Bäume, deren große normal gewachsene Brüder (und Schwestern) auch lange Frostperioden gut vertragen nicht gut. Hintergrund ist der, dass bei uns, je nach Wohnort, der Boden ab 40 cm (wie bei uns im Ruhrgebi et) – 80 cm immer frostfrei ist. Das heißt auch unsere großen Bäume müssen nur den Teil ihres Wurzelwerks frostsicher machen der darüber liegt. Bei einer großen stattliche Eibe oder Eiche kommt es also z.B. nie vor das der der Wurzelballen gefroren ist.

Ich persönlich schütze alle Bäume bis auf zwei Ausnahmen vor Frost. Nur einheimische Kiefern und Fichten bekommen bei mir keinen Schutz. Fichten sind an Permafrost angepasst und bei Kiefern weiß ich aus eigener Erfahrung, dass sie in komplett durchgefrorenem Boden stehen können.
Alle anderen Bäume stehen bei mir über den Winter im Gewächshaus, dass ich nicht kälter werden lasse als 2°C. Seitdem ich so verfahre hatte ich keinen Verluste mehr.
Wieviel Frost ein spezieller Baum verträgt, kann Dir niemand vorhersagen. Du wirst etliche Leute auf facebook oder sonstwo finden, die dir versichern, dass sie einheimische Bäume oder auch japanische Ahorne noch nie vor Frost geschützt haben. Keiner von denen wird Dir aber Deine Bäume ersetzen, wenn diese es doch nicht packen.
Ich habe mich vor einigen Jahren mit meinem Freund Jean-Paul-Polmanns über das Thema ausgetauscht, der ja eine einigermaßen große Sammlung hat. Er sagte mir damals, dass er, bevor er seine Bäume auch richtig schützen konnte, über die Jahre eine Ausfallquote von ungefähr 10% hatte. Auch ihm ist in einem kalten Winter nicht jeder empfindlichere Baum abgestorben, es hat aber immer wieder Ausfälle in der genannten Höhe gegeben. Natürlich, ein bischen Verlust ist immer. Und man kann es sicherlich auch hinnehmen, das mal ein Baum den Winter nicht überlebt, aber wenn man es dann mal hochrechnet bedeuten durchschnittlich 10%, dass eine Sammlung nach 10 Jahren entweder verschwunden ist oder dass man sie nach 10 Jahren komplett ersetzt hat.

Mein Rat wäre also, Bonsai frostfrei überwintern!

Natürlich hat nicht jeder die Möglichkeit alles in ein geheiztes Gewächshaus zu stellen. Dann muss man natürlich das Beste aus den eigenen Möglichkeiten machen. Wenn es wie in deinem Fall nur die Möglichkeit gibt, die Bäume auf dem Regal "einzusenken", dann ist es sicherlich besser als Nichts zu tun. Nur sollte man bedenken dass sämtliche Methoden, die keine Möglichkeit bieten Wärme zuzuführen das Durchfrieren nur verzögern. Nach ein paar Tagen Dauerfrost sind sowohl die Mulchschicht als auch deine Töpfe durchgefroren. Hast Du die Möglichkeit des Regal mit (Noppen-)Folie abzudecken und die Bäume unter die Folie zu stellen? Dann hast du dir dein eigenes Folienhaus gebaut und kannst es z.B. über Heizkabel, Frostwächter oder Grablichter beheizen, wenn es nötig wird...
Viele Grüße

Christian

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mydear
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Re: Überwinterung

Beitrag von mydear »

ChristianB hat geschrieben:
24.10.2019, 10:52
Ich habe mich vor einigen Jahren mit meinem Freund Jean-Paul-Polmanns über das Thema ausgetauscht, der ja eine einigermaßen große Sammlung hat. Er sagte mir damals, dass er, bevor er seine Bäume auch richtig schützen konnte, über die Jahre eine Ausfallquote von ungefähr 10% hatte. Auch ihm ist in einem kalten Winter nicht jeder empfindlichere Baum abgestorben, es hat aber immer wieder Ausfälle in der genannten Höhe gegeben. Natürlich, ein bischen Verlust ist immer. Und man kann es sicherlich auch hinnehmen, das mal ein Baum den Winter nicht überlebt, aber wenn man es dann mal hochrechnet bedeuten durchschnittlich 10%, dass eine Sammlung nach 10 Jahren entweder verschwunden ist oder dass man sie nach 10 Jahren komplett ersetzt hat.

Mein Rat wäre also, Bonsai frostfrei überwintern!
Hallo Christian,

kann ich bestätigen. Auch dass manche Pflanzen vom Überwintern geschwächt sind und Kandidaten sind die ein Jahr später eingehen. Schwierig wird es vor allem, wenn im Winter Sonne auf die durchgefrorenen Pflanzen scheint.

Grüße
Rainer
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bock
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Re: Überwinterung

Beitrag von bock »

Und, nicht zu vergessen:
Die frostfesteste Schale wird gesprengt, wenn der nasse Ballen durchfriert. Besonders, wenn ein gefrorener Ballen Niederschlag ausgesetzt ist, antaut und dann wieder friert, bevor das Oberflächenwasser durchsickern kann.
Der Baum überlebt das unter Umständen sogar, aber manche Schalen sind als "Wegwerfartikel" doch wohl zu schade...
:(
liebe Grüße Andreas
Ein Leben ohne Bonsai ist möglich - aber völlig sinnlos! :faellen:
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abardo
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Re: Überwinterung

Beitrag von abardo »

MaxMerkel hat geschrieben:
24.10.2019, 08:05
Das Gewächshaus für unsere mediterranen Töpfe könnte ich bei Bedarf mitlitten.
Wird das beheizt ?

Gehe ich ja mal von aus, da bei der Überwinterung von vielen mediteraren Pflanzen ja auch höhere Temperaturen benötigt werden.

Wenn ja, würde ich die Heizung eher oben hinstellen und die Bonsai unten rein.
Wenn es durch eine Heizung nur frostfrei gehalten wird, wärs noch idealer für die Bonsai.
Wenns gar nicht beheizt wird ... hm ... du wirst ja Erfahrung haben, wie kalt es da wirklich wird.
Grüße, Frank
___________
Keine Prinzipien, keine Parolen - http://BONSAI.ZONE

MaxMerkel
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Re: Überwinterung

Beitrag von MaxMerkel »

Herzlichen Dank für die Kommentare. Ich muss mir Gedanken machen. Das Gewächshaus wird gerade zum Ende des Winters auch mal recht warm.

Vielleicht muss man es ganz anders lösen. Wir haben vor dem Souterrain einen Gang, der windgeschützt ist. Die Pflanzen könnten dann an der Hauswand stehen.

Es ist eigentlich alles dabei.
- Japanische Ulme
- eine Mädchenkiefer
- Fächerahorn
- Dreispitzahorn
- Koreatannen
- Goldlärche
- Lärche
- Liguster
- Linde
- Buche

Alles junge Pflanzen oder noch nicht fortgeschritten.

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