In was sollte Yamadori gepflanzt werden?

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bonsai_anfänger
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In was sollte Yamadori gepflanzt werden?

Beitrag von bonsai_anfänger »

Wenn man einen Baum als Yamadori gesammelt hat, in welches Substrat sollte dieser dann gepflanzt werden? Soll ich etwas von der ursprünglichen "Walderde" mitnehmen in der der Baum saß, oder ein "richtiges Bonsaisubstrat" abgestimmt auf die jeweilige Baumart mischen? Ich würde den Yamadori in einen Teichtopf setzen mit vielen kleinen Löchern an der Seite.
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Beste Grüße
Georg *daumen_new*
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espanna
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Re: In was sollte Yamadori gepflanzt werden?

Beitrag von espanna »

Hallo Georg,

Um welche Baumart geht es?
Ich mache es bei Yamadori so, dass ich die Wurzeln auswasche und in die kleinstmögliche Schale mit grobem Substrat und wenig Organisches setze. Die Wurzeln brauchen Wärme, Luft und am Anfang keine Nährstoffe. Die Nährstoffe kannst du zB. Mit Wuxal über die Blätter nach dem Austrieb geben.
Ansonsten ist die Frage, welchen Substrat du grundsätzlich benutzt. Diese würde ich etwas „schlanker“ machen.
Ich arbeite gerne mit Trockenschüttung und etwas Organisches (Torf, Holzkohle, Kokosfasern, Pinienrinde...), aber da hat jeder sein eigenes Rezept.
Gruß
László

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Re: In was sollte Yamadori gepflanzt werden?

Beitrag von bonsai_anfänger »

Hallo Laszlo,
danke für deine Antwort.
also doch keine "Walderde"? Das Substrat hängt ja immer vom Baum ab. Ich dachte mit dieser Logik: Da das für den Baum eine extrem hohe Belastung von Stress ist, würde ich möglichst viel von der ursprünglichen Erde für die Umsetzung in den Teichtopf machen, damit sich der Baum an die Umstellung leichter gewöhnt. Lieg ich da falsch?
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Beste Grüße
Georg *daumen_new*
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espanna
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Re: In was sollte Yamadori gepflanzt werden?

Beitrag von espanna »

Der Wurzelballen wird in den meisten Fällen bei Yamadori beängstigend klein sein. Nach dem ausspülen siehst du wirklich was los ist. Dann ist es ganz gut einen einheitlichen Substrat an den Wurzeln zu haben. Es ist nicht gut verschiedene Substrate am Ballen zu haben -> wann ist welcher trocken, oder nass?
Es gibt auch Bonsaianer, die die Bäume erstmal in den Garten pflanzen und erst 1-2 Jahr später, nachdem die Bäume kräftig sind, in Töpfe setzen. Auch da besteht noch ein Risiko. ..

Ein Risiko besteht immer für den Baum. Ich würde sagen, am Anfang bissl mutiger sein und wenn die Bäume es schaffen, hast du schon einen guten Start mit den Wurzeln.
Vielleicht kannst du ein Foto vom Baum machen?!
Gruß
László

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Michael 86
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Re: In was sollte Yamadori gepflanzt werden?

Beitrag von Michael 86 »

Ich stimme László da zu.
Man weiß bei Yamadori am Anfang ja oft nicht, was an den Wurzeln grad los ist. Hab schon ein paar und immer wieder finden sich Überraschungen. Ist wie ein Ü-Ei. Leider selten für mich ausreichend gut. Da ist es gut, rechtzeitig die nächsten Schritte zu überlegen, um Verbesserungen zu planen.

Fotos würden mich auch interessieren.
Grüße Michael :)
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Re: In was sollte Yamadori gepflanzt werden?

Beitrag von Heike_vG »

Es sollte zwischen Laub- und Nadelbäumen und verschiedenen Arten unterschieden werden. Alte Nadelbäume, gerade Kiefern, reagieren meist nicht gut auf sofortiges vollständiges Entfernen der Originalerde.
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...

AK Hamburg & Umland
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Re: In was sollte Yamadori gepflanzt werden?

Beitrag von bonsai_anfänger »

Wäre dann ein simples Substrat von Seramis und "Bonsaierde aus dem Baumarkt" im Verhältnis 1:1 sinnvoll oder lieber abzuraten?
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Beste Grüße
Georg *daumen_new*
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Re: In was sollte Yamadori gepflanzt werden?

Beitrag von bonsai_anfänger »

@ Laszlo: kannst du mir erklären, was organisches Substrat und was Trockenschüttung ist?
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Beste Grüße
Georg *daumen_new*
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espanna
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Re: In was sollte Yamadori gepflanzt werden?

Beitrag von espanna »

Hallo Georg,

Wie ich in meinem ersten Post schrieb und etwas später Heike, ist es wichtig zu wissen welche Baumart es ist.
Vielleicht kannst du ein Foto einstellen?!

Organisch ist „was sich abbaut“, verrottet, Feuchtigkeit speichert und abgibt. ZB: Kokosfasern, Pinienrinde, Holzkohle,Torf....
Mineralisch ist was „aus der Erde kommt“ - Mineral (na ja das stimmt natürlich nicht ganz, aber man kann es sich so besser vorstellen) -> also Steine -> Lava, Bims, Trockenschüttung, Maxit..... da gibt es sehr vieles in verschiedenen Korngrößen.

Die Mischung der beiden ergibt ein modernes Substrat.
Am besten ist, du benutzt oben rechts die Suchfunktion und liest dich in die Materie ein.
Gruß
László

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mydear
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Re: In was sollte Yamadori gepflanzt werden?

Beitrag von mydear »

Hallo Georg,

lies dich mal hier ein: Modernes Substrat von Walter Pall erklärt

viewtopic.php?f=8&t=21294

Grüße
Rainer
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Re: In was sollte Yamadori gepflanzt werden?

Beitrag von bonsai_anfänger »

Hallo Laszlo und Rainer,
danke für euere Antworten. Ich habe im moment kein Foto zur Verfügung, da ich noch keinen Baum gesammelt habe. Ich möchte zunächst Infos einholen, aber sobald ich was habe, lasse ich euch Bescheid wissen :)
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Beste Grüße
Georg *daumen_new*
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Re: In was sollte Yamadori gepflanzt werden?

Beitrag von bonsai_anfänger »

Hallo Rainer,
habe mir mal den Artikel durchgelesen, den du verlinkt hast. Die
habe mir mal den Artikel durchgelesen, den du verlinkt hast. Die Zusammensetzung des Substrats klingt für mich als "Grünschnabel" sehr experimentel O.O
Versteh mich nicht falsch, ich weiß wer Walter Pall ist und will sein Wissen bzw. Kompetenz oder seine Methoden nicht in Frage stellen, aber ich hab da ein wenig Angst, meine Bäume in Styroporbrösel zu setzen.
Verstehe ich das Thema "modernes Substrat" richtig?: Modernes Substrat besteht bspw. zu 80% aus Seramis und 20% Kokosfasern und die Nährwertzufuhr erfolgt lediglich über die Düngung? Und dieses Substrat ist für ALLE Bäume anwendbar, egal ob jung oder alt, frisch aus dem Wald (Yamadori) oder aus dem Handel, Laub oder Nadelbaum? (Natürlich abgestimmt auf die jeweilige Baumart also z.B. für Azalee Kanuma statt Seramis). Ich habe den Beitrag nun so verstanden. Liege ich da richtig?
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Beste Grüße
Georg *daumen_new*
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Re: In was sollte Yamadori gepflanzt werden?

Beitrag von hwolf »

Jap, genau richtig. Der Trick ist, das einmal so anzufangen und dann nicht weiter nachzugrübeln. Deine Pflege ist weitaus wichtiger als das Substrat.

Lieben Gruß
Heinrich
Soft skills for hard woods.

Guckt mal rein: https://markt.bonsai-fachforum.de/shop/wilder-heinrich/
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Gary
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Re: In was sollte Yamadori gepflanzt werden?

Beitrag von Gary »

Hallo Georg,
ich weiß, wir leben in einem Zeitalter der Pauschalitäten und keiner will genauer hinschauen.
Heinrichs Antwort ist völlig okay. Die Probleme entstehen dennoch meist im Detail.
Wie schon mehrfach geschrieben, ist es nicht ganz unerheblich was für Pflanzenarten Du konkret sammelst.
bonsai_anfänger hat geschrieben: 12.03.2020, 09:00 Modernes Substrat besteht bspw. zu 80% aus Seramis und 20% Kokosfasern und die Nährwertzufuhr erfolgt lediglich über die Düngung?
Ja, das ist modernes Substrat und so funktioniert es.
Deine beispielhaft gewählte Mischung würde allerdings wohl so nass bleiben, dass fast alle Nadelbäume und die meisten Laubbäume, darin "ersaufen".
Grüße aus dem sonnigen Baden
Gary

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hwolf
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Re: In was sollte Yamadori gepflanzt werden?

Beitrag von hwolf »

Moin nochmal,
Gary hat geschrieben: 12.03.2020, 12:00 ich weiß, wir leben in einem Zeitalter der Pauschalitäten und keiner will genauer hinschauen.
Ich würde sagen, wir leben in einem Zeitalter der Komplexitäten und keiner kann mehr genau hinschauen.
Gary hat geschrieben: 12.03.2020, 12:00 Die Probleme entstehen dennoch meist im Detail.
Natürlich hast Du damit völlig Recht, lieber Gary und ich will da auch nichts verharmlosen oder über einen Kamm scheren. Diese Details allerdings erschließen sich doch einem jeden von uns in der täglichen Pflege unserer Pflanzen, zeigen sich graduell, geben ganz individuelle Rätsel auf, in denen Standort, Wasserqualität, Düngegewohnheiten, Westwind, Magnetfelder und was weiß ich nicht alles einbezogen werden müssen. Und die jeder nur für sich mit etwas Erfahrung und viel Gefühl für die jeweilige Pflanze lösen kann. KISS - "Keep it simple, stupid" ist nicht nur deshalb ein guter Rat, weil einfache Dinge meistens die sind, die sich durchsetzen, sondern auch, weil die Devise einen Startpunkt ermöglicht, auf dessen Grundlage man mit Ausschnitten unbeherrschbarar Komplexität umzugehen lernen kann. So gelangt man Stückchen für Stückchen von einem "kleinsten gemeinsamen Nenner", also einer Pauschalität, die sicher nicht ideal ist, aber auch nicht geradeweg falsch, zu einer individuellen Lösung voller Feingefühl und Hintergrundwissen.
bonsai_anfänger hat geschrieben: 12.03.2020, 09:00 Modernes Substrat besteht bspw. zu 80% aus Seramis und 20% Kokosfasern und die Nährwertzufuhr erfolgt lediglich über die Düngung?
Gary hat geschrieben: 12.03.2020, 12:00 Deine beispielhaft gewählte Mischung würde allerdings wohl so nass bleiben, dass fast alle Nadelbäume und die meisten Laubbäume, darin "ersaufen".
Ich weiß nicht ob es so zielführend ist, noch bevor ein einziger Baum im Garten steht über das perfekte Substrat diskutieren. Genau hinschauen und doch nix kapieren. Und dann kommt ein Spätfrost, aber das Substrat ist perfekt. Ich glaube, solange man keine automatische Beflutungsanlage für die Bewässerung verwendet, geht auch eine Hochgebirgskiefer nicht an 20% Kokos ein. Das zeigen ja auch genug Beiträge hier im Forum.

Ich würde erstmal anfangen, irgendwas in irgendwas topfen, täglich beobachten, mit den Händen fühlen, mit den Augen gucken, den Topf anheben und das Gewicht wahrnehmen, die Pflanze mir einen Weg zeigen lassen. Dabei lesen, gucken, fragen, und nächstes Jahr kann man es dann ganz von selbst schon besser. Das ist aber auch nur meine Meinung dazu.

Lieben Gruß
Heinrich
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