Winterlinde

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DHG
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Winterlinde

Beitrag von DHG »

Hallo,
hier noch die Winterlinde die ich letztes Wochenende gekauft habe. Ich weiss, der Rohling hat nicht die besten Voraussetzungen aber der Preis war günstig, also dachte ich mir "warum nicht"? Am Stammansatz befinden sich allerdings noch einige Knospen an günstigen Stellen. Wenn ich Glück habe treiben die nächstes Jahr aus und ich habe mehr Optionen. Falls das nicht passieren sollte, hatte ich spontan an eine Bohrpfropfung gedacht oder im schlimmsten Fall: den Baum schräg zwischen 4. und 5. Ast abschneiden und den Trieb, an dem dann linken obersten Ast der Stammnah liegt (verläuft auf dem ersten Bild hinter dem Stamm entlang) als Spitze fortzuführen. Aber das waren alles nur spontane Gedanken....
Nun darf er erstmal wie der Weißdorn eingegraben im Garten überwintern und im Frühjahr seh ich dann weiter...
Auch hierzu dürft ihr gern eure Gedanken, Ideen und Meinungen äußern!
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Grüße
Marcus
Thro
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Re: Winterlinde

Beitrag von Thro »

Sieht doch interessant aus. Ja, der Preis ist top und ich denke, der Verkäufer wird schon gewusst haben, was er da vorbereitet. Ich denke, sofern die Wurzeln halbwegs gut aussehen, kann man gut was draus machen. Ich finde den Stammverlauf in Bild 1 sehr interessant.
DHG
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Re: Winterlinde

Beitrag von DHG »

Hallo,
die Linde wurde Anfang März diesen Jahres in eine größer Schale umgetopft. Die Wurzeln sahen extrem gut aus. Ich musste lediglich etwas entwirren und einkürzen, dann konnte er zurück in die Schale.
vor dem Schnitt
vor dem Schnitt
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nach dem Schnitt
nach dem Schnitt
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Beim weitern Vorgehen bin ich ehrlich gesagt noch ein wenig planlos...
Die einzige Idee die mir bisher in den Sinn kam war folgende:
mögliche Schnitte für eine Grundgestaltung
mögliche Schnitte für eine Grundgestaltung
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Der kleine Trieb oben soll dann die neue Spitze bilden. Was sagt ihr dazu? Wie würdet ihr die Linde weiter gestalten?

Grüße
Marcus
Hans-Joachim La.
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Re: Winterlinde

Beitrag von Hans-Joachim La. »

IMG_20241103_133210Schnitt (1).jpg
IMG_20241103_133210Schnitt (1).jpg (338.36 KiB) 2384 mal betrachtet
Ich finde wenn der starke Ast enfernt wird, sieht das mit den verbliebenen Ästen irgendwie ausgewogener aus.

Mit dem Aufbau der neuen Spitze mag funktionieren, der Bogen im Stammverlauf bleibt zwar, doch sieht der jetzige Stammverlauf für mich stimmiger aus.
Gruß Joachim
Hans-Joachim La.
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Re: Winterlinde

Beitrag von Hans-Joachim La. »

XXX.jpg
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Barbara
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Re: Winterlinde

Beitrag von Barbara »

Deinen eingezeichneten Schnitt an der Spitze finde ich ok, den würde ich auch so machen.
Bei dem Substamm hätte man noch überlegen können, ob man den integriert. Aber so ist es auch in Ordnung.
Liebe Grüße,
Barbara
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DHG
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Re: Winterlinde

Beitrag von DHG »

Hans-Joachim La. hat geschrieben: 25.05.2025, 17:23 IMG_20241103_133210Schnitt (1).jpg

Ich finde wenn der starke Ast enfernt wird, sieht das mit den verbliebenen Ästen irgendwie ausgewogener aus.

Mit dem Aufbau der neuen Spitze mag funktionieren, der Bogen im Stammverlauf bleibt zwar, doch sieht der jetzige Stammverlauf für mich stimmiger aus.
Gruß Joachim
Hallo,
vielen Dank für deinen Beitrag und das Virtual. Ohne den dicken Stamm sieht das schon recht stimmig aus. Der jetzige Bogen im oberen Teil des Stammes sagt mir hingegen gar nicht zu und wirkt aus meiner Sicht völlig unnatürlich und übertrieben. Daher möchte ich den Bogen reduzieren indem ich auf den kleinen Trieb absetzen. Da es bei dem Baum aber doch einige Entscheidungen abzuwägen gilt, werde ich voraussichtlich das nächste AK-Treffen nutzen, um die weiteren Gestaltungsschritte final zu planen.

Grüße
Marcus
DHG
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Re: Winterlinde

Beitrag von DHG »

Barbara hat geschrieben: 26.05.2025, 16:32 Deinen eingezeichneten Schnitt an der Spitze finde ich ok, den würde ich auch so machen.
Bei dem Substamm hätte man noch überlegen können, ob man den integriert. Aber so ist es auch in Ordnung.
Liebe Grüße,
Barbara
Danke auch für deine Meinung! Die finale Entscheidung werd ich dann wohl beim nächsten AK Treffen fällen. Mal sehen wie die anderen Meinungen dazu ausfallen.

Grüße
Marcus
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Moya
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Re: Winterlinde

Beitrag von Moya »

Hallo zusammen,
Also das Ofenrohr nebst Kurve oben .... schrecklich, so wächst keine Linde.
Das musst Du zeitnah komplett entfernen. Allerdings gibt das eine heftige Schnittstelle, die lange brauchen wird, bis sie vollständig verheilt ist.
Der Baum sollte dann von oben möglichst wenig Nässe drauf bekommen, da das weiche Lindenholz wenn auf so grosser Stelle verwundet zum faulen neigt.

Du hast Glück dass direkt unterhalb dieser Steilkurve ein Trieb kommt, mit dem Du als Spitze weiterarbeiten kannst.
Viele Grüße,
    Moya

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Hans-Joachim La.
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Re: Winterlinde

Beitrag von Hans-Joachim La. »

ab.jpg
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dann bleibt von dem Baum nicht viel übrig, es würden Jahre vergehen bis der Baum wie ein Baum aussieht. Ist aber nicht meine Entscheidung, vielleicht hat der AK eine bessere Idee.
Gruß Joachim
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zopf
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Re: Winterlinde

Beitrag von zopf »

Hallo
Ich kann nicht beurteilen was deine Ziele mit der Linde sind
und in wie weit Du bereit bist länger zu warten um ein "besseres" Bäumchen in deinem Garten zu pflegen.
Dieses Jahr nichts schneiden, kräftig düngen um zu versuchen maximales Wachstum zu erzielen.
Und dann im Herbst alle Äste bis auf einen Stummel (Knete drauf) abschneiden.
Auch den Stamm bis vor dem Knick abschneiden, dies Wunde sehr sorgfältig bearbeiten und auch verschliessen.
Dann sollten sich nächstes Frühjahr sehr viele Knospen bilden und Du hättest die Möglichkeit das Bäumchen von Grund auf in die "richtigen" Bahnen zu lenken.
mfG Dieter
grüsse an die bewohner von melmac
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mohan
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Re: Winterlinde

Beitrag von mohan »

Ich sehe es wie Barbara und würde auch den eingezeichneten Spitzenschnitt, ohne Substamm, machen und dann die neue Spitze 2-3 Jahre ungeschnitten austreiben lassen. Zudem würde ich alle Äste im unteren Bereich, unterhalb des ersten Knicks vollständig entfernen und auch keine mehr wachsen lassen.
Viele Grüße
monika
DHG
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Re: Winterlinde

Beitrag von DHG »

Hans-Joachim La. hat geschrieben: 05.06.2025, 10:41 ab.jpg

dann bleibt von dem Baum nicht viel übrig, es würden Jahre vergehen bis der Baum wie ein Baum aussieht. Ist aber nicht meine Entscheidung, vielleicht hat der AK eine bessere Idee.
Gruß Joachim
Du hast ein bisschen viel weg genommen. Der Schnitt soll erst nach dem ersten Knick erfolgen aber was du schreibst bleibt dabei sicher bestehen. Ich denke man muss auch solche Opfer bringen, um langfristig einen guten Bonsai gestalten zu können. Aber letztlich habe ich sicher noch nicht die nötige Erfahrung um das wirklich zu beurteilen.
Das Treffen diesen Monat würde leider abgesagt. Mal sehen wie die Meinungen sein werden...

Grüße
Marcus
DHG
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Re: Winterlinde

Beitrag von DHG »

zopf hat geschrieben: 05.06.2025, 11:22 Hallo
Ich kann nicht beurteilen was deine Ziele mit der Linde sind
und in wie weit Du bereit bist länger zu warten um ein "besseres" Bäumchen in deinem Garten zu pflegen.
Dieses Jahr nichts schneiden, kräftig düngen um zu versuchen maximales Wachstum zu erzielen.
Und dann im Herbst alle Äste bis auf einen Stummel (Knete drauf) abschneiden.
Auch den Stamm bis vor dem Knick abschneiden, dies Wunde sehr sorgfältig bearbeiten und auch verschliessen.
Dann sollten sich nächstes Frühjahr sehr viele Knospen bilden und Du hättest die Möglichkeit das Bäumchen von Grund auf in die "richtigen" Bahnen zu lenken.
mfG Dieter
Hallo,
Ich finde deinen Vorschlag interessant. Warum empfiehlst du den Baum erst wachsen zu lassen, um ihn am Ende der Wachstumsphase zu schneiden, statt ihn einfach während der Wachstumsphase zu schneiden? Wie wirkt sich das aus? Wo liegt der Vorteil? Man kann nicht genug lernen, von daher wäre ich über eine Antwort sehr dankbar!

Grüße
Marcus
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zopf
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Re: Winterlinde

Beitrag von zopf »

Hallo Marcus
Wenn ein Bäumchen die Möglichkeit hat (bei guter Düngung) eine ganze Saison zu wachsen, durch zu treiben,
sammelt es genug Energie um diese radikalen Schnitte gut zu überstehen.
Egal was man für Arbeiten an einem Bäumchen plant, sollten diese nur an vor Kraft strotzenden Bäumchen durchgeführt werden.
mfG Dieter
grüsse an die bewohner von melmac
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