Juniperus formosa - Baumporträt

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Andreas W
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Juniperus formosa - Baumporträt

Beitrag von Andreas W » 09.04.2006, 19:58

Juniperus formosa
Wacholder

Kurzbeschreibung

Herkunft:............................ Ostasien, China
Blatt:.................................. spitze grüne Nadeln, sternförmig um den Trieb angeordnet
Blüte:................................. unbekannt
Früchte:.............................. unbekannt
Rinde:................................ grau/braun

Bild
Jungpflanze - Nahaufnahme - Heute

Austrieb, Blüte, Stammdetail

Standortansprüche:.............. heller Standort Sommer wie Winter, im Sommer im Freien
Winterpflege:....................... Winterschutz, nicht winterhart, Frostschutz
Eignung als Bonsai:.............. nichts für eilige, als Bonsai wenig verbreitet

Ausführliche Informationen

Hier möchte ich über eine Pflanze berichten, die kaum in Bonsaikreisen verbreitet ist. Ja klar warum auch, denn er wird als Pflanze aus Ostasien importiert.
In meinen noch jungen Bonsaijahren bin ich zu dieser Pflanze gekommen.
Was mich daran so fasziniert, ist ebenfalls das saftige Grün der Triebe.

Im Juni 1994 kaufte ich wie auch die Goldzypresse, den Wacholder in einen Bonsailaden, der zur damaligen Zeit die Bäume bzw. Pflanzen vom Bonsaicentrum Heidelberg bezog. Preiswert war er damals auch noch. Leider existiert dieser Laden schon seit längerer Zeit nicht mehr.
Vom Aussehen her erinnert er mich eher an unseren Gemeinen Wacholder, der hier in unseren Breiten beheimatet ist.

Wo kann ich mir einen solchen Baum beschaffen ?

Mir ist bis jetzt nur das Bonsaifachhandel bekannt, wo man solche Pflanzen käuflich erwerben kann. Es ist durchaus möglich, das in bestimmten Pflanzenzentren solche
vertrieben werden. Also Augen auf und genau hinschauen, ergibt sich die Möglichkeit dann einfach mal zuschlagen (käuflich).

Standort :

Der Juniperus formosa mag einen hellen Standort im Sommer, wie auch im Winter.
Im Frühjahr, wenn die Nachttemperatur nicht mehr unter 8 ? 10 °C sinken, kann man den Baum im Freien stehen lassen. Da er aber nicht winterhart ist, sollte man unterhalb solcher Temperaturen den Baum an einen kühlen Standort bringen.

Was den Sommer betrifft achtet man darauf, das er nicht direkt in der prallen Mittagshitze steht. Ein Wacholder allgemein, trocknet in diesen Monaten schneller aus. Die Schalentemperatur würde auch schnell ansteigen, was die Wasseraufnahme hemmen würde.

Bild
Frühjahr 2005 - Februar 2006

Umtopfen :

Als Zeitraum kommt der April in bedracht.
Als Substrat empfehle ich auch hier eine gut durchlässige Erde. Bonsaierde gemischt mit Akadama, Kies und Bims reicht aus. Jedoch sollte der Anteil der Bonsaierde 60 %
betragen.
Ich tausche nach zwei Jahren das Substrat aus und führe dabei einen Wurzelschnitt durch. Ich habe festgestellt das er sich im Wurzelbereich nicht allzu sehr verzweigt.

In der letzten Zeit habe ich immer wieder in Foren gelesen, das manch einer ein paar Klümpchen Holzkohle dem Substrat beimischt. Ich nenne jetzt mal ein Maß, was aber nicht bedeutet das es der richtigen Menge entspricht. Manch Bonsaifreund kann von einer anderen Menge ausgehen. Bei der rotbraunen Schale die zusehen ist, habe ich soviel beigemischt was so in einer Hand zwischen alle fünf Finger passt, die Rede ist hier nicht von einer Handvoll. Die Klümpchen waren nicht größer als 5 ? 7mm. Lasst die grossen im Sack, denn die braucht ihr zum kommenden Bratwurst grillen und Grillfest ( diese Zeit wird schon Sehnsüchtig erwartet ).

Giessen und Düngen :

Bei der Verwendung der obengenannten Substratmischung, hält die Feuchtigkeit in der Schale etwas länger an. Das bedeutet aber nicht das man weniger danach schauen muß, denn der Wacholder mag es etwas feuchter. Im Sommer kann es dabei passieren das der Erdballen schnell trocken wird. Wiederum bedeutet das nicht das man jeden Tag giessen muss, das ist wie immer zuviel.
Einfaches Leitungswasser genügt, wenn es wie immer nicht zu ?Hart? ist. Besser auch hier mit Regenwasser giessen.
Wie allgemein bekannt sein sollte, düngt man die Pflanze nach umtopfen erstmal nicht. Ich dünge während der Sommermonate mit organischen Pulverdünger sowie BIO GOLD. Zwischendurch benutze ich auch mal flüssigen organisch/mineralischen
Dünger im Abstand von ca. 3 Wochen. In den Wintermonaten reduziere ich das auf alle 6 ? 8 Wochen, aber dann nur mit dem flüssigen Dünger, dazu noch in geringerer Dosierung wie im Sommer.

Formgebung :

Durch regelmässiges Zupfen der Triebe kann man die Polsterdichte der Astetagen erhöhen. Ein zeitaufwendige Arbeit die im Frühjahr begonnen wird und bis in den August anhält. Hier und da beim giessen nachschauen, dabei dort ein paar Triebe und ein anderes mal an einer anderen Stelle. Dabei wird es nicht zu eintönig. Ab und dann ist es notwendig vernachlässigte Triebe zurück zuschneiden. Benutzen sollte man beim schneiden immer scharfe und saubere Scheren.
Mit Draht lassen sich die Zweige auch leicht in die richtige Stelle bringen. Man sollte den Draht aber nicht allzu lang an der Pflanze lassen um damit ein einwachsen dessen zu verhindern. Oft macht sich ein erneutes Drahten erforderlich, bei mir zeigte sich die Zweige neigen dazu wieder in die alte Stellung zurückzukehren. Spanndrähte leisten auch gute Dienste.

Vermehrung :

Der Formosa Wacholder läßt sich nach meinen Erfahrungen gut durch leicht verholzte Stecklinge, die im Mai geschnitten und anschließend gleich gesteckt werden vermehren. Wie man auf den Bildern erkennen kann, hat es bei mir gleich zweimal
funktioniert. Die Vermehrung durch Samen, wenn man überhaupt solchen bekommt, scheint mir keine gute Möglichkeit zusein, dauert einfach zulange.

Bild
Stecklinge
Andreas W

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