Serissa foetida - Junischnee - Baumporträt

Beschreibung der Arten
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Andreas W
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Serissa foetida - Junischnee - Baumporträt

Beitrag von Andreas W » 07.08.2006, 21:10

Serissa foetida
Junischnee, Baum der 1000 Sterne

Kurzbeschreibung

Herkunft:............................ Ostasien, China
Blatt:.................................. länglich oval, grün oder mit gelb/weisslichen Einlässen
Blüte:................................. weiße bis rosa kleine sternenähnliche
Früchte:.............................. unbekannt
Rinde:................................ beige, längs gefurcht

Bild
Blätter Stammdetail

Standortansprüche:.............. hell, gute gemischtes Substrat
Winterpflege:....................... Winterschutz, da nicht Winterhart
Eignung als Bonsai:.............. nicht gerade für Anfänger, aber oft und häufig genutzt

Pflegekalender (Excel-Datei) zum Download


Ausführliche Informationen

Manch einer ist auf die Serissa (Junischnee) nicht gut zu sprechen , da es hin und wieder zum Blattfall in mehr oder weniger starken Ergebnis kommt.
Mir kommt es nicht auf die Arten an sondern, deren Pflege.

Das beste ist, vor dem Kauf sich informieren ( Bücher, Internet, Händler,
Zeitschriften ) dann die Entscheidung abwägen. Machen wir das nicht ebenso beim Autokauf. Na gut, manch einer kauft das Auto, stellt dann aber fest, das die Garage zu klein ist.

Zum Kauf brauch ich glaube garnicht nichts sagen, denn in den Baumärkten werden wohl genug angeboten. Wobei ich darauf hinweisen muss, das der Kauf bei einem Händler besser ist. Der Zustand der Pflanze ist dort schon besser, da das Substrat hier von besserer Qualität ist. Baumarkt – feste, verdichtete Blumenerde, kaum wasserdurchlässig wenn sie trocken ist, zu kleine Schalen, sind also auf Menge getrimmt und nicht auf Qualität.

Worauf kommst es also an.
Nach dem Kauf im Baumarkt :
Wenn schon Kauf im Baumarkt sein muß, dann bitte nicht in den Wintermonaten. Der Reiz jemanden zu Weihnachten, Valentinstag ein Bäumchen zu schenken, ist gross. Zumal dann in den Baumärkten eine vielzahl von preiswerten Serissa angeboten wird. Es ist dann schwer den Geldbeutel nicht zu bemühen. Auch wenn das Bäumchen eingepackt wird, egal mit was, die kalte Luft kommt trotzdem ran. Und dann daheim angekommen, auspacken die warme Luft der Wohnung und die ersten Probleme sind schon da, sie zeigen sich in wenigen Tagen.
Wo kann ich denn überhaupt mein Bäumchen hinstellen ?
Denn der erste Blattfall kommt vom Standortwechsel Baumarkt – Wohnung. Der Baum muss sich also aklimatisieren. (Standort weiter unten) Stehen lassen und das Substrat beobachten, ob gegossen werden muß oder nicht. Oft habe ich gelesen: „ jeden Tag übersprüht“ oder „jeden zweiten Tag gegossen“, „ ich tauche jeden dritten Tag“, was zuviel ist ist auch zuviel. Am Anfang würde ich nicht allzu viel des guten tun, warten wie sich das Bäumchen entwickelt – GEDULD !
Als erstes würde ich den Baum (wenn möglich im Frühjahr März/April) vom alten Substrat, soviel wie möglich, befreien. Wie man umtopft, glaube ich ist oft genug beschrieben. Das kann man am besten, wenn das Substrat abgetrocknet ist. Beachtung dabei, das soviel wie möglich feine Faserwurzeln erhalten bleiben. Der Ansicht mancher Leute nach, sie würden beim beschneiden der Wurzeln stinken, kann ich nicht unbedingt bestätigen. Es riecht etwas, aber natürlich in vertragbaren Rahmen.
Den so bearbeiten Wurzelballen, kann man dann eine Weile ins Wasser stellen damit die Wurzeln nicht austrocknen. Anschließend die neue und auch größere Schale vorbereiten. Schalenauswahl ist ein anderes Thema. Aber auf alle Fälle gilt, die im Boden befindlichen Ablauflöcher mit geeigneten Gitternetzen, aus dem Bonsaifachhandel, ab zudecken.

Was für ein Substrat :
Als Anfänger kann ich erstmal einfache Bonsaierde aus dem Fachhandel empfehlen, denn meistens handelt es sich um junge Pflanzen.
Wenn möglich, kann man natürlich etwas Akadama, Kies oder Splitt in geringen Mengen beimischen. Jedoch sollte der Humusanteil im Boden etwas höher sein, da die Serissa es etwas feuchter mag. Wohlgemerkt feucht - nicht NASS ! Luft und Wasserdurchlässig sollte es wie bei anderen Bonsais auch sein.
Wie bei allen älteren Pflanzen, kann auch hier der organische Anteil allmählich gesenkt werden.

Standort :
Ab Mai bis September ist ein Standort im Freien immer am besten als in der Wohnung. Mittagssonne sollte wenn machbar, nicht unbedingt sein.

Es empfielt sich auch ein mit Seramis oder anderen Granulat gefülltes und angefeuchtetes Tablett, auf welchen dann die Schalen stehen emphehlenswert, was die Umgebungsfeuchte (Luftfeuchtigkeit) durch Verdunstung erhöht.
Sollte es einmal zu kalt geworden sein, dann zeigen sich die schwarzen Verfärbungen der Blätter – Blattfall ! Es hilft dann nur die Hoffnung nicht auf zugeben, das die Serissa sich wieder erholt.

Wintermonate :
Ein Standort im hellen Hausflur, Keller kühlen Schlafraum ist immer besser als im überheizten Zimmer bei 25 – 28°C . Wenn nicht anders möglich , dann an ein helles Fenster und nicht direkt über der Heizung. Hier gilt das oben genannte Tablett auch wieder als gute Lösung. Es kommt in den Wintermonaten immer zu etwas Blattfall, aber das ist nicht problematisch, solange er im Rahmen bleibt.
Ein Grund ist auch die geringe Helligkeit und die geringe Sonnenscheindauer.
Wie auf den Bildern zu sehen ist, tritt er auch bei mir auf. Nachteil : die Blätter fallen überall hin.

Düngung :
Mai bis September normaler Bonsaidünger (flüssig/ oder fest) alle 2-3 Wochen in regelmäßigen Abstand. Später mit mehr Erfahrungen würde ich zu BIO GOLD oder anderen alternativen Dünger greifen. Kommt immer auf die finanziellen Möglichkeiten an. Bei herkömmlichen Blumendünger nimmt man am besten die Hälfte der angegebenen Menge.
Da die Serissa auch blüht würde ich in der Zeit, das düngen etwas minimieren, sonst ist es schnell wieder vorbei. Es kann sich auch über Wochen hinziehen, das düngen darf jedoch nicht ausbleiben. Dabei sollte man nur organischen Dünger in geringen Mengen verwenden.

Giessen : Wichtiges Thema !
Wann wird gegossen – immer dann wenn die Substratoberfläche angetrocknet ist.
Bestes Merkmal - die Farbe der Oberfläche hat sich heller gefärbt hat. Dann gießt man solange bis aus den Abzugslöchern das Wasser rinnt – Genug !
Zwei – drei Tage später kann man, wenn es nötig ist den Baum mit flüssigen Dünger, den man dem Gießwasser beigemischt hat, düngen. Auch hier gilt, trockenes Substrat darf nicht gedüngt werden. Dann reicht es erstmal wieder . Bei Verwendung von BIOGOLD erübrigt sich das natürlich.
Der Wasserbedarf der Serissa ist in den Wintermonaten weitaus geringer, als im Sommer. Also komme ich trotzdem nicht umweg stets die Pflanze im Augenschein zu haben. Gegen ein Absprühen, damit der Staub oder auch der Pollen (Rapsblüte) von den Blättern kommt, habe ich nichts. Hingegen andauernd bringt erstens nichts und zweitens muß ich den Standort der Pflanze ständig verändern.
Das Wasser sollte Zimmertemperatur haben, am besten Regenwasser, aber selten steht es zur Verfügung, also muß man auf das Leitungswasser zurück greifen.
Kalkreiches Wasser zeigt wenig später die häßlichen Ablagerungen am Stammansatz und auch an der Schale. Was dagegen zutun ist haben andere Forumteilnehmer schon ausgiebig beschrieben.
Es muß jedoch noch erwähnt werden, das man bei hohen Kalkgehalt im Wasser um ein jährliches umtopfen nicht herum kommt, denn nach einem Jahr hat sich die Salzkonzentration im Substrat sehr erhöht. Dünger- , Wasseraufnahme sowie der Luftaustausch werden dadurch gemindert – Blattfall ! Läßt die Pflanze mal die Blätter hängen, dann kann man mal über ein tauchen für 10 min nachdenken. Einfaches giessen genügt auch. Danach stellt man die Pflanze in den Schatten und nach 30 min haben sich die Triebe wieder aufgestellt.

Viel wird über die Wasserqualität geredet. Das beste Wasser für unsere Bonsais ist nun mal Regenwasser. Wer aber keinen Garten besitzt und nicht die Möglichkeit hat, welches in geeigneten Vorratsbehältern zu sammeln, muss auf das Trinkwasser aus der Leitung zurück greifen. Über diese Qualität brauchen wir nicht reden, denn es ist das am häufigsten kontrollierte Lebensmittel in Deutschland ist. Das einzigste was uns daran stört ist die Wasserhärte.
Was das ist, können die Chemiker unter der Bonsaifreunden Euch erklären.
Ein Anruf beim örtlichen Wasserversorger oder Stadtwerk gibt gern darüber Auskunft, vergesst nicht, manche haben auch eine Internetseite, auf deren die spezifischen Werte in einer Tabelle genannt sind. (So ist es bei mir)
Aber man kann sich selber helfen, in dem man im Zoofachhandel nach geeigneten „Aquatest – Streifen“ fragt. Kosten nicht die Welt und man erhält im groben was man Härtequalität im Wasser hat.
Unten ein Teststreifen wie er bei mir aussah, darunter einer vom Regenwasser.
(Es sind Computerfarben die etwas verfälschen die Farben sind ansonsten nicht so intensiv)

Bild
hartes Leitungswasser

Bild
weiches Regenwasser
Nitrat Nitrit Härtegrad des Wassers Karbonat pH-Wert

Formgebung :
Bei jungen Bäumen läßt man die Treibe erstmal wachsen (Langtriebe) und schneidet sie dann auf zwei bis drei Blattpaare zurück. Im Winter sollte man das schneiden minimieren. Diese Langtriebe kann man dann im Frühjahr komplett zurück nehmen und den Baum damit in seine ursprüngliche Form bringen. Die Serissa treibt auch am Stamm willig aus, diese schneidet man, wenn man sie nicht zur Gestaltung benötigt, sofort zurück. Man achtet darauf das sich keine Astquirle bilden. Geringe Lichtzufuhr im inneren, kann auch zu einen Blattfall führen. Es sind fast alle Stilarten möglich, starke Biegungen sollten jedoch vermieden werden, da die Äste stets im Wachstum sind und daher leicht brechen. Frei aufrechte Form ist die beste aber man kann auch die anderen mit bestimmter Vorsicht probieren.
Die Blüten bilden sich an älteren Trieben, auch an den jüngeren habe ich schon welche gehabt.
Während der Blüte, die hier in unseren Breiten in den unterschiedlichsten Zeiten auftritt, wird nicht geschnitten. Man möchte die Blüte natürlich solange wie möglich erhalten. Negative Erscheinung dabei ist, das manche Triebe unweigerlich schnell in die Länge schiessen.

Bild
Langtriebe

Schädlinge :
Die Serissa wird des öfteren von der Spinnmilbe befallen. Es zeigt sich an der gelblichen Sprenkelung der Blätter und dem ausgiebigen Blattfall. Der Blattfall kann bis zum total Verlust gehen, wenn man nicht handelt. Weiteres Indiz dafür ist, wenn man die Pflanze ins Licht hält, sieht man mit bloßen Auge feine Spinnennetze an den Ast – und Zweiggabelungen. Vorbeugend ist hier das befeuchtete Tablett zu nennen. Spinnmilben mögen keine feuchte Luft. Gute Wasser und Nährstoffversorgung der Pflanze beugt auch vor.
Ja was kann man dagegen tun ?
Hausmittelchen wie Zwiebel- oder Knoblauchsud haben bei mir kaum einen sichtbaren Erfolg gezeigt. Neembrühe – naja manch einer hält es für das Wundermittel der Neuzeit, kann ich nicht behaupten.
Man kommt also um die im Handel erhältlichen Spritzmitel nicht herum. Man sollte sich jedoch im Fachhandel ausgiebig beraten lassen, die Beschreibungen der Hersteller genau lesen. Nach einen gewissen Zeitraum sollte man die Bhandlung wiederholen, um auch deren Nachkommen zu erwischen. Ebenso ist der Wechsel der Mittel von Vorteil, denn sie werden gegen diese Mittel schnell resistend. Vorbeugung ist also auch hier besser als die Heilung und die kann bei der Serissa sehr lange dauern. Hinweis dazu noch, man sollte die ganze Pflanze benetzen auch den Stamm.
Auf keinen Fall sollte man ein Winteröl oder vielleicht sogar das oft angesprochene verdünnte Jinmittel bei dieser Pflanze verwenden.
Der Verlust der Pflanze ist garantiert.

Hinweis :
Die Bonsais sind derzeit derart aus der Form, es ist Winter.
Andreas W

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