Metasequoia glyptostroboides - Urweltmammutbaum - Baumporträt

Beschreibung der Arten
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Andreas W
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Metasequoia glyptostroboides - Urweltmammutbaum - Baumporträt

Beitrag von Andreas W » 16.08.2006, 15:22

Metasequoia glyptostroboides
Urweltmammutbaum, chinesisches Rotholz

Kurzbeschreibung

Herkunft:............................ China
Blatt:.................................. grüne gegenständige Blätter ( Nadeln ), im Herbst rotbraune bis kupferfarbene Färbung
Blüte:................................. unbekannt
Früchte:.............................. kleine runde Zapfen
Rinde:................................ rotbraun, längsrissig abblätternd

Bild
Blätter - Stamm

Standortansprüche:.............. vollsonnig, humusreicher aber wasserdurchlässiger Boden
Winterpflege:....................... Freiland, Wurzeln gegen durchfrieren schützen
Eignung als Bonsai:.............. gut geeignet, jedoch nicht sehr verbreitet

Ausführliche Informationen

Der Urweltmammutbaum wurde erst ursprünglich 1941 in der Nähe von Sichuan in China wieder entdeckt. Bis dahin glaubte man, er wäre ausgestorben. Man fand bis dahin nur fossile Abdrücke, daran konnte man das eventuelle Aussehen nach vollziehen. Nach der Entdeckung gab man ihm der Pflanzennormenklatur entsprechend die Bezeichnung ? Metasequoia glyptostroboides ?. Er gehört zu den Sumpfzypressengewächsen / Taxodiaceae . Man sieht, das er sehr verwandt mit der Sumpfzypresse ? Taxodium distichum ? ist.
Der Urweltmammutbaum hat in der Natur und im Alter einen großen Habitus.
Kann weitausladende Äste hervorbringen, die einen enormen jährlichen Zuwachs haben. Der Austrieb nach dem Winter zeigt sich in kleinen Knospen, die dann den Trieb erscheinen lassen. Ist erst der Austrieb erfolgt, dann haben die Nadeln eine satte hellgrüne Farbe, die lichthungrig sind.
Die Rinde zeigt eine rotbraune Farbe. Schon als Jungpflanze sieht man die längsrissige abblätternde Borke. Durch den schnellen Wuchs der Pflanze nimmt auch der Stamm und der Stammansatz schnell an Größe zu. Dementsprechend entwickeln sich auch viele neue Wurzeln.

Als Bonsai ist er bis jetzt nicht viel verbreitet, da man von Anfang einen hohen Baum einplanen sollte. Das schreckt vielleicht den einen oder anderen ab, sich den Urweltmammutbaum als Baum anzuschaffen. Wobei man sagen kann, er ist nicht schwer in der Pflege und sieht als Bonsai auch ganz ansehnlich aus.

Bild
Aussehen 2003

Beschaffung

Man kann heute in fast jeder Baumschule gute Rohpflanzen finden. Im Frühjahr ist der beste Zeitpunkt. Sie sind nicht allzu teuer und werden meist in Plastiktöpfen angeboten. Es kann vorkommen, das sich diese durch starken Wurzelwuchs schon verformt haben.
Man muß sich danach entscheiden, welche Höhe der Baum haben soll. Der muß drastisch gekürzt werden, denn so wie sie angeboten werden, sind sie viel zu groß. 60 ? 70 cm Endgröße sollten es schon sein. Dementsprechend wird der Baum gekappt und auch gleich die zeitlichen Triebe zurück genommen.
Ein positiver Nebeneffekt entsteht, man kann ihn leichter transportieren.

Standort :

Die Metasequoia mag einen hellen und sonnigen Standort. Es hat natürlich einen Nachteil, sie möchte dann des öfteren gegossen werden.
In heißen Sommermonaten kann es daher auch mal vorkommen das die Nadeln sich beige verfärben. Dem kann man vorbeugen in dem man den Baum vorher in den leichten Schatten stellt. Im Winter sollten die Wurzeln vor allzu starken Frösten geschützt werden.
Man kann die Schale dann entweder in Torf einsenken, oder wer einen Garten hat, so Handhaben es viele, dort eingraben.

Giessen :

Die größere Nadelmasse und der Standort lassen natürlich den Baum viel Wasser verdunsten. Der Wasserbedarf gegenüber anderen Bonsais ist größer.
Man kann normales Wasser verwenden, solange man richtig durchdringend gießt. Dabei entsteht zwar wieder ein Kalkrand, aber den kann man fast ignorieren. Der Baum sollte aber auf keinen Fall im Wasser stehen. Sollte der Boden doch mal trocken werden, dann merkt man das schnell, denn die Nadeln hängen schnell herunter. Hier sollte man dann die Schale gleich direkt ins Wasser stellen, damit sich der Wurzelballen vollsaugen kann. Die Wasseraufnahme ist abhängig vom Substrat.

Bild
Aussehen 2004 - hier sieht man auch den Abmoosversuch

Substrat :

Der Urweltmammutbaum mag es etwas feuchter wie die anderen Pflanzen, deshalb sollte der Humusanteil im Substrat etwas größer sein. Nicht desto trotz, sollte sie auch wasserdurchlässig sein, damit keine Staunnässe entstehen kann.
Standard Bonsaierde zu 60 % und der Rest sollte aus Akadama und Kies bestehen.

Umtopfen :

Umgetopft werden sollte im einem Abstand von 2 Jahren. Die Pflanze beginnt schnell sich aus der Schale zu drücken. Der Wurzelzuwachs ist groß und füllt damit schnell die Schale aus. Es entstehen viele Wurzeln, die dann durch eine Wurzelschnitt entfernt werden sollten.

Düngen :

Man kann mit BIO GOLD düngen. Durch das häufige giessen werden die Broken schnell verbraucht. Das Ergebnis sieht man dann am reichlichen Zuwachs.
Man sollte ab und zu den Dünger wechseln und zwischendurch auch mal flüssigen Dünger giessen. Organischen Dünger sollte man den Vorzug geben.
Mineralischer Dünger würde beim giessen den Boden schnell versalzen und ein Wurzelschaden wäre das Ergebnis. Organischen Dünger kann man sich Bonsaifachhandel oder auch im normalen Gartenmarkt besorgen.

Formgebung :

Eine freie aufrechte Form wäre anstrebenswert.
Es entstehen überall neue Triebe, gerade an Schnittstellen kommen ruhende Knospen zum Vorschein. Sollte man sie nicht zur Gestaltung brauchen, kann man sie entfernen.
Man kann die Zweige drahten, aber man hat die Gefahr das die Zweige sehr leicht brechen können. Hier empfiehlt sich die Arbeit mit Spanndrähten.
Man sollte den Habitus des Bonsais an den des großen Bruders angleichen und den Zweige eine leichte Neigung abwärts geben. Es ist nicht einfach, denn man benötigt schon eine gewisse Zeit.
Der Urweltmammutbaum neigt dazu lange Internoiden zu bilden. Dies kann man im Frühjahr mit dem Frühjahrsschnitt ausgleichen, in dem auf Stammnähere Knospen zurück schneidet.

Bild
Aussehen 2006

Vermehrung :

Ich hatte versucht einen zweiten Stamm abzumoosen. Leider schlug dieser Versuch fehl. Aber was bei mir nicht klappte, kann bei anderen Bonsaifreunden schon ganz anders aussehen.
Stecklingsvermehrung habe ich noch nicht probiert, aber ich glaube das kann funktionieren. Auch die Aussaat von Samen ist schon beschrieben worden.

Ingolf - hat die Stecklingsvermehrung versucht und bei ihm hat es geklappt.

Ich habe die Erfahrung gemacht, daß er leicht wurzelt und hatte bei meinen Stecklingen eine Erfolgsquote von ca. 70 %. In diesen Sommer sind mir allerdings alle vertrocknet.

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Stecklinge 3 Jahre alt

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Stecklinge von 2005 - die haben auch gleich den 1 Winter im Freien zugebracht; natürlich etwas geschützt.

Schädlinge :

Bis jetzt sind mir keine Schädlinge bekannt. Also von der Seite her ein sehr robuste Pflanze.

Gruß Andreas W

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