Ulmus parvifolia - Baumportrait

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Kelle
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Ulmus parvifolia - Baumportrait

Beitrag von Kelle » 30.12.2008, 20:06

Ulmus parvifolia
Chinesische Ulme; Familie: Ulmaceae


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Ulme als Bonsai


Kurzbeschreibung




Herkunft:............................ Südostasien; China
Blatt:.................................. eiförmig bis eliptisch, dunkelgrün und gekerbt
Blüte:................................. unbekannt
Früchte:.............................. unbekannt
Rinde:................................ grau/braun; erst glatt, später rissig

Bilder in der Galerie gibt es hier

Pflegekalender (Excel-Datei) zum Download


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Stammdetail, Austrieb, Laub




Standortansprüche..............volle Sonne im Sommer; im Winter heller Standort
Winterpflege..............Wenn der Baum an die abfallenden Temperaturen gewöhnt wurde, dann ist er auch bis ca. - 5°C winterhart
Eignung als Bonsai..............schnellwachsender Bonsai, der gut für Anfänger geeignet ist

Informationen:

Die Heimat der Ulmus parvifolia ist der südostasiatische Raum und die Bäume in der Natur erreichen eine Höhe von 20 Meter und einen Stammdurchmesser von 70 cm. Von der chinesichen Ulme gibt es über 20 Sorten und sie wird vielfach als Indoor verstanden. Sie ist jedoch eher eine Kalthauspflanze, kann aber auch erfolgreich das ganze Jahr über draußen gehalten werden.
Die Ulme ist ein beliebter Baum, der sehr robust und einfach zu gestalten ist und zu günstigen Preisen erworben werden kann. Aufgrund des schnellen Wachstums lässt sich eine gute Verzweigung erreichen und auch Fehler in der Gestaltung lassen sich so wieder beheben.

Bezugsquellen:

Die chinesische Ulme wird oft im Baumarkt oder im Gartencenter angeboten. Bei diesen Bezugsquellen sollte man jedoch die Gesundheit des Baumes eingehend prüfen, denn Schädlinge und absterbende Pflanzenteile sind keine Seltenheit. Ein Umtopfen ist nach dem Kauf von Baumarktware zu empfehlen, denn das Substrat ist zu meist mangelhaft.
Eine weitere Quelle für chinesische Ulmen ist das Bonsaifachgeschäft, denn dort werden meist gut gepflegte Bäume in unterschiedlichen Entwicklungsstadien zu Verkauf angeboten.

Standort:

Optimal ist Kalthausüberwinterung bei 0-10 Grad.
Dann halten sich Blattabwurf und Neuaustrieb, je nach Sorte so ca. die Waage. Allerdings gibt es auch welche, die alle blätter verlieren.

Aufgrund diverser Erfahrungen sind die meisten Ulmen begrenzt frosthart (mind. -7 bis -5 grad ). Es ist also möglich, die Ulme gänzlich im Freien zu halten, wenn man den Baum an die Temperaturen gewöhnt hat. Also nicht den Baum im Winter von der Wohnung (ca. 20°C) nach draußen (ca. - 7°C) stellen, sondern den Baum langsam an die geplante Umgebung akklimatisieren lassen.
Auf jeden Fall sollte bei dieser Methode ein Winterschutz vorgesehen werden.
EIN VERLUST IST TROTZDEM NICHT 100%ig AUSZUSCHLIESSEN!

Ein Überwintern unter Wohnungsbedingungen (über 15 Grad) jedoch schwächt die Pflanze, führt zu den bekannten Problemen mit Spinnmilben und ist auf die Dauer die am wenigsten empfehlenswerte Methode.

Grundsätzlich sollte der Standort gut belüftet sein.




Umtopfen:

Der Zeitraum für das Umtopfen beginnt ab Ende März bis Anfang Mai. Es sollte alle zwei bis fünf Jahre unabhängig vom Alter der Pflanze umgetopft werden und es sollte beim Umtopfen unbedingt ein Wurzelschnitt erfolgen.

Substrat:

Ich empfehle durchlässiges Substrat. z.B. 30 % festes Akadama + 30% Bims + 20% Lava + 20% groben Torf.
Wer bei Akadama Bedenken hat, wegen der Schlammbildung durch Frost, kann auch Blähton benutzten.

Giessen und Düngen:

Man sollte Staunässe und Ballentrockenheit auf jeden Fall vermeiden. Das heißt, dass ein durchlässiges Substrat zu wählen ist und dass regelmäßig gegossen wird. Oft hört man, dass man erst gießen soll, wenn die Substratoberfläche angetrocknet ist. Das bezweifele ich und gieße einfach jeden Tag.
Ideal ist das Gießen mit gesammeltem Regenwasser, aber auch das Wasser aus dem Hahn geht in Ordnung.
Das einige Wochen nach dem Umtopfen nicht mehr gedüngt werden soll, halte ich für nicht sinnvoll, wenn durchlässiges Substrat benutzt wird und viel gegossen wird. Deshalb fange ich einige Tage nach dem Umtopfen schon wieder an zu düngen. Ich dünge außerhalb zumeist mit organischem Pulverdünger, denn dieser ist im Vergleich zu dem bekannten Kugeldünger die billigere Alternative. Die Wirkung des Düngers hält ca. 3 Wochen. Zur Abwechslung benutze ich manchmal den Flüssigdünger der Discounterkette mit A. Wenn der Baum über die Wintermonate in einen unbeheizten Raum gehalten wird, sollte nur alle 6 bis 8 Wochen mit Flüssigdünger in geringerer Dosierung gedüngt werden. Wenn der Baum komplett im Freien gehalten wird, dann wird in den Wintermonaten auf das Düngen verzichtet.


Gestaltung:

Für das schnelle Dickenwachstum der Äste sollte man die Triebe einfach frei wachsen lassen.
Wenn man eine ausreichende Verzweigung erhalten möchte, lässt man die jungen Triebe möglichst bis auf eine Länge von sechs Blättern (ca. 10 cm) wachsen, damit man sie dann auf zwei bis drei Blätter zurückzuschneidet. Die Spitze verfügt in der Regel über das stärkste Wachstum und sollte auf 1 bis 2 Knospen reduziert werden.
Die Ulme hat ein starkes Wachstum, treibt mehrmals pro Wachstumsperiode aus und treibt auch willig aus schlafenden Augen aus, so dass fast überall Triebe entstehen. Damit ist auch ein Problem verbunden, denn bei schon gut entwickelten Exemplaren können im dichten Zweigwerk schwächere Äste in Mitleidenschaft gezogen werden. Die fortlaufende Strukturierung ist wichtig, denn durch das starke Wachstum wirkt der Baum schnell zu dicht und ungeordnet. Es ist schwierig ein ausgeglichenes Wachstum zu erreichen und deshalb sollte man sich der Ulme auch die ganze Wachstumsperiode über widmen.
Wenn der Baum seiner endgültigen Form nahe kommt, dann sollte durch Rückschnitt die Form gehalten werden.
Kräftigere Äste werden am besten durch Spanndrähte in die neue Form gebracht, da der Draht sonst relativ schnell einwächst.
Auch ein Blattschnitt ist möglich, um die Größe der Blätter zu reduzieren oder um Zweige auszulichten. Ist aber, meiner Meinung nach, nicht nötig, denn der Baum hat von Natur aus kleine Blätter. Durch regelmäßigen Rückschnitt und volle Sonne lässt sich dies noch unterstützen.



Vermehrung:

Die Vermehrung durch Samen ist äußerst müßig und eigentlich nicht zu empfehlen.
Die Vermehrung durch halbkrautige Stecklinge (aus Trieben, die im Hoch- bzw. Spätsommer geschnitten werden und die beginnen sich zu verholzen) in z.B. 50% Akadama + 50% groben Torf ist möglich.
Der einfachste und schnellste Weg ist jedoch der Ankauf einer Jungpflanze im Baummarkt oder im Bonsaifachgeschäft.


Schädlinge:

Für Spinnmilben und Schildläuse ist die Chinesische Ulme ein bevorzugtes Angriffsziel. Diese sollte man dann mit den bekannten Mitteln zu Leibe rücken, z.B. durch Zierpflanzen-Schädlingsspray und eine Erhöhung der Luftfeuchtigkeit durch Übersprühen.
Das vorbeugende Spritzen von Jinmittel 1:20 oder andere systemischer Gifte sollte bei der Ulme unterlassen werden, denn sie verträgt das nicht und wirft demonstrativ ihr Laub ab.
Mit freundlichen Grüßen
Kelle
Wer seine Vergangenheit vergisst, verliert seine Wurzeln.

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