Acer buergerianum - Dreispitzahorn - Baumportrait

Beschreibung der Arten
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Andreas W
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Acer buergerianum - Dreispitzahorn - Baumportrait

Beitrag von Andreas W » 14.08.2006, 05:05

Dreispitzahorn ? Acer buergerianum

Kurzbeschreibung

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Stamm - Blatt

Herkunft:............................ Import, Japan
Blatt:.................................. grüne spitze, dreilappige, gegenständige Blätter
Blüte:................................. unbekannt
Früchte:.............................. unbekannt
Rinde:................................ hellbrauner glatter Stamm
Standortansprüche:.............. Halbschattig bis vollsonnig
Winterpflege:....................... nicht winterhart, Temperaturen unter -5°C vermeiden
Eignung als Bonsai:.............. gut geeignet, sehr weit verbreitet

Pflegekalender (Excel-Datei) zum Download

Bilder in der Galerie gibt es hier

Ausführliche Informationen

Der Dreispitzahorn ist hier bei uns nicht beheimatet und wird aus Japan importiert. Man findet sie bei vielen Ausstellungen, es ist einer mit der beliebtesten Bonsaibäume. Es ist auf seine zarte, kleine Belaubung, den teilweisen grazielen Wuchs, die gute Schittverträglichkeit zurück zuführen. Alte Pflanzen haben teilweise ein ernormes Nebari ( Wurzelansatz ), was nicht jeden gefällt. Er ist sehr wuchsfreudig und stellt an den Standort keine hohen Ansprüche. Die Herbstfärbung reicht von gelb bis orange / rot. Im Herbstkleid spiegelt sich die ganzjährige Pflege wieder. Fällt sie sehr üppig aus, dann kann man davon ausgehen das man übers Jahr hinweg den Baum richtig gepflegt hat.

Beschaffung :

Den Dreispitzahorn bekommt man nur im Bonsaifachhandel. Das Angebot reicht von streichholzstarken Jungpflanzen bis hin zu preisintensiven Solitären. Wobei ich sagen muß, bei manch einen Solitär sehe ich den Preis als übertrieben an. Aber das ist nur meine Meinung. Man bekommt sie in Plastiktöpfen, Anzuchtschalen oder Bonsaischalen. Man hat die Möglichkeit, Bäume über das Internet zu bestellen oder beim Händler vor Ort aussuchen und zukaufen.

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Baum 2004 - Kauf bei einen Bonsaihändler in der Umgebung

Standort :

Er kann in den Sommermonaten vollsonnig stehen, dann sollte man aber auf die Substratfeuchtigkeit achten. Durch die Menge an Laub, kommt es schnell zur Austrocknung.
Ein schattiger Standort wird auch gern angenommen. In den Wintermonaten ist ein Schutz vor Frösten unter -5°C wichtig. Dazu stellt man den Dreispitzahorn in einen kühlen unbeheizten Raum, so um die 0°C. Ein kaltes Gewächshaus leistet auch gute Dienste.
Ich stelle meine ?Dreispitze? in eine mit Styropor ausgepolsterte und mit Torf gefüllte Überwinterungskiste, die anschließend mit Plexiglas abgedeckt wird. Was soll ich sagen, ich habe auf diese Art und Weise noch keinen Dreispitzahorn verloren.

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Aussehen 2006 - nur Schneiden und Wachsenmethode

Giessen :

Es kann schon vorkommen das man mindestens einmal am Tag giessen muß.
Als Giesswasser sollte man vorzugsweise Regenwasser verwenden. Steht es nicht zur Verfügung, kann Leitungswasser verwendet werden, doch bei sehr kalkreichen Wasser besteht die Gefahr der Versalzung des Substrates. Es zeigen sich dann die weissen Kalkränder am Stamm und ebenso am Schalenrand. Ein guter Bonsaifreund der Regenwasser zur Verfügung hat, kann Abhilfe schaffen. Dann sollte man das Leitungswasser mit dem Regenwasser mischen oder besser verdünnen. ( Härtegrad )

Substrat :

Ahornarten mögen gern ein etwas saures Substrat.
Auch beim Dreispitzahorn verwendet man gutes wasser- und luftdurchlässiges Substrat. Bei Jungpflanzen kann handelsübliche Bonsaierde, Akadama, Kies und Lavasplitt in der Körnung 3-5 mm verwendet werden. Bei älteren Bonsais Akadama, Kanuma (japanische Azaleenerde) und Bims zu je einem drittel. Als Drainageschicht kann man grobes Akadama, Kies oder auch Splitt in der Körnung bis 8 mm benutzen.

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Jungpflanze - Bonsaifachhandel

Umtopfen :

Reiner hat im Fachwissenbereich schon einen schönen Bericht zum Umtopfen eines Dreispitzahorn (Shohin) zusammen gefaßt.

http://www.bonsai-fachforum.de/viewtopic?f=53&t=20035

Nach zwei Jahren sollte man das Substrat austauschen und gegen neues ersetzen. Der Dreispitzahorn hat dann spätestens das Substrat durchwurzelt. Der Wurzelschnitt ist dabei ein unbedingtes muss. Man kann teilweise bis zur Hälfte an Wurzelmasse zurück schneiden.
Bedingung ist, der Baum ist gesund. März / April, wenn sich die Knospen langsam strecken sind auch hier die günstigsten. Der Baum darf dann auf keinen Fall mehr Frost bekommen.
Der zarten Blätter des Austriebes zeigen manchmal eine weinrote Färbung.

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noch eine Jungpflanze

Düngen :

In den Wachstumsmonaten April ? September sollte man alle 2 ? 3 Wochen düngen.
Juli / August sollte man jedoch das Düngen einstellen. Organischen Dünger gebe ich auch hier den Vorzug. Ein Wechsel unter den Düngern ist von Vorteil, der Baum wird optimal mit Nährstoffen und Spurenelementen versorgt.
Bei guter Wasser und Düngerversorgung hat man beim Dreispitzahorn ein gutes Wachstum und einen vitalen Baum.

Formgebung :

Auf das Drahten verzichte ich ganz, Formschnitte und Spanndrähte zeigen recht gute Ergebnisse. Ein teilweiser oder auch kompletter Blattschnitt Anfang Juni erhöht die Verzweigung, die neuen Blätter sind etwas kleiner. Vorausgesetzt, ein gesunden Baum und man bringt eigene Erfahrungen mit.
Die Gesundheit des Baumes steht immer im Vordergrund.

Vermehrung :

Die Samenvermehrung kommt bei uns nicht zur Anwendung. Eine Stecklingsvermehrung mit den Resten vom Rückschnitt (halbverholzt) kann man probieren. Bei manch einen hat es geklappt, bei mir noch nicht.
Tip von zopf = Dieter : Stecklinge im Juni sind recht erfolgreich

Schädlinge und Krankheiten :

Blattläuse und Spinnmilben lassen sich schnell bekämpfen. Auf den Befall von Blattläusen hat man kaum einen Einfluß. Aber gegen Spinnmilben kann man schon mit einen geeigneten Standort vorbeugen. Gespannte Luft und hohe Temperaturen machen den Dreispitzahorn anfällig.

Andreas W

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