Fagus sylvatica - Rotbuche, Fagus sylvatica purpurea - Blutb

Beschreibung der Arten
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Andreas W
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Fagus sylvatica - Rotbuche, Fagus sylvatica purpurea - Blutb

Beitrag von Andreas W » 07.08.2006, 21:10

Rotbuche – Fagus sylvatica
Blutbuche – Fagus sylvatica purpurea


Kurzbeschreibung

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Stamm - Blätter

Herkunft:............................ Mitteleuropa
Blatt:.................................. leuchtend grüne, eiförmig, wechselständig, elliptische Blätter, nach dem Austrieb seidig behaart
Blüte:................................. unbekannt
Früchte:.............................. 1-2 cm kleine Nüsschen (Bucheckern) in braunen stachligen Fruchtbecher
Rinde:................................ silbriggrau bis graubraun glänzend glatt
Standortansprüche:.............. Halbschattig, lockerer, nährstoffreiches und feuchtes Substrat
Winterpflege:....................... Winterhart, vor späten und extremen Frösten schützen
Eignung als Bonsai:.............. für Fortgeschrittene

Pflegekalender (Excel-Datei) zum Download

Bilder in der Galerie gibt es hier

Ausführliche Informationen

Die Rotbuche ( = Blutbuche ) zählt botanisch gesehen zu den Buchengewächsen (Fagaceae).
Die Rotbuche ist ebenso in ganz Mitteleuropa, von den Pyrenäen bis zum Ural und vom Süden Schwedens bis zum südlichsten Zipfel Italiens beheimatet.
Sie bildet reine Buchenwälder, man findet sie in Parks, Gartenanlagen, in Laubmischwälder oder auch als einzeln stehende Bäume. Heckenpflanzungen zur Einfriedungen von Flächen findet man auch. Einen sehr schönen Buchenbonsai findet man als Logobaum einer bekannten Baumschule aus dem Norden. Auch auf Bonsaiausstellungen findet man häufig sehr gut gestaltete und vor Vitalität strotzende Buchenbonsais. Die Herbstfarbe ändert sich von leuchtend gelb über beige zum hellbraun.

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Blattform und Aussehen

Beschaffung :

Wie ich schon bei der Hainbuche und dem Feldahorn beschrieben habe, kann ich nur dazu raten im Handel auf Pflanzenschau zugehen. Bonsaiausstellungen sind auch eine gute Möglichkeit geeignete Pflanzen zu beschaffen. Man hat den Vorteil, das man den Händler noch Fragen zur Pflege, oder zum bisherigen Standort stellen kann. Gern beantwortet er auch Fragen zur Schädlingsbekämpfung.

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Blatt einer Blutbuche

Standort :

Diese Pflanze mag nicht unbedingt die direkte Sonne. In den Vegetationsmonaten ist ein schattiges Plätzchen im Garten oder auf dem Balkon am besten. Man verhindert damit, das sich die Schalentemperatur sehr erhöht ( Wasseraufnahmefähigkeit ). Hingegen in der Ruhephase (Wintermonaten), sollte man acht geben, das der Wurzelballen in der Schale nicht durchfriert.
Die Rotbuche kann entweder im Garten eingesenkt werden, oder man schützt sie in einem Behältnis aus Styropor gefüllt mit Torf ( meine Art der Überwinterung ).

Giessen :

Sie mag es nicht, wenn sie zu sehr austrocknet, daher ist es notwendig die Feuchtigkeit im Substrat unter Kontrolle zuhalten. Man sieht es an der helleren Färbung der Substratoberfläche. Eine ständig nasse Schale ist ebenso schädlich.
Wenn man gießt, sollte dies auch durchdringend sein. Man sollte das überschüssige Giesswasser abfließen lassen, somit entsteht schon mal keine Staunässe.
TIP : Man kann die Schale etwas schräg stellen, durch die Abzugslöcher fließt dieses sicher ab. Kann übrigens auch bei anderen Pflanzen angewendet werden.

Substrat :

Was ich schon bei der Hainbuche und dem Feldahorn erwähnt habe, trifft auch auf die Rotbuche zu. Die Drainage kann man mittels Kies oder groben Splitt erreichen.
Die Zusammensetzung des Substrat entspricht dem des Feldahorn. Man könnte noch etwas Zeolith beifügen was die Wasser- und Luftführung erhöht.

Umtopfen :

Buchenbonsais sollten alle zwei Jahre mittels Wurzelschnitt und Formschnitt auch wieder im Frühjahr umgetopft werden. Der Austrieb läßt nach dem umtopfen nicht lange auf sich warten. Er zeigt sich, wenn sich die Triebe in die Länge strecken und das zarte Grün der kommenden Blätter hervor kommt. Diese neuen Blätter haben eine leichte Behaarung, die mit zunehmenden Wachstum wieder verschwindet. Die Buche reagiert extrem auf Spätfröste. Also, Vorsicht gebeten und auf die Nachttemperaturen achten.

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Rotbuche beim Austrieb man sieht die Behaarung

Düngen :

Ach hier unterscheiden die drei sich nicht. Düngt man die Buchen regelmäßig und vernünftig, dann zeigt sich im Juni ein zweiter Austrieb ( Johannistrieb ). Ich bevorzuge bei der Buche die organische und organisch / mineralische Düngung ( AZ-Dünger / Guano mit Gesteinsmehl ).

Formgebung :

Wie oben beschrieben sollte man schon beim Umtopfen einen Formschnitt machen.
Vor dem Austrieb sollten die dicken Spitzenknospen entfernt werden. Ansonsten geht die ganze Austriebskraft in die Spitzenknospe. Ist der erste Austrieb beendet, werden lange Triebe auf ein bis zwei Blattpaare zurück geschnitten. Um eine bessere Verzweigung zu erreichen, sollten die frischen Triebe pinziert werden. ( Fachwissenbereich ). Nach dem Johannistrieb sollte man nicht mehr schneiden.

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Rotbuche nach dem Austrieb und mit dem öffnen des Johannistrieb

Vermehrung :

Man kann es mal versuchen, die Bucheckern zum Austrieb zubringen, ich habe es noch nicht versucht. Also, von mir dazu keine Aussage. Stecken von halbverholzten Trieben soll funktionieren, bis jetzt habe ich noch keine Erfahrungen gemacht.

Schädlinge und Krankheiten :

Was man oft hört, das die Buche gern von den Wollläusen befallen wird. Als erstes sollte das alte Laub im Spätherbst entfernt werden. Danach wird der Baum desinfiziert.
Ich verwende die Mischung Weissöl mit Jinmittel ( 4:1 ). Heike_vG. hat es mal beschrieben und ich habe es im vergangenen Herbst und im zeitigen Frühjahr angewendet.
Ich muß sagen, alle Achtung, es hat funktioniert. Bis zum heutigen Tag kein Schädling, auch keine Wolllaus an der Buche.

Andreas W

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