Acer palmatum - Fächerahorn (incl. Sorten) - Baumporträt

Beschreibung der Arten
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Andreas W
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Acer palmatum - Fächerahorn (incl. Sorten) - Baumporträt

Beitrag von Andreas W » 11.10.2006, 05:55

Acer palmatum - Fächerahorn
Infos zu div. Sorten gibt es am Ende des Beitrages

Kurzbeschreibung

Herkunft:............................ Japan, Korea, China
Blatt:.................................. leuchtend grüne, rote oder orange, lanzettförmige mit 5 Spitzen besetzten gegenständige Blätter
Blüte:................................. Blütentrauben, mit 5 Blütenblättern
Früchte:.............................. zwei Nüsschen mit Flügeln
Rinde:................................ grün bis grau/silbrig glatt sowie braun und sehr borkig mit Platten
Standortansprüche:.............. leicht schattiert im Sommer, körniges und durchlässiges Substrat
Winterpflege:....................... im Winter Wurzelschutz vor tiefen Temperaturen
Eignung als Bonsai:.............. sehr gut geeignet und weit verbreitet

Pflegekalender (Excel-Datei) zum Download

Bilder in der Galerie gibt es hier

Ausführliche Informationen
Der Fächerahorn zählt botanisch zu den Ahorngewächsen (Aceraceae). Seine Heimatländer liegen von uns aus gesehen im Osten ? Japan, Korea, China. Dort findet man sie als größere Bäume und Sträucher. Sie sind sehr gern benutzte Pflanzen, die dem japanischen Gartenstil ein besonderes Aussehen verleihen. Es gibt keinen, wo nicht mindestens ein Acer palmatum gepflanzt wurde. Es wurde schon wissenschaftlich durch Funde nachgewiesen, das der Fächerahorn vor Urzeiten existierte. Er wird durch die Form der Blätter und der Borke in Gattungen unterteilt. Was dann solche Bezeichnungen wie ?Dissectum? und ?Arakawa? hervor bringt. Ebenso das teilweise grazile Aussehen des Blattwerkes in Verbindung mit der immer wiederkehrenden, farbintensiven Herbstfärbung, machen den Baum sehr interessant. Die Gattung zählt bis 150 unterschiedliche Arten (es kursieren noch höhere Zahlen, teilweise bis 300 ).
Für uns, ist der Fächerahorn als Bonsaipflanze sehr ideal. Die Bonsaikultivierung bietet uns eine Vielzahl von Besonderheiten, kleine Blätter, Formen frei und streng aufrecht, Doppelstamm, Mehrfachstämme. Ein weiterer Aspekt ist die Auswahl der Schalen. Sie sollte mit der Belaubung in Einklang gebracht werden, was nicht immer einfach ist. Dabei dürfen wir dann aber das Wurzelsystem nicht ausser acht lassen.
Die Pflege des Baumes ist in der Regel einfach, was Ausnahmen natürlich in der Masse
Widerlegen. Es ist trotz allem, eine Herausforderung einen Acer palmatum in seiner Sammlung zu haben, zu pflegen, das Laub im Austrieb, Sommer und im Herbst zu betrachten. Und in den Wintermonaten zeigt sie dann der Grund für die Vielzahl der zarten Blätter ? die Verzweigung der Äste und Zweige.

Beschaffung :

Die klassische und wohl auch weitverbreitete Methode ist der Kauf von Pflanzen. Sie werden im normalen Bonsaifachhandel, Gartenmärkten, Baumschulen und wie kürzlich gesehen im Supermarkt angeboten. Bei den letzten drei genannten, beziehen sich die Preise meisten auf die Größe der Pflanzen, was manchmal nicht immer zum Aussehen paßt. Wenig Verzweigung, lange Triebe, lange Internoiden (Abstand zwischen zwei Blattknospen), ebenso werden sie in großen Plastikcontainern (3 Liter) angeboten. Was uns dann schon einige Zeit kosten kann, denn wir müssen den Wurzelnballen, der schon länger in diesen Container wächst, erst verkleinern.
Beim Bonsaifachhandel sieht das schon etwas anders aus. Dort kann man teilweise aus einer Vielzahl von Arten, Größen und Gestaltungen auswählen, was dann den Preis rechtfertigt. Denn hier werden sie ihrer Art entsprechend teilweise über Jahre hinweg gepflegt. Diese Jahre kosten eben Geld. Jungpflanzen sind nicht so hoch finanziell angesiedelt. Wenn der Geldbeutel es eben nicht zuläßt, dann greifen wir auf diese zurück. Nachteil ist : wir müssen die Pflanze uns selber heranziehen, aber dabei entsteht ein Vorteil, wir lernen die Pflanze besser kennen und können uns auf deren Bedürfnisse besser eingehen. Jahre später können wir uns an der eigenen Gestaltung erfreuen.

Die meisten Bonsai werden als gepfropfte Pflanzen, Unterlage bildet hier der echte Fächerahorn, angeboten. Sollte dies der Fall sein, dann achtet man darauf, das die Pfropfstelle nicht zusehen ist. Es kommt immer wie vor, das nach dem Umtopfen unterhalb der Stelle der echte Fächerahorn aus schlafenden Knospen austreibt. Diese Triebe sollten dann entfernt werden, da sie der eigentlichen Pflanze teilweise die Nährstoffe entziehen.

Beliebte Arten zur Bonsaikultivierung sind : einfache und echte Fächerahorn, Kiyohime, Deshojo, Katsura, Seigen, Kashima, Arakawa, Atropurpureum, weniger zufinden sind Shishigashira, Mikawa Yatsubusa, Butterfly

Standort :

Hierbei muß man unterscheiden in welcher Region man wohnt. Die nördlichen Regionen werden nicht so vom Frost heimgesucht wie die südlichen. Das betrifft Standorte die westlich der genannten Bundesländer liegen Nordrhein? Westfalen, Saarland, Rheinland- Pfalz und Baden-Württemberg. Dort fallen die Winter nicht allzu streng aus.
Der Fächerahorn ist in unseren breiten verhältnismäßig frostresisdent. Die Bäume die großen Schalen kultiviert werden, sind nicht so frostanfällig wie diejenigen in kleinen. Man sollte trotzdem darauf achten, das der Wurzelballen nicht durchfriert. Manche schwören darauf, das sie ihre Bäume im Garten ohne Schalen in den Boden einsetzen und den Wurzelballen mit altem Laub bedecken. Wer stolzer Besitzer eines Gewächshauses ist, hat einen großen Vorteil, denn er besitzt schon das ?Winterquartier?. Andere wieder, die keinen Garten besitzen, sind auf eigenen Erfinderreichtum angewiesen. Aber auf dieses Thema gehen wir in einen anderen Artikel genauer ein. Nachdem Umtopfen sollte man auf jedenfall, einen frostfreien Standort wählen. In diesen Zeitraum ist der Baum gegenüber Nachtfrösten sehr anfällig und läßt dann den Austrieb aus, was unweigerlich den Baum nicht überleben läßt.

Wenn der Sommer naht, dann sollte man dem Fächerahorn ein schattiges Plätzchen gönnen, wo er vor der intensiven Mittagssonne geschützt ist. Er verträgt dabei auch so manch leichten Windzug, was dem Befall von Mehltau vorbeugt. Die roten Arten würden bei solch einen Standort ihre Farbe wieder ins grüne wandeln. Sie sollten sonnig stehen, aber wie auch bei den grünen nicht direkt in der heißen Mittagssonne.

Faszinierend ist, das sie sich im Laufe eines Jahres wandeln können, ihr Aussehen komplett ändern können und im Winter ihre ganze Silhouette uns zeigen.
Es gibt Arten, die im Frühjahr rot austreiben, im Sommer grün sind und dann wieder im Herbst ihre Farbe ins rot kehren. Andere kommen mit rotem Laub und geben es nicht wieder her, im Gegenteil sie intensiveren ihre Farbe noch mal kräftig. Ausschlaggebend dafür sind tieferen Temperaturen im Herbst, je größer der Unterschied zwischen Tag- und Nachttemperaturen ist, desto intensiver zeigt sich die Herbstfärbung. Durch die Konzentration der roten Farbstoffe, die durch das abbauende Chlorophyll in den Blättern nicht mehr überdeckt werden kann, wird die Herbstfärbung hervorgerufen.

Giessen :

Das wässern des Fächerahorn sollte man nicht unbetrachtet lassen. Man mißt ihm eine besondere Bedeutung zu.
Nicht nur das man den Baum mit der nötigen Feuchtigkeit versorgt, durch das giessen werden dem Substrat die Nährstoffe zugeführt. Desweiteren findet dabei ein Gasausstausch statt, der dem Substrat frischen Sauerstoff zwischen die Hohlräume der Substratkörner bringt. Das geeignete Medium zum Giessen ist wie immer Regenwasser. Dem jenigen dem kein Rgenwasser zur Verfügung steht, muß unweigerlich auf Leitungswasser zurück greifen. Härte und Zusammensetzung kann wie schon beschrieben über die Wasserversorgung in Erfahrung bringen. Das Giessen erfolgt immer dann , wenn man wie gehabt die Substratoberfläche angetrocknet ist. Man kann auch mit der Fingermethode überprüfen, ob dem Substrat etwas tiefer Feuchtigkeit benötigt. Dazu schiebt man die Oberfläche etwas zur Seite und schaut, ob tiefer die Erde noch feucht ist. Sollte dies der Fall sein, kann man noch warten. Sollte es wie in den Letzten vergangenen Wochen zu solchen Hitzeperioden kommen, sollte man die Kontrollintervalle verkürzen. In diesen Zusammenhang sollte man nicht vergessen, das der warme Wind ebenfalls dazu beträgt, das der Wasserverbrauch der Pflanze steigt und die Oberfläche schneller antrocknet.
Es kann vorkommen, das man mal etwas spät an das giessen gedacht hat, so daß die Blätter lasch am Baum hängen, sollte man sofort handeln. Zu Beginn sollte die Oberfläche besprüht werden, damit beim eigentlichen giessen das Wasser nicht über den Schalenrand weg rinnt. Der Baum wird ausgiebig gegossen, anschließend in den Schatten gestellt und nach einer Weile wiederholt man das giessen. Somit hat man die Gewähr, das der komplette Wurzelballen durchfeuchtet ist. Nach kurzer Zeit werden sich die Blätter wieder erholen und sich erheben. Man gießt solange bis das Wasser aus den Abzugslöchern als Rinnsal läuft. Genaue Zeitabstände zum giessen kann man nicht festlegen, es kommen dabei immer mehrere Faktoren in Betracht, Größe der Schale, des Baumes, Art und Aufbau des Substrates, Umgebungstemperatur.

Substrat :

Über den Aufbau und die Beschaffenheit des Substrates läßt sich bekanntlich streiten. Es gibt viele Bonsaifreunde die auf ihr Substrat schwören und es auch weiter empfehlen würden. Es gibt verschiedene Mischungen. Manch einer bevorzugt im Handel erhältliche Bonsaierde, der andere mischt dieser noch verschiedene Ingredienzen.
Etwas sollte man beachten der Fächerahorn mag ein Substrat was einem pH-Wert < 7 entspricht. (Im Vergleich dazu Azaleen zwischen pH-Wert 4,0 ? 5,5). Um diesen Bedarf gerecht zuwerden, mischen viele entweder Kanuma oder auch Torf unter die Erde. Was kann man also alles beimischen : Akadama, Kies, Quarzkies, Bims, Kanuma, Splitt, Lavalit, Perlit oder auch Seramis, Trockenschüttung aus dem Baugewerbe ( Walter, entschuldige ich wollte es mit nennen).
Wie oben schon genannt sollte jeder selber entscheiden, was so in der Substrat ? Küche gebraut wird. Es soll noch erwähnt werden, das junge Büme in ein gröberes Substrat gepflanzt werden, wobei man bei älteren die Korngröße verkleinern kann. Die Wasserdurchlässigkeit muß man gewährleisten können, ansonsten entsteht Staunässe, was definitiv einen Wurzelschaden nach sich zieht. Erhöht man den Humusanteil in der Erde, bleibt die auch länger feucht, ebenso werden die Düngegaben langsamer ausgewaschen.

Umtopfen :

Goldene Regel : SAUBERES WERKZEUG ansonsten werden Krankheiten von einem auf den anderen Baum übertragen, wenn benötigt wird, auch eine saubere, größere Schale.
Die Schale sollte vorbereitet sein, in dem die Abzugslöcher mit Netzen bedeckt und befestigt sind.
Draht zur Befestigung des Baumes in der Schale sollte ebenfalls bereit liegen, oder man hat ihn schon durch die Abzugslöcher der neuen Schale gezogen.

Zu Beginn sucht man sich ein Plätzchen, wo nicht gleich die Einstrahlung der Frühjahrssonne intensiv ist.
Warum ? Sollte es beim Umtopfen zur Ablenkung z.B. Telefongespräch kommen, eventuell wird man vom Lebenspartner abgelenkt und der nackte Wurzelballen liegt in der Sonne, dann kann dieser schneller austrocknen als man denkt.

Fächerahorne sollten in der Regel alle zwei Jahre umgetopft. Bei Bäumen, die mit harten Leitungswasser gegossen werden, sollte man jedes Jahr umtopfen. Bei älteren Bäumen können die Intervalle vergrößert werden.
Sollte es der Fall sein das die Schale mit dem Wurzelballen ausgefüllt ist, ist es höchste Zeit einen Wurzelschnitt durch zuführen, eventuell einen größere Schale und mit neuen Substrat auffüllen.
Der Zeitraum wann man dieser Tätigkeit nachgeht, ist das Frühjahr. Dies kann bei uns in Deutschland zu unterschiedlichen Zeitpunkten sein. Wo sich in Nordrhein-Westfalen schon die Knospen strecken, kann es in anderen Regionen noch seine Zeit dauern. Daher läßt sich kein Datum oder genauerer Zeitraum festlegen.
Man kann aber sagen, der Zeitpunkt ist gekommen wenn die Triebe die Größe ändern und strecken.

Bild - Reiner Goebel - das ist der Zeitpunkt wann mit dem Umtopfen gegonnen werden kann

Bild

Oftmals ist es der Fall, wenn man den Baum aus der Schale nimmt das die Wurzel enorm an Menge zugelegt haben. Sieht man sich nun die Wurzeln an, kann man die weißen Spitzen, die den kommenden Austrieb ankündigen, sehen. Es werden erst vorsichtig die Wurzeln entwirrt, anschließend kann man mit der Begutachtung der Wurzeln fortfahren und in diesen Zusammenhang gleich kranke und schwarze Wurzeln zurück schneiden.
Teilweise kann man den Ballen noch weiter zurück schneiden. Man füllt die Schale mit neuen Substrat und setzt den Baum ist die Schale, drück ihn vorsichtig an und fixiert ihn mit den zuvor angebrachten Draht. Es wird nun neue Erde in die Zwischenräume gefüllt und arbeitet sie vorsichtig ein. Manch einer bedient sich eines Stäbchen, der andere klopft von aussen an die Schale und hofft das die Erde allein in die Zwischenräume rieselt. Es empfiehlt sich vorsichtig mit dem Stäbchen vor zugehen damit die Wurzeln nicht noch zusätzlich geschädigt werden.
Sollte man den Baum nicht mit Draht fixiert haben, merkt man jetzt das Baum langsam festen Halt in der Schale bekommt. Überschüssiges Substrat wird entfernt, als Abschluss wird der Baum nun noch kräftig gewässert bis aus den Abzugslöchern klares Wasser läuft. Die feinen Staubteilchen werden entfernt, Sauerstoff kann sich nun in den kleinen Hohlräumen ansiedeln. Der Baum kommt nun an einen geschützten Platz der vor direkter Sonneneinstrahlung und vor eventuellen Frösten schützt. Haben wir alles richtig gemacht und die Temperaturen lassen es zu, dann beginnt der Baum in den kommenden Tagen mit dem Austrieb.

Düngen :

Damit der Baum die Vitalität nicht verliert und wir bei jungen Bäumen den gewünschten Zuwachs erreichen, sollten wir den Baum mit Nährstoffen und Spurenelementen versorgen. Auf dem Markt sind eine Vielzahl von verschiedenen Düngern. Man kann teilweise das Angebot kaum überschauen, so das es manchmal sehr schwer fällt einen geeigneten aus zuwählen. Schaut man sich nun die Zusammensetzung der einzelnen genauer an, dann stellt man schnell fest das die Bestandteil annähernd gleich sind. Man unterscheidet organisch / mineralischen (Mischdünger) und rein organischen Dünger. Bei organisch / mineralischen Düngern sind den organischen Bestandteilen noch mineralische Zusätze enthalten. Zu den normalen Bestandteilen N-Stickstoff, P-Phosphor und K-Kalium gesellen sich S-Schwefel, Mg-Magnesium, die Spurenelemente B-Bor, Cu-Kupfer, Fe-Eisen, Mn-Mangan, Mo-Molybdän, Zn-Zink, Br-Brom, Li-Lithium, Ni-Nickel, V-Vanadium. Wie man sieht für unsere Pflanzen ein richtiger Cocktail. Hingegen die rein organischen Dünger begnügen sich mit Stickstoff, Phosphor und Kalium.
Wobei man sagen kann, so hoch ist der Bedarf an Spurenelementen bei unseren Bäumen nicht.
Beide Düngerarten kommen für uns in Frage, wobei man zum Entschluß kommen kann, bei den Mischdünger sind Spurenelemente enthalten, daher wären sie doch besser. Bei unseren Bäumen sollte man wenn möglich, zwischen den einzelnen wechseln. Diese Dünger gibt es in fester Form (auch Pulverform) sowie in flüssiger.
Wie überall wenn über Dünger gesprochen wird, möchte ich BIO GOLD nicht ungenannt lassen. Bei kleineren Sammlungen mag das die beste Möglichkeit zur Nährstoffversorgung sein, aber bei größeren sicher nicht.
Man erwähnt das man pro Zentimeter Schalenlänge einen Brocken, mit Abschluß des Austrieb, auflegen sollte.
Der Fächerahorn muß moderat gedüngt werden, man sollte eher weniger, dafür aber öfter düngen. Wie schon gesagt, auch die Art wechseln. Nach dem Austrieb kann man mit einer leichten Dosierung mit flüssigen Dünger beginnen. Mai / Juni sollte man auf organischen Dünger wechseln. Wer möchte sollte auf Anraten das Düngen in den Monaten Juli / August einstellen und erst im September bis zum Herbstabschluss fortsetzen. Dabei sollte man achten das der Nährstoffbedarf zum Herbst hin immer mehr abnimmt. Organischer Dünger hat den Vorteil, das ein überdüngen fast unmöglich ist. Mineralischer Dünger bürgt die Gefahren der übersalzung im Substrat, was dann wieder einen Wurzelschaden nach sich zieht und um den Baum ist es dann geschehen.
Im allgemeinen ist es schwer zusagen nimm den Dünger, oder diesen. Man sollte versuchen seinen Favoriten selber zu finden.

Fachwissen - Dünger
http://www.bonsai-fachforum.de/viewtopic?f=53&t=20147

Formgebung :

Der Fächerahorn gilt als weibliches Gegenstück zum doch meist sehr
maskulin und kräftig erscheinenden Dreispitz-Ahorn. Besonderes Augenmerk ist bei diesem meist schlanken, elegantem Baum auf einen schönen Wurzelansatz zu legen.
"Und jetzt ist sichtbar, dass der Wurzelansatz gut sein wird. Ohne das Abmoosen wäre das ein eher schlechter Ahorn. Jedenfalls für mich absolut nicht ausstellbar."
Dieses Zitat von Walter drückt sehr konkret die Wichtigkeit des Wurzelansatzes aus.
Der 2.te Hauptpunkt der Gestaltung sollte in meinen Augen eine sanfte,
geschwungene Bewegung sein.
Abrupte Änderungen der Bewegungsrichtung, enge Kurven, dicke Äste sind bei einem Fächerahorn schwer in Einklang mit seiner Naturgegebenen Eleganz zu bringen. Ein wesentliche Arbeit der Gestaltung besteht im frühzeitigen Entfernen nicht benötigter Knospen. Daher sollten die nach Schnitt leicht entstehenden Knospenanhäufungen so schnell wie möglich auf die sinnvollen Knospen reduziert werden.

Basis- oder Apikal(Spitzen)- Dominanz

Eine einfache Unterteilung (nicht 100%tig) im Hinblick auf Unsere Bäume, kann man im Wuchsverhalten von Bäumen und Sträuchern sehen. Eine Kiefer oder Fichte, beide eindeutig apikal-dominant haben stets an der Spitze des Stammes die stärksten Knospen und lenken Ihre Energie hauptsächlich in das Erreichen Ihre endgültigen Baumhöhe.
Bäume als Waldbildner benötigen diese Wuchsverhalten um möglichst schnell, das so dringend benötigte Sonnenlicht zu erhalten. Im Gegensatz zu Bäumen haben Sträucher ein basisdominantes Wuchsverhalten. Die Hauptenergie wird nicht für das Höhenwachstum sondern eher für eine flächige Ausdehnung verwendet.
Daher besitzen die unteren Triebe die stärksten Knospen und ohne Steuerung des Wuchsverhalten ist meist keine vernünftige Gestaltung (ausser Gruppen und Mehrfachstämme) möglich.
Da apikal-dominante Wuchsformen und allen vertraut sind, sollen hier nur Möglichkeiten der Wuchssteuerung bei basis-dominanten Pflanzen behandelt werden.

1. Möglichkeit ist der Schnitt.
Durch viel stärkeres Kürzen der unteren Äste, bei gleichzeitig nur schwachem Schnitt des Haupttriebes, wird schon mit dem Frühjahrsschnitt das Austriebsverhalten in Unserem Sinne gesteuert.

2. Möglichkeit ist das Pinzieren.
Die beim Knospenaufbruch pinzierten Knospen, verlieren durch das Pinzieren eine Grossteil Ihre Wachstumshormone (Auxine) und neben dem Effekt der Internodien-Verkürzung wird auch hierdurch ein Wuchskraftausgleich geschaffen. Vorraussetzung ist selbstverständlich
das das Pinzieren der oberen Triebe entfällt oder entschieden schwächer ausgeführt wird.

Reiner Goebel - Unten zwei Bilder, wie solche frühen Triebe aussehen. Auf dem ersten ist der Trieb noch nicht weit genug entwickelt, auf dem zweiten ist der Trieb unten links gerade pinzierbar, besonders wenn man zierliche Finger mit scharfen Nägeln hat.

Bild

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Bild: Nils O. - 3 und 4 ausknipsen, hingegen 1 und 2 belassen

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3. Möglichkeit ist der Blattschnitt.
Diese bei der Fächerahorn Kultivierung so wesentliche Tätigkeit kann gleichermaßen zum Wuchskraftausgleich eingesetzt werden. Nur als Beispiel kann man an den unteren Trieben beide Blätter und an den oberen Trieben nur 1 Blatt des Entfernen.

Das unterschiedliche Wuchsverhalten ist im Hinblick auf Unsere Fächerahorne von entscheidender Bedeutung.

Meinen Erfahrungen nach ist z.B Kyohime rein basis-dominant.
Für die Erziehung der Pflanze ist es also wesentlich mit den jeweiligen, dem Baum angepassten Massnahmen die Spitze zu fördern.
Eine "Massnahme" ist die gewünschte Gestaltung. Die besseren Kyohime die ich bis jetzt in Büchern oder Ausstellungen gesehen habe waren als "flache Besenformen" gestaltet.
Durch radikales Entfernen aller unteren Knospen und Triebe und gleichzeitigem Wachsenlassen
aller oberen Triebe (auf einer Ebene) wird eine "Gleichberechtigung" im Triebwachstum erreicht.
Eine andere Form die für einen basis-dominanten Baum möglich ist, ist der Mehrfachstamm.

Vermehrung :

Anzucht aus Samen
Eigene Erfahrungen mit Anzucht aus Samen habe ich nur bei roten Fächerahornen. Nach vielen Fehlschlägen bin ich dazu übergegangen nur noch Samen direkt vom Baum zu pflücken und sie direkt zu verarbeiten. Das "Flügelchen" wird abgeschnitten und die Samen für 24 Stunden im
Kamillentee gewässert. Versuche mit Algan oder Chinosol (Schwefel zu desinfizieren) haben keine Vorteile gebracht. Dann die Samen in 50% Anzuchterde - 50% grobem Sand aussähen.
Versuche den Samen in ein Bett aus gesiebten Akadamstaub zu sähen, haben viel Zeit aber keine höhere Keimquote gebracht.
Zu dem Mythos das die meisten Sorten nicht wurzelecht vermehrt werden können, brauch man nicht viel zu sagen, dies ich schlicht falsch.

Stecklinge
Eigene Erfahrungen mit Stecklingen habe ich bei Kiohyme, Katsura und rotem Fächerahorn gemacht. Sommerstecklinge (Mai-Juni) zeigen die besten Ergebnisse, allerdings muss mit hohen Ausfallquoten gerechnet werden. Die Wuchskraft der Mutterpflanze kann Uns einen guten Aufschluss über die Erfolgsquote geben. Der Schnitt sollte unter einem Nodium gemacht werden und die Schnittfläche parallel zu Boden sein. Der Einsatz von Wurzelhormonen bringt keine wesentlich besseren Ergebnisse.

Abmoosen
Dünne Äste 10-20mm Durchmesser können mit einer Drahtschlinge abgemoost werden. 2-3 Windungen um den Stamm legen, feste anziehen, den gesamten Bereich grosszügig mit Spaghnum Moos umwickeln, eine Tasche basteln mit Akadama füllen und die Tasche dunkel umwickeln.
Der abzumossende Teil sollte im Schatten/Halbschatten liegen, da die Wurzelbildung durch zu viel Wärme behindert wird.
Der in meinen Augen beste Zeitpunkt ist im Mai-Juni und 2-3 Monate später kann dann schon abgetrennt werden.
Eine frostfreie Überwinterung ist im 1.ten Jahr anzuraten.
Dickere Äste sollten durch Abschälen eines Rindenrings abgemoost werden. Hierbei würde ich als Zeitraum eher auf 1-2 Jahre, in Abhängigkeit von der Dicke des Astes, in Betracht ziehen.

Schädlinge und Krankheiten :
(gesendet von Walter Pall auf Anfrage vom Juni 2002)

Krankheiten: Ahorne leiden vor allem am Austrocknen der Blätter. Dies kann durch zuwenig Feuchtigkeit im Boden, aber auch durch denn Standort allgemein entstehen. Auch ein zu hoher Salzgehalt im Boden, oder falsche Düngung kann die Ursache sein.
Selten wird der Ahorn von Läusen oder anderen Schädlingen heimgesucht. Wenn Blattläuse an den Treibspitzen auftreten, sollte sofort mit Insektizid gespritzt werden. Lästig können Schildläuse werden, die besonders bei milder Überwinterung auftreten. Sie werden mit verdünntem Jinmittel im späten Winter bekämpft. Rostkrankheiten treten hin und wieder auf und sind mit Fungiziden sofort zu bekämpfen. Hin und wieder tritt beim Fächerahorn im Sommer Mehltau auf. Dabei rollen sich die Blätter und weisen einen grauen Belag auf. Er wird mit einem einschlägigen Mittel bekämpft.
Fächerahorne, besonders die buntblättrigen und hier vor allem wieder die roten werden leider öfter von einer geheimnisvollen Pilzkrankheit heimgesucht, die ganze Teile des Baumes absterben lässt Es handelt sich meistens um Verticillium, aber auch andere Pilzkrankheiten treten öfter auf.. Astpartien und ganze Äste, die im Frühjahr noch munter getrieben haben, werden im Laufe des Sommers plötzlich welk und sterben ab. Dagegen nützt dann kein Fungizid mehr. Wenn man die Rinde am befallenen Ast etwas abkratzt, kann man erkennen, dass das Kambium stark dunkel verfärbt ist. Das Splintholz weist mindestens einen Jahresring auf, der ganz dunkel gefärbt ist. Der Ast ist vollständig abzuschneiden und zu vernichten. Die Krankheit kann dann den Baum in den Folgejahren immer wieder befallen. Er kann auch endgültig daran zugrunde gehen. Dagegen kann man sich nur durch eine sehr gute Pflege des Baumes schützen, die die natürlichen Immunkräfte stärkt. Es scheint so, dass bei sehr guter Pflege die Krankheit zwar noch in ihm steckt, aber nur mehr sporadisch ausbricht. Wenn ein solcher Ahorn gepflegt wird, muss man unbedingt darauf achten, dass Werkzeuge danach gesäubert werden, damit man den Erreger nicht weiterträgt. Den Befall mit Verticillium kann man meistens daran erkennen, dass der Baum einseitig befallen ist. Neben offensichtlich ganz gesunden Ästen sterben ganze Äste oder eine ganze Seite des Baumes. Es gibt kein wirksames Mittel gegen Verticillium, wenn die Krankheit ausgebrochen ist. Vorbeugend können Winterspritzmittel auf Kupferbasis wirken und eine möglichst gute Behandlung des Baumes, damit das natürliche Immunsystem gestärkt wird.
Wenn an Zwergformen Äste schwarz werden und dann verdorren, dann können auch Probleme im Wurzelbereich die Ursache sein. Die Wurzeln wachsen genau so kräftig wie die Krone und füllen eine Schale rasch. Solche Bäume müssen dann jedes Jahr oder spätestens alle zwei Jahre umgetopft werden. Wenn die Symptome während des Sommers eintreten, dann sollte man nicht umtopfen, sondern den Baum in eine Schale stellen, die eine Nummer größer ist und den Zwischenraum mit durchlässiger Erdmischung füllen. Erst im darauffolgenden Frühjahr wird dann mit kräftigem Wurzelschnitt umgetopft. Einige japanische Autoren führen die vorhin beschriebene ?geheimnisvolle Pilzkrankheit? auf diese Wurzelproblem zurück . Es könnte sein, dass hier tatsächlich ein Zusammenhang besteht: Die Bäume werden durch einen beliebigen Auslöser so geschwächt, dass der latent vorhanden Pilz zuschlagen kann. Dieser Auslöser ist häufig in Wurzelproblemen zu suchen.
Wenn ein Fächerahorn einfach nicht austreiben will oder kurz nach dem Austrieb die Blätter wieder abwirft, ist daran ebenfalls ein Pilz schuld. Es kann sich auch um Verticillium handeln. Alle diese Pilze haben gemeinsam, dass sie die Transportsysteme befallen und den Wassernachschub beeinträchtigen oder unterbrechen. Eine Bekämpfung ist kaum möglich. Nur ganz starke Fungizide helfen, die nur für Berufsgärtner verfügbar sind. Es muss sich um systemische Fungizide handeln, weil die Quelle des Problems tief im Baum in den Transportwegen steckt. Wenn der Baum überlebt, sollte man dann bei nächster Gelegenheit die Wurzeln auswaschen und alle toten sorgfältig entfernen. Die Erde ist auf keinen Fall zur Wiederverwendung geeignet und darf auch nicht auf den Kompost gebracht werden.

Hier mal ein paar Beispiele wie Fächerahörner aussehen können.

Fächerahorn von Petra K. im Austrieb und im Sommer

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Fächerahorn von Wolfgang Putz

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Gruß von Zopf und Andreas W



Acer dissectum "Garnet" - Rotblättriger Schlitzahorn

eine sehr kleinwüchsige japanische Ahorn-Art, die wegen ihrer fein geschlitzten Blätter stärker zu Schäden durch Austrocknung und Wind neigt als z.B. Acer palmatum. Die Äste wachsen leicht überhängend und als Bonsai ist die Formenvielfalt etwas eingeschränkt. Häufig bilden sich sehr verdickte Veredelungsstellen, was die Exemplare dieser Art häufig für Bonsai unbrauchbar macht. Verdichteter Boden schadet dem Schlitzahorn, er ist jedoch sehr winterhart.


Acer palmatum "Shishigashira" - Löwenkopf-Ahorn

Diese interessante Sorte des japanischen Fächerahorns bringt sehr kurze Internodien und ein dichtes, gekräuseltes Blattwerk mit. Dadurch wird die Krone des Bonsai sehr schnell dicht und undurchdringlich und ein häufiger Teilblattschnitt ist sehr zu empfehlen. Der Shishigashira zeichnet sich durch sehr kompaktes, aber kräftiges Wachstum und eine wunderschöne Herbstfärbung in gelb, orange und pink aus. Er ist sehr gut abzumoosen.


Acer palmatum "Kiyohime" - Ahorn

Kiyohime ist der sogenannte "Schirmahorn", dessen einzige übliche Bonsaiform eine breit verzweigte Besenform ist. Diese Sorte des japanischen Fächerahorn ist im Gegensatz zur Grundform basisdominant und neigt zu einem breit-buschigen Wuchs. Man darf ihre Spitzenbereiche nicht zu stark schneiden und muss stattdessen die starke Wuchskraft der unteren Äste im Auge behalten. Kiyohime hat sehr schöne kleine Fächerblätter, man sollte aber trotzdem das Blätterdach nicht zu dicht werden lassen, damit die innere Verzweigung nicht abstirbt. Ggf. mehrmals jährlich einen Teilblattschnitt anwenden, wenn die Krone zu dicht wird. Da man die Besenformen gewöhnlich in sehr flache Schalen pflanzt, muss man besonders gut darauf achten, dass der Wurzelballen nicht austrocknet.


Acer palmatum "Seigen" - Jap. Fächerahorn

Seigen ist eine der spektakulärsten Sorten des japanischen Fächerahorns. Der Austrieb ist intensiv himbeerrosarot, später wandelt sich die Blattfarbe nach einer rosa-grün gefleckten Phase zu einem schönen Dunkelgrün, um dann im Herbst knallrot und orange zu werden. Seine Rinde ist grau-beige und bekommt im Alter feine Risse.
Jedoch ist der Seigen empfindlich und braucht besondere Aufmerksamkeit. Während des Austriebs, wenn die jungen roten Blättchen noch klein und weich sind, verträgt er keinen Frost. Daher muss man ihn im Mai ggf. bei Frostgefahr nachts wieder in einen geschützten Raum bringen, sonst kann der neue Austrieb schwarz und trocken werden. Blattläuse setzen sich gerne an das weiche, frische Laub und leider verträgt der Seigen in diesem Stadium auch Insektizide sehr schlecht. Es empfiehlt sich, vor dem Austrieb bereits mit Winteröl o.ä. zu spritzen, um solchen Problemen vorzubeugen.
Auch die Wurzeln des Seigen sind empfindlicher als bei anderen Fächerahornsorten. Wenn ein Bereich des Ballens verdichtet ist oder Gießfehler passieren, bildet sich leicht Fäulnis, die zum Absterben von Astpartien und Fäulnis im Stamm führen kann.

Heike_vG

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