Chlorosen, keine Ahnung warum!

Spezielle Baumpflege z.B. düngen, umtopfen, Erden, ein- und auswintern, Pflanzenschutz
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MaxdogX
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Chlorosen, keine Ahnung warum!

Beitrag von MaxdogX »

Hallo zusammen,

Aktuell kann ich es mir nicht erklären woher mein Problem kommt.Letztes Jahr hatte ich fast alles genauso gemacht und hatte keinerlei Schwierigkeiten.

Ich habe Chlorosen bzw. Werden die Blätter und Nadeln hell gelb die Blätter fühlen sich auch irgendwie Papierartig an.

An den Buchen ist es ziemlich stark, an den Kerbbuchen besonders. An diesen Bäumen ist es zu Beginn aufgefallen, danach kamen die Ulmen hier gefolgt von blattnekrosen. Jetzt betrifft es auch die Kiefern und die Schneeeukalyptus die im Hochbett gepflanzt sind.

Gießen tue ich mit Osmosewasser, dieses bereite ich aus Brunnenwasser auf. Das Wasser ist dadurch komplett entkalkt, der PH liegt bei 5,5. Letztes Jahr habe ich auch mit Osmosewasser gegossen mit dem Unterschied dass ich dieses aus Leitungswasser hergestellt habe.

Es gibt einen großen Unterschied bei der Düngung. Letztes Jahr habe ich nur mit Biogold gedüngt. Dieses Jahr habe ich stark mit verschieden Dünger gedüngt. Tamahi, Hanagokoro, Bonsai Master und jetzt zuletzt Biogold. Immer Organisch aber insgesamt etwas mehr als letztes Jahr. Den Dünger habe ich alle 4 Wochen ersetzt.

Den Satsuki und der Stewartia scheint es zu gefallen, die sind Saftig Grün und wachsen wie verrückt.

Der Boden PH ist schwach sauer, das habe ich ebenfalls schon geprüft, weil ich dachte er sei zu sauer bzw. Das ich einen PH Sturz hatte und die Wurzeln Schäden genommen haben. Schwach sauer ist laut Test im Bereich von 6-6,5.

Eine Sache fällt mir noch ein, bei einigen Bäumen hatte ich Careo Schädlingsfrei Stäbchen benutzt gegen Schädlinge. Aber das hatte ich letztes Jahr auch und da hatte ich dieses Thema nicht.

Ich hoffe mir kann jemand einen Tipp geben woran es liegt.

Gruß Eugen
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abardo
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Re: Chlorosen, keine Ahnung warum!

Beitrag von abardo »

Hattest du mal den PH-Wert von dem letztjährigen Osmosewasser aus Leitungswasser gemessen ?

Ansonsten sind Bilder der Blätter und Bäume schon hilfreich ...
Grüße, Frank
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mydear
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Re: Chlorosen, keine Ahnung warum!

Beitrag von mydear »

MaxdogX hat geschrieben: 22.07.2019, 23:08 Gießen tue ich mit Osmosewasser, dieses bereite ich aus Brunnenwasser auf. Das Wasser ist dadurch komplett entkalkt, der PH liegt bei 5,5. Letztes Jahr habe ich auch mit Osmosewasser gegossen mit dem Unterschied dass ich dieses aus Leitungswasser hergestellt habe.
Hallo Eugen,

wenn dein Brunnenwasser durch Osmose komplett entkalkt ist, dann wird dabei auch alles Magnesium herausgefiltert. Das dürfte die Chlorose-Ursache sein.

Grüße
Rainer
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MaxdogX
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Re: Chlorosen, keine Ahnung warum!

Beitrag von MaxdogX »

Danke für eure Anregungen.

Der PH Wert des Wassers ist immer gleich wenn das Wasser aus der Osmoseanlage kommt. Es ist durch die Art der Filterung so gegeben, die Messungen letztes Jahr hatten identische Werte ergeben.

@ Rainer, sollte das Magnesium Defizit nicht durch den Dünger ausgeglichen werden? Was hilft dagegen? Bittersalz?

Bilder mache ich gerne noch, ab Mittwoch hab ich Urlaub, da nehme ich mir Zeit.

Gruß Eugen
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mydear
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Re: Chlorosen, keine Ahnung warum!

Beitrag von mydear »

MaxdogX hat geschrieben: 22.07.2019, 23:42 @ Rainer, sollte das Magnesium Defizit nicht durch den Dünger ausgeglichen werden? Was hilft dagegen? Bittersalz?
Hallo Eugen,

schau doch mal auf die Düngerangaben: wenn da kein Magnesium deklariert ist, wird auch nichts enthalten sein. Ja, Bittersalz würde helfen.
Ich frage mich nur, warum du das Brunnenwasser extra noch durch die Osmose schickst? Da werden auch alle Spurenelemente herausgefiltert. Halte ich für kontraproduktiv.

Grüße
Rainer
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Heike_vG
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Re: Chlorosen, keine Ahnung warum!

Beitrag von Heike_vG »

Hallo Eugen,

generell ist Gießwasser mit einem pH-Wert von 5,5 nicht für alle Bäume optimal. Mein Regenwasser hat etwa den gleichen Wert und viele Baumarten, die es nicht so sauer mögen, bekommen bei mir deshalb immer etwas Kalksteingranulat ins Substrat gemischt und ggf. während der Wachstumssaison noch mal hin und wieder eine Gabe Kalk. Sonst bekommen sie nämlich auch blasses Laub und eine Chloroseneigung.
Wenn es nicht viel regnet und mein Regenwassertank sich leert, fülle ich öfter mal etwas Leitungswasser nach, was den pH-Wert ein bisschen erhöht. Das hat sich gut bewährt.
Wenn die Bonsai sehr durchlässiges Substrat haben und oft gegossen werden, brauchen sie auch mehr Dünger und ggf. Spurenelementdünger. Außerdem geben die von Dir genannten organischen Dünger, die in recht große Pellets gepresst sind, ihre Nährsalze nur recht langsam frei, wenn es heiß draußen ist und die Pellets schnell wieder trocknen. Ich benutze inzwischen lieber organische Dünger mit kleineren Partikeln (z.B. Saidung oder BonsaiFit, deutsche Produkte), die eine schnellere und gleichmäßigere Düngewirkung haben (außerdem muss man sie nicht feststecken oder in Körbchen füllen, sie rollen nicht weg). Auch hat es sich bei mir bewährt, hin und wieder flüssig mit Wuxal zu düngen, das einen guten Gehalt an Spurenelementen hat und sowohl über die Wurzeln als auch als Blattdünger gegeben werden kann. Damit aber Vorsicht bei Hitze, die neue Hitzewelle rollt ja gerade an!

Liebe Grüße,
Heike
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...

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Gary
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Re: Chlorosen, keine Ahnung warum!

Beitrag von Gary »

Hallo Eugen,
Heike hat Dir ja bereits eine ausführlichere Erläuterung geschrieben.
Daher von mir nur in Kurzform.
pH-Wert Substrat 6 -6,5
pH-Wert Gießwasser 5,5
Also wenig verwunderlich wenn sich Azaleen und Stewartia wohl fühlen.
mydear hat geschrieben: 23.07.2019, 00:56 ... wenn da kein Magnesium deklariert ist, wird auch nichts enthalten sein. Ja, Bittersalz würde helfen.
Wirklich? Worauf weisen denn die Symptome genau hin?
Calcium, Magnesium und Stickstoff werden am besten bei pH-Werten um 7 aufgenommen.

Sehr viele User folgten die letzten Tage dem sehr guten Thread "Hilfe mein Baum ist krank!" von Dieter (zopf). viewtopic.php?f=8&t=49264&start=75
Dort wurde mehrfach das Zusammenspiel der Faktoren Substrat, Wasser und Dünger proklamiert.
Grüße aus dem sonnigen Baden
Gary

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mydear
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Re: Chlorosen, keine Ahnung warum!

Beitrag von mydear »

Gary hat geschrieben: 23.07.2019, 14:00
mydear hat geschrieben: 23.07.2019, 00:56 ... wenn da kein Magnesium deklariert ist, wird auch nichts enthalten sein. Ja, Bittersalz würde helfen.
Wirklich? Worauf weisen denn die Symptome genau hin?
Calcium, Magnesium und Stickstoff werden am besten bei pH-Werten um 7 aufgenommen.

Sehr viele User folgten die letzten Tage dem sehr guten Thread "Hilfe mein Baum ist krank!" von Dieter (zopf). viewtopic.php?f=8&t=49264&start=75
Dort wurde mehrfach das Zusammenspiel der Faktoren Substrat, Wasser und Dünger proklamiert.
Ja Gary, das kommt als weiterer Punkt noch dazu.

Mir ging es primär um das Hinterfragen des Osmosewassers. Der Glaube an perfekt-weiches Wasser kommt mit dem Magnesiumentzug in Schieflage.

Grüße
Rainer
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Gary
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Re: Chlorosen, keine Ahnung warum!

Beitrag von Gary »

Hi Rainer,
ich sehe das etwas allgemeiner.
Eugen hat da ein System am Laufen das eben nicht rund läuft.
Der pH-Wert des Substrats geht in Ordnung - außer für Azaleen und Stewartia.
Sein Gießwasser ist jedoch schwach sauer und enthält NULL Nährstoffe.
Und nun kommen wir zu Heike. Der eingesetzte Dünger kann aufgrund seiner Struktur und Umweltbedingungen (Hitze) eh nur wenige Nährsalze bilden.
Diese werden wiederum fast vollständig ausgespült, mit einem Gießwasser das den Gesamt-pH senkt, in einen Bereich der die Nährstoffaufnahme nochmals stark vermindert.
M.E. fehlt Eugens Pflanzen weit mehr als nur Magnesium.
Grüße aus dem sonnigen Baden
Gary

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Re: Chlorosen, keine Ahnung warum!

Beitrag von MaxdogX »

Hallo,

vielen Dank für euer Feedback, das Brunnenwasser bereite ich auf weil es sehr sehr Hart ist, es ist so Hart das die Messtäbchen es garnicht mehr anzeigen können. Jedenfalls ist es viel Härter als das Leitungswasser und unser Leitungswasser liegt bei 25 dH. Das Brunnenwasser ist auch sehr Eisen und Schwefelhaltig, und der PH liegt irgendwo jenseits von 8,5. Damit hätte ich wiederrum das Problem des gebundenen Eisens und der Effekt wären wahrscheinlich wiederrum Chlorosen die zum selben Ergebnis führen würden.

Deshalb die Idee mit der Osmose Anlage und dann mit viel Dünger die Nährstoffe an die Pflanze bringen.

ich habe an den meisten Bonsai einen schönen Moostepich herangezogen, die Hoffnung war das er den Dünger länger feucht hält um den nährstoffabbau zu beschleunigen. Aber das reicht wohl nicht.

Als Substrat benutze ich Durchlässiges Substrat, die Mischung besteht aus 1 Teil Akadama, 1 Teil Pomice, 1 Teil Chabasit.

Also sehr durchlässig aber durch das Akadama und das Chabasit sehr hohe Pufferkapazität.

Ich habe jetzt Bittersalz besorgt und werde das Wasser damit etwas Aufhärten. Was wären denn gut werte?
Habt ihr da Erfahrungen?

Oder sollte ich eher dazu umsteigen und ein Zaubergebräu Alla Walter Pall brauen? Das aus verschiedenen Düngern und Spurenelementen besteht?

Gruß Eugen
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abardo
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Re: Chlorosen, keine Ahnung warum!

Beitrag von abardo »

Hi,

das mit dem Eisen im Brunnenwasser kannst du wahrscheinlich ignorieren, das wird kein Eisen sein, dass die Pflanzen aufnehmen können (macht nur die Stämme braun). Den PH-Wert wirst du aber nicht ignorieren können, eine 7 wär wohl passend.

Regenwasser sammeln ?

(ich verwende mein gesamtes Regenwasser z.B. ausschliesslich beim Düngen, also auch beim Angiessen vor dem Düngen)
Grüße, Frank
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bock
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Re: Chlorosen, keine Ahnung warum!

Beitrag von bock »

Oder: versuch es doch mit "Verschneiden":
50% Osmosewasser + 50% Leitungswasser. Aber dann erst noch den pH-Wert überprüfen. Bei Azalee und Stewartia bleibe lieber beim Osmosewasser.
Fächerahorn, Birke, Magnolie, Cercidiphyllum, ... mögen es nicht alkalisch - den meisten anderen Bäumen ist ein wenig Kalk im Gießwasser und/oder Substrat ganz recht.
Ich verwende gern gelegentlich etwas Rasenkalk, Bittersalz bei Bedarf - und Eisendünger (bei Azalee und Koniferen). Auch bei anderen bei Bedarf.
Grunddüngung wöchentlich mit Volldünger (flüssig) vom Discounter, monatlich im Wechsel zusätzlich Buchsbaumdünger organisch (bzw. Rhododendrondünger) oder Saidung ultra.
Bei meinen Bäumen ist allerdings auch ein Anteil des Substrates organisch.
Chlorosen treten bei meinen Pflanzen nur nach längeren Nässeperioden auf.
liebe Grüße Andreas
Ein Leben ohne Bonsai ist möglich - aber völlig sinnlos! :faellen:
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