Kanna hat geschrieben:Hallo Gary,
das sieht ja toll aus. Darf ich fragen wie Du das hin bekommst, das sich so ein gleichmäßiger Moosteppich bildet?
Hallo "Kanna",
vielen Dank für die Blumen. Wie HeikeV schon schrieb, bin ich nicht der große Fotograf aber für den Fall das es noch andere interessiert habe ich gestern mal schnell ein paar Fotos gemacht.
Grundsätzlich gibt es ja mehrere Methoden um zu einem Moosteppich zu kommen. Z.B. einfach nur ein paar Jahre abwarten oder das Moos ansäen und ca. 6-12 Monate warten und eben das Anpflanzen ganzer Moosstücke wie hier praktiziert.
In Vorbereitung der Aktion habe ich vor 5-6 Wochen geeignete Moosstücke gesammelt, also kurzfaseriges Moos von sonnigen Plätzen. Da es zu dieser Zeit um die 30° C und mehr hatte, war das Moos nur als trockene, braune, gerissene und gewellte Stücke zu sammeln. (Keine Fotos vorhanden)
In den Sammelkisten wurde es im Schatten der Bonsaibänke platziert und 2-3 mal täglich gewässert. Nach 14 Tagen bis 3 Wochen hatte sich dann wieder ein gleichmäßiges Grün eingestellt sowie zahlreiche unerwünschte Samen ausgekeimt.
Ich hatte insgesamt 5 solcher Kisten gesammelt. Dies sind die verbliebenen Drei. Die mittlere ist noch unberührt, rechts und links fehlt schon was und zwei weitere Kisten wurden komplett aufgebraucht. Man braucht deutlich mehr Moosvorrat als zu belegende Fläche und zusätzliche Auswahlmöglichkeiten (z.B. nach Farbe und Beschaffenheit) sind auch nicht schlecht.
Jetzt zur Vorgehensweise.
Ein Stück Moos aussuchen und oberseitig die unerwünschten Keimlinge entfernen, dann umdrehen und unterseitig die ganze Erde mit einer Schere abschneiden. Ruhig versuchen so viel als möglich zu entfernen, dass das Ergebnis so dünn als möglich ist ohne gleich auseinander zu fallen. Moos hat keine Wurzeln!
Anschließend das Stück wieder zurückdrehen und hier den braunen, unschönen Bereich im Zentrum ausschneiden. Die verbliebenen Teile wieder zu einem Ganzen zusammenpuzzeln und schon ist das Stück zur Weiterverarbeitung bereit.
Die Abfallmenge übersteigt den letztendlich verwertbaren Moosanteil bei weitem.
Die eigentliche Verlegearbeit besteht nun darin die so gewonnenen Moos-Puzzlestücke auf dem vorbereiteten Substratuntergrund möglichst harmonisch aneinander zu fügen und unter Zuhilfenahme einer Pinzette sowohl mit dem Substrat als auch nahtlos miteinander zu "verweben" um eine geschlossene Moosdecke zu erzielen.
Nach meiner persönlichen Vorstellung sollten zur Steigerung der Gesamtwirkung in Farbe und Textur unterschiedliche Moosstücke sorgsam gemischt werden ohne dabei den Eindruck eines Flickenteppichs aufkommen zu lassen.
Und nun viel Erfolg beim Umsetzen.