Wie ist das mit der Scheinquitte und den Wurzeln?

Spezielle Baumpflege z.B. düngen, umtopfen, Erden, ein- und auswintern, Pflanzenschutz
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sloe
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Wie ist das mit der Scheinquitte und den Wurzeln?

Beitrag von sloe »

Hallo,

in der aktuellen Bonsai Art (92) ist ein ausfühlicher Artikel über die jap. Scheinquitte (Chaenomeles japonica).
Ich fand die auf den Bildern eigentlich ganz hübsch, aber dann steht da das man die Wurzeln nach dem Schnitt desinfizieren muss! Dadurch hat sie spontan an Attraktivität eingebüsst.

Nun meine Fragen:
Habt Ihr Scheinquitten?
Sind die Wurzeln wirklich so zickig?
Falls Ihr auch desinfiziert - womit?
Gruss - Wilma
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Thomas P.
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Beitrag von Thomas P. »

Wie in dem Beitrag beschrieben, neigt die Scheinquitte zu einer Art Wurzelkrebs.

Ich hatte eine Scheinquitte und die ist auch irgendwann, warscheinlich a.G. dieses Phänomens tw. abgestorben.

Ich habe auch jetzt eine , ganz einfach , weil ich sie schön finde und sie in eine Sammlung gehört.
Es ist nix Spektakuläres, also kein wertvoller Japanimport und darum mache ich da keine großen Kopfstände.
Wie in dem Beitrag beschrieben , kann auch die Desinfektion selbst bei falscher Konzentration (womit auch immer) und zu langer Verweildauer zu Schäden führen.

Was in dem Artikel für mich herausnehmbar war, dass der Zeitpunkt des Umtopfens Bedeutung hat, um dem Phänomen vorzubeugen.
Das ist etwas , was für mich greifbar ist und man einfach umsetzen kann . Alles andere ist recht wage.
Viele Grüße
Thomas Pallmer

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achim73
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Beitrag von achim73 »

wann wäre denn der (ich hab den artikel leider nicht gelesen) ?
Gruss, Achim
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inge
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Beitrag von inge »

Die Scheinquitte soll im Herbst umgepflanzt werden, weil dann die Auslöser
( Bakterien? ) des Krebses nicht mehr "wachsen", wegen des Temperaturrückgangs.
lg
inge
muß auch noch Eine umtopfen.
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Honey
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Beitrag von Honey »

Das ganze steht auch ausführlich auf bonsai-art.de unter Pflanzenportraits - Chaenomeles
Du musst den Asphalt deiner Annehmlichkeiten verlassen
und dich in die Wildnis deiner Intuition begeben...
Was es dort für dich zu entdecken gibt,
ist etwas Wunderbares - nämlich dich selbst.
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sloe
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Beitrag von sloe »

Die Beschreibung der Umtopfmassnahmen zu den versch. Zeitpunkten fand ich ganz gut in dem Artikel. Aber Deinfektionsmittel an Wurzeln? Das passt für mich gar nicht zusammen.
Wenn es auch ohne geht, lasse ich mich aber gerne mal auf ein Experiment mit so einer Scheinquitte ein.
Gruss - Wilma
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Thomas P.
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Beitrag von Thomas P. »

inge hat geschrieben:Die Scheinquitte soll im Herbst umgepflanzt werden, weil dann die Auslöser
( Bakterien? ) des Krebses nicht mehr "wachsen", wegen des Temperaturrückgangs.
Na ich habe das bischen anders gelesen:

"...letztes Drittel Februar bis erstes Drittel März ...

Dies ist der am besten geeignete Zeitpunkt, um der Entwicklung von Wurzelkrebs vorzubeugen. "

Aber Schutz vor Spätfrösten beachten!

Übrigens habe ich in dem Beitrag auch gefunden, was da zur Desinfektion eingesetzt wird: Streptomycin
Viele Grüße
Thomas Pallmer

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sloe
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Beitrag von sloe »

Übrigens habe ich in dem Beitrag auch gefunden, was da zur Desinfektion eingesetzt wird: Streptomycin
Benutz Ihr das auch? Oder was anderes? Oder funktionieren Scheinquitten auch ohne Chemie in der Schale?
Gruss - Wilma
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holgerb
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Beitrag von holgerb »

Ich denke, Thomas hat recht, der greifbarste Hinweis (und auch botanisch nachvollziehbahrste) ist die Zeit des Umtopfens. Im Prinzip ist es genau die gleiche Geschichte wie bei allen anderen Schnitten auch.

Schnittmaßnahmen in der Ruhezeit des Baumes bergen wesentlich mehr Gefahren als zu Beginn des Austriebes. Ich würde den Umtopfzeitpunkt anders definieren: dann, wenn die Knospen zu schwellen anfangen...
"The mind is like a parachute. It doesn't work unless it's open."
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Thomas P.
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Beitrag von Thomas P. »

sloe hat geschrieben:
Übrigens habe ich in dem Beitrag auch gefunden, was da zur Desinfektion eingesetzt wird: Streptomycin
Benutz Ihr das auch? Oder was anderes? Oder funktionieren Scheinquitten auch ohne Chemie in der Schale?
Ich habe ja meine Meinung dazu schon geschrieben.

Natürlich funktionieren Scheinquitten auch ohne Chemie.
Es gibt halt das Phänomen dieses Wurzelkrebses, der
in vielleicht 10% ( evtl. auch weniger ???) der Fälle zuschlägt.
Damit lebe ich und mache keine Kopfstände.
Ich lebe z.B. auch damit, dass bestimmte Wacholderarten von Birnengitterrost befallen werden können.
100%igen Schutz vor irgendwelchen Sachen, die dem Baum schaden könnten, gibt es sowieso nicht.

Wenn ich natürlich einen 50 jährigen Solitär, den ich für eine 4stellige Summe erworben habe, mein eigen nennen könnte,
würde ich mir warscheinlich mehr Gedanken um Vorsorge , in dem Falle
irgendwelche Desinfektionsmaßnahmen machen.
Viele Grüße
Thomas Pallmer

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holgerb
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Beitrag von holgerb »

Thomas, mach ein rotes Kreuz in den Kalender.

Denn jetzt gibt's von mir ein:


*daumen_new* *daumen_new* *daumen_new* *daumen_new*


Schöne Adventszeit!
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Herbert A
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Scheinquitte

Beitrag von Herbert A »

Servus an alle,

Diese Quitte pflege ich schon seit 13 Jahren. Da die Quitte ein Frühlingsblüher ist, topfe ich sie immer Anfang/Mitte Februar um. Auch ohne Desinfektion der Schnittstellen im Wurzelbereich hatte ich bisher noch keine Probleme.

Ciao
Herbert A
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Schön dass es dieses Forum gibt.
Berndbonsai
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Wie ist das mit der Scheinquitte und den Wurzeln?

Beitrag von Berndbonsai »

Hallo an Alle.
Thomas schreibt, dass zur Wurzeldesinfektion Streptomycin verwendet wird( Ich habe bemerkt, lieber Thomas, dass dies ein Zitat ist und du das nicht verwendest). Das entsetzt mich schon. denn Streptomycin ist ein Antibiotikum das in der Humanmedizin eingesetzt wird. In Anbetracht der Tatsache, dass immer mehr Menschen an Antibiotikaresistenten Keimen sterben finde ich diese Empfehlung unmöglich. Es beruhigt mich nur etwas, dass hier im Forum anscheinend ausreichend Menschen sind die diesen Blödsinn nicht mitmachen. Wir ( die Menschen ) verfüttern bereits Antibiotika als Masthilfe an Schlachttiere und züchten damit auch Antibiotikaresistente Keimstämme da sollten wir Bonsaifreunde nicht auch noch in die Richtung gehen, denn irgendwann kann es sein, dass der eine oder andere von uns an diesen Keimen sterben kann. Btw zerriebene Holzkohle soll Schnittflächen an Wurzeln auch desinfizieren.
Gruß Bernd
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Beitrag von Eva Warthemann »

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holgerb
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Beitrag von holgerb »

Hallo Bernd.

Kann ich Dir nur beipflichten.

Ich halte auch sämtliche anderen Pflanzenschutzmittel für Medikamente und sollten als solche eingesetzt werden.

Komisch, der Veterinär muss ein Studium absolvieren, der Humanmediziner ebenfalls, mit Pflanzenschutzmitteln darf fast jeder Hampelmann hantieren und auch verkaufen.
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