Mehltaubefall geht wieder los!

Spezielle Baumpflege z.B. düngen, umtopfen, Erden, ein- und auswintern, Pflanzenschutz
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Holger
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Re: Mehltaubefall geht wieder los!

Beitrag von Holger » 22.08.2010, 18:01

Machen wir es einfacher, zitieren mal das Fachwissen:

Danach mischt man auf 5 Liter Spritzbrühe 3 Päckchen Backpulver, 50 ml Rapsöl und einige Spritzer Spülmittel als Emulgator. Gefährdete Pflanzen sollen, auch vorbeugend, alle 10 bis 14 Tage eingesprüht werden. Und dieses Mittel soll gegen beide Sorten Mehltau helfen.

Gruß
Holger
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Pitibull
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Re: Mehltaubefall geht wieder los!

Beitrag von Pitibull » 24.08.2010, 15:42

Hof ich bekomm das für meine geliebte Eiche hin

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MarionS
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Re: Mehltaubefall geht wieder los!

Beitrag von MarionS » 24.08.2010, 22:14

Keine Sorge. Alles, was der Mehltau anrichtet, ist, das Wachstum zu bremsen, da er halt die Blätter verdeckt.
Gruß,
MarionS

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Herb
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Re: Mehltaubefall geht wieder los!

Beitrag von Herb » 03.09.2010, 08:37

Hallo Eichenbesitzer.

Ich habe den Mehltauschreck benutzt und kann von meiner Seite sagen,dass die Bäume bei diesen verregnetten und zu kühlen Tagen sicher stärker befallen wären als ohne Behandlung.
Nun mal meine Frage.
Der Mehltau ist ja nicht weg,sondern in abgedeckter oder gebundener Form auf den Blättern vorhanden.
Wie überwintert man diese befallenen Bäume,wenn die Blätter noch ewig an den Asten verbleiben?

MfG Herb

Andreas Ludwig
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Re: Mehltaubefall geht wieder los!

Beitrag von Andreas Ludwig » 03.09.2010, 11:44

Andere Frage: Glaubst du, Mehltausporen verschwinden irgendwie in der Natur? Die sind da. Und dort. Und überall. Seit jeher. Wenn du zu sehr versuchst, deine Eichen davor zu bewahren, wirst du ziemlich viel tun müssen - was dann vielleicht andere Konsequenzen hat. Denn abgesehen von den «bösen» Pilzen hast du ja auch noch die «lieben» Pilze und die «guten» Mikroorganismen im Substrat etc.
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Herb
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Re: Mehltaubefall geht wieder los!

Beitrag von Herb » 03.09.2010, 20:44

Hallo Andreas
ja,vielleicht hast du Recht.Es ist wie bei kleinen Kindern.Ein wenig Schnotter unter der Nase und Schmutz an den Händen macht sie nicht kaputt,sondern abgehärteter.

Schönes Wochenende
Gruß Herb

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Re: Mehltaubefall geht wieder los!

Beitrag von Olaf_Gd » 03.09.2010, 22:19

Hallo Eichenbesitzer,
es ist natürlich trotzdem gute gärtnerische Praxis kranke Pflanzenteile zu entfernen um eine weitergehende Infektion von gesunden Pflanzenteilen zu vermeiden. Stark befallene Blätter sollten deshalb sofort entfernt werden.

Kleinen Kindern wischt man ja auch den Schnodder obwohl sie Ihn auch gut selber essen könnten.

Gruß Olaf

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Re: Mehltaubefall geht wieder los!

Beitrag von Andreas Ludwig » 03.09.2010, 23:04

Noch einmal: Pilzsporen wie die von Mehltau, Schimmel etc. sind IMMER da. Es ist nicht deren Häufigkeit, sondern das Klima, das für die Ausbreitung sorgt. Das Entfernen «stark befallener Pflanzenteile» (wie definiert man das?) bringt darum nichts. Im schlimmsten Fall schneidet man Äste ab, die wieder austreiben würden. Mehltau ist nicht Wundbrand.
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Re: Mehltaubefall geht wieder los!

Beitrag von Thorschti » 04.09.2010, 22:03

Herb hat geschrieben:...Der Mehltau ist ja nicht weg,sondern in abgedeckter oder gebundener Form auf den Blättern vorhanden...
Hallo Herb,
der Mehltaubefall ist weg, er ist nicht abgedeckt, glänzend gemacht oder gebunden, er ist weg! (Diejenigen die das mit dem "übertünchen" geschrieben haben, haben das Mittel noch nicht oder nicht richtig angewendet.)
Richtig ist aber natürlich auch, dass der Mehltau, also seine Sporen immer da sind. Er wird wiederkommen wenn die Bedingungen es ihm erlauben.
Der einzige brachbare Hinweis gegen Mehltauschreck war das Düngerargument (ein gut gedüngter Baum ist nicht so anfällig für Mehltau)

Gruß

Thorsten
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Re: Mehltaubefall geht wieder los!

Beitrag von Josef Knieke » 06.09.2010, 21:00

Die Pflanzen sollten ab Austriebsbeginn hin und wieder mit Ackerschachtelhalmzusatz im Wasser gegossen werden.

Im Handel gibt es Ackerschachtelhalmpulver, macht die Pflanzen resistenter gegen Pilzbeafll und ist hundertprozentig biologisch.

Einziger Nachteil, man muss zeitig damit anfangen.



Gruß
Zuletzt geändert von Josef Knieke am 29.09.2010, 09:51, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Mehltaubefall geht wieder los!

Beitrag von MarionS » 11.09.2010, 16:22

Mh, nur: wie gut wirkt das Ackerschachtelhalmpulver? In meinen Pflanzkörben sind auch zuträgliche und sehr willkommene Pilze.

Tatsächlich ist eine meiner Eichen bislang ohne jede Mehltau-Infektion durchs Jahr gekommen, weil sie einen Mykorrhiza-Pilz im Topf hat.
Gruß,
MarionS

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Re: Mehltaubefall geht wieder los!

Beitrag von Spunk » 11.09.2010, 20:26

Ich habe zum Thema "gut gedüngte Bäume werden nicht krank":

Eine einfache Strategie ist die richtige Düngung, in den ersten Jahren. Ich zitiere es nicht zum ersten mal...eine Untersuchung der Association Foret-Cellulose South East Experiment Station, Valence, France (1993): mit dem Titel Fertilization Affects Growth and Incidence of Grey Mold on Container-Grown Giant Sequoia, durchgeführt von Sandrine Vancon, fand überraschenderweise heraus daß "Therefore, seedling resistance to Botrytis seemed to be related to the quantity of mineral elements available, with a tendency toward good results with less nitrogen and more potassium."
Die Anzuchtstation verwendet seitdem vom Aufgehen der Saat im Mai bis Mitte August eine Mischung N:P:K von 28:14:14, damit die Sämlinge rasch groß werden, danach wechseln sie zu 8:20:30 damit die Sämlinge nicht braun werden. Genauso effektiv bezüglich Pilzbefall wie 8:20:30 erwies sich aber auch 0:15:40.
Und weiter zum Erwerbsgartenbau -wo es ja auch um Erträge geht-:

That is why providing seedlings with the 28-14-14 formulation from May to July and then the 8-20-30 formulation from August to September should give the best compromise between seedlings of target growth and disease characteristics. Our conclusions are obviously provisional, and need to be confirmed by other and complementary experiments.
Demnach scheint die Düngung mit Stickstoff-Überhang den Baum schneller wachsen zu lassen aber auf Kosten der Resistenz gegen Pilze und andere Krankheiten.
Eine Reduzierung des Stickstoffanteils zugunsten des Kaliumanteils macht demnach die Pflanzen resistenter, und heirbei dürfte auch eine ganzjährige Düngung mit dieser Formel auch den Bonsai-Bedürfnissen Rechnung tragen da ein übermässiger Wuchs nicht unbedingt erwünscht ist.

Somit könnte eine Stickstoffdüngung in den ersten 4-6 Wochen der Wachstumsperiode dem Baum helfen aus der Winterruhe zu kommen und dann allmählig auf Stickstoffreduktion mit Kaliumbetonung umgestellt werden.

Was haltet ihr von der Argumentation?

Quelle

gruss
Spunk
Gruß
Oliver
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Re: Mehltaubefall geht wieder los!

Beitrag von avicenna » 11.09.2010, 22:35

Also ich finds logisch ;-) Zur Unterstützung oder besser zur Bekämpfung dieser ganzen Pilzmisere könnte das doch ein zusätzlicher, guter Weg sein. Vielen Dank für diese Info .
saludos
avicenna

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Re: Mehltaubefall geht wieder los!

Beitrag von Josef Knieke » 12.09.2010, 19:55

...ab Austriebsbeginn hin und wieder mit Ackerschachtelhalmzusatz gießen..

....um jedes Missverstädnis auszuräumen, Ackerschachtelhalm macht die Pfanzen resistenter, es wirkt nicht gegen Pilze!!



Josef
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Re: Mehltaubefall geht wieder los!

Beitrag von holgerb » 28.09.2010, 07:55

Spunk,

datt wissen die Gärtner schon seit etlichen Jahren, daß Stickstoffüberhang zum allseits bekannt "Mastwuchs" führt... Das hat nix mit Laterne sondern mit mästen zu tun.
Genauso, wie Dein Filet in der Pfanne um die Hälfte schrumpft, genauso ist die Pflanze anfälliger für Erkrankungen aller Art, weil die Gewebe und Organe nicht ausgereift sind.

Deswegen predige ich hier seit einiger Zeit, daß eine vernünftige und konsequente, dauerhafte, in kurzen Abständen und geringen Gaben erfolgende Düngung das beste Mittel gegen Erkrankungen ist.

Das ist besser als jede Milch (auch Bio), als jedes Schwefelstreichhölzchen und jede Chemiekeule....

Wenn ich bis dahin alles richtig gemacht habe und habe trotzdem ein Befall, dann bleibt der Griff in den Medizinschrank nach Abwägung einiger Einzelheiten immer noch ein Weg der einschlagbar wäre.

Es ist ungefähr wie mit den Leuten, die eine Pille nach der anderen Schlucken, hier noch 'n Drink mit L Caseii (wobei ich davon überzeugt bin, daß nicht annähernd 10% der Anwender wissen, wofür das L steht oder gar verstehen würden, was das bedeutet), aber es hört sich gesund an... und dennoch, ein Arztbesuch jagt den anderen.... edit 28.09.: (und hier an dieser Stelle hatte ich einen gedanklichen Aussetzer, das L, steht natürlich für Lactobacillus, mir ging es um das linksdrehend... aber avicenna ist trotzdem drauf reingefallen und ich auch.... Schande, Schande :wink: :mrgreen:

@avicenna: Es ist nicht zur Unterstützung oder besseren Bekämpfung, sondern es ist die logische Grundvorraussetzung für ein vernünftiges und sorgsames Arbeiten...
Zuletzt geändert von holgerb am 28.09.2010, 11:38, insgesamt 2-mal geändert.
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