Grundlagenartikel – Mineralische Düngung

Spezielle Baumpflege z.B. düngen, umtopfen, Erden, ein- und auswintern, Pflanzenschutz
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Spunk
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Grundlagenartikel – Mineralische Düngung

Beitrag von Spunk » 09.12.2010, 20:16

Der Mythos: Düngung ist kompliziert, nur professionelle Gärtner blicken da durch
Die Wirklichkeit: Die Grundlagen der Düngung sind praxiserprobt und basieren auf Erfahrung, Wissenschaft, Mathematik und Chemie


Da kann ein wenig Aufklärung nicht schaden.
Ich habe mich seit ich dieses Hobby betreibe mit den praxisüblichen Methoden der Aufzucht und der Pflege von Anfang an beschäftigt.
Es gibt zahlreiche Foren und Bücher, viele Bonsaianer schreiben ihre Erfahrung und ihr Wissen in unzählige Blogs und Webseiten zum Thema. Es ist verständlich dass viele die Mystische Welt der Moleküle nicht verstehen, auch wenn diese die Basis für die moderne Aufzucht im Garten und Landschaftsbau darstellen (im folgenden als "Gala" bezeichnet).
Ich stelle hier einmal die Grundlagen zur mineralischen Düngung dar wie sie heute üblich praktiziert und berechnet wird.
Wenn ich in Einzelfällen nicht sehr intensiv auf die in Forschungsarbeiten erarbeiteten Grundlagen eingehe dann gebe ich zumindest die entsprechenden Literaturhinweise um dem geneigten Leser die Möglichkeit zu bieten sich weiter in die Literatur einzuarbeiten.
Wenn ich auf Wissenschaftliche Aufsätze hinweise werde ich diese mit *)1 … *)2 usw. kennzeichnen und am Ende dieses Werkes anhängen.

Nun zur Thematik, die Grundfragen zur Düngung lassen sich klar und praxisorientiert umreißen:
  1. Welche Düngeverfahren gibt es
  2. Welche Dünger werden einsetzt
  3. Wie häufig wird gedüngt
  4. Wie ist die Konzentration der Nährsalze
  5. Wie beeinflusst das Gießwasser die Düngung
1. Welche Düngeverfahren gibt es?

Die häufigsten Düngeverfahren sind [s.auch: *)1]:
Die Bewässerungsdüngung, die sog. Intervalldüngung und die Depotdüngung.
Bei ersterem Verfahren wird eine gleich bleibenden niedrige Düngelösung verwendet, beim zweiten eine wöchentliche bzw. 14 tägige Düngung mit höheren Konzentrationen und zwischen diesen Düngeintervallen eine Wässerung mit "normalem" Gieß-/Leitungswasser.
Nach bisherigen Erkenntnissen sind monatliche Düngungen mit den damit verbundenen hohen Salzkonzentrationen nicht empfehlenswert da man, um brauchbare Nährstoffkonzentrationen zu erzielen bis zu 2 Gramm und mehr je Liter gehen muss, was in vielen Fällen zu Komplikationen mit hohen Salzkonzentrationen und Wurzelschäden kommt.
Auf die in vielen Gala Betrieben angewandte Langzeit-/Depotdüngung s.:*)10 (z.b. Osmocote u.ä.) gehe ich im speziellen nicht ein, da dort die Berechnung mit Grunddüngung und Erhaltungsdüngung mehr auf die Anzucht im Zierpflanzenbereich abgestimmt ist, und mit Parametern wie Blüh- und Termindüngung einhergeht die die parallele Benutzung von Blühdüngern vorsieht, welche die Sache für uns Bonsaianer nur unnötig verkompliziert.
Aber im Grunde genommen sind Langzeitdünger bei einigen Bonsaianer sehr beliebt.

2.: Welche Dünger werden einsetzt:

Zum Einsatz kommen bei der Düngung in der Regel wasserlösliche Nährsalze *)4.
Die Düngeindustrie bietet hier ein fast unüberschaubares Angebot an Mineralischen Düngern, die i.d. Regel aber nur in 25kg Säcken angeboten werden und damit ein wenig unpraktisch von der Beschaffung sind.
Bei Preisen von 50-60€/25kg sind diese auch nicht gerade günstig wenn man sich 2-3 verschiedene Gründdünger auf Lager legt.
Niemand, selbst ein Bonsaifreund mit 1.000 Bäumen, wird diese Düngermenge von 75kg in absehbarer Zeit aufbrauchen und lagern können, ohne Einbussen bei der Qualität des Produkts hinnehmen zu müssen. Daher habe ich nach Alternativen gesucht und bin fündig geworden. Die Standard NPK Dünger sind im Internet auch Kiloweise erhältlich und ich verweise hier exemplarisch auf die Dünger der Hakaphos Reihe, die bei vielen beliebt und erprobt ist.
Die Preise liegen hier um die 3-6€/kg (+Versand).
Für die dargestellten Dünger der Sorte Kalksalpeter, den Flory2 Basis Dünger sowie Ammoniumsulfat als Ph-Wert absenkender N-Dünger habe ich auch Anbieter gefunden. Da ich hier keine kommerziellen Links einstellen kann bin ich bereit die Links zu den Anbietern auf Anfrage per PN (persönliche Nachricht) bekannt zu geben.
Zuletzt geändert von Spunk am 27.12.2010, 21:45, insgesamt 1-mal geändert.
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Oliver
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Re: Grundlagenartikel – Mineralische Düngung

Beitrag von Spunk » 09.12.2010, 20:17

3. Wie häufig wird gedüngt:

Neben der Bewässerungsdüngung die dem Baum praktisch bei jedem Giessen eine gewisse Menge an Dünger zur Verfügung stellt, kann man auch bei entsprechender Anpassung der Düngekonzentration auf 7 bzw. 14 tägige Düngung setzen, allerdings kommt es dabei zu stärkeren Schwankungen der Salzkonzentration im Wurzelbereich, und stellt im besonderen bei 14 tägiger Düngung- zu hohen Konzentration im Wurzelbereich (und damit zu Salzstress) nach der Düngung, und zu einer zeitweiligen Unterversorgung, besonders in der zweiten Woche nach dem Düngen.
Daher wird hier exemplarisch die 1x wöchentliche Düngung angesprochen.
Als Beispiel ziehe ich hier einmal eine Bewässerungsdüngung heran:

Wird eine Pflanze mit 0,5g/Liter Nährlösung als Bewässerungsdüngung gegossen kann man (außerhalb der Sommersaison, mit entsprechendem Substrat) eine 2x wöchentliche, bzw. 3 mal Wöchentliche Wässerung ansetzten, somit ist bei einem Rhythmus von z.b. 2x pro Woche die Düngerkonzentration zu verdoppeln.
Die Rechnung:
2x /Woche mit 0,5g/lit. = 1x/Woche mit 1,0g/lit. + einmal mit reinem Leitungswasser
Wer 3x pro Woche gießt kann den Wert mit dem Faktor 2.5 bis 3 ansetzten da dann unter der Woche 2x mit Düngerfreiem Wasser verdünnt wird.
Im Sommer und häufigeren Wassergaben (wg. der hohen Verdunstung) würde es hier aber schnell zu Anreicherungen von Salzen kommen (von Leitungs- und Düngerlösung) sodass ich eine "nur" doppelte Konzentration benutzen würde (bei wöchentlicher Düngung, und sagen wir, und bis zu 4x Wässern).
Generell muss sollte man beachten dass im Sommer eine hohe Verdunstung im Substrat eine Aufkonzentrierung von Nährsalzen kommt, und auch die Pflanze mehr trinkt (durch höhere Blattverdunstung) und damit die Pflanze eine höhere Konzentration an Salzen in den Zellen aufweist.
*)2; *)3: S.40 c. oben.
Wie man sieht wird die Sache mit der Intervalldüngung schnell unübersichtlich und die Anwendung einer Bewässerungsdüngung mit gleich bleibender niedriger Düngelösung macht die Versorgung der Pflanze einfacher und leichter berechenbar, wenn auch bei aller Mathematik niemand beim Einsatz von Mineralischen Düngern um eine regelmäßige Messung von EC und Ph-Wert im Substrat Drumherum kommt.

4.: Wie ist die Konzentration der Nährsalze

Im folgenden beziehe ich mich hier auf die Bewässerungsdüngung, da sic hierbei die Konzentrationen der Nährstoffe im Substrat am besten steuern lassen und ein Versalzen praktisch ausgeschlossen ist.
Generell ist anzumerken, dass man jede Bewässerungsdüngung auch auf Intervalldüngung umrechnen kann (auch wenn dies Pflanzenphysiologisch nicht optimal ist).
Auch scheint es sinnvoll bei kritischen EC-Werten von 1.500mS und höher regelmäßig mit Regenwasser o.ä. zu spülen um das Substrat von Ballastsalzen zu reinigen. *)5 S.6

Die Grundlage der Berechnung von Nährlösungkonzentrationen ist heute Grundwissen und wird in der Ausbildung von Gala Gärtner in der Ausbildung vermittelt.
Die Grundlagen möchte ich hier nicht zu sehr vertiefen, aber man kann es im Hortpendium nachlesen. *)6.
Um zu verstehen was die Grundlage der Berechnung ist muss ich aber auf das Prinzip eingehen um es verständlich zu machen.
Wenn man einen mineralischen Dünger in ein Gießwasser gibt sind 2 Effekte zu beobachten, die Nährlösung wird eine sofort Messbare Ph-Wert Änderung aufweisen die Physiologisch durch den Dünger selbst ausgelöst wird. Hier werden Ph-Wert verändernde Effekte durch das Auflösen von Salzen ausgelöst die die Konzentration der H+ Ionen im Wasser verändern. Aber weitaus wichtiger sind die Langzeiteffekte die sich aus der Aufnahme von Nährsalzen in die Wurzel ergeben und im Falle einer Ammonium-ionen eine Freisetzung von H+ (Säurebildenden Ionen) bewirkt.
Hier kommt die Chemie und Mathematik ins Spiel die uns die Möglichkeit bietet die Effekte auf den Ph-Wert im Substrat zu berechnen, besonders im Zusammenhang mit der Wasserhärte welche Alkalisierend wirkt, während der Düngereffekt versauernd wirkt. Wenn man beide Effekte berechnet kann man leicht einen Dünger auf die im Gießwasser herrschenden Faktoren eingehen um einen unerwünschten Ph-Wert Anstieg bzw. Abfall zu vermeiden.
Es ist allgemein hin bekannt dass alle Pflanzennährstoffe einen Optimalbereich haben in dem sie von der Pflanze optimal aufgenommen werde können *)7 S. 5
Um die Verfügbarkeit von allen Stoffen zu ermöglichen sollte demnach der Ph-Wert im Substrat den Wert 5.5 – 6.5 nicht wesentlich unter-/überschreiten da sonst bestimmte Stoffe nicht mehr aufgenommen werden können.
Wenn wir Zugrundelegen, dass im Substrat eine Restkarbonathärte von 4-5 °KH übrig bleiben sollte (um puffernd auf Ph-Wert Schwankungen einzuwirken) lässt sich berechnen welcher Dünger in welcher Konzentrationen eine ausgeglichene Balance zwischen versauernden und alkalisierenden Effekten herbeiführt.
Grundvorrausetzungen:
  • der Karbonatgehalt des Wassers ist bekannt
  • die Restkarbonathärte in der Anwendungslösung sollte den Wert von 4 nicht unterschreiten
  • der Ammoniumanteil im NPK Dünger sollte bekannt sein
Ist die Karbonathärte des Gießwassers nicht bekannt kann man als Faustformel den Gesamthärtegrad mit 0.8 multiplizieren was für die Berechnung der Karbonathärte ausreichend sein sollte. Als Beispiel führe ich mal unser Trinkwasser an das bei mir verfügbar ist:
Unser Wasser ist mit einer Gesamthärte von 9.4° GH angegeben, daraus ergibt sich eine ungefähre Karbonathärte von: 9.4 x 0.8= 7,5. Tatsächlich ist der Wert aber 8.1 was eine etwas genauere Berechnung ermöglicht, aber wenn die genaue KH nicht bekannt ist kann man sich damit begnügen. *)8

Nun zum Dünger-Beispiel:
  • Wasser mit der Karbonathärte von: 13 °KH
  • Dünger Hakaphos-Blau: NPK 15-10-15 mit: 10.5 % Ammonium-Stickstoff-anteil
  • Resthärte die verbleiben sollte (um ein PH-Abfall zu vermeiden): 5 °KH
Wenn 5° KH verbleiben sollen sind im Gieswasser 8° KH zu beseitigen. Eine Karbonathärte von 8° KH entspricht 3 mmol HCO3 und entspricht der gleichen Menge an Ammomium die benötigt wird um diese Härte zu beseitigen, das entspricht 54mg/Liter und bei einem Ammoniumstickstoffgehalt von 10.5% in dem o.g. Dünger ist diese Menge an Ammomium in 0.4 g /Liter enthalten. In der Lösung sind dann folgende Mengen an Nährstoffen enthalten (s. Exceltabelle):
N: 60mg/Liter
P: 40mg/Liter
K: 60mg/Liter
Ich habe, um die Sache einfacher zu machen, die Kiloweise erhältlichen Dünger in eine Excel Tabelle eingetragen und man kann einfach, bei bekannten Wasserwerten, die entsprechenden Resultate aus der Tabelle entnehmen.
Nun sind in der Nährstoffversorgung nach dem Rückschnitt der Triebe im Mai für einen höheren Stickstoffbedarf verantwortlich, welche im Gala Bereich auf bis zu 180mg-Stickstoff/Liter Nährlösung abzielen um der Pflanze zu ermöglichen die fehlende Pflanzenmasse zu ersetzten ohne die Reserven anzugreifen, hierbei wird eine zusätzliche Stickstoffgabe über alkalisierend Dünger wie Kalksalpeter Ca(No3)2 erreicht. *)3 S. 40 -> Absatz d.
Um das Prinzip aufzuzeigen setze ich einmal niedrigere Dosen an Stickstoff an (auch basierend dass Bonsai nicht wie Geranien sprießen sollen, und N-Werte von 180mg/Liter sicherlich eine zu hohe Salzlast im Substrat darstellen würde.
Exemplarisch setzte ich daher den N-Wert auf 95mg/Liter fest, damit liegt der Wert bei der üblichen 50% Formel die man bei Bonsai häufig anwendet.
Mit der Gabe von 0,5g/Liter Hak. Blau kommt man auf NPK werte von: 75-50-75 s. Excel-Tabelle. Mit dieser Düngermenge komme ich bei unserem Wasser mittlerer Härte 13°KH auf eine Resthärte von 2.3 was zu niedrig ist. Wenn man jetzt der Düngelösung noch Kalksalpeter zusetzt kann man weitere 20mg Stickstoff pro Liter der Nährlösung hinzufügen, was aufgrund des Kalkgehaltes die Wasserhärte auf den Wert 6.0 erhöht und damit im akzeptablen Bereich hält.
Mit dieser Kombination kommt man also auf einen NPK Wert von: 95-50-75.
Zuletzt geändert von Spunk am 14.12.2010, 16:04, insgesamt 2-mal geändert.
Gruß
Oliver
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Re: Grundlagenartikel – Mineralische Düngung

Beitrag von Spunk » 09.12.2010, 20:19

Die Handhabung der Excel-Tabelle gestaltet sich einfach:

Die Tabelle ist im Standard MS-Excel Format gespeichert aber auch mit dem Freeware Pendant Open Office verwendbar.

Oben Links gibt man die Karbonathärte des Wassers ein welches man benutzt. Ist der Karbonathärtewert nicht bekannt, nimmt man den Gesamthärtewert und multipliziert den Wert mit 0.8, dieser errechnete Wert kann dann benutzt werden. Wird Regenwasser oder Destilliertes Wasser benutzt gibt man den Wert 0.0 ein.

Über die Drehfeldknöpfe kann man den Anteil des entsprechenden Düngers einstellen: Die Zahl neben dem Drehfeld ist gleich dem Düngeranteil je Liter geteilt durch 20. Also eine 2 in der Spalte G entspricht 0.1 g/Liter Gießwasser. Ich habe den Maximalwert für die Spalte auf 30 = 1.5 g/Liter formatiert da Werte größer 1.5 g/Liter in den meisten Fällen eine Übersalzung darstellen würden und nicht zu empfehlen sind.

Was die Stickstoffdünger angeht so ist die Konzentration indirekt einstellbar, in 5mg Stickstoffmenge pro Liter. Somit beeinflusst das Drehfeld im Feld F21 den Wert in Zelle K21 direkt, und indirekt die Konzentration in Zelle H21.
Alle anderen Dünger stellen mit den Drehfeldern direkt den Anteil in 0,05 g/Liter-Schritten in der Nährlösung ein.

Zur Datenausgabe:

Unten rechts ist die Angabe der Karbonat-Resthärte in der Nährlösung die durch die Mischung von Dünger erzielt wird. Dabei senken alle Dünger die Ammomium enthalten die Resthärte, während Kalksalpeter die Resthärte erhöht.
Wenn kein Kalksalpeter verwendet wird sollte die Resthärte 4° Karbonathärte nicht unterschreiten, wenn mit Kalksalpeter gearbeitet wird sollte der Resthärte Wert die 15 nicht übersteigen. Diese Werte stellen die Grundversorgung von Kalzium im Substart dar und sind für jede Pflanze wichtig.

Es ist aus der Literatur bekannt dass die Zugabe von Kalksalpeter nicht direkt zu einem Ph-Wert Anstieg führt, da die Alkalisierung des Substrates von der Pflanzenwurzel beeinflusst wird.

Hierzu führe ich den Mechanismus an der für die Alkalische Wirkung verantwortlich ist:
Wenn die Pflanzenwurzel Nitrationen aus der Düngelösung aufnimmt gibt sie um Gegenzug Hydrogencarbonationen an das Gieswasser ab. Diese (HCO3)- -Ionen sind Härtebildner für das Gießwasser und lassen den Ph-Wert steigen. *)11 Seite 15

Da in der Pflanzenwurzel aber abhängig von der Pflanzenart eine Re-Absorbtion dieser Hydrogencarbonationen in der Wurzel stattfindet, sind die Ph-steigernden Effekte in der Praxis weniger stark ausgeprägt als zu erwarten ist. Messungen zum Thema bestätigten aber dass i.d. Regel aber mit Kalksalpeterdüngung eine Stabilisierung der Ph-Werte im Substrat zu erwarten ist. siehe *)12 Abbildung 2

Der ausgegraute Bereich rechts von den NPK Düngern dient nur der Berechnung vom Kalksalpeter (kann man ignorieren).
Ich habe desweiteren noch ein kleines Tabellenblatt angehängt das die Volumenberechnung von Schalen und Töpfen erlaubt, damit kann man entweder die anzumischende Mange Substrat berechnet werde (bsd. bei großen Töpfen hilfreich). Auch lassen sich evtl. Düngegaben die pro qm bzw Liter anzuwenden sind, somit lassen sich Osmocote oder andere Langzeit-Dünger einfacher dosieren (häufig als gramm pro Liter Substrat angewendet).

5. Wie beeinflusst das Gießwasser die Düngung?

Man kann ohne weiteres schnell erkennen dass Dünger die einen hohen Ammoniumgehalt haben, ein härteres Wasser vorraussetzen um auf ausgeglichene Restkarbonatwerte zu kommen. Daher sind für Anwender mit weichem Wasser die Nährsalze der Hakaphos Reihe auch als "Soft" Variante erhältlich, welche einen geringeren Ammoniumanteil bei gleichzeitig höheren Nitratanteilen enthalten.
Diese Dünger gewährleisten auch bei Wasser mit wenig Kalk dass der Ph-Wert nicht abfällt, und wichtige Micronährstoffe nicht mehr als gelöste Stoffe zur Verfügung stehen.

Ich habe in der Tabelle die Düngervarianten in Dünger für weicheres (0-15° KH) und härteres (15-30°KH) unterteilt um dem Anwender eine einfachere Auswahl der Dünger zu ermöglichen.
*edit*:
Was die Salzfracht im Leitungswasser angeht sieht man schnell, dass der EC-Wert des verwendeten Wassers die maximale Menge an Dünger begrenzt. Wenn man einen EC-Wert von 0.7mS hat sind "nur" noch 0.1mS für zusätzlichen Dünger zu verwenden, damit lassen sich kaum ausreichende Werte für die Nähstoffe im Substrat erzielen. Woher kommen diese hohen Werte?
Nun, als Beispiel nehmen wir mal das Ruhrgebiet, dort wird häufig das Trinkwasser aus Flussuferfiltrat gewonnen, und bei der Aufbereitung die Salze nicht entfernt. Im Gegensatz zu Grundwasser aus Felsmassiven wo man zwar häufig höhere Kalkwerte, aber auch geringere Restsalze im Wasser hat, da hat Wasser auch mal EC: 0,4mS oder weniger, mit solch einem Wasser hat man mehr Spielraum mit dem Dünger.

Was kann man tun wenn das Wasser zuviel Salz hat?
Mit Salzarmen Wassser verschneiden. Mischt man 1 Liter Wasser mit EC:0,7mS mit 1 Liter Regenwasser(sagen wir mal:0,1mS )so kommt man auf einen EC-Wert von
0,4mS. Damit kann man dann auch Dünger in Mengen von 0,5 Gramm oder mehr pro Liter einsetzten.
Wer pures Regenwasser verwenden möchte kann dies tun indem er einen Basisdünger (bsp. NPK 3-15-35) mit Kalksalpeter mischt, somit ist die Kalziumversorgung gesichert und das Substrat ist Ph-Wert stabil.

In der Excel Tabelle lässt sich dieser Fall einfach simulieren:
Eingabe Wasserhärte: 0.0
Flory 2 Basis: 0,3 g/Lit.
Kalksalpeter: 0,32g/Liter entsp. +50mg zusätzlicher Stickstoff/Liter
ergibt (NPK-Konzentrationen) im Wasser: 59-45-90 /mg/Liter
Resthärte: 8,8°H KH, was akzeptabel ist
Gesamt-Düngermenge: 0,62g/Liter
Wem dieser Wert zu hoch erscheint, er ist es nicht, im Gala-Bau arbeitet man teilweise mit 1g und mehr je Liter Bewässerungsdüngung, um auf Werte von 180mg Stickstoff je Liter zu kommen (nach dem Rückschnitt) was m.u. üblich ist bei nicht verholzenden Pflanzen. Aber wir ziehen ja auch Bonsai und die sollen langsam wachsen, daher sind die NKP-Konzentrationen im Giesswasser viel geringer und kommen auf die üblichen 50% raus die wir Bonsaianer gerne verwenden. s. *)3 seite 18 Tabelle 7


Ich möchte noch auf weitere Punkte zu sprechen kommen:

1.: Einfluss der Salzlast des Gießwassers auf die maximale Nährstoffkonzentration in der Nährlösung:

Hat das Gießwasser eine zu hohe Salzlast ist eine erhöhte Nährsalzzugabe wegen des Stresses für die Pflanze i.d. Regel nicht zumutbar. Diese Übersicht gibt an welche Konzentrationen in Abhängigkeit vom Gießwasser anwendbar sind: *)9
In einem weiteren Tabellenblatt gebe ich ein paar Richtwerte für die Düngelösungen angegeben.

2.: Verfügbarkeit von Ammoniumnitrat:
Dieses Mittel ist wg. der hohen Missbrauchsgefahr als Sprengstoff schwer zu bekommen, obwohl ich schon davon gehört habe dass man Mengen bis 500g wohl auch über Apotheken bestellen kann, wobei dann aber auch nach den Personalien des Käufers gefragt wird und diese Daten angeblich an entsp. Behörden weitergegeben werden.
Wer diesen Weg umgehen möchte kann auch Alternativdünger benutzen (welche auch hohe Stickstoffgehalte besitzen und sicher auch tauglich sind).
Ich habe mit meiner Tabelle Berechnungen gemacht die mit reinem Ammoniumnitrat bzw. Hakaphos Soft Elite (mit hohem N-Anteil) und bin auf vergleichbare Werte kommen bzgl. der Gesamtdüngermenge pro Liter Gießwasser und den NPK Werten die dabei zur Verfügung stehen.
Da kaum eine Düngelösung ohne Phosphat und ohne Kali auskommt ist es praktisch unerheblich ob man reines Ammoniumnitratr oder ein Pendant benutzt was neben geringen Mengen Phosphat und Kali zum Großteil aus Ammoniumnitrat besteht.

3. Das Problem der Ausfällung von Düngebestandteilen bei Benutzung von Kalksalpeter und Stammlösungen:
Wenn man Stammlösungen von NPK Düngern mit konzentrierten Stammlösungen von Kalksalpeter mischt dann kommt es zur Ausfällung (Flockung) von Kalziumphosphat der zu Boden sinkt.
Man kann dieses Problem umgehen in dem man die Dünger in der Gießkanne als verdünnte Lösung ansetzt.
Ich beschreibe das Verfahren exemplarisch:
Stammlösung (NPK) 10%ig.
Stammlösung Kalksalpeter 10%ig
Düngelösung soll enthalten:
0.5g/Liter NPK +
0.2 g/Liter Kalksalpeter

Anmischen einer Gießlösung (1 Liter Wasser):
5ml NPK Stammlösung = 0,5g NPK
2ml KalkSalp. = 0.2g KS

Schritt 1.: einen Halben Liter Trinkwasser (bzw. das Gieswasser in eine leere Giess-Kanne geben.
Schritt 2.: die 5ml NPK Stammlösung hinzufügen; umrühren
Schritt 3.: die 2ml Kalksalpeter Stammlösung hinzufügen; umrühren
Schritt 4.: die Gießkanne auf 1 Liter auffüllen, umrühren, fertig zum Giessen
Zuletzt geändert von Spunk am 14.12.2010, 16:07, insgesamt 4-mal geändert.
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Re: Grundlagenartikel – Mineralische Düngung

Beitrag von Spunk » 09.12.2010, 20:23

4. Der von Holger beschriebene Tomatenweg in der Düngung:

http://www.bonsai-fachforum.de/viewtopi ... =8&t=22787

Holger hat auf Anschauliche Weise eine Methode beschrieben wie man unter Zuhilfenahme von Thomasphosphat (NPK: 0-8-15) und Schwefelsauerem Ammoniak (Ammoniumsulfat) eine Düngemischung herstellt.
Die Methode ist in meiner Tabelle enthalten, dazu nutz man die Zeile 16 (Thomasphosphat) und die Zeile 20 als Stickstofflieferant. Da ich die Benutzung von Ammouniumsulfat aber nur bei mittelhartem bis hartem Wasser empfehlen würde kann man auch Kalksalpeter einsetzen wenn das Gießwasser eher weich ist (unter 10°H KH.
Allerdings muss man hierbei wiederum beachten die beiden Komponenten nicht in einer Stammlösung zusammen zu mischen da es sonst zu Ausfällungen von Kalziumphosphat kommt.
Mit der Methode die ich in Appendix 3. beschrieben habe lassen sie Ausfällungen aber verhindern.
Der Weg über reines Ammoniumnitrat bzw. Hakaphos Soft Elite bzw. Hakaphos Grün sind auch möglich und man kann alles in einer Stammlösung mischen, die Lösung ist aber für mittelhartes Wasser ab 10°H KH anwendbar.
Zusatzinfo Spurenelemente im Thomasphosphat:
Ich habe versucht herauszufinden welche Spurenelemente in welcher Menge in Thomasphosphat enthalten sind, und habe bei der Recherche allerdings keinen Hinweis darauf gefunden dass darin chelatisiertes Eisen oder Molybdän enthalten sind. Eine jährliche Gabe eines reinen Spurenelementdüngers auf Langzeitbasis (z.b. Radigen) kann hier Abhilfe leisten.

5. Grunddünger:

Grunddünger in der Herstellung von Nährlösungen sind der z.b. erwähnte Flory2 Basis Dünger mit NPK: 3-15-30. Diese Dünger sind wg. des niedrigen Ammoniumanteils für jedes Wasser verwendbar, und die Stickstoffversorgung wird mit Kalksalpeter für weiches Wasser, Ammoniumnitrat für weiches bis mittelhartes Wasser, und Ammouniumsulfat für hartes Wasser bewerkstelligt.
Aber auch andere in der Tabelle angeführten Dünger wie der Hakaphos Soft Spezial und Soft Extra sind mit den Formulierungen NPK 16-8-22 bzw: 10-20-30 ohne weiteres einsetzbar und liefern gute Grundwerte von 30-100mg/lit. Phosphat und 50-200mg/lit.
6.: Phosphatbedarf, Kalibedarf:
In der Regel ist bei Pflanzen kein übermäßiges Augenmerk auf den Phosphatgehalt in der Nährlösung zu richten. Viele Pflanzen kommen mit moderaten Werten von rund 50mg/Liter gut aus, und gedeihen prächtig.
Auf den Kaliwert im Wert Dünger kommen Erfahrungswerte die in die von Chris P. schon erwähnten N:K Verhältnis von 1:0,8 abzielen, womit eine ausreichende Versorgung mit diesem Element gewährleistet sein sollte.
Praktisch gesehen: wenn man in der Tabelle auf 100mg Stickstoff je Liter kommt ist der Kaliumwert mit 80mg/lit. sicher ausreichend, höhere Werte sind bei verholzenden Bonsai (was wohl die Mehrzahl ist) durchaus zu tolerieren da das Kalium auch die Winterfestigkeit verbessern.

6. NPK Werte (Zielwerte)

Wer eine saisonale Düngung zur gezielten Düngung plant kann mit diesen Werten arbeiten:

Im Frühjahr bis zum Austrieb: NPK 10-10-10 Dosierung 50% --> 50mg-N; 50mg-P, 50mg-K
Nach dem Rückschnitt: NPK 20-10-10 um die fehlende Blattmasse wieder zu ersetzen:
--> 80-120mg-N; 40-60mg-P, 40-60mg-K
in der generativen Phase von Juli bis September: NPK 10-20-30 od. auch 10-15-20 (diese Phase ist wichtig für die Winterfestigkeit und Resistenz gegen Krankheiten, daher niedrigerer N-Wert

Man kann auch mit einer ausgewogenen Mischung die dem Blaukorn Standard entspricht (NPK 14-10-14) das ganze Jahr über Düngen, soweit die Dosis an die Resthärte angepasst ist.

Ich habe auch noch andere Lösungen gefunden die in der Bonsaiszene kreisen, ich stelle die aber nur exemplarisch dar da es dazu keine Versuchsreihen gibt die wiederholt zitiert wurden:

..evergreen …. more nitrogen, so something rated like 3-2-1 would be ideal.
…a flowering and fruiting species, … so a 2-4-4 would be in order.
… In the early spring, choose a fertilizer high in nitrogen, such as NPK 12:6:6.
.. During the summer, use a balanced fertilizer like NPK 10:10:10, and
… reduce the nitrogen in the autumn to NPK 3:10:10
Sollten noch weitere Punkt in der Diskussion folgen nehme ich diese mit in diesen Thread mit rein.

*updated*
Vers. 1.1 ein paar kleine Fehler in der Tabelle behoben
Vers. 1.2 Düngermenge in 0.05g Schritten veränderbar, Übersichtlichkeit verbessert
Vers. 1.3 Übersichtlichkeit der Depotdüngung verbessert
Vers. 2.0 Übersichtlichkeit aller Tabellen verbessert; Thomasweg überarbeitet; Gesamtsalzmenge und Kalkwerte sind nun mit Werteabhängigen Angaben versehen um ein Feedback über die Mischungen zu erhalten; Sicherheitshinweise beigefügt

Düngerechner V 2.4 im Anhang

Literaturhinweise:

*)1: http://www.hortipendium.de/Nicht_dem_Be ... ngssysteme
http://www.hortipendium.de/Bedarfsorien ... ngssysteme
http://www.hortipendium.de/Bew%C3%A4sse ... C3%BCngung

*)2: http://www.hortipendium.de/Herstellung_ ... 3%B6sungen
*)3: http://www.smul.sachsen.de/lfl/publikat ... 3705_1.pdf

*)4: http://www.landwirtschaftskammer.de/gar ... uenger.pdf
*)5: http://www.ofnds.de/Orchideenkultur/Wasser_Dunger.pdf
*)6: http://www.hortipendium.de/Herstellung_ ... 3%B6sungen
*)7: http://www.hansa-landhandel.de/Kalk.pdf
*)8: http://www.aq-technik.de/tipps/aquarium ... haerte.php
*)9: http://www.stepsystems.de/tl_files/step ... chkeit.pdf
*)10: http://www.hortipendium.de/D%C3%BCngung_Topfpflanzen
*)11: http://www.lossl.de/_VO_951-115_06.pdf
*)12: http://www.landwirtschaft.sachsen.de/la ... uerung.pdf
Dateianhänge
NPK-Düngerechner Vers. 2.4.xls
(131.5 KiB) 741-mal heruntergeladen
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Re: Grundlagenartikel – Mineralische Düngung

Beitrag von Spunk » 09.12.2010, 20:37

Nachdem Rückfragen aufgekommen sind wie man das Schritt für Schritt berechnet mal ein Fallbeispiel:

Analysewerte des Leitungswassers (kann man überall im Inet bei den Stadtwerken erfahren):
  • Kabonathärte des Wassers: 10.8°H KH (Karbonathärte) in Zelle B2 der Excel-Tabelle eintragen
  • EC wert des Wassers: 700micro Siemens (uS)
  • Zielresthärte soll sein: 4°KH bis 5°KH
Schritt 1.: Auswählen der maximalen Düngermenge:

Die Tabelle mit Salzempfindlichkeit und max. EC-Wert der im Giesswasser sein darf:
Zalzvertraeglichkeit pdf
In dieser Tabelle kann sehen welche maximale Düngermenge abhängig von der Salzempfindlichkeit der Pflanze und dem EC-Wert (schon im Giesswasser enthaltene Salzmenge) benutzt werden kann.
Das ist bei diesem Wasser EC=700uS somit kann man bis auf 0.5 Promille Dünger = 0,5g/Liter gehen
http://www5.pic-upload.de/10.12.10/th7bqh3fe18z.jpg
Ich wähle hier den Mittleren Bereich aus (Mittlere/weniger Salzempfindliche Pflanzen, zu denen zähle ich Bonsai mal). Wacholder können auch gerne ein wenig mehr vertragen.

Schritt 2.: den geeigneten Dünger auswählen. siehe Excel Tabelle

Einfach mal ein paar Dünger in der Tabelle mit der Konzentration von 0,5g/Liter ausprobieren (Spalte H; Wert mit den Knöpfen in Spalte F anpassen) und schauen ob man als Resthärte den Wert 4 bis 5 erhält.(Zelle W29 in der Excel Tabelle)
Wenn ich den Hakaphos Blumenprofi (0.5 g/Liter) mit diesem Wasser benutze komme ich auf Resthärte: 9.3, das ist zuviel und würde auf lange Sicht den Ph-Wert in den alkalischen Bereich treiben.
Also ist dieser Dünger zu 'Soft' für dieses Wasser.
Probieren wir mal den Hakaphos Soft spezial (wieder mit 0.5g/Liter) und die Tabelle gibt mir als Resthärte an: 5.0 Das ist Perfekt.
Nach Tabelle erhält der Baum damit folgende Nährstoffe je Liter (Zelle S25; T25; U25)
N: 80mg; P:40mg; K:110mg je Liter. Das sind gute Werte.

Schritt 3.: Anwendung über das Jahr:
Von März bis Mai:
mit der Hälfte 0,25g/Liter, damit der Baum vor dem Neuaustrieb nicht zuviel Stickstoff bekommt und die Internodien zu lang werden.
Im Mai:
nach dem Rückschnitt des Bonsai im Mai kann man (für 1 Monat) vll. auf 0,6g/Liter hochgehen, damit der Baum genügend Stickstoff bekommt um die fehlende Blattmasse wieder zu ersetzen.
Juni bis September:
mit der 0.5g/Liter Formel düngen; bei großer Hitze im Sommen kann man auch auf 0,4g/Liter runtergehen weil der Baum mehr verdunstet (und damit mehr trinkt) und auch die Schale schneller austrocknet und damit die Düngerkonzentration hochschnellen läßt.
Bei dieser recht ausgewogenen Düngung ohne Stickstoffüberschuss kann man auf eine Abschlussdüngung verzichten.
Wenn über den Sommer mit N-Überangebot gedüngt wird wird der Baum geschwächt und wird anfälliger für Krankheiten und Pilze.
Ich hatte in dem Mehltauthread s. hier auch schon mal die Formulierung erwähnt nachdem der Dünger über den Sommer auch gut NPK Werte von: 5-20-30 (10-20-30) oder ähnliches betragen kann damit die Resistenz gegen Krankheiten gefördert wird. Ich werde in der nächsten Saison mit ausgesuchten Test-Bäumchen diese Formulierungen explizit antesten und von den Resultaten berichten.

Von September bis Oktober kann man (wenn mit N-Überschuss gedüngt wird) nochmal etwas Kalium geben. Ich verwende da Kalimagnesia (auch als Winterfit bekannt) (100g in 1 Liter auflösen in warmem Wasser, unlösbare Reste abfiltrieren durch einen Kaffefilter) von dieser Stammlösung gebe ich 10 ml je Liter Wasser, das enthält dann 1g Kalidünger (NPK:0-0-30)/Liter. Das macht den Baum Winterfit (nur für Outdoorbonsai).

Diese Düngemengen sind (0,5g/Liter) sind also Bewässerungsdüngungen, also bei jedem Giessen.
Alle 4 Wochen die Schale mit destilliertem oder Regenwasser giessen damit es evtl. angesammelte Salze ausspült.
Den Winterfit Dünger verwende ich 1x /Woche (Sept.-Okt.). Zwischendurch nur mit Leitungswasser.(ab September bis Oktober)
Über den Winter kein Dünger. Nur die Indoors bekommen bei mir alle 4 Wochen 1 mal eine Düngung mit 0.5-max.1g/Liter (der selbe Dünger wie im Sommer)

Regelmässig(alle 1-2 Wochen) Ph-/ und EC-Wert im Substrat messen/überprüfen damit die Schale nicht versalzt oder der Ph-Wert asus dem Lot läuft.
Zuletzt geändert von Spunk am 20.12.2010, 20:33, insgesamt 3-mal geändert.
Gruß
Oliver
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Re: Grundlagenartikel – Mineralische Düngung

Beitrag von Robert S. » 09.12.2010, 21:47

Hi Spunk (hast Du auch einen Realnamen :wink: ?)
Liest sich interessant. Bitte fortsetzen.

Servus,
Robert

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Mineralische Düngung - Substratuntersuchung

Beitrag von Spunk » 09.12.2010, 22:27

Anleitung: EC- und Ph-Wert in Bonsaischalen messen.

Es gibt, soweit mir bekannt, 3 gut funktionierende Methoden das Substrat auf ihre Variablen wie Ph-Wert und EC-Wert hin zu untersuchen.
  1. Messung direkt im Substrat; Sonde einstechen (nur bei sehr weichem, erdigen Substrat möglich)
  2. Die Probenahme aus dem Substrat und Messung in einem Glas
  3. Die Messung in der Schale mittels Messzone (auch für körniges Substrat geeignet)
1. Die Messung in der Schale bzw. direkt im Substrat:

Hierbei wird die Messsonde direkt in die Erde gesteckt bis man auf Wurzeln/Widerstand stösst. Das Erdreich sollte feucht genug sein um Messwerte zu erhalten, ohne Wasser keine Messung. Körnige Bestandteile bzw. Beimengungen im Substrat können hierbei allerdings die feinen Membranen der Messonde beschädigen und eine Reinigung nach der Messung ist zwingend und gründlich vorzunehmen:

Die Sonde mehrmals mit Leitungswasser abspülen, und anschließend nochmals mit destilliertem Wasser abspülen. Dabnach die Ph-Sonde wieder in den Köcher mit der Pufferlösung stecken damit die Membrane nicht austrocknet

2. Probenahme Methode:

Bei dieser Methode nimmt man aus einer oder mehreren Schalen eine Bodenprobe, und mischt diese mit destilliertem Wasser. Das Verfahren funktioniert folgendermaßen:

Man nimmt ein Glasgefäß mit weitem Hals (z.b. sauberes Gurken-/ oder Marmeladenglas) und ca. 300 bis 500ml Fassungsvermögen.
Dann füllt man einfach 200ml Leitungswasser ein und markiert den Pegel am Glas (soweit noch keine Volumen-Markierungen vorhanden sind)
  • eine Markierung bei 200ml Füllmenge
  • und eine zweite Markierung bei 300ml mit einem Filzschreiber (kleiner Aufkleber o.ä.)
Dann leert man das Glas wieder, füllt 200ml destilliertes Wasser ein, und füllt mit Substrat auf bis zur 300ml Markierung.
Ich halte es an dieser Stelle für vertretbar, auch kleinere Mengen Wasser bzw. Erde zu nehmen, bis runter zu 20ml:30ml (20ml Aqua dest. und Auffüllen auf 30ml), da bei Bonsais häufig nur kleine Volumina zur Probenahme zur Verfügung stehen.
An den Messwerten ändert das kaum etwas, wenn auch das aber weniger repräsentativ, da es sich um eine kleine Stichprobe aus dem Substrat handelt.
Zur Probenahme eignet sich die Erde, die sich in Wurzelnähe befindet, da sich nur dort repräsentative Wechselwirkungen mit der Pflanze und dem Dünger abspielen; Bodenproben von der Schalenoberfläche werden sehr wahrscheinlich weniger aussagefähige Ergebnisse hervorbringen.

Nun Weiter zur EC-Messung:

Die Probe wird dann eine Minute geschüttelt und anschließend EC-Wert gemessen in dem man die Sonde eintaucht und wartet, bis die Anzeige einen gleich bleibenden Wert anzeigt.

Den Ph-Wert in dieser Probe messen:

Hierbei habe ich im Netz dazu Mengenangaben von 50g Erde + 100ml dest. Wasser als Richtschnur gefunden. Allerdings wurde hier erst nach einer Stunde gemessen (zwischendurch 1x schütteln) damit sich ein Gleichgewicht einstellt und der Messwert halbwegs genau ist.
Inwiefern die Komponenten der Lösung aller Bestandteile über einen Zeitraum von einer Stunde wirklich ausschlaggebend für genaue Messwerte ist, kann ich an dieser Stelle nicht beurteilen, da ich zur Zeit noch nicht über ein elektronisches Messgerät verfüge und mit Ph-Messstreifen (Lackmuspapier) messe (auch wenn´s nicht ultragenau ist)

Hier noch ein paar Infos dazu:
Quelle


3. die Messung in der Schale (bei granuliertem/körnigem Substrat):

Bei dieser Methode die von Christian P. (Danke für diesen Tipp!) als Methode zur Bestimmung der Messwerte in Schalen benutzt wird:

Wenn man die gut drainierenden Substrate verwendet, die oft zum Einsatz kommen, stößt man auf die Problematik keine Sonde ins Erdreich stecken zu können, die brauchbare Werte liefern weil sich das "Korn" schlecht messen lässt, Messonden sind für flüssige Medien konstruiert.

Dieses Dilemma lässt sich aber umgehen:
Beim pflanzen oder Umtopfen des Baums steckt man einfach ein Rohr mit 3-6 cm Durchmesser (z.b. Klorollen Papprohr oder Küchekrepprolle; Alufolienpapprolle o.ä.) senkrecht in die Schale und füllt dann das Substrat ein. Der entstehende Hohlraum in der Pappröhre wird dann mit Torf (oder was auch immer man als org. Substrat benutzt) aufgefüllt, von oben einen Stempel (Hammerstiel o.ä.) in das Rohr drücken und das Rohr nach oben rausziehen.
Jetzt hat man eine Säule (siehe Zeichnung) die aus weichem Substrat besteht in die man die Sonde einstechen kann. Diese Messstelle dient als Referenzpunkt der bis zum Schalen-/Topfgrund reicht und eine Ph-/ bzw. EC-Messung ermöglicht.
Da bei jedem Giessen oder Düngen diese Messstelle geflutet wird, spielen sich i.d. Regel dieselben chemischen Reaktionen ab wie in anderen Bereichen der Schale, und ist damit repräsentativ für eine Messung.
Diese Messstelle sollte sich etwa in der Mitte zwischen Baum und Schalenrand befinden und kann für Ausstellungen aus optischen Gründen mit Mooskissen o.ä. abgedeckt werden.
Zuletzt geändert von Spunk am 20.12.2010, 20:31, insgesamt 1-mal geändert.
Gruß
Oliver
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Re: Grundlagenartikel – Mineralische Düngung

Beitrag von Arkadius » 20.12.2010, 14:30

Spunk hat geschrieben:NRegelmässig (alle 1-2 Wochen) Ph-Wert messen und EC-Wert im Substrat überprüfen damit die Schale nicht versalzt.

Reserviert

Ec-Wert und Ph-Wert im Substrat messen (eine Anleitung):

.
.
. ... in Arbeit
.
.
Hallo Oliver.

Ich warte ja schon ganz gespannt auf den weiteren Teil...

Gruß

Arkadius
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Re: Grundlagenartikel – Mineralische Düngung

Beitrag von zopf » 20.12.2010, 14:54

Hallo Oliver
Erst mal viel Respekt für die Arbeit die Du Dir gemacht hast.
Allerdings muss ich das Ganze noch ein paar Mal lesen
um es zu verstehen.
mfG Dieter
cogito ergo pups

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Re: Mineralische Düngung - Substratuntersuchung

Beitrag von Arkadius » 21.12.2010, 13:52

Spunk hat geschrieben:Anleitung: EC- und Ph-Wert in Bonsaischalen messen.
Da hat der Oliver klammheimlich den letzten Teil seines Grundartikels ergänzt und niemandem was davon gesagt...

Noch mal vielen Dank für diesen tollen Artikel und die darin investierte Arbeit. Da steht einem für das nächste Jahr nichts mehr im Wege...

Gruß

Arkadius
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Letzter Teil - Zusammenfassung

Beitrag von Spunk » 22.12.2010, 18:13

Zusammenfassung:
  • Wisse welchen EC-Wert und Kalkgehalt dein Wasser hat
  • Die gängigsten Methoden zur Düngung sind:
  1. Depotdüngung (mit Mineralischen oder organischen Düngern)
  2. Bewässerungsdüngung
  3. Intervalldüngung
1.:
Nach Angaben des Herstellers das Substrat mit dem Dünger mischen bzw. auflegen, Berechnungshilfen gibt´s in der Excel-Tabelle. Die Anwendungsmenge liegt bei 3-5g/Liter Substrat bei Osmocote-Düngern (gibt´s von versch. Herstellern), Gebrauchsanleitung der Hersteller beachten!!

2.:
Bei der Bewässerungsdüngung wird gemäß der Kalkmenge im Wasser ein Grunddünger der nur wenig Stickstoff enthält mit einem reinen Stickstoff Dünger gemischt, dabei sind die 3 Grundsorten für verschiedene Härtebereiche einsetzbar:
  • Für weiches Wasser bis 10°dH KH (Karbonathärte): Kalksalpeter (Kalziumnitrat)
  • Für mittelhartes Wasser von 5° KH bis 15°KH: Ammoniumnitrat
  • Für Hartes Wasser ab 15° KH: Ammoniumsulfat: schwefelsaures Ammonium
3.:
Die Mengen an Dünger bei der Intervalldüngung ergeben sich grundsätzlich aus der Berechnung für die Bewässerungsdüngung.
Wenn die Berechnung für eine Bewässerungsdüngung einen Wert von 0.5g/Liter Gießwasser ergibt kann man (abhängig vom Gießintervall) 1x pro Woche mit 1gramm/Liter gießen und zwischendurch 1x mit Leitungswasser ohne Dünger. Hierbei wird der Dünger um die Hälfte verdünnt und ergibt damit die gleiche Menge an Dünger.
Im Sommer wenn häufiger gegossen werden muss, kann das Düngeintervall beibehalten werden, da durch die hohe Verdunstung der Dünger aufkonzentriert und daher ohne Probleme bis zu 4x wöchentlich (1x mit, 3x ohne Dünger) gegossen werden kann.

NPK Werte:
Für die Pflanzen gelten folgende Formulierungen:

bedürftige Pflanzen (starker Rückschnitt im Mai): 60-120mg-Stickstoff/Liter
das heißt zum Beispiel: NPK: 80mg; 50mg; 80mg oder 100-60-90 oder auch 60-30-50
weniger bedürftige Pflanzen (kaum Rückschnitt bzw. Pinzierung): 40-80mg- Stickstoff/Liter
z.b. NPK: 40-20-40; oder 80-40-70 und ähnliche Formulierungen

Man kann die NPK-Werte (in Milligramm pro Liter) leicht der Excel Tabelle entnehmen, wobei nach einem starken Rückschnitt mit NPK-Verhältnissen von 2:1:1 gearbeitet wird.
Ohne starke Rückschnitte sind ausgewogene NPK-Verhältnisse von:

• 1:1:1 bzw.
• 1,0:0,5:0,8 bis 1:1:0,8 (dank an Chris P. für die Info)
• oder auch für die Förderung der Resistenz gegen Krankheiten mit 1:2:3 gearbeitet werden.

Ich kann an dieser Stelle leider keine konkreten Werte aufzeigen, da sich die Literatur größtenteils über diese Werte ausschweigt.
Das liegt u.a. auch daran dass in Baumschulen (davon abgesehen dass die Pflanzen gut gedeihen sollen) in der Regel mit granulierten Langzeit Düngern wie Blaukorn gearbeitet wird.
Durch Niederschlag und die Art und Häufigkeit der Bewässerung sind Freilandkulturen oft praktischer mit Langzeitdüngern zu düngen als mit Bewässerungsdüngungen oder Intervalldüngung.

Wer über den Sommer mit erhöhten Stickstoffwerten arbeitet sollte im Frühherbst eine Kaliumbetonte Düngung anstreben um dem Baum genügend Winter-/Frostfestigkeit zu verleihen (auch wenn diese Theorie auch bei Fachleuten kontrovers diskutiert wird)
Wer ausgewogen düngt, kann auf eine Kaliumbetonte Düngung im Herbst verzichten. * (Dank an Martin Sturm für diese Info)

Man sollte folgende Dinge beim Ungang mit mineralischen Düngern immer im Auge behalten:
  • Im Zweifelsfall lieber weniger als zuviel düngen
  • Wenn man mal vergisst zu Düngen, nicht mit der doppelten Menge nachdüngen, dann einfach mal das Düngen aussetzten, da …
  • so manch ein Baum ein Jahr auch ohne Dünger ausgekommen ist ohne gleich zu sterben
  • trockenes Substrat vor dem Düngen wässern
  • Bewässerungsdüngung von 1g/Liter oder mehr sind nur unter kontrollierten Bedingungen in Treibhäusern und Ebbe-Flut Systemen realisierbar
  • Eine Faustformel von 0,25 bis 0,6 Gramm pro Liter Bewässerungsdüngung bzw. 0,5 bis 1,5 Gramm bei Intervalldüngung sind für Bonsai akzeptabel
  • Sauerstoffmangel im Gießwasser führt bei der Nitrifikation von Ammonium hin zum Nitrat zur Bildung von Nitrit, welches toxisch auf Wurzeln wirkt. Dünger die weniger oder gar kein Ammonium bzw. Harnstoff enthalten vermindern das Risiko der Bildung von Nitrit im Substrat
  • bei Temperaturen von 25°C und mehr enthält Wasser nur noch sehr wenig Sauerstoff, auch wenn das Substrat gut durchlüftet ist, kann bei Ammonium- oder Harnstoffanteilen im Dünger Nitrit im Substrat gebildet werden. Es drohen dann Wurzelschäden!
  • man kann sich an die richtige Menge an Dünger über die Blattfarbe nach dem Austrieb orientieren: färben sich frische Blätter nicht innert 2-3 Wochen dunkelgrün liegt ein Stickstoffmangel vor, dann tastet sich man in 20% Schritten einer höheren Dosis an bzw. benutzt einen Stickstoffbetonten Dünger bis alle neuen Blätter von hellgrün nach satt grün umschwenken.
  • kleinere Bäume haben weniger Reserven als große, ein Mangel an Nährstoffen wird unmittelbarer erfolgen als bei 20kg Brummern
  • Eine Aufrecherhaltung von ausgewogenen NPK-Werten sichert dem Baum Reserven die er im Frühjahr für den Neuaustrieb nutzt, bekommt der Baum im Spätsommer kein Stickstoff mehr wird der Neuaustrieb im Frühjahr schwächer sein, daher kann man durchaus bis Mitte Oktober weiter ausgewogen Düngen
  • Tropische Bäume bekommen im Winter 1x Monatlich Dünger
  • Subtropische und Bäume aus gemäßigten Zonen bekommen keinen Dünger in der Winterpause
  • Regelmäßig das Substrat auf Ph-Wert und EC-Wert hin untersuchen, das vermindert das Risiko von Salzstress und Ph-Wert Schwankungen welche die Micronähstoffaufnahme erschwert
  • Bei Ph-Wert Abweichungen im Substrat kann man mit Kohlensaurem Kalk bzw. Schwefelsaurem Ammoniak den Ph-Wert senken bzw. erhöhen
  • Bei zuviel Salz in der Schale mit destilliertem Wasser gießen, kann man auch regelmässig 1x im Monat machen um überschüssiges Salz auszuspülen
  • durchlässiges Substrat verhindert Staunässe
  • Zugaben von Zeolith oder Chabasit im Substrat helfen aufgrund der Kathionenaustausch-Fähigkeit den Ph-Wert im Substrat zu stabilisieren, dieses Material hat nur 20% Wasserspeicherkapazität im Gegensatz zu Blähtonbruch oder Lava mit bis zu 40%, höhere Anteile machen das Substrat "trockener"

Tabelle überarbeitet: die Berechnung von Düngern die pro Fläche bzw. pro Liter Substrat verabreicht werden sind nun übersichtlicher

*:
- der Verfasser übernimmt keine Verantwortung für Schäden
- Immer die Anleitungen der Hersteller beachten
- Dünger nicht in der Küche anmischen, Kontakt zu Lebensmitteln vermeiden
- Irrtümer vorbehalten
Gruß
Oliver
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AJA
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Re: Grundlagenartikel – Mineralische Düngung

Beitrag von AJA » 24.07.2012, 14:38

Uau... Bin total fasziniert, aber auch erschlagen.. Düngen soll einfach sein? Das ist ja eine Wissenschaft für sich. Jetzt weis ich als Greenhorn noch weniger als vorher wie ich zu düngen habe, aber Respekt vor dieser "Dissertation"

LG
Armand

Ded
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Re: Grundlagenartikel – Mineralische Düngung

Beitrag von Ded » 04.04.2013, 13:57

Hallo zusammen,
ich habe mich jetzt eingehender mit dem Thema beschäftigt, da ich nach einem Umzug feststellen musste, dass durch das nun härtere Wasser durchaus Probleme bei meinen Bäumen auftraten.
Ich möchte euch gerne meine Berechnungen zeigen, und habe noch eine Frage zur Düngertabelle von Spunk.
Folgende Werte entnehme ich der Wasseranalyse des Wasserwerkes:
pH 7,62
EC 547 mikroS/cm = 0,547 mS/cm.
KH 8,79 °dH
Gesamthärte 11,42 °dH
Natrium 25 mg/l
Cl 43 mg/l

Daraus habe ich die Gesamtsalzkonzentration von 317,26 mg/l errechnet. Also können in meinem Dünger noch 183 mg/l Salze enthalten sein (weil ja 500 mg/l möglichst nicht überschritten werden sollen).

Jetzt weiß ich (bzw. meine ich verstanden zu haben):
mit der Karbonathärte 8,79 °dH liege ich 3,79 °dH über 5 °dH, heisst mein Dünger sollte je 1 dH 10 mg mehr NH4 als NO3 enthalten.
Der EC Wert der fertigen Düngelösung sollte bei 0,8 mS/cm2 sein.
Die Restkarbonathärte sollte bei 4 - 5 °dH liegen, um als pH Puffer wirken zu können.

Nehme ich jetzt die Excel Tabelle von Spunk, kann ich erkennen, dass für meine Angabe der KH der Hakaphos Soft Plus oder Soft Spezial die gewünschte Restkarbonathärte ergibt. Ausserdem wird die Gesamtnährsalzmenge als in Ordnung angegeben, ich hänge einen entsprechenden Screenshot an.

Meine Frage an die erfahreneren Düngeranwender ist:
Hab ich da jetzt irgendeinen Fehler drin, oder ist das so richtig mit der Düngerauswahl? Ich kann jetzt nicht erkennen, ob der EC Wert der fertigen Düngelösung 0.8 mS/cm beträgt, aber sonst scheinen die Werte zu stimmen.

Viele Grüße, Tina

Ded
Beiträge: 22
Registriert: 29.12.2007, 12:46

Re: Grundlagenartikel – Mineralische Düngung

Beitrag von Ded » 04.04.2013, 14:00

Hier der beispielhafte Screenshot aus der Spunk-Tabelle
Dateianhänge
Bild1.png
Bild1.png (88.05 KiB) 5737 mal betrachtet

Campestre
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Registriert: 15.01.2011, 23:46

Re: Grundlagenartikel – Mineralische Düngung

Beitrag von Campestre » 04.04.2013, 21:46

Vielen Dank für deine Arbeit Oliver!
Das wird mir und vielen anderen weiterhelfen!

Gruß, Johannes

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