Hallo
Um Unsere mehr oder weniger kleinen Bäumchen
im von uns gewünschten oder angestrebten Rahmen zu halten
müssen wir die Wuchskraft steuern.
Steuern bedeutet in diesem Zusammenhang, grob beschrieben,
Schwächung der starken und Förderung der schwachen Bereiche.
Welche Möglichkeiten kennt Ihr, wendet Ihr an
und wie sind Eure Ergebnisse ?
mfG Dieter
Wuchskraft steuern
Wuchskraft steuern
cogito ergo pups
- heinz leitner
- Beiträge: 1022
- Registriert: 05.04.2006, 19:21
- Wohnort: Wien
Re: Wuchskraft steuern
Hallo Dieter
Keiner antwortet...
Ich fang mal an.
Die Wuchskraft steuern, durch gezielen Schnitt gehört doch zum täglichen Geschäft unseres Hobbys.
Bei Laubbäumen schneide ich meistens oben bis auf ein Blatt zurück und im unteren Bereich auf 2-3 Blatter zurück.
Auch bei Nadelbäumen nimmt man nur die starken Kerzen zurück oder weg um die Wuchskraft zu steuern.
Besonders aufpassen muss ich bei meinen Kerbbuchen.
Die legen, wenn man nicht gegensteuert, alle Kraft in den Kronenbereich und die unteren Triebe verkahlen.
Auch habe ich einen grossen Feldahorn wo beim ersten Austrieb heuer die Blätter durch Milben beschädigt wurden.
Also habe ich einen kompletten Blattschnitt durchgeführt(ist ja auch Wuchskraftsteuerung)und jetzt hat er herrlich kleine Blätter hervorgebracht.
Das sind mal meine ersten Gedanken dazu.
Gruss Heinz
Keiner antwortet...
Ich fang mal an.
Die Wuchskraft steuern, durch gezielen Schnitt gehört doch zum täglichen Geschäft unseres Hobbys.
Bei Laubbäumen schneide ich meistens oben bis auf ein Blatt zurück und im unteren Bereich auf 2-3 Blatter zurück.
Auch bei Nadelbäumen nimmt man nur die starken Kerzen zurück oder weg um die Wuchskraft zu steuern.
Besonders aufpassen muss ich bei meinen Kerbbuchen.
Die legen, wenn man nicht gegensteuert, alle Kraft in den Kronenbereich und die unteren Triebe verkahlen.
Auch habe ich einen grossen Feldahorn wo beim ersten Austrieb heuer die Blätter durch Milben beschädigt wurden.
Also habe ich einen kompletten Blattschnitt durchgeführt(ist ja auch Wuchskraftsteuerung)und jetzt hat er herrlich kleine Blätter hervorgebracht.
Das sind mal meine ersten Gedanken dazu.
Gruss Heinz
Re: Wuchskraft steuern
Hallo Leute,
Der Heinz hat ja schon einiges erwähnt, was ich auch gerne bei Nadelbäumen mit dichten Etagen anwende ist das positionieren von Spiegeln rund um die Pflanze, um mehr Licht an die unteren Bereiche zu bringen!
Ist mir mal vor Jahren so eingefallen und hat sich schon bewährt!
lg Stefan
Der Heinz hat ja schon einiges erwähnt, was ich auch gerne bei Nadelbäumen mit dichten Etagen anwende ist das positionieren von Spiegeln rund um die Pflanze, um mehr Licht an die unteren Bereiche zu bringen!
Ist mir mal vor Jahren so eingefallen und hat sich schon bewährt!
lg Stefan
Stillstand ist Rückschritt
Re: Wuchskraft steuern
Hallo, Ihr Lieben,
Um schwache Bereiche zu stärken ist es ein sehr probates Mittel, Opferäste lang und kräftig wachsen zu lassen und nach erreichtem Ziel erst wieder zurückzuschneiden.
Eine andere bewährte Maßnahme ist ein partieller Blattschnitt: starke Bereiche entlauben, an schwachen Bereichen dagegen das Laub zu belassen.
Liebe Grüße,
Heike
Um schwache Bereiche zu stärken ist es ein sehr probates Mittel, Opferäste lang und kräftig wachsen zu lassen und nach erreichtem Ziel erst wieder zurückzuschneiden.
Eine andere bewährte Maßnahme ist ein partieller Blattschnitt: starke Bereiche entlauben, an schwachen Bereichen dagegen das Laub zu belassen.
Liebe Grüße,
Heike
-
Totoro
Re: Wuchskraft steuern
Hallo Leute,
bei Kiefern steuere ich so. Bsp. 10 jährige Jungpflanze. Vom Frühjahr bis Mitte Juli alle triebe ungehemmt loswachsen lassen. 20. Juli Rückschnitt aller starken Triebe auf ca 1- 4 nadelpaare. Alle für die gestaltung ungeeigneten Triebe ganz entfernen. Triebe mittlerer Wuchskraft dürfen mehr Nadelpaare als die Starken behalten. Schwache Triebe bleiben, egal wo, unberührt. In der Spitze der Krone kürze ich noch die zweijährigen nadeln. Schwache Kronenteile dürfen alle nadeln behalten. Im laufe der jahre gleicht sich so die Trieblänge an. Da die Primäräste im Verhältnis schneller dicken als der Stamm, lasse ich in der Kronenspitze einen Opferleittrieb 2 Sommer durchwachsen.Diesen entnadele ich aber im unteren drittel seiner Länge um Beschattung zu minimieren.
Durch seine Entfernung erhalte ich zusätzliche Rückknospung bei einer noch hinzunehmenden Schnittwunde. Opferäste im unteren Bereich funktionieren bei P. sylvestris nicht wirklich. Die Apikaldominanz ist viel zu ausgeprägt. Nur in der Spitze der Krone erhält man ausreichende Trieblängen und damit direkte Verdickung des Stammes. Die Verjüngung des Stammes erzielt man durch die beschriebene Förderung der unteren Äste. So gelingt es, das sich die Trieblängen der unterschiedlichen Kronenbereiche einander annähern. Unbedingt muss man jede Beschattung unterer nadelpolster vermeiden. Stets wird der baum versuchen einen dominanten Gipfel zu entwickeln, so das man nie zur ruhe kommt.
Das sind meine bescheidenen Erfahrungen.
grüße
Dirk
bei Kiefern steuere ich so. Bsp. 10 jährige Jungpflanze. Vom Frühjahr bis Mitte Juli alle triebe ungehemmt loswachsen lassen. 20. Juli Rückschnitt aller starken Triebe auf ca 1- 4 nadelpaare. Alle für die gestaltung ungeeigneten Triebe ganz entfernen. Triebe mittlerer Wuchskraft dürfen mehr Nadelpaare als die Starken behalten. Schwache Triebe bleiben, egal wo, unberührt. In der Spitze der Krone kürze ich noch die zweijährigen nadeln. Schwache Kronenteile dürfen alle nadeln behalten. Im laufe der jahre gleicht sich so die Trieblänge an. Da die Primäräste im Verhältnis schneller dicken als der Stamm, lasse ich in der Kronenspitze einen Opferleittrieb 2 Sommer durchwachsen.Diesen entnadele ich aber im unteren drittel seiner Länge um Beschattung zu minimieren.
Durch seine Entfernung erhalte ich zusätzliche Rückknospung bei einer noch hinzunehmenden Schnittwunde. Opferäste im unteren Bereich funktionieren bei P. sylvestris nicht wirklich. Die Apikaldominanz ist viel zu ausgeprägt. Nur in der Spitze der Krone erhält man ausreichende Trieblängen und damit direkte Verdickung des Stammes. Die Verjüngung des Stammes erzielt man durch die beschriebene Förderung der unteren Äste. So gelingt es, das sich die Trieblängen der unterschiedlichen Kronenbereiche einander annähern. Unbedingt muss man jede Beschattung unterer nadelpolster vermeiden. Stets wird der baum versuchen einen dominanten Gipfel zu entwickeln, so das man nie zur ruhe kommt.
Das sind meine bescheidenen Erfahrungen.
grüße
Dirk
Re: Wuchskraft steuern
Hallo
Zu den Opferästen mal etwas andere Vorgehensweisen
Beim Shishi wird der Opferast nicht abgeschnitten,
da die schrittweise "Saftumlenkung" durch das Abmoosen
zu stärkerem Wachstum der zukünftigen Spitze führt
und das Risiko des Zurücktrocknens gemindert wird.
Beim Mikawa wird die Spitze des Triebes wachsen gelassen
und nur die dazwischen liegenden Blätter werden entfernt.
Die hinteren Konspen werden gestärkt und man nähert sich 2 Zielen etwas schneller.
Bei der Sylvestris wurden die letztjährigen Nadeln im oberen Bereich
schon recht früh entfernt, was ausgleichend auf die Wuchskraft wirkt
ohne an den Kerzen oder neuen Trieben arbeiten zu müssen.
Das sind aber nur Beispiele für die Variationsmöglichkeiten
zur leichten Steuerung der Wuchskraft.
mfG Dieter
Zu den Opferästen mal etwas andere Vorgehensweisen
Beim Shishi wird der Opferast nicht abgeschnitten,
da die schrittweise "Saftumlenkung" durch das Abmoosen
zu stärkerem Wachstum der zukünftigen Spitze führt
und das Risiko des Zurücktrocknens gemindert wird.
Beim Mikawa wird die Spitze des Triebes wachsen gelassen
und nur die dazwischen liegenden Blätter werden entfernt.
Die hinteren Konspen werden gestärkt und man nähert sich 2 Zielen etwas schneller.
Bei der Sylvestris wurden die letztjährigen Nadeln im oberen Bereich
schon recht früh entfernt, was ausgleichend auf die Wuchskraft wirkt
ohne an den Kerzen oder neuen Trieben arbeiten zu müssen.
Das sind aber nur Beispiele für die Variationsmöglichkeiten
zur leichten Steuerung der Wuchskraft.
mfG Dieter
cogito ergo pups
-
Totoro
Re: Wuchskraft steuern
Hallo Stefan,
die Idee mit den Spiegeln macht Sinn. Für das Überleben der inneren und unteren Kronenbereiche der lichthungrigen Kiefern ist ja eher die Beschattung begrenzend als die Apikaldominanz.
Gruß
Dirk
die Idee mit den Spiegeln macht Sinn. Für das Überleben der inneren und unteren Kronenbereiche der lichthungrigen Kiefern ist ja eher die Beschattung begrenzend als die Apikaldominanz.
Gruß
Dirk


