Umgang mit Sternmoos

Spezielle Baumpflege z.B. düngen, umtopfen, Erden, ein- und auswintern, Pflanzenschutz
Hnuller
Beiträge: 8
Registriert: 22.09.2008, 10:21
Wohnort: Ellweiler RLP

Umgang mit Sternmoos

Beitrag von Hnuller » 27.08.2013, 19:50

Guten Abend

Ich bin schon einige Jahre hier im Forum habe aber aus Zeitgründen mich weder um meine Baume noch um das Forum kümmern können. Das wird sich aber ändern.

Ich habe ein Problem mit Sternmoos in einigen Töpfen. Es ist nicht weg zu kriegen. Weder mit Umtopfen noch mit mechanisch also rauszupfen. Auch Lebermoos ist genau so eine Plage, nicht weg zu bekommen.

Meine Frage ist, wie geht geht ihr damit um? Lasst ihr das walten wie es will oder wird es bekämpft und wenn ja mit was.

Es geht hier um Kiefern die schon ettliche Jahre im Topf sind und eine schöne Moosschicht haben die aber von den beiden anderen Moose zum Teil überdeckt werden.

Ich bin für jeden Tipp dankbar.

Fotos kann ich zur Zeit keine einstellen, das ist mit dem jetzigen PC von der Leistung nicht möglich. Im September werde ich aber meine Bäume dann vorstellen.
nicht vom Leben träumen, sondern Träume erleben

Benutzeravatar
xistsixt
Beiträge: 830
Registriert: 16.06.2010, 21:07
Wohnort: am aletschgletscher
Kontaktdaten:

Re: Umgang mit Sternmoos

Beitrag von xistsixt » 27.08.2013, 21:09

Hallo

Ich zupf das Sternmoos immer raus wenn es sich noch nicht so verbreitet hat. Am Anfang geht das eigentlich immer gut solange man nicht nachlässig wird. Ich habs sogar mal mit nem Bunsenbrenner weggebrannt. Hat auch gut geklappt, man muss nur vorsichtig sein nichts falsches zu verkohlen. Mir ist aufgefallen das wenn sich richtiges Moos ausbreitet das das Sternmoos oft vom richtigen Moos vertrieben wird.

Gruss Vali
"Character is like a tree and reputation like a shadow.
The shadow is what we think of it; the tree is the real thing."

- Abraham Lincoln

Benutzeravatar
Adrian G.
Beiträge: 38
Registriert: 03.08.2013, 18:59

Re: Umgang mit Sternmoos

Beitrag von Adrian G. » 27.08.2013, 21:11

Hallo,
handhabe das mit dem Moos immer so das ich jede Woche oder beim gießen unerwünschte Moossorten oder Gräser sofort entferne, mit der Pinzette oder einfach mit den Fingern.

Vielleicht spühlst du beim nächsten umtopfen das Substrat mit einem Wasserschlauch aus den Wurzeln und entfernst mit einem Pinsel oder weichen Bürste (für Zündkerzen) das Substrat und die Moos Reste gründlich am Wurzelansatz. Mit Wasser wieder alles Spühlen und den Baum mit neuen unbelasteten Substrat wieder einpflanzen.

Mfg Tim

Benutzeravatar
Adrian G.
Beiträge: 38
Registriert: 03.08.2013, 18:59

Re: Umgang mit Sternmoos

Beitrag von Adrian G. » 27.08.2013, 22:11

Habe das hier in einem anderen Thema gefunden:

von Eva Warthemann "Das eine ist Sternenmoos und das andere ist Lebermoos, welches auf ein verdichtetes saueres Substrat hinweist.Es sollte unbedingt mit entfernt werden und das Substrat sollte baldmöglichst gewächselt werden"

Benutzeravatar
Heike_vG
Beiträge: 21715
Registriert: 04.09.2005, 20:30
Wohnort: Norddeutschland
Kontaktdaten:

Re: Umgang mit Sternmoos

Beitrag von Heike_vG » 28.08.2013, 09:49

Hallo, Ihr Lieben,

immer entfernen, das Sternmoos! Hartnäckig dranbleiben, das ist Routine und gehört zur Bonsaipflege.
Das Zeug hat ein derartig einnehmendes Wesen und so tiefe Wurzeln, das darf sich nicht einnisten. Und wenn es sich ausbreitet sieht es auch noch furchtbar aus.
Beim gründlichen Umtopfen ist es in der Regel nicht schwierig, es richtig zu entfernen. Danach immer jedes kleine wieder auftauchende Pflänzchen sofort entfernen.
xistsixt hat geschrieben:Mir ist aufgefallen das wenn sich richtiges Moos ausbreitet das das Sternmoos oft vom richtigen Moos vertrieben wird.
Das ist bei mir leider umgekehrt, da tendiert das Sternmoos dazu, das schöne Moos zu überwuchern und zu verdrängen.

Auch Lebermoos ist eine Plage, ebenfalls immer dranbleiben beim Entfernen. Das Zeug stülpt sich sogar ganz unverschämt über die Düngerpellets!
Es bildet sich auf relativ feuchtem Substrat und ja, gerade bei etwas saurem (nicht notwendigerweise nur auf verdichtetem) Substrat, was wir bei Azaleen z.B. auch wollen. Da ich überwiegend mit Regenwasser gieße, muss ich bei manchen Baumarten ab und zu Kalk geben und da sieht man dann gleich, dass das dem Lebermoos nicht gefällt.
Lässt man das Lebermoos sich ausbreiten, dann wirkt es wie eine Plastikfolie auf der ganzen Substratoberfläche, hält die Erde erst recht zu nass und die Kontrolle wird praktisch unmöglich.

Also am besten täglich oder wenigstens alle paar Tage die sich zeigenden Unkräuter sofort entfernen. In japanischen Bonsaibetrieben gehört es zu den täglichen Aufgaben der Lehrlinge, jedes Unkräutlein sofort zu beseitigen.

LG, Heike
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...

AK Hamburg & Umland

Benutzeravatar
Marco_H
Beiträge: 328
Registriert: 04.05.2010, 14:42
Wohnort: Westerwald

Re: Umgang mit Sternmoos

Beitrag von Marco_H » 28.08.2013, 17:36

...und nicht ohne Grund heißt das Sternmoos in Japan auch "Die Tränen des Lehrlings". :cry:
Gruß aus dem Westerwald

Marco

Bonsai ist die Kunst der Zeit!

Benutzeravatar
xistsixt
Beiträge: 830
Registriert: 16.06.2010, 21:07
Wohnort: am aletschgletscher
Kontaktdaten:

Re: Umgang mit Sternmoos

Beitrag von xistsixt » 28.08.2013, 19:47

Hallo
Heike_vG hat geschrieben:
xistsixt hat geschrieben:Mir ist aufgefallen das wenn sich richtiges Moos ausbreitet das das Sternmoos oft vom richtigen Moos vertrieben wird.
Das ist bei mir leider umgekehrt, da tendiert das Sternmoos dazu, das schöne Moos zu überwuchern und zu verdrängen.
Das ist interessant! vielleicht ist es nicht das gleiche Moos? Ich habe mal ein Bild angehängt. Das ist ein Malus dessen Topf voll war mit Sternmoos, das war vor 2 Jahren. Weil ich ihn auch etwas vernachlässigt habe kams überhaupt so weit. Aber auf einmal war immer weniger Sternmoos übrig. Die Braune Fläche ist vom Dünger muss ich dazu noch sagen. Sternmoos gibt's nicht mehr viel. Auch dieses Jahr habe ich hier nichts ausgezupft. Das einzige ist das ich die Blüten vom Sternmoos abgezupft habe damit sie sich nicht in andere Töpfe einsähen. Wobei das wieder an der Zeit wäre...

Gruss Vali
Dateianhänge
IMG_3135.JPG
"Character is like a tree and reputation like a shadow.
The shadow is what we think of it; the tree is the real thing."

- Abraham Lincoln

Benutzeravatar
Heike_vG
Beiträge: 21715
Registriert: 04.09.2005, 20:30
Wohnort: Norddeutschland
Kontaktdaten:

Re: Umgang mit Sternmoos

Beitrag von Heike_vG » 28.08.2013, 20:00

Hallo Vali,

das kann ich mir schon gut vorstellen, dass es bei Euch in den Bergen ganz anderes Moos gibt als in der norddeutschen Tiefebene!
Oder Du hast einen Dünger, den das Sternmoos nicht verträgt. Keine Ahnung! Leider hatte ich den Effekt noch nie, dass das Sternmoos freiwillig den Rückzug antritt.
Daher bin ich immer schön fleißig hinterher. :roll: :lol:

Liebe Grüße,

Heike
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...

AK Hamburg & Umland

Hnuller
Beiträge: 8
Registriert: 22.09.2008, 10:21
Wohnort: Ellweiler RLP

Re: Umgang mit Sternmoos

Beitrag von Hnuller » 28.08.2013, 20:08

Jetzt hatte ich eine Antwort geschrieben und sie ist weg.

Ich danke euch für die Tipps und werde morgen die Antwort wiederholen.
nicht vom Leben träumen, sondern Träume erleben

Berndbonsai
Beiträge: 824
Registriert: 05.04.2007, 15:11
Wohnort: zwischen Neckar und Alb

Re: Umgang mit Sternmoos

Beitrag von Berndbonsai » 29.08.2013, 07:59

Hallo Alle
Grundsätzlich ist auch meiner Meinung nach das regelmäßige Auszupfen des Sternmoos unerlässlich sonst leiden die Bäume. Lebermoos krige ich ganz gut in Griff wenn ich es als Indikator für die Feuchtigkeit nutze. Bildet sich Lebermoos dann halte ich den Baum zu feucht. Einige Tage eher trockene Kulturführung läßt das Lebermoos schwächeln und dann eingehen.
Einmal hatte ich jedoch im Kernballen einer Birke fest eingewachsenes Sternmoos. Das ist mit umtopfen aus dem dichten Ballen der Birke nicht weg zu kriegen. Da habe ich dann ein handelsübliches Herbizid ( nur einige Tropfen) mit Wasser verdünnt und auf das Sternmoos gepinselt. ( Auf Eigenschutz achten). Dabei ist zu beachten, dass wirklich nur das Grün des Sternmooses benetzt wird. Es darf nicht auf das Laub des Baumes kommen. Schon nach ca 2 Wochen ist dann das Sternmoos abgestorben. Danach keimen für einige Zeit natürlich noch Jungpflänzchen aus den Samen aus. Diese muß man natürlich fleißig Zupfen. Diese Methode ist für das gelegentliche Auftauchen von einigen Sternmoos Jungpflanzen ungeeignet. Sondern nur bei einm starken, hartnäckigen Befall. Und das Sternmoos muß vorher relativ viel Grünfläche haben, damit der Wirkstoff des Herbizids aufgenommen wird , also nicht vor der Anwendung durch zupfen dezimieren.
Gruß Bernd
"ERWEITERN SIE IHRE INTERESSEN! Es gibt mehr auf dieser Welt als Fußball, Pornoseiten und Bonsaipflege!" Dieter Nuhr in: Der ultimative Ratgeber für Alles

Hnuller
Beiträge: 8
Registriert: 22.09.2008, 10:21
Wohnort: Ellweiler RLP

Re: Umgang mit Sternmoos

Beitrag von Hnuller » 29.08.2013, 20:13

Hallo

Vielen Dank für eure Tipps.

Im Prinzip habe ich das alles was ihr da vorschlagt schon gemacht, leider ohne Erfolg. Das Sternmoos mit Herbizied einpinseln werde ich jetzt noch machen, das war neu oder ich hätte mich nie getraut das zu tun.

Auf jeden Fall werden nächstes Jahr alle Bäume fällig zum Umtopfen. Die meisten sind in der Zwischenzeit aus der Schale gewachsen. Dann wird auch das Reinigen des Stamms mit dem Hochdruckschlauch geprüft, dazu werde ich mich aber noch ausführlich hier einlesen und bestimmt einige Fragen haben.

Eine Frage lässt mir aber keine Ruhe.

Meine Kiefern wurden 1981 aus Sämlingen gezogen und in den Informationen von damals wurde immer größter Wert auf eine geschloßene Moosdecke gelegt worauf ich auch immer sehr geachtet habe. In den Berichten hier sehen ich hier dass da kein Wert drauf gelegt wird oder sehe ich das falsch?

Grüße Kurt
nicht vom Leben träumen, sondern Träume erleben

Berndbonsai
Beiträge: 824
Registriert: 05.04.2007, 15:11
Wohnort: zwischen Neckar und Alb

Re: Umgang mit Sternmoos

Beitrag von Berndbonsai » 30.08.2013, 12:31

Hallo Kurt
Speziell bei Kiefern lege ich kein Moos auf, bzw entferne es sogar wenn es sich von selbst bildet, da ich darunter die Feuchtigkeit nicht kontrollieren kann. Bei meinem Substrat bildet sich Moos eh nur im Bereich des Kernballens bzw Wurzelansatz, da sich dort Düngerreste und organische Teilchen vom Baum sammeln. Diese versuche ich durch reinigen, entweder mit Hochdruckreiniger oder mit Stäbchen und Bürste zu entfernen ( Natürlich im Zuge des Umtopfens). Bei Kiefern bzw allen Nadelbäumen bin ich da aber eher vorsichtig (Mykhoriza). Ein wichtiger Aspekt ist für mich aber, dass bei aufliegendem Moospolster der Sauerstoffaustausch im Substrat behindert wird.
Mit der Anwendung vom Hochdruckreiniger bei der Kiefer wäre ich vorsichtig. Beim Wurzelballen aus oben genanntem Grund. Am Stamm und den Ästen wegen der Borke. Was gut funktioniert ist das ausspritzen der Nadelpolster um Schädlinge zu eliminieren. Das aber natürlich nur mit reduziertem Wasserdruck.
Gruß Bernd
"ERWEITERN SIE IHRE INTERESSEN! Es gibt mehr auf dieser Welt als Fußball, Pornoseiten und Bonsaipflege!" Dieter Nuhr in: Der ultimative Ratgeber für Alles

Hnuller
Beiträge: 8
Registriert: 22.09.2008, 10:21
Wohnort: Ellweiler RLP

Re: Umgang mit Sternmoos

Beitrag von Hnuller » 30.08.2013, 20:43

Hallo Bernd.

Vielen Dank für deine Antwort.

Da muss ich jetzt total umdenken. Ich habe immer gedacht dass Moos gut für dem Baum ist. Auf jeden Fall hat es in der Vergangen mir sehr viel genützt dass die Erdoberfläsche durch die geschlossene Moosdecke vor der Sonne und somit vor dem Verdundsten geschütz ist.

Ich hatte ja schon geschrieben dass die Bäume in der Vargangenheit etwas vernachlässigt wurden. Wenn man die ganze Woche erst nach 20,30 ankommt bleibt halt für die Pflege keine Zeit und auch zu Wässern. Die armen Kerle bekamen oftmals nur 1 mal die Woche ihr Wasser, haben diese Tortur aber Schadlos Überstanden. Ich würde ja gerne Fotos einstellen aber mein PC ist zur Zeit damit total Überlastet.

In 3 Wochen, so Gott will, kann ich aber was zeigen.

Grüße Kurt
nicht vom Leben träumen, sondern Träume erleben

Benutzeravatar
Heike_vG
Beiträge: 21715
Registriert: 04.09.2005, 20:30
Wohnort: Norddeutschland
Kontaktdaten:

Re: Umgang mit Sternmoos

Beitrag von Heike_vG » 31.08.2013, 16:24

Kurt, wenn man nur 1 mal pro Woche gießen kann, ist es fast ein Wunder, dass Deine Bäume noch leben.
Dann würde ich jetzt auch nichts an der Moosdecke ändern, solange Du nicht wenigstens morgens und abends gießen kannst.
Eigentlich braucht Bonsai Zeit für regelmäßige, sorgsame Pflege. Sonst ist mit wirklich guten Ergebnissen eher nicht zu rechnen.

LG, Heike
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...

AK Hamburg & Umland

Sanne
Beiträge: 4757
Registriert: 01.02.2009, 19:09
Wohnort: Norddeutschland

Re: Umgang mit Sternmoos

Beitrag von Sanne » 31.08.2013, 17:25

Berndbonsai hat geschrieben:...Ein wichtiger Aspekt ist für mich aber, dass bei aufliegendem Moospolster der Sauerstoffaustausch im Substrat behindert wird...
Hallo Bernd,
das lese ich zum ersten Mal. Ich hatte bislang auch gedacht, dass das "schöne" Moos (also nicht Stern- oder Lebermoos gemeint) die Bäume vor Verdunstung eher schützen.

Hallo Kurt,
in was für ein Substrat hast Du Deine Kiefern stehen und stehen sie vielleicht im Schatten? Kiefern sollte man zwar sparsamer gießen, aber nur 1-mal die Woche bei der extremen Hitze im Juli bis vor einigen Tagen (hier zumindest) ist wirklich bedenklich. Ich hatte meine Kiefern mindestens 1-mal am Tag gegossen und zusätzlich morgens und abends die Nadeln besprüht. Zum Teil mußte ich sie sogar 2-mal am Tag gießen.

Schöne Grüße, Sanne
Zuletzt geändert von Sanne am 31.08.2013, 19:14, insgesamt 1-mal geändert.

Antworten