Verdirbt Jinmittel?

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Kanna
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Verdirbt Jinmittel?

Beitrag von Kanna »

Hallo

Ich habe vor einer ganzen Weile (2 bis 3 Monate) an einigen Ästen (Fichten) neue Jins "hinzugefügt" und diese dann auch nach kurzer Zeit mit dem Mittelchen behandelt. Nur leider wollen die Äste nicht weiß werden. Stattdessen ist es mehr ein helles Gelb.

Ist das Mittel verdorben oder wo liegt der Fehler? Das ich alles an Rinde und Kambium abgemacht habe bin ich mir relativ sicher, da es ja zum einen bei Fichten sehr einfach ist die Rinde abzumachen und zum anderen ich noch mit der Spaltzange und Messer gearbeitet habe. Sprich, selbst in den tieferen Splint- und Kernholzbereichen wird nichts weiß.

Grüße
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Heike_vG
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Re: Verdirbt Jinmittel?

Beitrag von Heike_vG »

Hallo,

keine Sorge, das wird noch weiß, dauert ein - zwei Tage.

LG, Heike
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Kanna
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Re: Verdirbt Jinmittel?

Beitrag von Kanna »

Danke für die Antwort. Aber ich warte schon, wie erwähnt, 2 bis 2 Monate auf das "Weiß". Ich glaube da bringen weitere Tage auch nichts mehr :P

Grüße
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achim73
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Re: Verdirbt Jinmittel?

Beitrag von achim73 »

wahrscheinlich hast du einfach zuviel genommen bzw. nicht verdünnt. die gelbe färbung kommt vom schwefel. manchmal habe ich das sogar schon bei ausstellungsbäumen gesehen. sieht aber echt sch+++ aus...nur wie das wieder wegzukriegen ist - keine ahnung...
Gruss, Achim
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Kanna
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Re: Verdirbt Jinmittel?

Beitrag von Kanna »

Hi

Ja verdünnt habe ich das Zeug noch nie. Hat bisher aber auch immer so geklappt. Hmmm...

Vl bekomm ich es mit ´nem "Dremel" und ´nem Bürstenaufsatz etwas weg, oder abflammen und abbrüsten?...Muss ich mal schauen wie tief sich das Zeug ins Holz saugt...

Und ich muss Dir recht geben, das sieht schei... aus -.-

Grüße
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xistsixt
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Re: Verdirbt Jinmittel?

Beitrag von xistsixt »

Hallo Kanna

Hast vielleicht ne billigkopie erwischt....:D Ich habe eine Flasche die schon 6 Jahre bei mir auf dem Buckel hat... wer weiss wie lange die vorher schon umhergereist und gelagert worden ist?!

Jedenfalls habe ich das Zeug auch nicht verdünnt und es hat wunderbar geklappt!

Gruss Vali
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Kanna
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Re: Verdirbt Jinmittel?

Beitrag von Kanna »

Hi

Also das Jinmittel ist immer noch meine erste Flasche bzw. Fläschchen. Habe alle Jins und Sharis damit bepinselt. Müsste jetzt ca. 3 Jahre bei mir stehen. Ich weiß nicht wie viel der Aufbewarungsort eine Rolle spielt, aber das Zeug steht draußen im Gartenhaus. Das macht also einige Temperaturschwankungen über das Jahr mit.

Habe die Jins auch 2 oder 3 mal bepinselt als ich merkte das die nicht weiß wurden.

Sollte ich mir lieber ´ne neue Flasche besorgen, bevor ich Gefahr laufe noch mehr zu vergelben?

Grüße
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Heike_vG
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Re: Verdirbt Jinmittel?

Beitrag von Heike_vG »

Ich würde es erstmal mit Wasser verdünnen.
Die zu dicke alte Schicht Jinmittel kann man weitestgehend abbürsten, probier es mal mit Wasser und Zahnbürste aus oder sonst trocken mit rotierender Drahtbürste auf dem Dremel.
Eine kleine alte Flasche Jinmittel hatte ich auch mal, wo scheinbar eine Menge Wasser aus der Lösung verdunstet ist. Wieder mit Wasser verdünnt funktionierte es auch wieder. Aber mit der Zeit setzen sich kristallartige Klumpen ab. Dann ist vielleicht doch mal frisches Mittel kaufen angebracht.

LG, Heike
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heinz leitner
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Re: Verdirbt Jinmittel?

Beitrag von heinz leitner »

Kanna hat geschrieben:Hi
Habe die Jins auch 2 oder 3 mal bepinselt als ich merkte das die nicht weiß wurden.
Grüße
Hallo Kanna
Was hier noch nicht erwähnt wurde...die behandelten Stellen müssen gut nass gemacht werden bevor du das Mittel aufträgst,ansonsten wird das nicht weiss.
Gruss Heinz
Kanna
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Re: Verdirbt Jinmittel?

Beitrag von Kanna »

Danke für die weiteren Kommentare.

@ Heike: Ich werde mich mal morgen an's Werk machen und mal schauen ob sich was tut. Das Konzentrat werde ich dann mal mit Wasser verdünnen (halb Wasser halb Jinmittel?) und es erst mal an ein paar abgeschnittenen Trieben probieren.

@ Heinz: Danke für deinen Hinweis. Muss gestehen das mir das neu ist. Habe es immer so gehandhabt, das ich nach dem Entrinden die jeweiligen Stellen direkt bepinselt habe. Hat eigentlich auch immer funktioniert. Aber ich denke mal das die Zweige ja nach dem Entrinden noch feucht genug sind. Vielleicht habe ich die anderen Zweige austrocknen lassen!? Ich weiß es leider nicht mehr.

Werde morgen mal etwas mit dem Zeuch rumexperimentieren. So wie es jetzt ist kann es auf Dauer jedenfalls nicht bleiben :S...


Grüße
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Heike_vG
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Re: Verdirbt Jinmittel?

Beitrag von Heike_vG »

Kanna hat geschrieben:Habe es immer so gehandhabt, das ich nach dem Entrinden die jeweiligen Stellen direkt bepinselt habe. Hat eigentlich auch immer funktioniert. Aber ich denke mal das die Zweige ja nach dem Entrinden noch feucht genug sind. Vielleicht habe ich die anderen Zweige austrocknen lassen!? Ich weiß es leider nicht mehr.
Das ist mir im ersten Posting entgangen, dass Du das Jinmittel auf frisches Holz aufgetragen hast. Das macht man eigentlich gar nicht. Das Jinmittel hält den Alterungsprozess auf und wir wollen doch, dass das Totholz schön verwittert. Wenn es irgendwann schöne natürliche Risse hat und alt aussieht, dann ist es gut, das Jinmittel zu verwenden. Hast Du das Totholz-Buch von Francois Jeker gelesen? Da steht viel wissenswertes hierzu drin!

Auf frischem Holz, das noch voller Saft ist, trocknet das Jinmittel natürlich längere Zeit gar nicht. Dann ist es auch logisch, dass es noch gelb ist, anstatt weiß zu werden. Das liegt dann eher nicht an verdorbenem Jinmittel, denke ich.

LG, Heike
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Kanna
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Re: Verdirbt Jinmittel?

Beitrag von Kanna »

Also kleine Jins lasse ich eigentlich nie unbehandelt altern. Bei größeren Sharis habe ich mir angewöhnt, wie in dem von dir angesprochenem Buch von Herrn Jeker, die Bereiche zu beflammen und danach abzubürsten. Diese Totholzbereiche lasse ich dann einige Jahre unbehandelt verwittern.
Bei kleinen Ästen bzw. Ästchen sieht man solche Alterungsprozesse denke ich nur mäßig. Ich finde da bringt es nicht viel noch Jahre zu warten. Am Ende ist der kleine Ast evtl. vl ganz vergammelt. Und rissig werden Jins mit der Zeit auch mit Jinmittel, da der frische Ast über die Zeit austrocknet und somit Schwindrisse bekommt. Natürlich wird das nie so wie wenn ich ihn unbehandelt lasse, klar.

Das Buch kenne ich natürlich, liebe Heike. Du magst es vergessen haben, aber ich habe mich damals noch sehr bei Dir bedankt das Du dir die Arbeit gemacht hast das Buch zu übersetzen und wir - die Bonsaianer - uns nun glücklich schätzen können so etwas in unserem Besitz zu haben. Das sollte jetzt aber keine Kritik sein. Wer kann sich schon so etwas merken - ist ja schließlich schon viele Monde her :)


So ich habe heute nun an den paar Ästen rumgedremelt und ich denke man kann schon deutlich sehen das es besser geworden ist - zumindest oberflächlich. Ich weiß ja nicht wie sehr das Mittel ins Holz einzieht.

Auf dem ersten Bild kann man denke ich gut erkennen wie Gelb der rechte Ast ist. Wie im Anfangspost erwähnt ist die Behandlung mit dem Mittelchen schon eine weile her.

Auf dem zweiten Bild kann man denke ich erkennen das der gelbe Ast nun wieder normal ausschaut. Ich habe ihn absichtlich noch nicht wieder bepinselt da ich zuvor erst mal mit dem Jinmittel experimentieren will.

Das Experiment, im dritten Bild, zeigt jetzt 2 verschiedene Baumarten (Buche und FIchte). Von beiden Arten habe ich jeweils einen trockenen (t) und einen feuchten bzw. frischen (f) Ast. Diese wiederum habe ich einmal mit dem puren Mittel behandelt (oben* und links*) und zum anderen mit einer 1:1 Wasser, Jinmittel-Lösung (unten* und rechts*).
*o = oben; u= unten; l= links; r= rechts

Ich habe das Konstrukt nun mal nach draußen gestellt und warte die Tage ab. Mal sehen was passiert bzw. was nicht.

Grüße
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Heike_vG
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Re: Verdirbt Jinmittel?

Beitrag von Heike_vG »

Kanna hat geschrieben:Also kleine Jins lasse ich eigentlich nie unbehandelt altern.
Die abgebildeten Jins sehen noch ziemlich unfertig aus. An solchen würde ich lieber noch etwas dran arbeiten, ehe sie mit Jinmittel behandelt werden.
Ein bisschen Fasern ziehen, ein bisschen verkürzen z.T., das wirkt alles so "nur geschält und angespitzt", nicht wie natürlich entstanden. Erinnert irgendwie an Gehörne.
Kanna hat geschrieben:Bei kleinen Ästen bzw. Ästchen sieht man solche Alterungsprozesse denke ich nur mäßig.
Ach nein, das kann man so nicht sagen. Aber man sollte natürlich auch nicht warten, bis die Jins vergammelt sind. Zu kleine, dünne machen wenig Sinn, weil sie eh kaum Bestand haben. Was nach dem Entrinden kaum 2 mm dick ist, kann man eher vergessen.
Kanna hat geschrieben:Das Buch kenne ich natürlich, liebe Heike. Du magst es vergessen haben, aber ich habe mich damals noch sehr bei Dir bedankt das Du dir die Arbeit gemacht hast das Buch zu übersetzen und wir - die Bonsaianer - uns nun glücklich schätzen können so etwas in unserem Besitz zu haben. Das sollte jetzt aber keine Kritik sein. Wer kann sich schon so etwas merken - ist ja schließlich schon viele Monde her :)
Ja ja, spotte nur. *nono* Dass ich das Buch übersetzt habe, habe ich nicht vergessen, man höre und staune. Aber ehrlich gesagt vergesse ich leider meist relativ schnell, wer mir was wozu geschrieben hat. Da ich mit vielen Leuten kommuniziere und täglich viele PN und Mails bekomme, verschwindet da vieles wieder aus meinem löcherigen Gedächtnis. Sorry! 8)

Na, dann mal sehen, was Dein Experiment zeigt. :wink:

Liebe Grüße,

Heike
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Re: Verdirbt Jinmittel?

Beitrag von Kanna »

Fasern ziehen habe ich immer mal wieder versucht, aber entweder bin ich zu doof dafür oder das klappt nur bei bestimmten Arten...(wohl eher das erste)...


Grüße
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Heike_vG
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Re: Verdirbt Jinmittel?

Beitrag von Heike_vG »

Das stimmt schon, dass das Holz verschiedener Arten unterschiedlich faserig ist. Und frische Fasern lassen sich besser ziehen als ausgetrocknete.
Wenn es nicht mehr richtig geht, helfen aber gute Schnitzwerkzeuge, z.B. die Scorp tools von flexcut, damit kann man auch feine Rillen entlang des Faserverlaufs ziehen.

LG, Heike
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